Von der „Great Society“ zum Großen Verrat

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Von Andrei Kievsky, übersetzt von Deep Roots (ursprünglich für „As der Schwerter“). Das Original From the Great Society to the Great Betrayal erschien am 25. Januar 2011 auf Counter-Currents Publishing.

Lyndon Johnsons „Great Society” der 1960er quartierte Millionen von Schwarzen und Hispanics der Städte in großzügigen Wohnungen samt Wohlfahrtszahlungen ein. Vor der Great Society nahm niemand an, dauerhaft von Regierungszuwendungen leben zu können, außer vielleicht versehrte Veteranen.

Das Wohlfahrtssystem der Regierungen Johnson und Nixon, das während des Maximums der amerikanischen Ölproduktion (die US-Ölproduktion erreichte 1971 ihren Höhepunkt) und eines hohen Wohlstands eingerichtet wurde, den man für dauerhaft hielt, erzeugte Generationen nicht beschäftigungsfähigen Gesindels und förderte dessen stetiges demographisches Wachstum. Liberale soziale Wohlfahrt läuft auf eine geburtenfördernde Politik zugunsten von Leuten hinaus, die keinen Job behalten können!

Wir können annehmen, daß es der Zweck der städtischen Wohlfahrtsprogramme war, die Demokratie durch „Stimmenkauf“ zu unterwandern. Als ich im „Harbor Point“-Komplex in Dorchester, Massachusetts lebte, gleich außerhalb von Boston, zahlte ich eine Monatsmiete von 1.300 Dollar. Meine schwarzen und hispanischen Nachbarn, von denen viele erst seit kurzem aus einem tragfähigeren, ländlichen Leben in Mittelamerika eingewandert waren, zahlten nichts. Ihre Miete wurde subventioniert, sodaß sie nur für 30 % des „Marktbetrages“ (der 1.300 Dollar, die ich zahlte) verantwortlich waren, und andere Programme deckten diesen Restbetrag ab. Also arbeitete niemand von ihnen! Hunderte arbeitsfähiger Erwachsener, die zwei U-Bahn-Haltestellen von der Bostoner Innenstadt entfernt lebten, hingen einfach herum und nahmen erstklassigen Immobilienraum ein, während vorstädtische Weiße zwei Stunden in jede Richtung durch Verkehrsstaus zur Arbeit pendeln mußten und hohe Hypotheken und hohe Steuern für die Einwohner von Dorchester zahlten. Ich weiß das, denn ich pendelte früher von Dorchester zu einem Hightech-Job in Waltham, und ich brauchte 1,5 bis 2 Stunden für 20 Meilen.

Ich hatte einen Nachbarn aus Mittelamerika, der 1974 in die Vereinigten Staaten gekommen war und „das System zu melken“ wußte. Er hatte nie einen bezahlten Job, aber er war einer der energischsten ehrenamtlichen Helfer der Demokratischen Partei. So sehr, daß er die Limousine von Al Gore fuhr, als dieser in Boston war. Er hatte vier Kinder. Wir hatten eine andere Familie, die aus Puerto Rico zuzog, als ich dort war (dies war 1989). Es war eine Mutter mit vier Kindern, eines davon in den 20ern, die keinen Job hatte. Die Mutter heiratete schließlich diesen Nachbarn, der für die Demokraten arbeitete. Nun hatte der Ehrenamtliche für die Demokraten ein sehr starkes Anti-Arbeitsethos, denn er wußte, daß man aus den großzügigen Wohlfahrtsprogrammen rausfliegen würde, wenn man Anzeichen von Arbeitsmarktfähigkeit zeigte. Der neu angekommenen Puertoricanerin fehlte dieses starke Anti-Arbeitsethos, und eines Tages beklagte sie sich mir gegenüber darüber, daß das Leben hart wäre, weil sie arm sei. Damals war gerade der Hightech-Boom auf seinem Höhepunkt, und Boston war natürlich ein Hightech-Zentrum. Es gab ein wahres Füllhorn von Hightech-Jobs bloße zwei U-Bahn-Stationen entfernt bei den vielen Finanzfirmen und Banken wie Price Waterhouse, State Street Bank, Bank of Boston und buchstäblich Hunderten mehr. Sie würden sehr bereitwillig eine braune Frau einstellen, besonders eine, die Computer reparieren konnte, angesichts dessen, daß dieses demographische Segment in der Informationstechnologie ziemlich unterrepräsentiert war.

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Offene Grenzen verursachten die COVID-19-Pandemie

Von Richard Houck, übersetzt von Lucifex. Das Original Open Borders Caused the COVID-19 Pandemic erschien am 19. März 2020 auf Counter-Currents Publishing.

Das Coronavirus oder COVID-19, das Virus, das seinen Ursprung in China hatte, ist nun über den Globus gefegt. Menschen sind krank, viele sind gestorben, es gibt weitverbreitete Panik, ganze Nationen sind stillgelegt worden, und das tägliche Leben ist zu diesem Zeitpunkt buchstäblich überall gestört worden.

