Vierzehn Grad ist das neue Fünfzehn

MORGENWACHT

Von Arvind Kumar, übersetzt von Lucifex. Das Original „Fourteen is the New Fifteen“ erschien am 28. November 2012 auf American Thinker.

Laut den Führern des Weltuntergangskults der globalen Erwärmung beträgt die durchschnittliche Oberflächentemperatur der Erde 14 Grad Celsius (57,2 Grad Fahrenheit), aber dies ist ein neuer Wert, der still den ursprünglichen Durchschnittswert von 15 Grad Celsius (59 Grad Fahrenheit) ersetzt hat.

Im März 1988, ein paar Monate bevor James Hansen von der NASA vor dem Kongreß behauptete, daß eine globale Erwärmung im Gange sei, zitierte die New York Times ihn mit den Worten, daß er die 59 Grad Fahrenheit als die globale Durchschnittstemperatur verwende, um die Temperaturvariationen zu berechnen.

Einer der Wissenschaftler, Dr. James E. Hansen vom Institute for Space Studies in Manhattan der National Aeronautics and Space Administration sagte, daß er den 30-jährigen Zeitraum von 1950 – 1980, als die globale Durchschnittstemperatur 59 Grad Fahrenheit war, als…

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NWO-Propaganda in SF-Romanen: Robert Silverbergs „Nach all den Jahrmilliarden“

MORGENWACHT

Von Lucifex, beruhend auf meinem Kommentar (als Deep Roots) zu Jonathan Pyles Essay „Star Trek und die multirassische Zukunft“.

Stammleser werden die von Kairos, Dunkler Phönix, Sternbald und mir verfaßte 16teilige AdS/MoWa-Artikelreihe „Star Dreck“ kennen, die sich dem Aufzeigen von JNWO-Propaganda (Antinationalismus, Feminismus, Rassenvermischung, Weißenfeindlichkeit etc.) in Filmen und Fernsehserien mit dem Star-Trek-Franchise als Musterbeispiel widmet. (Ein inoffizieller 17. Teil widmet sich den Munsters, läuft aber nicht unter dem Titel „Star Dreck“, weil es ein „Interview“ mit Herman Munster mit mir als „Ghostwriter“ ist.)

Ich wollte schon länger auch ein paar Artikel dieser Art über JNWO-Propaganda in Science-Fiction-Romanen machen, und als erstes Thema habe ich „Nach all den Jahrmilliarden“ (Across a Billion Years, 1969, deutsch 1982) des jüdischen Autors Robert Silverberg ausgewählt. Zwar ist dieser Roman schon älter und wird vielen heutigen Lesern nicht mehr geläufig sein, aber Silverberg gilt als sehr einflußreicher Autor in der SF-Szene…

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Ein paar Klimadiagramme gegen die Klimapanik

MORGENWACHT

Von Lucifex.

Neuerdings ist mir aufgefallen, daß von Systemsprachrohren, die Panik wegen der angeblichen „Klimakrise“ schüren, ein gewisser Klimageschichtsrevisionismus betrieben wird, den man auch „Relativierung“ oder „Leugnung“ früherer Warmperioden nennen könnte, um den gegenwärtigen Erwärmungstrend beispiellos und dramatisch erscheinen zu lassen.

Zum Beispiel wird für die mittelalterliche Warmzeit (auch „mittelalterliches Klimaoptimum“ genannt), die in früheren Publikationen wie „bild der wissenschaft“ oder „Spektrum der Wissenschaft“ (und wie ich mich zu erinnern glaube, auch auf Wikipedia) als eindeutig wärmer als heute dargestellt wurde, nun unter dem Wiki-Artikel „Mittelalterliche Klimaanomalie“ und auch in anderen Systemquellen behauptet, diese Warmperiode hätte hauptsächlich die Nordhalbkugel betroffen, während es anderswo auf der Welt kühler gewesen sei. Deshalb hätte die globale Temperaturentwicklung so ausgesehen wie auf diesem Diagramm aus Wikipedia:

Darin fällt auch auf, daß sogar das Klimaoptimum der Römerzeit gedämpft dargestellt wird, um den „Hockeyschläger“-Verlauf zu unserer heutigen Temperatur möglichst zu betonen. Wie die Klimadaten manipuliert…

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Der Wachtposten

Von Fredric Brown, übersetzt von Cernunnos (Lucifex alias Deep Roots). Das Original „Sentry“ erschien erstmals in der Februarausgabe 1954 von Galaxy Science Fiction. (PDF – 1 Seite – hier auf „Cernunnos‘ Insel“)

 

Er war naß und verdreckt und hungrig; ihm war kalt, und er war fünfzigtausend Lichtjahre von zu Hause entfernt. Eine seltsame blaue Sonne spendete Licht, und die Schwerkraft, doppelt so stark wie die, an die er gewöhnt war, machte jede Bewegung schwierig.

Aber in Zehntausenden von Jahren hatte sich dieser Teil des Krieges nicht geändert. Die Fliegerjungs waren fein raus mit ihren schnittigen Raumschiffen und ihren hochentwickelten Waffen. Wenn es hart auf hart kam, war es aber immer noch der Fußsoldat, die Infanterie, die das Gelände einnehmen und halten mußte, Meter um blutigen Meter. Wie dieser verdammte Planet eines Sterns, von dem er nie zuvor gehört hatte, bevor sie ihn dort abgesetzt hatten. Und jetzt war es heiliger Boden, weil die Fremden ebenfalls hier waren. Die Fremden, die einzige andere intelligente Rasse in der Galaxis… grausame, häßliche und abstoßende Monster.

Der Kontakt mit ihnen war nahe dem Zentrum der Galaxis hergestellt worden, nach der langsamen, schwierigen Kolonisierung von einem Dutzend tausend Planeten; und es war Krieg vom ersten Anblick an gewesen; sie hatten geschossen, ohne auch nur zu versuchen, zu verhandeln oder Frieden zu schließen.

Nun wurde es ausgekämpft, Planet um bitteren Planeten.

Er war naß und dreckig und hungrig und fror, und der Tag war erfüllt von starkem Wind, der ihm in den Augen weh tat. Aber die Fremden versuchten einzusickern, und jeder Wachtposten war lebenswichtig.

Er blieb wachsam, die Waffe bereit. Fünfzigtausend Lichtjahre von zu Hause entfernt, auf einer fremdartigen Welt kämpfend, und er fragte sich, ob er es jemals erleben würde, die Heimat wiederzusehen.

Und dann sah er einen von ihnen auf sich zurobben. Er legte an und feuerte. Der Fremde gab diesen seltsamen, schrecklichen Laut von sich, wie sie es alle tun, und lag dann still.

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Duell im All („Arena“)

Von Fredric Brown, übersetzt von Lucifex. Das Original „Arena“ wurde erstmals 1944 im „Astounding Science Fiction Magazine“ veröffentlicht und ist hier auf „Cernunnos‘ Insel“ als 18seitige PDF herunterladbar. In „Das Beste aus Reader’s Digest“ Nr. 5-1982 ist eine deutsche Fassung unter dem Titel „Duell im All“ erschienen, die aber nicht einmal ein Viertel des Originalumfangs hat und somit eher eine zusammenfassende Nacherzählung ist. Das Bild oben ist der Beginn einer Nachveröffentlichung auf „Starlog 4“ mit einer Illustration von Boris Vallejo; das Bild weiter unten im Text ist von David Schleinkofer.

*   *   *

Carson öffnete die Augen und bemerkte, daß er im Sand lag. Er blickte auf und sah in eine flimmernde, trübe Bläue. Es war heiß, und er lag auf Sand, und ein im Sand eingebetteter scharfer Stein schmerzte in seinem Rücken. Er rollte sich zur Seite, vom Stein herunter, und stemmte sich dann in sitzende Position hoch.

Ich bin wohl verrückt, dachte er. Verrückt – oder tot – oder irgendwas. Der Sand war blau, leuchtend blau. Und so etwas wie hellblauen Sand gab es doch nirgendwo auf der Erde oder sonst einem Planeten.

Blauer Sand.

