Auf Cernunnos‘ Insel…

Council of Cernunnos - Emily Balivet

Emily Balivet, „The Council of Cernunnos“ (Ausschnitt)

…findet man vieles, was Männer interessiert und das ihnen in einem Meer aus Feminismus, Genderwahn, „Queers-Glorifizierung“, Klimapanikmache, Pazifismus, Hoplophobie und anderen Formen der Political Correctness vermiest werden soll und das wir uns nicht vermiesen lassen werden.

In diesem Sinne also!

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Liebe zu allen ist Liebe zu niemandem

Von Huntley Haverstock, übersetzt von Lucifex. Das Original Love of All is Love of None erschien am 25. September 2017 auf Counter-Currents Publishing.

Ein Mann, der behauptet, alle Frauen gleichermaßen zu „lieben“, ist ein Mann, der unfähig ist, überhaupt irgendeine bestimmte Frau zu „lieben“ – und ein Mann, dessen „Liebe“ keine bestimmte Frau will. Dasselbe gilt für jede Frau, die behauptet, alle Männer zu „lieben“. Jemanden zu lieben, heißt, ihn für das zu lieben, was ihn von anderen abhebt. Wir wollen für das geliebt und geschätzt werden, was uns einzigartig macht.

Und dies bedeutet von Natur aus, daß wir wollen, daß andere in diesem Ausmaß als geringerwertig gesehen werden, weil ihnen bestimmte Eigenschaften fehlen, die wir besitzen – auch wenn dies nicht der bewußte Fokus unseres Wunsches ist. Ohne das Risiko, daß wir diese Eigenschaften nicht aufweisen und somit wie jene anderen werden könnten – unwürdig der Liebe, die wir erlangt haben – verliert Liebe ihre Substanz und wird zu etwas, das eher dem Mitleid entspricht, welches – anders als Liebe – etwas ist, wo niemand jemals ein Selbstwertgefühl empfindet, wenn er es bekommt.

Anders als diejenigen, die uns bloß bemitleiden, werden diejenigen, die uns lieben, zu einem Teil unserer Identität. Dies ist genau deshalb so, weil unsere Identität in einem sozialen Kontext existiert, um uns von anderen Menschengruppen um uns herum zu unterscheiden, selbst wenn es uns zusammen mit anderen kategorisieren mag – und diejenigen, die uns lieben, tun das wegen dem, was uns von jenen anderen unterscheidet. Liebe ist somit in ihrem Kern von Natur aus an Identität gebunden.

Oxytocin, bekannt als „Liebeshormon“ oder „Vertrauensmolekül“ wird bei Umarmungen, beim Sex und anderen Formen intimen körperlichen Kontakts freigesetzt und fördert Bindungen und ein Gefühl der Nähe. Studien haben entdeckt, daß Mäuse, die genetisch so verändert wurden, daß sie zur Reaktion auf Oxytocin unfähig sind, die Fähigkeit verlieren, zwischen Mäusen aus ihrer eigenen Gruppe und Außenseitern zu unterscheiden. Raten Sie mal, was die Wissenschaft im Jahr 2010 entdeckt hat? Hier ist ein interessanter Studientitel: Oxytocin promotes human ethnocentrism [Oxytocin fördert menschlichen Ethnozentrismus]. Nach einer Injektion von Oxytocin waren Teilnehmer mit geringerer Wahrscheinlichkeit bereit, im klassischen Trolley-Problem das Leben eines Individuums zu opfern, um die Leben einer Gruppe zu retten – wenn und nur wenn dieses Individuum ein Mitglied derselben Rasse war. Aber die Teilnehmer blieben völlig zufrieden damit, die Leben von Fremdstämmigen zu opfern. Wie es Crackeds Zusammenfassung der Situation erläuterte, „kurbelte Oxytocin tatsächlich Gefühle der Liebe an; es ist nur so, daß diese Gefühle strikt auf die eigene Gruppe der Person beschränkt waren. Und es ist nicht so, daß es sie Außenseiter hassen ließ. Es ist nur so, daß, wenn sie die Situation als ‚wir gegen sie‘ wahrnahmen, ein stärkeres Gefühl der Liebe zu ‚uns‘ eine schlechte Nachricht für ‚sie‘ ist.“

