Auf Cernunnos‘ Insel…

Council of Cernunnos - Emily Balivet

Emily Balivet, „The Council of Cernunnos“ (Ausschnitt)

…findet man vieles, was Männer interessiert und das ihnen in einem Meer aus Feminismus, Genderwahn, „Queers-Glorifizierung“, Klimapanikmache, Pazifismus, Hoplophobie und anderen Formen der Political Correctness vermiest werden soll und das wir uns nicht vermiesen lassen werden.

In diesem Sinne also!

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Zensur in den sozialen Medien als psychologische Kriegführung

MORGENWACHT

Von Richard Houck, übersetzt von Lucifex. Das Original Social Media Censorship as Psychological Warfare erschien am 18. September 2018 auf Counter-Currents Publishing.

„Es gibt keine freie Rede in der realen Welt, und ihr werdet dafür unterdrückt werden, die Wahrheit zu sagen, die nicht vom System unterstützt wird.“ – Nasim Aghdam

Nach einer weiteren Runde von Twitter-Säuberungen durch die Techno-Stasi empfand ich ein sehr reales Gefühl des Verlusts, das ich nicht recht artikulieren konnte. Mehrere meiner engsten Twitter-Freunde – von denen zwei mehr als zehntausend Follower hatten – waren von einem Moment auf den anderen weg. Ständig veränderliche und äußerst nebulose „rules“ werden von Twitter durchgesetzt, um loszuwerden, was sie für Nutzer „von niedriger Qualität“ halten – von so niedriger Qualität, daß ich genau weiß, daß viele von ihnen weit über hunderttausend Profilbesuche monatlich und zehn Millionen Impressions monatlich hatten.

Was Twitter und andere Plattformen der sozialen Medien…

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Bat Durston, oder: Das Herz im Widerstreit

NORD-LICHT

Von George R. R. Martin, enthalten in in GRRMs Sammelband „Traumlieder III“ (Heyne 2014, ISBN 978-3-453-31672-0) unter dem Titel „Das Herz im Widerstreit“. Das Titelbild von David Schleinkofer, das andere Bild sowie die Links im Text wurden von mir – Lichtschwert – eingefügt. (Anm. v. Lichtschwert: Der Name der Raumyacht Bat Durston im SF-Roman Ace of Swords: Alles auf eine Karte von Deep Roots / Lucifex ist offenbar eine Anspielung auf den Bat Durston, um den es hier geht.)

DAS  HERZ  IM  WIDERSTREIT

Nur alte Knaben und echte Fans pflegen noch die Erinnerung an Bat Durston, jene unerschrockene Plage des Weltenraums, deren Abenteuer in den 1950er-Jahren des Öfteren im Magazin Galaxy erschienen.

Bat wurde seinerzeit auch immer auf dem Umschlag erwähnt. Genauer gesagt, auf der Umschlagrückseite. Unter der Schlagzeile IN GALAXY WERDEN SIE SO WAS NIE LESEN stand da, in zwei Spalten aufgeteilt (Anm. v. Lichtschwert: im Buch…

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Waffen in USA: Just the facts, please!

Ein Gastkommentar von Gerald Weigl in „caliber“ 2-2004.

Es steht außer Zweifel, bei kaum einem anderen Thema kommen sich Europas Rechte und Linke so nahe, wie wenn es darum geht, den USA wieder einmal auszurichten, wie roh, barbarisch, gewaltverherrlichend und egozentrisch sie sind. Nachdem sich spätestens seit Michael Moores „Bowling for Columbine“ Millionen von Europäern im Besitz der Wahrheit über den „Waffenwahn der Amerikaner“ wähnen; nachdem so gut wie jeder Artikel, der eine Waffengesetzverschärfung durchpeitschen möchte, darauf hinweist, tut es vermutlich gut, sich einige Facts zu den „amerikanischen Verhältnissen“ vor Augen zu führen.