Das Virus ist sowohl ansteckender als auch tödlicher als die gewöhnliche Grippe, obwohl es von manchen aufgrund überlappender Symptome mit der Grippe verglichen wird.[1]

COVID-19 trat erstmals in China irgendwann im November 2019 auf.[2] Eine Theorie zum Anfang des Virus besagt, daß es von einem chinesischen „wet market“ kam, wo lebende Tiere im Freien verkauft werden, einschließlich Hunde, Katzen, Fuchswelpen, Koalas, Fledermäuse und andere „meats“, die für Europäer unüblich sind. Ob diese Theorie sich als faktisch herausstellt oder nicht, bleibt noch abzuwarten. Jedoch sollten ungeachtet dessen, wo das Virus seinen Ursprung hatte, die barbarischen Praktiken des Hundefleischhandels, neben anderen, nicht ignoriert werden. Wenn schon sonst nichts bei der „wet market“-Theorie herauskommt, sollten wir verstehen, daß die Chinesen radikal fremde Menschen sind, die ihre Gebräuche nicht an der Grenze zurücklassen, wenn sie in Europa oder in den Vereinigten Staaten ankommen. Haustiere sind in zahllosen Fällen auf diesen Freiluftmärkten gefunden worden; Kätzchen und Welpen mit Halsbändern und Namensschildern sind nicht ungewöhnlich.[3] Diese Praktiken sind zusammen mit anderen naturfeindlichen Barbareien wie das „shark-finning“ in ganz China, Korea, Japan und dem Rest Asiens häufig.[4] Dies ist nicht die Art von Menschen, die ich unter irgendwelchen Umständen als Nachbarn will.

Angesichts dessen haben die feindlichen Medien und in den Vereinigten Staaten und Europa lebende Diaspora-Asiaten diese Einstellung auf einer gewissen Ebene aufgegriffen. Es gab bei vielen Menschen allgemeine Abscheu über die Enthüllung der Arten von „Nahrungsmitteln“, die die Chinesen und andere aßen, zusammen mit den entsetzlichen Methoden der Zubereitung der „Nahrungsmittel“, wie das Häuten und Kochen von Hunden und Katzen bei lebendigem Leib. Dann gab es legitime Beispiele von frühem „social distancing“ in öffentlichen Verkehrsmitteln, die Asiaten bemerkten und übel nahmen. Einige der Meldungen aus den Mainstream-Medien:

„Ein neues Virus schürt alten Hass“, schrieb der chinesische Kolumnist Jeff Yang. „Quer durch das Internet haben wir weitverbreitete Ausbrüche von rassistischem Sündenbockverhalten gesehen, wo den Chinesen die Schuld an einer Krankheit gegeben wird, die bisher nur Chinesen getötet hat.“[5] Yangs Behauptung von Rassismus ist das, was andere einfache Beobachtung nennen würden. Wenn das Virus in China seinen Anfang hatte, warum sollten wir dann zu Beispiel den Iren „die Schuld zuschieben“? Warum sollten wir so tun, als hätte es nicht in China angefangen? Yang ersucht uns, die Realität zu verleugnen. Wenn unsere Nation von kompetenten Leuten geführt würde, hätten sie proaktiv sichergestellt, daß niemand aus China in die USA käme, ohne unter Quarantäne gestellt zu werden – oder noch besser, allen Verkehr von und nach China verboten.

Der vorhersehbare Blogartikel der ADL mit dem Titel „Extremists Use Coronavirus to Advance Racist, Conspiratorial Agendas“ ließ die Leser wissen, daß das wahre Problem nicht ein sich schnell ausbreitender Krankheitserreger mit tödlichem Potential ist, sondern die Tatsache, daß Menschen im Internet nicht schmeichelhafte Dinge sagen.[6]

„Furcht vor dem Coronavirus befeuert rassistische Einstellungen, die auf Asiaten abzielen“, titelt die wahrhaft erschütternde Geschichte eines zufällig ausgewählten Asiaten in der LA Times: „Ich weiß nicht, ob die Leute mich nur ansehe, weil ich huste, oder ob sie, weil ich ein hustender Asiate bin, denken, daß ich das Coronavirus haben könnte… Ich habe das Gefühl, daß die Menschen sich jedesmal unwohl fühlen werden, wenn ich huste. Ich sollte mich nicht so fühlen müssen.“ Oh, du fühlst dich ein wenig unwohl und solltest nicht so leben müssen? Das ist komisch, ich habe das Gefühl, daß mein ganzes Leben nicht auf den Kopf gestellt werden sollte und die Leben meiner alten Familienmitglieder nicht bedroht sein sollten, weil du und deine Volksgenossen einen globalen Krankheitserreger übertragt. Ich stimme zu, daß wir nicht so leben müssen sollten.

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Wie COVID-19 den Westen auf die Probe stellen wird

Von Dr. Andrew Joyce, übersetzt von Lucifex. Das Original How COVID-19 Will Test the West erschien am 21. März 2020 auf The Occidental Observer.