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Frauen nackt in freier Natur 4

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Gebrauchswaffen: Zuverlässigkeit als Hauptkriterium

Die Zuverlässigkeit von Waffen und Munition muß immer im Zusammenhang mit dem Gesamtsystem Mensch – Waffe – Munition gesehen werden.

Von Dipl.-Ing. Manfred Ertl, aus „Internationales Waffen-Magazin“ 3-1997.

Die Zuverlässigkeit ist eines der wichtigsten – wenn nicht das wichtigste – Kriterien bei der Beurteilung von Gebrauchswaffen. Was Störungen verursacht und wie sie zu vermeiden sind, ist für den Gebrauchswaffenträger genauso wichtig, wie Ziehzeiten und Trefferergebnisse.

Waffen kann man nach sehr unterschiedlichen Kriterien bewerten. Welche dieser Kriterien im Einzelfall relevant und dominierend sind, hängt in erster Linie vom Verwendungszweck ab. Jäger, Gebrauchswaffenträger und Sportschützen stellen eben durchaus verschiedene Forderungen an eine Waffe. Es macht daher oft wenig Sinn, von einer guten oder schlechten Pistole zu sprechen, ohne zu erklären, für welchen Verwendungszweck sie vorgesehen ist. Extrem wird dies, wenn man z. B. die Auswahlkriterien von Sammlern betrachtet. Dort spielen Eigenpräzision oder Ergonomie der Bedienungselemente logischerweise überhaupt keine Rolle. Den ernsthaften Sammler interessiert vielmehr, ob die einzelnen Teile nummerngleich sind, ob Originalzubehör existiert und wie groß die Auflage einer bestimmten Serie war. Hierbei handelt es sich allerdings um einen sehr speziellen Kreis von Waffenbesitzern, für den das Schießen und Treffen in der Regel nicht im Vordergrund steht.

Aber auch bei den Waffenbesitzern, die vor allem am Schießen und Treffen interessiert sind, kann die Bewertung einer bestimmten Waffe sehr unterschiedlich ausfallen. Wer an olympischen Wettbewerben im klassischen Pistolenschießen teilnehmen will, wird mit Sicherheit nur eine Waffe in die engere Wahl ziehen, die ihm ein hohes Maß an Präzision bietet. Zehn Millimeter mehr oder weniger Streuung können in diesem Bereich schon über Sieg oder Niederlage entscheiden.

Bei einer Gebrauchswaffe sieht das ganz anders aus. Ob eine Pistole, die als Verteidigungswaffe vorgesehen ist, eine Eigenstreuung von 40 oder 70 mm auf 25 m Schußentfernung aufweist, ist kein maßgebliches Entscheidungskriterium. Bei einer wahrscheinlichen Kampfentfernung von weniger als 10 m oder sogar weniger als 5 m, wie sie in den meisten zivilen Verteidigungsszenarien zu erwarten ist, verringert sich nämlich die auf 25 m ermittelte Streuung auf Bruchteile dieses Wertes. Damit erreicht die Eigenpräzision eine Größenordnung, die nur einen Bruchteil vom Schützenfehler beträgt, der beim schnellen Schuß auf kurze Entfernungen zu erwarten ist. Da die einzelnen Streuungskomponenten aber nach den Regeln der Fehlerrechnung quadratisch in die Gesamtstreuung eingehen, wirkt sich immer der Teil, der deutlich kleiner als andere Streuungsanteile ist, nur noch sehr gering auf die Gesamtstreuung aus. Im Klartext bedeutet dies, daß ein Unterschied im Streukreis von 50 oder 70 mm, der auf eine Schußentfernung von 25 m ermittelt wurde, beim schnellen Schuß auf 5 m Entfernung praktisch keinen Einfluß auf die Qualität der Trefferlage mehr hat. Schon dieses einfache Beispiel zeigt, wie falsche Annahmen und Schwerpunktsetzungen zu irrationalen Entscheidungen bei der Auswahl einer Gebrauchswaffe führen können. Orientiert man sich in diesem Entscheidungsprozeß an den wirklichen Erfordernissen einer bewaffneten Auseinandersetzung, gewinnen ganz andere Kriterien an Bedeutung.