Blauer Sand unter einer blauen Kuppel, die nicht der Himmel war noch sonst ein Raum, sondern ein umgrenzter Bereich – irgendwie wußte er, daß er umgrenzt und endlich war, obwohl er nicht bis zu seiner Oberseite sehen konnte.

Er nahm eine Handvoll auf und ließ die Körner durch die Finger laufen. Er rieselte auf sein bloßes Bein hinunter. Bloß?

Nackt. Er war von oben bis unten nackt, und von seinem Körper troff bereits der Schweiß von der enervierenden Hitze, blau mit Sand überzogen, wo immer Sand ihn berührt hatte.

Aber anderswo war sein Körper weiß.

Er dachte: Dann ist dieser Sand wirklich blau. Wenn er nur wegen des blauen Lichtes blau erschiene, dann wäre ich ebenfalls blau. Aber wenn ich weiß bin, dann ist der Sand blau. Blauer Sand. Es gibt keinen blauen Sand. Es gibt keinen Ort wie diesen.

Schweiß rann ihm in die Augen.

Es war heiß, heißer als die Hölle. Nur daß die Hölle – die Hölle der Alten – rot sein sollte und nicht blau.

Aber wenn dieser Ort nicht die Hölle war, was war er dann? Von allen Planeten besaß nur der Merkur eine solche Hitze, und das war nicht der Merkur. Der lag ungefähr sechs Milliarden Kilometer entfernt von…

Da fiel es ihm wieder ein, wo er sich zuletzt befunden hatte: in dem kleinen Einmannaufklärungsraumschiff jenseits der Umlaufbahn des Planeten Pluto. Und sein Auftrag war die Überwachung eines knapp anderthalb Millionen Kilometer umfassenden Raumes an der Flanke der terrestrischen Raumflotte, die die Outsider abfangen sollte.

Dieses plötzliche schrille Klingeln der Alarmglocke, als der Aufklärer der Rivalen – das Outsiderschiff – in Reichweite seiner Detektoren gekommen war!

Niemand wußte, wer die Outsider waren, wie sie aussahen, oder aus welcher fernen Galaxis sie gekommen waren, außer daß sie in der allgemeinen Richtung der Plejaden lag.

Zuerst hatte es vereinzelte Überfälle auf Erdkolonien und Außenposten gegeben, isolierte Kämpfe zwischen Erdpatrouillen und Raumschiffen der Outsider; Kämpfe, die manchmal gewonnen und manchmal verloren wurden, aber nie in der Kaperung eines fremden Schiffes resultierten. Auch hatte kein Mitglied einer überfallenen Kolonie jemals überlebt, um die Outsider zu beschreiben, die die Schiffe verlassen hatten, falls sie sie überhaupt verlassen hatten.

Keine allzu ernsthafte Bedrohung, zu Anfang, denn die Überfälle waren nicht zahlreich oder zerstörerisch gewesen. Und einzeln hatten die Schiffe sich als den besten Erdenkampfschiffen in der Bewaffnung leicht unterlegen erwiesen, obwohl sie in der Geschwindigkeit und Manövrierfähigkeit etwas überlegen waren. Tatsächlich war es ein ausreichender Geschwindigkeitsvorteil, um den Outsidern die Wahlmöglichkeit zwischen Flucht oder Kampf zu ermöglichen, sofern sie nicht umzingelt waren.

Dennoch hatte die Erde sich für ernsthafte Schwierigkeiten vorbereitet und die mächtigste Raumflotte aller Zeiten gebaut. Sie hatte nun schon seit langer Zeit gewartet, diese Armada. Nun kam der Showdown.

Aufklärer 30 Milliarden Kilometer weit draußen im Raum hatten die Annäherung einer mächtigen Flotte der Angreifer gemeldet. Jene Aufklärer waren nie zurückgekehrt, aber ihre radiotronischen Botschaften. Und nun befand sich die terrestrische Armada mit 10.000 Raumschiffen und einer halben Million Raumkämpfern da draußen, außerhalb der Plutobahn, und wartete darauf, die Outsider abzufangen und bis zum Tod zu kämpfen.