„Wenn der Ärger kommt, wenn man ihn am wenigsten erwartet, dann sollte man ihn vielleicht immer erwarten.“

Cormac McCarthy, The Road

Zum jetzigen Zeitpunkt über COVID-19 zu schreiben, ist eine entmutigende Aufgabe, nachdem die Situation sich so schnell und an so vielen verschiedenen Orten entwickelt. In diesem Artikel enthaltene Informationen könnten durch umformende Ereignisse gründlich überholt sein, bis er veröffentlicht wird, oder sogar bis ich ihn fertigstelle und auf „Speichern“ klicke. Es gibt zur Zeit auch eine Schwemme von Informationen online, manches davon verläßlich und faszinierend, und manches davon irreführend und kontraproduktiv. Überall gibt es eine Mischung aus wachsender Besorgnis, aufeinanderprallenden Meinungen und ausgesprochener Verwirrung. Falls die interaktive Karte des Johns Hopkins Coronavirus Resource Center stimmt, dann gibt es gegenwärtig weltweit 284.566 Fälle von COVID-19, eine wachsende Zahl. Die „wahre“ Zahl der Infektionen, in der Virusträger ohne Symptome enthalten sind, wird viel höher sein. Ab 24. Februar entstand eine sich beschleunigende Zahl von neuen Übertragungen außerhalb Chinas, vorwiegend in Italien, wo es gegenwärtig über 47.021 Fälle gibt. Zu der Zeit, wo ich dies schreibe, erleben Frankreich und Deutschland ebenfalls schnelle Zunahmen der betroffenen Personen, die zusammengenommen über 33.000 Fälle ausmachen, und Spanien steht mit über 25.364 vor einer nationalen Sperrung. Fast jedes europäische Land ist jetzt betroffen, und COVID-19 breitet sich nun in den Vereinigten Staaten, in Kanada, Südafrika, Neuseeland und Australien aus. Wie wird es den Westen auf die Probe stellen?

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Drei Kurze bitte! Zielballistik von Taschenrevolvern in .38 Special und .357 Magnum

Klein, aber oho: Taschenrevolver, wie sie in unseren Breitengraden gerne im Jagdbetrieb für den Fangschuß genutzt werden, können mit entsprechenden Laborierungen trotz kurzer Lauflänge noch einiges leisten. Wir testeten 14 Munitionssorten aus dem neuen Ruger LCR sowie den Smith & Wesson M60 Chiefs Special in zwei Lauflängen.

Von Tino Schmidt & Stefan Perey, aus caliber 3-2013.

Flache Subkompaktpistolen sind heutzutage die moderne Konkurrenz des einst so dominierenden Taschenrevolvers. Dennoch hat die klassische „Stupsnase“ (Snubnose; Snubbie) immer noch eine treue Anhängerschaft. Hinsichtlich des Führens sind die Minimalabmessungen zwar äußerst praktisch, doch in Sachen Ballistik kommt der kurze Lauf auch schnell an seine Grenzen. Wir führten zielballistische Untersuchungen durch und liefern wertvolle Laborierungstipps.

Man könnte annehmen, die Tage des Taschenrevolvers als Verteidigungs- oder Fangschusswaffe seien weltweit schon lange gezählt. Denn die Vorteile der Subkompakt- und Kompaktpistolen ab Kaliber 9 mm Luger – wie beispielsweise Glock 26, Heckler & Koch P2000 SK, Kahr Arms PM9094, SIG Sauer P239 oder Walther PPS – überwiegen deutlich. Sie sind oftmals leichter, schmaler und in der Feuerkraft überlegen, weisen sie doch Magazinkapazitäten von 8 bis 10 Patronen auf, wohingegen der Taschenrevolver typischerweise eine Trommel für fünf Patronen besitzt. In der Praxis dürfte auch der Nachladevorgang durch Magazinwechsel bei der Pistole weitaus schneller als beim Revolver mit Ladeclips oder Speedloadern vonstatten gehen. Zudem bieten namhafte Hersteller ausgereifte, höchst funktionssichere Modelle an, was wiederum den Verfechtern des Revolvers mit seiner angeblich absoluten Funktionszuverlässigkeit etwas den Wind aus den Segeln nimmt, denn auch bei ihm können Funktionskleinteile brechen, was unweigerlich zum Totalausfall führt.

Gib mir Fünf! Durch die Trommel mit fünf Lagern reduziert sich im Gegensatz zum Sixshooter der Durchmesser. So kann der Taschenrevolver besser verdeckt geführt werden, wie hier in diesem von COP (www.cop-gmbh.de) zur Verfügung gestellten „Inside the Waistband“ (IWB) Holster.

Auf der Habenseite des Revolvers steht aber sicherlich, dass er in seiner Funktionssicherheit sehr munitionsunabhängig ist, weil er rein mechanisch mit der Kraft des Zeigefingers des Schützen arbeitet und nicht auf den Gas- oder Arbeitsdruck der Patrone angewiesen ist. Andererseits: Sitzt ein Zünder ohne Zündmasse oder verkehrt herum in der Glocke des Hülsenbodens, dann macht es bei beiden Waffensystemen nur „klick“ anstatt „bumm!“ Beim Revolver muß dann nur weiter der Abzug bedient werden, um die Trommel und damit ein neues Patronenlager mit frischer Patrone vor den Laufeingang zu transportieren. Bei einer Pistole mit Spannabzug kann über die Abzugsbetätigung ein erneuter Zündversuch der schadhaften Patrone erfolgen, ansonsten muß aber die Patrone herausrepetiert werden, um eine frische Patrone aus dem Magazin in das Patronenlager zu befördern.

Zum Führen eines Smith & Wesson J-Rahmen-Revolvers eignen sich auch die passgenau gearbeiteten Galco-Gürtelholster (www.waimex.com).