Eines dieser Kriterien ist die Zuverlässigkeit der Waffe. In der Praxis ist dieses Kriterium erheblich bedeutender als die reine Präzision oder andere favorisierte Leistungsmerkmale von Schußwaffen. Allerdings ist ein Merkmal wie die Zuverlässigkeit nicht so leicht interpretierbar wie Streukreise oder V0-Werte. Würde man aber eine Reihenfolge der wichtigsten Merkmale einer Gebrauchswaffe aufstellen, würde die Zuverlässigkeit mit Sicherheit den ersten Platz einnehmen. Dies ergibt sich bereits aus einfachen Überlegungen.

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Ertrinken im eigenen winzigen Kohlenstoff-Fußabdruck

Von Dymphna, übersetzt von Deep Roots (plus einem zusätzlichen Absatz aus dem zitierten „Guardian“-Artikel).

Das Original Drowning in Your Own Tiny Carbon Footprint erschien am 9. Mai 2009 bei „Gates of Vienna“

Laut The Guardian:

Wann freut sich ein Grünaktivist darüber, 680.000 Barrels Öl zu sehen?

Es hätte ein CO2-neutrales Abenteuer werden sollen, um die Fantasie von 25.000 Schulkindern zu befeuern.

Raoul Surcouf, 40, ein Landschaftsgärtner aus Jersey, und Richard Spink, 32, ein Physiotherapeut aus Bristol, wollten das umweltverschmutzende Flugzeug vermeiden, das man normalerweise benutzt, um Grönlands Polareiskappe zu erreichen, und setzten Segel auf der Fleur, einer 12 m langen Yacht, die mit Solarzellen und einer Windturbine ausgerüstet war…

Ich liebe den religiösen Glauben der fundamentalistischen Grünis. Er mag vielleicht keine Berge zu versetzen, aber er sorgt sicherlich für einige lustige Momente – zumindest wenn sie ihr Dogma nicht benutzen, um die Weltwirtschaft runterzuziehen.

Also wollten diese zwei Kerle, voller religiösen Eifers, uns anderen zeigen, wie man einen kleineren CO2-Fußabdruck hinterläßt. Und so zuversichtlich waren sie hinsichtlich ihrer Mission, daß ihre Glaubensbrüder im Schulsystem einen Plan ausarbeiteten, um ihren fromm-korrekten und gerechten Pfad online mitzuverfolgen und so ihre Schützlinge zu indoktrinieren:

Die Schulen sollten ihre grüne Expedition online mitverfolgen; wenn das Duo erst die arktischen Einöden auf Skiern durchquert hätte, hofften sie, sich der ersten CO2-neutralen Durchquerung Grönlands rühmen zu können.

Unglücklicherweise hatte die Natur die Bibel nicht gelesen, die diese Leute geschrieben haben. Oder vielleicht war sie ihr egal. Die Natur ist berühmt für ihre Gleichgültigkeit gegenüber menschlichen Glaubensinhalten:

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Die 10.000-Jahres-Uhr

 

Von Kevin Kelly, übersetzt von Lucifex. Das Original 10,000 year clock (Clock in the Mountain) erschien auf http://longnow.org/.