Und es würde eine ausgeglichene Schlacht werden, nach den Vorausmeldungen der Männer der fernen Vorpostenlinie zu urteilen, die ihr Leben gegeben hatten, um – vor ihrem Tod – über die Größe und Stärke der fremden Flotte zu berichten.

Es war die Schlacht von jedermann, und die Herrschaft über das Sonnensystem hing dabei in der Schwebe, zu ausgeglichenen Chancen. Eine letzte und einzige Chance, denn die Erde und alle ihre Kolonien würden völlig der Gnade der Outsider ausgeliefert sein, falls sie diesen Spießrutenlauf überstanden.

 

Oh ja, daran erinnerte sich Bob Carson jetzt. Er erinnerte sich an diese schrille Glocke und seinen Sprung zum Kontrollpaneel. Er hatte beim Anschnallen im Sitz hektisch gefummelt. Der Punkt auf dem Sichtschirm, der größer geworden war. Die Trockenheit seines Mundes. Das schreckliche Wissen, daß es dies jetzt zumindest für ihn war, denn die Hauptflotten befanden sich immer noch außer Reichweite voneinander.

Dies war sein erster Vorgeschmack der Schlacht! Innerhalb von drei Sekunden würde er siegreich sein, oder ein verkohlter Schlackebrocken. Ein Treffer würde ein leicht bewaffnetes und gepanzertes Einmannschiff wie einen Aufklärer völlig erledigen.

Hektisch – während seine Lippen das Wort „Eins“ formten – hatte er an den Kontrollen gearbeitet, um diesen wachsenden Punkt im durchkreuzten Spinnennetz seines Sichtschirms zu halten. Seine Hände taten das, während sein rechter Fuß über dem Pedal schwebte, das den Schuß abfeuern würde. Den einzelnen Strahl aus konzentrierter Hölle, der treffen mußte – oder sonst. Es würde keine Zeit für einen zweiten Schuß geben.

„Zwei.“ Daß er das gesagt hatte, hatte er auch nicht gewußt. Der Punkt auf dem Sichtschirm war jetzt kein Punkt mehr. Nur ein paar tausend Kilometer entfernt, erschien er in der Vergrößerung des Schirms, als ob er nur ein paar hundert Meter entfernt wäre. Es war ein schneller kleiner Aufklärer, ungefähr von der Größe seines eigenen.

Ein fremdes Schiff, ja wirklich!

„Dr–“ Sein Fuß berührte das Schußauslösepedal.

Und dann war der Outsider plötzlich ausgeschert und aus dem Fadenkreuz weg. Carson drückte hektisch Tasten, um ihm zu folgen.

Für eine Zehntelsekunde war er ganz aus dem Sichtschirm verschwunden, und dann, als die Nase seines Aufklärers hinter ihm her schwang, sah er ihn wieder, wie er geradewegs auf den Boden zustürzte.

Den Boden?

Es war eine Art optische Illusion. Es mußte eine sein: dieser Planet – oder was immer es war -, der nun den Sichtschirm ausfüllte, konnte nicht da sein. Auf keinen Fall! Es gab keinen näheren Planeten als den viereinhalb Milliarden Kilometer entfernten Neptun – mit Pluto auf der gegenüberliegenden Seite der fernen, stecknadelkopfgroßen Sonne.

Seine Detektoren! Sie hatten kein Objekt von planetarischer Größe angezeigt, nicht einmal von Asteroidengröße, und taten es immer noch nicht.

Es konnte nicht da sein, dieses was-immer-es-war, auf das er zustürzte, nur wenige hundert Kilometer unter ihm.

In seinem plötzlichen Bemühen um die Verhinderung des Aufschlags vergaß er das Outsiderschiff. Er feuerte die vorderen Bremsraketen ab, und noch während die plötzliche Geschwindigkeitsänderung ihn nach vorne in die Sitzgurte warf, feuerte er für eine Notwende voll nach rechts. Drückte sie nieder und hielt sie nieder, wissend, daß er alles brauchte, was das Schiff hatte, um den Absturz zu verhindern, und daß eine so plötzliche Wende für einen Moment einen Blackout bewirken würde.