Für Normalsterbliche war es in den USA der 70er Jahre in nur wenigen ländlichen Bundesstaaten möglich, Waffentragscheine, sogenannte „concealed carry permits“, zu erhalten. Ähnlich wie in der heutigen EU sicherten sich allerdings Stars, Superreiche oder Spitzenpolitiker wie Janet Reno, Sean Penn oder Donald Trump selbst in so restriktiven Zonen wie New York City oder Washington DC ihre permits. Eine Serie brutaler Vergewaltigungen führte in Orlando, Florida, 1966 zu der Veranstaltung von durch Lokalzeitungen (!) gesponserten Kursen durch die Polizei. Nach bestandener Prüfung hatte jeder volljährige, unbescholtene Bürger das Recht, die Waffe zu tragen. In den nächsten Jahren sank, im Gegensatz zum nationalen Trend, hier die Anzahl sämtlicher Gewaltdelikte, die der Vergewaltigungen gar um 88 %, deshalb wurde das Modell in ganz Florida eingeführt. Der Erfolg erwies sich als spektakulär, die Anzahl der Tötungen sank in den Folgejahren um 22 %, die Anzahl der Tötungen mit Schußwaffen ging gar um 29 % zurück. Und dies bei gegenläufigem Trend auf Bundesebene – dort nahm die Zahl der Tötungen allgemein um 15 % und die der Tötungen mit Schußwaffen um 50 % zu. Die von Waffengegnern vorhergesagten Schießereien, die Blutbäder im Wildwest-Stil, blieben aus. Im Gegenteil, von den ausgestellten permits wurden lediglich 48 (also 0,16 Promille) wegen „Mißbrauchs“ wieder eingezogen. Mißbrauch kann jedoch bereits das Betreten eines Lokals, in dem Alkohol ausgeschenkt wird, bedeuten, nicht nur Mord und Totschlag! Die Geschichte der Erleichterung des Zugangs zur concealed carry permit in etlichen US-Bundesstaaten ist eine Erfolgsstory – unter dem Eindruck der „Lott-Studie“ liberalisierten schließlich nahezu 40 Bundesstaaten ihr Recht. Ausnahmslos jeder Bundesstaat konnte so seine Rate an Gewaltdelikten senken!

Waffenrechts-Liberalisierung reduziert Gewaltdelikte

Die Anti-Gun-Lobby zweifelte jedoch weiter am Nutzen von Schußwaffen. Gegen entschlossene Verbrecher hätte ein Normalsterblicher keine Chance, so das von der Polizei gebetsmühlenartig verbreitete Argument. Nachdem mehrere Zeitungsumfragen auf eine hohe Dunkelziffer an Selbstschutzfällen hinwiesen, beschlossen die Kriminologen Gary Kleck und Mark Gertz 1993, der Sache auf den Grund zu gehen. Anhand von tausenden Telefoninterviews wurden Amerikaner befragt, ob sie in den vergangenen fünf Jahren beziehungsweise im vergangenen Jahr eine Schußwaffe zum Selbstschutz oder zum Schutz anderer nutzten – wobei Fälle in Polizei und Militär und gegen Tiere ausgeschlossen wurden. Das Ergebnis überraschte selbst jene, die sich sicher waren, mit den gemeldeten Fällen nur die Spitze des Eisbergs vorliegen zu haben: jährlich ereignen sich bis zu 2,5 Millionen Fälle privater Notwehr mit Schußwaffen. Die schmerzliche Wahrheit für die Waffengegner: Schießereien finden so gut wie nie statt, im Regelfall reicht die Drohwirkung der Schußwaffe vollauf. So kommt es nur in 8 % der Fälle zu einer Verletzung des Täters! Kriminalitätsopfer, welche die Tips der Waffengegner befolgen und sich fügen, wurden dagegen dreimal häufiger verletzt als jene, die mit Schußwaffen Widerstand leisteten! Dies schlägt sich allerdings auf die Bereitschaft, den Vorfall zu melden, nieder und erklärt die hohe Dunkelziffer – wo niemand verletzt wird, gibt es keinen Grund, die Behörden einzuschalten (und die Konfiszierung der Waffe zu riskieren). Der Nutzen der Schußwaffe für die Gesellschaft ist evident – 15,7 % der Befragten gaben an, er/sie sei sich sicher, daß Unschuldige ihr Leben verloren hätten, wenn die Schußwaffe nicht zur Verteidigung bereitgestanden hätte. Anders ausgedrückt, wären das etwa 340.000 gerettete Leben pro Jahr!

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Chemnitz: Ein Augenzeugenbericht

MORGENWACHT

Von Björn Arjuna, übersetzt von Lucifex. Das Original Chemnitz: An Eyewitness Report erschien am 3. September 2018 auf Counter-Currents Publishing.

Erste Eindrücke

Es gibt nichts besonders Spezielles an der Stadt Chemnitz. Man könnte kaum glauben, daß dies schließlich die Stätte einer plötzlichen Explosion des Zorns nach der Ermordung eines kubanisch-deutschen Mannes durch nahöstliche Migranten sein würde. Dies waren meine ersten Gedanken, als ich in der deutschen Stadt herumging. Ich war dort, um an einem Marsch gegen Migration und Islamisierung teilzunehmen, der von der Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) und PEGIDA organisiert wurde.