[Anm. d. Ü.: Dies ist der 800. Beitrag auf „Morgenwacht“! Aus diesem Anlaß bringe ich wieder einmal etwas Ausgefallenes, einen Artikel über ein Projekt, das ich sowohl von der technischen Aufgabenstellung wie auch von der extrem langfristigen Zukunftsperspektive (mit der Fragestellung „Sind wir gute Vorfahren?“) her faszinierend finde. Dies ungeachtet dessen, daß sie erstens keinen praktischen Zweck erfüllt und zweitens der Hauptsponsor der Amazon-Gründer Jeff Bezos ist, über dessen ethnischen Hintergrund ich zwar nichts (((eindeutig Belastendes))) verifizieren konnte, der jedoch als bedeutende Gestalt des JNWO-Establishments aus unserer Sicht etwas anrüchig ist.]

 

Die 10.000-Jahres-Uhr im vollen Maßstab befindet sich nun im Bau. Während kein Fertigstellungsdatum festgesetzt ist, planen wir doch, sie für die Öffentlichkeit zu öffnen, sobald sie fertig ist. Der nachfolgende Essay von Long-Now-Vorstandsmitglied Kevin Kelly diskutiert, was wir hoffen, das die Uhr sein wird, wenn sie einmal fertig ist. Dies ist eines von mehreren Projekten von Long Now zur Förderung von langfristigem Denken im Zusammenhang mit den nächsten 10.000 Jahren.

 

DIE UHR IM BERG

Von Kevin Kelly

Eine Uhr läutet tief im Inneren eines Berges. Es ist eine riesige Uhr, Hunderte Fuß hoch, dazu konstruiert, 10.000 Jahre lang zu ticken. Hin und wieder spielen die Glocken dieser begrabenen Uhr eine Melodie. Jedesmal, wenn das Glockenspiel erklingt, ist es eine Melodie, die die Uhr nie zuvor gespielt hat. Das Geläute der Uhr ist programmiert worden, sich 10.000 Jahre lang nicht zu wiederholen. Zumeist läutet die Uhr, wenn ein Besucher sie aufgezogen hat, aber die Uhr hortet Energie aus einer anderen Quelle und wird gelegentlich von selbst läuten, wenn niemand da ist, um sie zu hören. Man kann nur raten, wieviele schöne Lieder im Laufe der zehn Jahrtausende langen Lebensspanne der Uhr nie gehört werden.

Der Standort vor dem Bau

Die Uhr ist real. Sie wird jetzt im Inneren eines Berges im westlichen Texas gebaut. Diese Uhr ist die erste von vielen Jahrtausenduhren, von denen die Konstrukteure hoffen, daß sie überall auf der Welt und über die Zeiten hinweg gebaut werden. Es gibt einen zweiten Standort für eine weitere Uhr, der bereits am Gipfel eines Berges im östlichen Nevada gekauft wurde, ein Standort, der von einem sehr großen Hain von 5000 Jahre alten Bristlecone-Kiefern umgeben ist. Passenderweise gehören Bristlecone-Kiefern zu den langlebigsten Organismen auf dem Planeten. Die Konstrukteure der Uhr in Texas erwarten, daß ihr Glockenspiel zweimal so lange läuten wird wie die Lebensspanne der ältesten, fünf Jahrtausende alten Bristlecone-Kiefer. Zehntausend Jahre ist etwa das Alter der Zivilisation, daher würde eine 10-Kilojahr-Uhr eine Zukunft der Zivilisation ausmessen, die gleich lang ist wie ihre Vergangenheit. Das ist eine Annahme, daß wir in der Mitte welcher Reise auch immer sind, auf der wir uns befinden – eine stillschweigende Erklärung des Optimismus.