Ein Revolver kann im extremen Nahbereich auch als Kontaktwaffe genutzt werden, denn das Aufsetzen der Mündung beeinflusst nicht die Funktion. Bei den meisten Pistolen wird hingegen der Verschluss unter Umständen mehr oder weniger zurückgeschoben, und damit der Lauf eventuell aus der Verriegelung gedrückt, so dass keine Schussauslösung mehr erfolgen kann. Ergreift ein Gegenüber den Verschluss der Pistole, kann man sie dennoch erneut abfeuern. Packt ein Kontrahent aber den Zylinder des Revolvers, wird die Trommel blockiert und eine nochmalige Schussabgabe vereitelt. Zugegeben, hier handelt es sich um „ECQB“ oder „ECQC“ (Extreme Close Quarter Battle; Extreme Close Quarter Combat) Grenzbereiche des Schusswaffeneinsatzes, allerdings sollten sie dennoch einmal thematisiert werden.

Exotisch: Wadenholster, wie hier das Bianchi-Modell „Triad Ankle Holster“ (www.cop-gmbh.de) sind nicht gerade populär.

Alte und neue Welt

Historisch betrachtet ist Europa – und hier vor allem der deutschsprachige Raum – die Wiege der Selbstladepistole, während Nordamerika unter anderem mit dem Colt Single Action Army Revolver von 1873 – auch als „Peacemaker“ oder „Equalmaker“ bekannt – erobert und besiedelt wurde. Dieser Tradition folgend, war der modernere Spannabzugsrevolver noch bis Mitte der 1980er Jahre die bevorzugte Dienstwaffe bei der Polizei in den USA. Somit ist der Revolver gerade in den Vereinigten Staaten immer noch sehr populär auf dem Zivilmarkt, und man entdeckt ihn auch im 21. Jahrhundert in den Holstern oder Handtaschen gesetzestreuer Bürger(innen), die eine Schusswaffe zum Eigenschutz führen dürfen. Exakt aus diesem Grunde versucht die US-Industrie, den Revolver immer weiter zu entwickeln und vorhandene Nachteile soweit wie möglich zu reduzieren oder zu eliminieren. Gegenüber der moderneren Subkompaktpistole mit Polymergriffstück ist das vergleichsweise hohe Eigengewicht des Revolvers mit seinen stählernen Hauptbauteilen ein Minuspunkt. Zwar brachte „der“ traditionsreiche Revolverhersteller Smith & Wesson schon 1952 die legendären J-Frame-Fiveshooter in einer „Airlite“-Version mit Aluminiumrahmen heraus, die aber nur für die relativ leistungsschwache .38 Special eingerichtet waren und im Dauergebrauch nicht mit der Stabilität der Stahlrahmenkollegen konkurrieren konnten.

Taschenrevolver mit verdecktem oder innenliegendem Hammer in klassischer „Bodyguard“- oder „Centennial“-Bauweise – hier ein moderner S&W M340 Airlite SC mit Scandium-Rahmen und Titantrommel in .357 Magnum – können im Fall der Fälle auch direkt aus der Jackentasche abgefeuert werden, ohne dass das Innenfutter die Funktion behindern könnte. (Anm. v. Cernunnos: siehe auch Der Schuss durch die Tasche von Peter Ernst Grimm und Hans-Jörg Signer.)

Nimm es leicht

Erst gegen Ende der 1990er Jahre kam dann noch einmal Bewegung ins Spiel, denn Taurus und Smith & Wesson brachten Revolver mit Rahmen und Laufmänteln aus Titanlegierung oder Scandium heraus, die mit leichtem Gewicht bei gleichzeitig hoher Festigkeit auftrumpfen konnten. Weil aber die Rohstoffpreise für solcherart Ausgangsmaterialien auf dem Weltmarkt und somit auch die Waffenpreise stetig steigen, wagte der aktuelle Smith & Wesson-Erzrivale Ruger (früher war es mal Colt) mit dem Ruger LCR (Lightweight Compact Revolver) mit Polymergriffstück, Leichtmetallrahmen mit eingezogener, stählerner Laufseele und auf das Nötigste abgespeckter Stahltrommel einen sehr gelungenen Vorstoß in diesem Marktbereich. Neben der Urversion im Kaliber .38 Special+P steht mittlerweile auch eine leistungsstärkere Ruger LCR-Version in .357 Magnum zur Verfügung.

Drei Taschenraketen

Unsere Erprobung zielt primär auf die richtige Laborierungsauswahl in .38 Special und .357 Magnum ab. Daher wählten wir für unsere Testreihen zwei stahlharte Klassiker in Gestalt des Smith & Wesson J-Rahmen-Revolvers M60 „Chiefs Special“ in .357 Magnum mit Lauflängen von 2 1/8“ (54 mm) und 3“ (76 mm) aus, um Unterschiede in der Mündungsgeschwindigkeit und Präzision aufzeigen zu können. Hinzu gesellte sich der moderne, brandaktuelle Ruger LCR in .357 Magnum mit noch kürzerer Lauflänge von 1,875“ (48 mm). Das leichte Gewicht von gerade einmal 495 Gramm des LCR hat auch eine Kehrseite, die sich im Schuss sehr unangenehm bemerkbar macht. Denn der Rückstoß ist je nach Laborierung schon echt heftig. Dass die Kombination aus leichter Waffe und damit einhergehender hoher Rückstoßgeschwindigkeit auch auf das Material geht, konnten wir deutlich anhand unserer Ransom Rest Schießmaschine feststellen. Eine der drei Stangen, welche die Spannbacken aufnehmen, brach während des Tests radial ab!