Sie bewirkte keinen Blackout.

Und das war alles. Nun saß er im heißen blauen Sand, splitternackt, aber ansonsten unverletzt. Kein Zeichen von seinem Raumschiff – und auch nicht vom Weltraum. Diese Wölbung über ihm war kein Himmel, was immer sie auch sonst sein mochte.

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Abfallprodukte (Blood Bank)

Von Walter M. Miller, Jr., übersetzt von Lucifex. Das Original „Blood Bank“ erschien erstmals im Juni 1952 in Astounding Science Fiction 49 (S. 95 – 138). Eine deutsche Fassung (übersetzt von Birgit Reß-Bohusch) erschien 1972 im Taschenbuch Ullstein 2000 – Science Fiction Stories 12 unter dem Titel „Abfallprodukte“. Dieses Buch kenne ich von früher, und bei meiner eigenen Übersetzung habe ich bestimmte Ausdrücke so übernommen, wie ich mich aus der Ullstein-Version noch erinnerte, z. B. „Super-C-Antrieb“ für „high-C drive“ oder „Stoppelkopf“ für „Bristleface“.

Die Sekretärin des Colonels hörte harte Schritte im Korridor und schaute von ihrem Tippen auf. Die Schritte hielten in der Türöffnung an. Ein Paar jettschwarzer Augen durchbohrte sie einmal und schaute dann weg. Ein hochgewachsener, dünner Kerl in der Uniform eines Space Commanders schritt in das Empfangszimmer, setzte sich in die Ecke und faltete seine Hände steif in seinem Schoß. Die Sekretärin wölbte ihre gezupften Augenbrauen. Es war sechs Monate her, seit ein Besucher das getan hatte – hereinzumarschieren, ohne etwas zu dem Mädchen hinter der Abgrenzung zu sagen.

„Sie haben einen Termin, Sir?“ fragte sie mit professionellem Lächeln.

Der Mann nickte knapp, sagte aber nichts. Seine Augen flackerten kurz zu ihr hin und wandten sich dann wieder der Wand zu. Sie versuchte festzustellen, ob er zornig war oder litt. Die schwarzen Augen brannten mit kaltem Feuer. Sie überprüfte die Terminliste. Ihr Lächeln verschwand, um von einem schmallippigen Ausdruck der Verachtung ersetzt zu werden.

„Sie sind Space Commander Eli Roki?“ fragte sie in eisigem Ton.

Wieder das knappe Nicken. Sie starrte ihn mehrere Sekunden lang ununterbrochen an. „Colonel Beth wird Sie in ein paar Minuten empfangen.“ Dann begann ihre Schreibmaschine mit scharfen Tönen des Hasses zu klappern.

Der Mann saß still und regungslos da. Der Colonel ging einmal durch das Empfangszimmer und nickte ihm kurz zu. Zwei Majore kamen aus dem Korridor herein und betraten das Büro des Colonels, ohne ihn anzusehen. Ein paar Momente später knisterte die Sprechanlage. „Schicken Sie Roki herein, Dela. Nehmen Sie Ihren Notizblock und kommen Sie mit ihm.“

Das Mädchen sah Roki an, aber er war bereits auf den Beinen und marschierte zur Tür. Offenbar kam er von einem unritterlichen Planeten; er öffnete die Tür, ohne sie anzusehen, und ließ sie die Tür auffangen, als sie zuzufallen begann.

Der pummelige, ältliche Colonel Beth saß wartend hinter seinem Schreibtisch, flankiert von zwei Majoren. Rokis Haltung, als er nähertrat und salutierte, war die des Berufssoldaten, der von Geburt an für das Militär trainiert worden war.

„Setzen Sie sich, Roki.“

Der hochgewachsene Space Commander saß stramm da und wartete, sein Gesicht ausdruckslos, seine Augen kühl auf die Stirn des Colonels gerichtet. Beth schob ein paar Papiere auf seinem Schreibtisch umher und sprach dann langsam.