 

Die Uhr wird nun in Kalifornien und Seattle gefertigt und zusammengebaut. Währenddessen wird der Berg in Texas vorbereitet. Warum sollte irgendjemand eine Uhr innerhalb eines Berges bauen, in der Hoffnung, daß sie 10.000 Jahre lang läuten wird? Ein Teil der Antwort: Eben damit Leute diese Frage stellen und sich, nachdem sie sie gestellt haben, dazu anregen, Vorstellungen von Generationen und Jahrtausenden heraufzubeschwören. Wenn man eine Uhr hat, die 10.000 Jahre tickt, zu welchen Arten von Fragen und Projekten im Maßstab von Generationen wird sie anregen? Wenn eine Uhr zehn Jahrtausende lang laufen kann, sollten wir dann nicht sicherstellen, daß unsere Zivilisation das ebenso tut? Wenn die Uhr weiterläuft, lange nachdem wir persönlich tot sind, warum nicht andere Projekte versuchen, die zu ihrer Vollendung zukünftige Generationen erfordern? Die größere Frage lautet, wie der Virologe Jonas Salk einst fragte: „Sind wir gute Vorfahren?“

Der Erfinder der Uhr stellte die Idee der Uhr (im Jahre 01995) mit diesem Kontext vor:

„Ich kann mir die Zukunft nicht vorstellen, aber mir liegt etwas an ihr. Ich weiß, daß ich ein Teil einer Geschichte bin, die lange vor meiner Erinnerung beginnt und lange über die Zeit hinaus weitergeht, wo irgendjemand sich an mich erinnert. Ich spüre, daß ich zu einer Zeit eines bedeutenden Wandels lebe, und ich fühle eine Verantwortung, sicherzustellen, daß der Wandel gut ausgeht. Ich pflanze meine Eicheln im Wissen, daß ich das Ernten der Eichen nie erleben werde.

Ich möchte eine Uhr bauen, die einmal im Jahr tickt. Der Jahrhundertzeiger rückt einmal alle 100 Jahre weiter, und der Kuckuck kommt zum Millennium heraus. Ich möchte, daß der Kuckuck zu jedem Millennium in den nächsten 10.000 Jahren herauskommt.“

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Tavernenrunde 5: Herbsttaverne 2017

MORGENWACHT

Als Fortsetzung der Tavernenrunde 4: Frühsommertaverne 2017 habe ich hier eine neue Taverne als Treffpunkt für allgemeinen Gedankenaustausch eingerichtet.

Für diejenigen, die „As der Schwerter“ nicht mehr gekannt haben (und zur Erinnerungsauffrischung für die anderen): Das Vorbild der Tavernenrunden auf „Morgenwacht“ sind die Tavernenrunden in der „Taverne zum Alten Phönix“, die von mir auf „As der Schwerter“ für denselben Zweck eingerichtet worden sind. Das Vorbild hierfür wiederum waren einerseits die „Kaffeehaus-Stammtische“ auf Kewils altem Blog „Fakten und Fiktionen“ sowie das „Gasthaus zum Alten Phönix“ in Poul Andersons Fantasy-Alternativweltroman „Ein Mitternachtssturm“.

In diesem werden, wie ich damals erläuterte, einige auch für uns interessante Dinge angesprochen: der Übergang vom heidnischen altenglischen Feenglauben zum Christentum, der „Alte Weg“, das ursprünglichere Christentum und das „Man-selbst-Sein“ im Gegensatz zum freudlosen, nüchternen und selbstgerechten Puritanismus. Die Geschichte spielt zur Zeit Oliver Cromwells, aber in einer anderen Wirklichkeit, in der alles, was Shakespeare geschrieben hat, Realität ist…

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Verblaßte Erinnerung: Die „Jahrtausendflut“

Von Heinz Horeis, erschienen unter dem Titel „Verblaßte Erinnerung“ in „bild der wissenschaft“ 2-2003. (Online-Quelle hier auf „Morgenwacht“)

Als 1999 die Oder in Deutschland und Polen über die Ufer trat, redeten manche von einer „Jahrtausendflut“. Es blieben Einzelstimmen. Anders jedoch bei der Flutkatastrophe im August 2002 im Erzgebirge und an Elbe und Donau: Da war der Superlativ in aller Munde. Bundesumweltminister Jürgen Trittin sprach vor dem Bundestag Ende August vom Jahrtausendhochwasser von Dresden“ – und wußte auch gleich, daß „es zwischen der globalen Erwärmung und dem Auftreten solcher Wetterphänomene einen Zusammenhang gibt“.