Die kurzen Läufe sorgen für Mündungsgeschwindigkeitsverlust, je nach Laborierung starkes, in der Dunkelheit blendendes Mündungsfeuer sowie reichlich Mündungsgasdruck. Einige Munitionshersteller haben darauf reagiert und bieten spezielle Laborierungen an, die auf kurze Lauflängen ausgelegt sind, wofür die Speer Gold Dot Short Barrel ein gutes Beispiel ist. Bei solcherart Laborierungen wird nicht einfach an Treibladungsmittel gespart, sondern vielmehr geht es hier um die Feinabstimmung im Chemielabor, um schnellere, mit geringerem Mündungsfeuer ausgestattete Pulversorten sowie um Geschosskonstruktionen, die auch bei verminderten Mündungsgeschwindigkeiten ansprechen und ein sicheres Aufpilzverhalten aufweisen sollen. Vom ATK Ballistikseminar in Schweinfurt haben wir als Weisheit mitnehmen dürfen, dass bei Laborierungen, die nicht explizit für kurzläufige Waffen und geringere Mündungsgeschwindigkeit ausgelegt sind, schwerere Geschosse die bessere Wahl darstellen. Das steht zuerst einmal im Widerspruch, denn gerade diese Geschosse brauchen aufgrund ihrer Massenträgheit entsprechende Lauflänge, um auf Geschwindigkeit zu kommen. Allerdings sind diese schwereren Geschosse auf ein Aufpilzverhalten bei niedrigeren Geschossgeschwindigkeiten ausgelegt, leichtere Geschosse entsprechend auf höhere Geschwindigkeiten. Weil der Zielwiderstand – also die Kraft, die beim Auftreffen des Geschosses auf das Zielmedium gegen die Flugrichtung einwirkt – im Quadrat zur Geschwindigkeit steigt, kann man sich leicht ausmalen, welche Lücke hier bei geringer Geschwindigkeit in Kombination mit leichteren Geschossen entsteht. Aus diesem Grunde hielt bei uns auch die Remington .357 Magnum mit 180 Grains Teilmantel-Hohlspitzgeschoss Einzug in die Testreihen – übrigens mit erstaunlichem Resultat, doch dazu später mehr.

.38 Special vs. .357 Magnum

Wer sich eine Stupsnase zulegen möchte, ist gut damit beraten, schon alleine aufgrund der verwendbaren Munition auf das Kaliber .357 Magnum zu setzen, denn bekanntlich können aus einem Revolver, der für die längere Patrone eingerichtet ist, auch alle .38-Special-Laborierungen verschossen werden. Wer noch einen klassischen .38er besitzt, der muss aus der Not eine Tugend machen. Zwar bleiben selbst die .38 Special +P-Laborierungen in der Leistung weit hinter der .357 Magnum zurück, dennoch ist bei richtiger Geschossauswahl eine brauchbare Zielballistik zu realisieren. Frühe, wirksame .38-Special-Laborierungen weisen beispielsweise ein 158 Grains Blei-Semiwadcutter-Hohlspitzgeschoss aus Weichblei auf, das mit rund 230 bis 250 m/s den Lauf verlässt, doch gerade der Einzug von Munition mit Mantelgeschossen aus widerstandsfähigem Material schafft hier gelegentlich Probleme im Aufpilzverhalten. Ein Revolver in .357 Magnum bietet hier wiederum den Vorteil, dass sich aus ihm auch handelsübliche Munition mit Geschossgewichten über 158 Grains verwenden lässt, die in .38-Special-Laborierung nicht zu finden ist.

Geschosse, die sich gewaschen haben

Die Speer Gold Dot .38 Special +P mit dem ungewöhnlichen Geschossgewicht von 135 Grains (8,75 Gramm) machte den Anfang bei unserem Seifentestbeschuss. Diesmal arbeiteten wir mit der transparenten ballistischen Seife der Firma Enzian (www.enzian-seifen.de), die auch Hochgeschwindigkeitsaufnahmen zuläßt, die sonst nur mit Gelatineblöcken möglich sind.

Wie bei allen nachfolgenden Beschussversuchen diente uns hier der S&W M60 mit 2 1/8“-Lauf, der mit seiner Lauflänge den klassischen Taschenrevolver darstellt, als Testwaffe. Das 135-Grains-Geschoss drang mit knapp 270 m/s in den Block ein und expandierte sehr gleichmäßig auf einen mittleren Durchmesser von 15,8 Millimeter. Dabei erreichte es 180 Millimeter Eindringtiefe bei 100 % Restgewicht. Mehr lässt sich aber auch bei lediglich rund 313 Joule Energie nicht erwarten, was leistungsmäßig im Bereich einer 9 mm kurz angesiedelt ist.

Als nächstes folgte dann die Speer Gold Dot .357 Magnum Short Barrel mit identischem Geschossgewicht. Das galvanisch verkupferte Geschoss pilzte mit 310 m/s etwas ungleichmäßig bei einem mittleren Durchmesser von 13,2 Millimeter und ebenfalls 100 % Restgewicht auf. Die Eindringtiefe lag hier schon bei 230 Millimeter, mehr war vermutlich durch die zwei abstehenden Fahnen nicht möglich, die für eine geringere Eindringtiefe sorgten.