„Bevor wir anfangen, möchte ich, daß Sie etwas verstehen, Commander.“

„Ja, Sir.“

„Sie stehen nicht vor Gericht. Dies ist kein Kriegsgericht. Es gibt keine Anklagen gegen Sie. Ist das klar?“

„Ja, Sir.“

Die blassen Augen des Colonels schafften es, Roki ins Gesicht zu sehen, ohne Verachtung zu zeigen. „Diese Untersuchung ist für das Protokoll und für die Öffentlichkeit. Der Vorfall ist bereits untersucht worden, wie Sie wissen. Aber die Leute sind erregt, und wir müssen irgendeine Show liefern.“

„Ich verstehe, Sir.“

„Dann lassen Sie uns beginnen. Dela, notieren Sie bitte.“ Der Colonel warf einen Blick auf die Notizen vor ihm. „Space Commander Roki, wollen Sie uns bitte in Ihren eigenen Worten erzählen, was während des Patrouillenflugs Einundsechzig am Viertag des Sechsmonats, Jahr siebenundachtzig, geschah?“

Es gab ein kurzes Schweigen. Das Mädchen starrte Rokis Nacken an, als wollte sie ihn mit einem Beil angreifen. Rokis schmales Gesicht war eine wächserne Maske, als er seine Worte formulierte. Seine Worte kamen ruhig und klar wie eine Glocke.

„Der Flug war eine Zufallspatrouille. Wir starteten um dreizehn Uhr Universaler Patrouillenzeit von Jod VII, schalteten den Super-C-Antrieb ein und drangen zur zehntausendsten Schicht der C-Komponente vor. Wir traten am äußeren Patrouillenradius bei sechsunddreißig Grad Theta und zweihundert Grad Psi wieder in das Kontinuum ein. Mein Navigator würfelte, um einen Zufallskurs zu wählen. Wir sollten zu einem Punkt auf derselben Koordinatenhülle bei dreißig Theta und einundfünfzig Psi weiterfliegen. Wir begannen –“

Der Colonel unterbrach. „Wußten Sie zu dieser Zeit, daß ihr Kurs jenen des Hilfsschiffs schneiden würde?“

Das Mädchen schaute wieder auf. Roki zuckte bei der Frage nicht zusammen. „Ich wußte es, Sir.“

„Fahren Sie fort.“

„Wir flogen entlang des zufällig ausgewählten Kurses, bis die Warpdetektoren uns vor einem Schiff warnten. Als wir in Reichweite kamen, wies ich den Ingenieur an, auf einen Parallelkurs zu gehen und die Automatik aufzuschalten, um uns parallel zu halten. Als das bewerkstelligt war, rief ich den unbekannten Frachter mit der Standardaufforderung an.“

„Sie sahen seine Insignien?“

„Ja, Sir. Den gelben Stern der Barmherzigkeit.“

„Machen Sie weiter. Beantworteten sie Ihre Aufforderung?“

„Ja, Sir. Die entschlüsselte Antwort lautete: Hilfsschiff Sol-G-6, Abflugsort Sol III, Zielort Jod-VI, Fracht Notlieferung von chirurgischem Transplantationsmaterial, Anforderung A-4-J des Sechzig-Sterne-Verbands.“

Beth nickte und beobachtete Roki mit klinischer Neugier. „Sie wußten von der Katastrophe auf Jod-VI? Daß einundzwanzigtausend Opfer in Kühlkammern auf jene Lieferung warteten?“

„Ja, Sir. Es tut mir leid, daß sie starben.“

„Fahren Sie mit Ihrem Bericht fort.“

„Ich befahl dem Navigator, noch einmal zu würfeln, um zu bestimmen, ob der Frachter zwecks Zufallsinspektion der Fracht geentert werden sollte. Er warf eine Zwölf: die Ja-Zahl. Ich rief den Frachter wieder an und befahl, daß die äußeren Schleusen geöffnet würden. Er unterließ es, zu antworten oder in irgendeiner Weise zu reagieren.“

„Einen Moment. Sie erklärten den Grund für die Enterung? Sol liegt am äußeren Rand der Galaxis. Es gehört zu keinem Sternverband. Primitiver Ort – oder zurückentwickelt. Sie würden unsere Gepflogenheiten nicht verstehen.“