Ein Blick in die Geschichte hilft, die Flut von 2002 einzuordnen. In Frankfurt am Main zum Beispiel erinnern mehrere Hochwassermarkierungen am Eisernen Steg – einer Fußgängerbrücke über den Fluß – den Bürger an die Fluten der Vergangenheit. Das Main-Hochwasser von 1970 reichte einem Menschen gerade bis zu den Hüften. Die Fluten der Jahre 1920, 1896 und 1576 wären bereits über seinen Kopf geschwappt. 1882 und 1784 hätte ein Kind auf den Schultern selbst eines großen Mannes Wasser schlucken müssen. Wirklich dramatisch war es 1342: Da stand in Frankfurt das Wasser fast acht Meter höher als normal – der Jahrtausendrekord.

In Passau erreichte die sogenannte Jahrtausendflut dieses Sommers einen Pegelstand von 10,80 Metern – etwa so hoch waren auch die Überschwemmungen von 1787, 1862 und 1899. Verheerender war die von 1954: 12,20 Meter. Doch noch höher stand das Wasser in Passaus Straßen in den Jahren 1595 und 1501. Die Flut von 1501 kam, wie das Hochwasser von 2002, im August und wütete ebenfalls im Erzgebirge und in der Elb-Region. Für derartige Sommerfluten ist häufig dieselbe Wetterlage verantwortlich: Ein Atlantiktief über dem Mittelmeer lädt sich mit Wasserdampf auf und driftet nach Norden, wo es die Wassermassen über Mitteleuropa ausklinkt.

Dieser Wetterprozeß bewirkte nach Meinung des verstorbenen Meteorologen Rainer Roth von der Universität Hannover auch die „Sintflut“ von 1342. Sie wurde „Magdalenen-Hochwasser“ genannt, da die Katastrophe am Sankt-Magdalenen-Tag auftrat, dem 21. Juli. Das Zentrum der Niederschläge lag damals im Einzugsgebiet des Mains, also weiter westlich als beim Elbe-Hochwasser 2002. Würzburg, Frankfurt und Köln verzeichneten Rekordmarken, die seitdem nicht wieder erreicht wurden. In Würzburg riß das Wasser alle Brücken fort, und die Kölner konnten mit Booten über die Stadtmauer fahren. Für den Experten Jörg Negendank vom Geoforschungszentrum Potsdam war dies das „Superereignis“ unter allen Hochwasserkatastrophen. Es gab viele Tote und immense wirtschaftliche Schäden, von denen sich das Land nur langsam erholte.

Die Klimahistoriker sind sich einig: Wenn man überhaupt von einer Jahrtausendflut sprechen will, dann war es die von 1342. Dieser Meinung ist auch der Hydrologe und Buchautor Martin Schmidt. In seiner Analyse der historischen Hochwässer im deutschen Rheingebiet kommt er zu dem überraschenden Schluß: „Die verfügbaren Informationen und Daten lassen das 20. Jahrhundert als eines erscheinen, das nicht einmal ein Jahrhunderthochwasser gehabt hat.“

Baden wir mit den jüngsten Fluten also wirklich die „Folgen von 100 Jahren Industrialisierung aus“, wie Minister Trittin meinte? Im Rheinischen Merkur vom 5. November 2002 widersprach Jörg Negendank der Auffassung, der sekundäre Treibhauseffekt sei unmittelbar für diese Ereignisse verantwortlich. Eine solche Aussage lasse sich den globalen Klimamodellen nicht entnehmen. Seine Bilanz: „Das wird sich immer wieder ereignen. Man muß sogar irgendwann mit einem Hochwasser des Ausmaßes von 1342 rechnen.“

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Siehe auch Climatology sowie Wirbelstürme sind ganz normal.

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