Bei der zum Abschluss der Zielmedientests noch folgenden Remington 180 Grains JHP TC Fabrikmunition wurde sicherheitshalber ein zweiter Block hinter dem ersten positioniert, was sich als weiser Entschluß herausstellen sollte. Das auf einen mittleren Durchmesser von 16,2 Millimeter aufgepilzte Projektil durchschlug den vorderen Block komplett und drang noch zwanzig Millimeter in den zweiten Block ein, was insgesamt 320 Millimeter Eindringtiefe bedeutete. Zwar ist diese Laborierung recht herzhaft im Rückstoß, aber immer noch angenehmer als so manch giftige 125-Grains-Laborierung. Feuer und Gasdruck an der Mündung halten sich noch in Grenzen, weshalb diese Laborierung unserer Ansicht nach als ein echter Geheimtipp in Sachen Zielballistik gehandelt werden kann.

Die Kehrseite der geborgenen Geschosse (von links): Speer Gold Dot .357 Magnum mit 135 Grains Short Barrel, Remington .357 Magnum mit 180 Grains Teilmantel-Hohlspitz und Speer Gold Dot .38 Special mit 135 Grains Short Barrel.

Von der Vorderseite lässt sich sehr gut das nahezu kreisrunde Aufpilzverhalten des Remington 180 Grains Teilmantel Hohlspitzgeschosses erkennen.

Von der Leistungsfähigkeit der 180-Grains-Fabrikmunition beflügelt, zogen wir auch noch mit zwei Handladungen mit dem Remington 180 Grains Teilmantel-Hohlspitzgeschoss sowie dem gleichschweren Hornady XTP (Extreme Terminal Performance) auf den Schießstand. Wegen der kurzen Lauflängen setzten wir auf das offensiv abbrennende Hogdon Titegroup. Leider konnte mit der Maximalladung für dieses Pulver nicht an die Mündungsgeschwindigkeit der Remington-Fabrikpatrone angeknüpft werden, weshalb wir den Handladern hier das nächst langsamere Pulver in Form des Hogdon HP 38 empfehlen möchten, mit dem sich etwas mehr Mündungsgeschwindigkeit erzielen lassen dürfte. Insgesamt testeten wir 14 Munitionssorten, 6 Laborierungen in .38 Special und 8 Laborierungen in .357 Magnum, aus allen drei Revolvern auf Geschwindigkeit, Energie und Präzision. Die umfangreichen Daten können der übersichtlichen Ballistiktabelle entnommen werden.

caliber-Fazit

Bei Revolvern mit einer Lauflänge unter 4“ (102 mm) macht die akribische Laborierungsauswahl mehr als Sinn, denn ansonsten kann es vorkommen, dass die Geschosse der verwendeten Munition nur unzureichend oder gar nicht deformieren und somit dann wie Vollmantelprojektile wirken. Der Test zeigt aber auch, dass es wirksame Laborierungen im moderaten Kaliber .38 Special gibt, auch wenn man grundsätzlich der leistungsstärkeren und eine größere Bandbreite abdeckenden .357 Magnum den Vorzug geben sollte. In unseren Breitengraden dürfte der Revolver vor allem in den Händen von Jägern als Fangschuß- und Jagdschutzwaffe zu finden sein. Was auch immer der Einsatzzweck sein mag, wer nach maximaler terminalballistischer Leistung und Eindringtiefe strebt, für den führt kein Weg an Munition mit schwereren Geschossen, wie zum Beispiel die Remington 180 Grains Teilmantel-Hohlspitz, vorbei.

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Coronakrisen-Taverne…

MORGENWACHT

…für die Fortsetzung der Diskussion, die Luftpost in diesem Kommentar in der Tavernenrunde 11 begonnen und hier in der Tavernenrunde 2020-1 fortgesetzt hat.

Hatte ich – wie in diesem Kommentar vom 1. Februar 2020 geäußert – eine globale Covid-19-Pandemie damals noch für unwahrscheinlich gehalten, so ist diese nun doch Wirklichkeit geworden, und seit heute sind sind in Österreich Maßnahmen in Kraft, die ich so nicht erwartet hätte.

Ich halte es nach wie vor für unwahrscheinlich, daß Covid-19 ein vom JNWO-System absichtlich in Umlauf gebrachter Krankheitserreger ist, denn ein wesentlicher Grund dafür, daß biologische Kampfmittel im gesamten 20. Jahrhundert nie eingesetzt wurden, obwohl viele Mächte diesbezüglich Forschung und Produktion betrieben haben, ist die Schwierigkeit, deren Wirkungsbereich auf den Feind einzugrenzen. Anders als chemische Gifte und selbst radioaktiver Atomwaffenfallout werden Krankheitserreger nach der Freisetzung nicht zwangsläufig immer weniger, sondern können sich in menschlichen Wirten vermehren und von diesen weit über das…

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Lagerfeuer richtig: Die zündende Idee

Aus GEO August 2015: „Kuriose Forschung – Die zündende Idee“

Adrian Bejan, Materialforscher an der Duke University in Durham, North Carolina, hat den perfekten Bauplan für ein Lagerfeuer berechnet.

GEO: Prof. Bejan, wie sieht Ihrem Modell zufolge das ideale Feuer aus?