„Ich berücksichtigte das, Sir“, fuhr Roki mit kaltem Gesicht fort. „Ich erläuterte die Situation, las ihnen sogar Auszüge aus unseren Patrouillenvorschriften vor. Sie bestätigten nicht. Ich dachte, sie seien vielleicht außer Kontakt, daher ließ ich ihnen die Nachricht mittels Blinkzeichen widerholen. Ich weiß, daß sie sie erhielten, denn der Blinker-Operator bestätigte die Nachricht. Brachte sie offenbar zu seinen Vorgesetzten. Anscheinend sagten sie ihm, er solle uns ignorieren, denn als wir wieder blinkten, bestätigte er nicht. Ich versuchte dann, längsseits zu gehen und uns mit Magnetgreifern an ihrem Rumpf festzuhalten.

„Sie widersetzten sich?“

„Ja, Sir. Sie versuchten wegzuziehen, indem sie auf eine höhere C-Ebene gingen. Unser Warp war bereits bei sechstausend C. Die Massekomponenten unseres Sternverbands waren auf dieser Ebene bloß eine zusammenfallende Gaswolke. Natürlich zerrten sie uns mit unserer automatischen Folgeeinrichtung bloß mit sich, kamen zum Stillstand und stürzten sich in die Gegenrichtung. Sie zogen uns auf die Viertel-C-Ebene hinunter; der Großteil der Galaxis war im Stadium des Roten Zwergsterns. Ich nahm an, daß sie erkannten, daß sie so nicht von uns wegkommen konnten. Sie kehrten wieder zu einem vernünftigen Warp zurück und setzten ihren vorherigen Kurs fort.“

„Und Sie taten was?“

„Wir warnten sie mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln, lasen ihnen die Standardwarnung vor.“

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Ins Herz des Kometen

Von Arthur Charles Clarke, übersetzt von Deep Roots (ursprünglich veröffentlicht auf „As der Schwerter“). Das Original „Into the Comet“ erschien 1960 bei Fantasy & Science Fiction.

„Ich weiß nicht, warum ich dies aufzeichne“, sagte George Takeo Pickett langsam in das schwebende Mikrofon. „Es besteht keine Chance, daß irgend jemand es jemals hören wird. Sie sagen, daß der Komet uns in etwa zwei Millionen Jahren wieder in die Nähe der Erde bringen wird, wenn er seine nächste Runde um die Sonne macht. Ich frage mich, ob die Menschheit dann noch immer existieren wird, und ob der Komet unseren Nachkommen so ein gutes Schauspiel bieten wird, wie er es für uns tat? Vielleicht werden sie eine Expedition starten, so wie wir es getan haben, um zu sehen, was es zu finden gibt. Und sie werden uns finden…

Denn das Schiff wird immer noch in perfektem Zustand sein, selbst nach all diesen Zeitaltern. Es wird Treibstoff in den Tanks sein, vielleicht sogar reichlich Luft, denn unsere Nahrung wird als erstes ausgehen, und wir werden verhungern, bevor wir ersticken. Aber ich schätze, wir werden nicht darauf warten; es wird schneller gehen, die Luftschleuse zu öffnen und es hinter uns zu bringen.

Als ich ein Junge war, las ich ein Buch über eine Polarexpedition mit dem Titel Winter Amid the Ice. Nun, das steht uns jetzt bevor. Rund um uns gibt es Eis, das in großen, porösen Eisbergen schwebt. Die Challenger befindet sich in der Mitte eines Schwarms, wo sie so langsam umeinander kreisen, daß man mehrere Minuten warten muß, bevor man sicher ist, daß sie sich bewegt haben. Aber keine Expedition zu den Polen der Erde hatte es je mit unserem Winter zu tun. Während des Großteils dieser zwei Millionen Jahre wird die Temperatur zweihundertfünfundsechzig Grad unter Null betragen. Wir werden so weit von der Sonne entfernt sein, daß sie ungefähr so viel Wärme spenden wird wie die Sterne. Und wer hat jemals versucht, sich in einer kalten Winternacht die Hände am Sirius zu wärmen?“

Dieses absurde Bild, das ihm plötzlich in den Sinn kam, führte dazu, daß er völlig am Boden war. Er konnte nicht sprechen wegen der Erinnerung an Mondlicht auf schneebedeckten Feldern, an weihnachtliches Glockengeläut, das über einem Land erklang, das bereits fünfzig Millionen Meilen entfernt lag. Plötzlich weinte er wie ein Kind, seine Selbstbeherrschung war aufgelöst von der Erinnerung an all die vertrauten, mißachteten Schönheiten der Erde, die er für immer verloren hatte.

Und alles hatte so gut begonnen, in solch glanzvoller Aufregung und Abenteuer. Er konnte sich an das allererste Mal erinnern (war es erst sechs Monate her?), als er hinausgegangen war, um Ausschau nach dem Kometen zu halten, bald nachdem der achtzehnjährige Jimmy Randall ihn mit seinem selbstgebauten Teleskop gefunden und sein berühmtes Telegramm an das Mount-Stromlo-Observatorium geschickt hatte. In jenen frühen Tagen war er nur eine lichtschwache neblige Kaulquappe gewesen, die sich langsam durch das Sternbild Eridanus bewegte, gerade südlich des Äquators. Er war immer noch weit jenseits der Umlaufbahn des Mars und sauste auf seinem immens langgezogenen Orbit sonnenwärts. Als er das letzte Mal am Himmel der Erde geleuchtet hatte, gab es keine Menschen, die ihn gesehen hätten, und es würde vielleicht keine mehr geben, wenn er wieder erschien. Die menschliche Rasse sah Randalls Kometen das erste und vielleicht einzige Mal.

Als er sich der Sonne näherte, wuchs er und stieß Gasfahnen und Strahlen aus, von denen der kleinste größer war als hundert Erden. Wie ein großer Wimpel, der in einer kosmischen Brise wehte, war der Schweif des Kometen bereits vierzig Millionen Meilen lang, als er über die Umlaufbahn des Mars raste. Zu diesem Zeitpunkt erkannten die Astronomen, daß dies der spektakulärste Anblick werden könnte, der je am Himmel zu sehen war; das Schauspiel, das der Halley’sche Komet damals 1986 geboten hatte, würde nichts sein im Vergleich dazu. Und zu diesem Zeitpunkt entschieden die Administratoren des Internationalen Astrophysikalischen Jahrzehnts, ihm das Forschungsschiff Challenger hinterherzuschicken, falls es rechtzeitig ausgerüstet werden konnte; denn hier bot sich eine Chance, die vielleicht in tausend Jahren nicht wiederkommen würde.

Eine Woche nach der anderen breitete sich der Komet in den Stunden vor der Morgendämmerung wie eine zweite, aber viel hellere Milchstraße über den Himmel aus. Als er sich der Sonne näherte und wieder das Feuer spürte, das er nicht gekannt hatte, seit die Mammuts die Erde erschütterten, wurde er stetig aktiver. Stöße leuchtenden Gases brachen aus seinem Kern hervor und bildeten große Fächer, die sich wie langsam herumschwingende Scheinwerferstrahlen vor den Sternen drehten. Der Schweif, nun hundert Millionen Meilen lang, teilte sich in komplizierte Bänder und Fahnen, die ihre Muster im Laufe einer einzigen Nacht völlig veränderten. Immer wiesen sie von der Sonne weg, als ob sie von einem großen Wind getrieben wären, der für immer aus dem Herzen des Sonnensystems wehte.

Als er der Challenger zugeteilt worden war, konnte George Pickett sein Glück kaum glauben. Nichts dergleichen war irgendeinem Reporter seit William Laurence und der Atombombe geschehen. Daß er einen wissenschaftlichen Abschluß hatte, unverheiratet und gesund war, weniger als einhundertzwanzig Pfund wog und keinen Blinddarm mehr hatte, war zweifellos hilfreich gewesen. Aber es mußte viele andere gleichermaßen Qualifizierte gegeben haben; nun, ihr Neid würde sich bald in Erleichterung verwandeln.

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