So, wie Sie ein Grill- oder Kaminfeuer wahrscheinlich ohnehin aufbauen: Es brennt dann am besten, wenn der Stapel aus Holz oder Kohle ungefähr so hoch reicht, wie sein Durchmesser am Boden weit ist. Ein solches Feuer erreicht die höchste Temperatur für eine gegebene Menge Brennstoff.

Warum ist das so?

Ein Feuer ist ein poröses Medium voller heißer Gase. Sie steigen im Inneren des Holz- oder Kohlestapels nach oben und hinterlassen dabei ein partielles Vakuum. Dieses saugt neue Luft von den Seiten des Feuers an und hält es in Gang. Je höher der Stapel, desto besser entweichen die heißen Gase nach oben. Ein zu flacher, pfannkuchenartiger Aufbau erzeugt zu wenig Unterdruck, um die optimale Menge Luft anzusaugen. Eine zu hohe, säulenartige Konstruktion wiederum erzeugt so viel Unterdruck, dass die angesaugte Luft das Brennmaterial auskühlt. Das ideale Verhältnis beträgt ungefähr eins zu eins.

Und das hat noch niemand erforscht?

Es sind ja oft die einfachen Fragen, die schwer zu entdecken sind. Ich finde es aber keineswegs banal, dass Menschen seit Tausenden von Jahren gleichsam intuitiv ideale Feuer aufbauen. Ich sehe hier ein Naturgesetz am Werk, das ich „Konstruktionsgesetz“ genannt habe: Demnach formt die Natur, ob belebt oder nicht, mit der Zeit immer solche Systeme aus, die einen idealen Durchfluss von Strömungen erlauben – in diesem Fall Luftströmungen. Und gute Feuer zu bauen hat es wiederum dem Menschen erleichtert, sich über den Planeten zu verbreiten.

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Frank Herberts „Dune – Der Wüstenplanet“, richtig gelesen

Ornithopter, die in „Dune“ verwendeten Schlagflügelflugzeuge, fliegen durch einen Einschnitt im Schildwall in die offene Wüste von Arrakis hinaus.

Von Lucifex (Original hier), unter Verwendung von Zitaten aus „Dune“ und aus Greg Johnsons Artikel dazu sowie zweier Videos aus David Lynchs Dune-Verfilmung. Die Bilder sind – mit Ausnahme der Karten – Illustrationen von John Schoenherr zu „Dune“.

„Das Fazit der Dune-Trilogie ist: nehmt euch vor Helden in Acht. [Es ist] viel besser, sich auf sein eigenes Urteil und auf seine eigenen Fehler zu stützen.“ („The bottom line of the Dune trilogy is: beware of heroes. Much better [to] rely on your own judgment, and your own mistakes.“

Frank Herbert, 1979.

Dune zielte auf diese ganze Idee vom unfehlbaren Führer ab, denn meine Sicht auf die Geschichte sagt, daß Fehler, die von einem Führer (oder im Namen eines Führers) gemacht werden, durch die Zahlen derer multipliziert werden, die ohne zu fragen folgen.“ („Dune was aimed at this whole idea of the infallible leader because my view of history says that mistakes made by a leader (or made in a leader’s name) are amplified by the numbers who follow without question.“

Frank Herbert, 1985.

Vor Kurzem habe ich Frank Herberts Science-Fiction-Roman „Dune“ („Der Wüstenplanet“) wieder einmal gelesen. Das Buch handelt ganz im Sinne dessen, was George R. R. Martin in Bat Durston, oder: Das Herz im Widerstreit über die Essenz guter Literatur geschrieben hat, von Liebe und Treue, von Ehre und Stolz versus Schändlichkeit, Intrigen und Verrat, von Mitleid und Grausamkeit, Leidenschaft und Opferbereitschaft und vom menschlichen Herz, das mit sich selbst im Widerstreit liegt. Aber es ist eines ganz bestimmt nicht: das Plädoyer für einen angeblich als Regierungsform überlegenen „archäofuturistischen“ Feudalismus, als den Greg Johnson es in Archeofuturist Fiction: Frank Herbert‘s Dune (deutsche Übersetzung hier) interpretiert hat.

Dies hat mich zu meiner eigenen vorliegenden Darstellung veranlaßt. Warnung 1: Darin werden Spoiler enthalten sein, aber das macht nicht allzu viel, da das Werk bei allen sonstigen Qualitäten die erzählerische Schwäche aufweist, selbst zu viel vorab zu verraten: Der Hauptschurke Baron Harkonnen erklärt in Besprechungen mit seinen Leuten und in seinen privaten Gedanken immer wieder, was er vorhat und wie er Dr. Yueh, den Arzt der Familie Atreides, zum Verrat erpreßt hat, und Yueh bestätigt das selbst in seinen gewissensgeplagten Gedanken, sodaß für den Leser nur noch die Einzelheiten neu sind, wenn der Angriff tatsächlich stattfindet. Und am Beginn jedes Kapitels steht ein Zitat aus einer der Schriften der Imperatorstochter Irulan, die darin in offenbarer Unkenntnis des Begriffs „Spoileralarm“ erkennen läßt, was später geschehen wird. Wer dennoch Spoilern ausweichen möchte, überfliegt am besten den Schluß der Inhaltszusammenfassung und scrollt zu „Interpretationen“ hinunter. Warnung 2: Für SF-Muggels wird dieser Artikel definitiv zu lang sein.

Der Kosmos von Dune

„Als mein Vater, der Padischah-Imperator, vom Tode Herzog Letos – und von der Art, auf die er umkam – unterrichtet wurde, bekam er einen Wutanfall, wie wir ihn bis dahin nie gekannt hatten. Er beschuldigte meine Mutter und die Organisation, der sie angehörte, ihm eingeredet zu haben, er müsse eine Bene Gesserit auf den Thron setzen. Er verwünschte die Gilde ebenso wie den tückischen alten Baron. Er verfluchte jeden, der sich in seiner unmittelbaren Nähe aufhielt und nahm nicht einmal mich davon aus und sagte, ich sei eine Hexe wie alle anderen. Als ich versuchte, ihn mit den Worten zu beruhigen, daß dies auf der Basis eines alten Gesetzes der Selbstverteidigung geschehen sei, dem auch die meisten früheren Herrscher ihre Zustimmung nicht versagt hätten, knurrte er mich an und fragte, ob ich ihn für einen Schwächling hielte. Ich verstand schließlich, daß sein Zorn nicht der Tatsache galt, daß Herzog Leto aus dem Leben geschieden war, sondern was dies für den Adel an sich – und sein Ansehen – bedeutete. Aus heutiger Sicht glaube ich zu erkennen, daß er bereits damals schon von Vorahnungen über sein eigenes Schicksal gequält wurde, was darauf zurückzuführen ist, daß er und Muad’dib der gleichen Linie entstammten.“

„Im Hause meines Vaters“, von Prinzessin Irulan (am Beginn von „Zweites Buch: Muad’dib“).

Morgendämmerung beim Palast von Arrakeen, der alten Hauptstadt von Arrakis.

Dune spielt einundzwanzig Jahrtausende in der Zukunft und zehn Jahrtausende nach einer „Butler’s Djihad“ genannten Revolte, seit der ein Verbot von Computern und Robotern mit künstlicher Intelligenz besteht, das verschiedene Organisationen zur Weiterentwicklung der menschlichen Fähigkeiten veranlaßt hat. Die politische Ordnung des von Menschen besiedelten Teils der Galaxis beruht auf einem Gleichgewicht zwischen drei Hauptkräften: der Raumgilde, dem nur aus Frauen bestehenden Orden der Bene Gesserit und einer Feudalaristokratie mit einem Padischah-Imperator an der Spitze.

Die Raumgilde hat das Monopol auf die interstellare Raumfahrt und kontrolliert durch ihre Transportgebühren die Preise für interstellar gehandelte Güter. Alle anderen Akteure, auch die Adelshäuser einschließlich des Imperators, sind darauf angewiesen, ihre nicht mit Überlichtantrieben ausgestatteten Raumschiffe von der Gilde in ihren gigantischen Heighlinern in andere Sonnensysteme mitnehmen zu lassen. Die Gilde garantiert vordergründig ihre Neutralität zwischen den Adelshäusern und bietet Verlierern von Konflikten die Möglichkeit, auf ihren außerhalb des Imperiums liegenden neutralen Planeten Tupile ins Exil zu gehen. Da die Kommunikation zwischen den Sonnensystemen ebenfalls nur über die Gildeschiffe läuft, hat die Gilde auch das Monopol des interstellaren Bankwesens. All dies verschafft der Gilde eine enorme Macht, die es den Aristokraten verunmöglicht, gegen sie vorzugehen. Als Konsequenz des Computerverbots sind die Gildenavigatoren neben ihrer gesteigerten mathematischen Begabung auf die hellseherischen Fähigkeiten angewiesen, die ihnen die bewußtseinserweiternde Droge Melange, meist einfach Gewürz genannt, für die Wahl des richtigen Kurses gibt, wenn sie den Raum mit den Holtzman-Generatoren ihrer Sternenschiffe falten. Dieses Gewürz, das außerdem die menschliche Lebensspanne auf bis zu drei Jahrhunderte verlängern kann und auch von anderen wie den Bene Gesserit und den Mentaten für ihre Zwecke genutzt wird, ist die wertvollste Substanz im bekannten Universum, und da es nicht synthetisiert werden kann und nur auf dem Wüstenplaneten Arrakis alias Dune vorkommt, ist diese Welt eine der wichtigsten und am profitabelsten auszubeutende der Galaxis.

Die Schwesternschaft der Bene Gesserit, ein Orden nicht-zölibatärer Philosophen-Nonnen, nutzt eine andere Art der Steigerung menschlicher Fähigkeiten als Alternative zum Computereinsatz sowie damit verbunden eine andere Art der Ausübung von Macht und Einfluß. Sie betreibt ein über Jahrtausende laufendes Zuchtprogramm zur Förderung von Intelligenz, Wahrnehmungsvermögen, seherischen Fähigkeiten und Kontrolle der Körperfunktionen, und sie schult ihre Mitglieder in der Anwendung dieser Fähigkeiten, auch für die psychische Beeinflussung anderer Menschen sowie im Nahkampf. Als Folge davon haben die Bene Gesserit ein nach heutigen Maßstäben übermenschliches Niveau erreicht und werden häufig für Hexen gehalten, denen man mißtraut.

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Veröffentlicht unter Frank Herbert, Greg Johnson, Lucifex | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | 1 Kommentar