Ich nutzte etwas von meiner Zeit, um die Stadt kennenzulernen. Es gab auf den ersten Blick kaum irgendein Anzeichen für rechte Aktivität; keine Schilder, Aufkleber, Graffiti und so weiter. Vielleicht ist dies ein Unterschied im Stil, aber die Menge an linker Propaganda, die in dieser angeblich nach rechts tendierenden Stadt zu sehen war, schockierte mich. War…

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Tritium-Visiere: Selbstschutz & Strahlenschutz

Von Stefan Perey und Jens Tigges, aus „caliber“ 2-2004. (Link im Text von mir eingefügt.)

Wegweiser in der Dunkelheit: Unzählige Straftaten ereignen sich bei schlechten Lichtverhältnissen. Hier sind die Taschenlampe und die Tritium-Visierung auf der Kurzwaffe die geeigneten Lösungsmittel, um solch eine Situation zu meistern.

In der Nacht sind selbstleuchtende Kurzwaffen-Visierungen mit Tritium-Einlagen gerade für den Dienst- und Selbstschutzbereich eine feine Sache und vor allem in den USA weit verbreitet. Hierzulande hemmen immer noch ungeklärte Abstimmungs- und Auslegungsprobleme zwischen dem Bundesamt für Strahlenschutz und der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt über den Import und Handel mit Tritiumvisieren deren Verbreitung. caliber hat sich die neuesten Tritium-Visiere der amerikanischen Firma Xpress Sights Systems einmal näher angesehen.

Uhren mit selbstleuchtenden Ziffern waren die Vorreiter dieser seit über 10 Jahren in Visieren eingesetzten Technologie. Kurz nach dem Ersten Weltkrieg war die schweizerische Uhrenindustrie auf die Idee gekommen, durch Beigabe von radioaktiven Substanzen einen selbstleuchtenden Farbstoff herzustellen. Früher wurde Radium 226 als anregende Substanz verwendet. Nach dem Nachweis der Gefährdung durch Radium im Jahre 1955 wurden von den meisten Uhrenherstellern andere künstlich erzeugte Radionuklide als Aktivatoren für die Leuchtfarben eingesetzt. Von allen verwendbaren Radionukliden ist das Wasserstoff-Isotop Tritium (H3) laut einer aufwendigen Studie der Schweizer Uhrenhersteller (Fédération suisse des associations de fabricants d’horologerie, kurz F.H.) das Radionuklid mit der niedrigsten Radiotoxizität. Tritium ist ein reiner Beta-Strahler mit einer maximalen Energie von 18 keV (Kiloelektronvolt). Tritium-Leuchtfarben sind in allen Ländern zugelassen, und das Durchdringungsvermögen der Strahlung ist so gering, daß die Oberfläche einer Uhr als strahlungsfrei bezeichnet werden kann. Während bei Leuchtfarben für Uhren tritiumhaltiges Material in sehr dünner Schicht auf Zinksulfidkristalle aufgebracht wird, damit diese durch die Betastrahlung des Tritiums zum Leuchten gebracht werden, kommen in selbstleuchtenden Visierungen kleine tritiumgasgefüllte Glasbehälter (tritium vials) zum Einsatz, deren innere Phosphorbeschichtung durch das Tritium zum Leuchten angeregt wird.

Uhren leuchten den Weg

Die gleiche Technologie wird wegen ihrer noch geringeren Strahlung auch bei den H3-Militäruhren eingesetzt. Uneinheitliche Aussagen gibt es indes über den Handel mit tritiumhaltigen Visieren in Deutschland. Während Uhren (Sonderzeitmesser) mit einer Strahlung von bis zu 25 Millicuries (mCi) gehandelt werden dürfen, muß für den Handel mit tritiumhaltigen Visieren nach Aussage des Bundesamtes für Strahlenschutz eine Freigabe durch die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) erteilt werden, obwohl die höchstzulässigen Strahlungswerte von den Visieren mit maximal 18 Millicuries nicht überschritten werden. (1 Curie ist definiert als die Aktivität von 1 g Radium-226, entsprechend etwa 37 Mrd- Becquerel.) Diese Zulassungs-Probleme betreffen aber hauptsächlich die Importeure und Großhändler, sowie die Behörden, die momentan sogar einen Strahlenschutzbeauftragten und einen speziellen Lagerraum für Waffen mit Tritiumvisieren benötigen.

Lebensrettender Lichtblick

Tritiumhaltige Visierungen sind mittlerweile bei hunderten Polizei- und Militäreinheiten im Einsatz. Da Einsatz- und Verteidigungssituationen häufig in der Dunkelheit stattfinden, haben sich die ständig selbstleuchtenden Visiere zum Zielen und zum besseren, sicheren Handling der Waffe bewährt. Die bekanntesten Hersteller sind Trijicon, Meprolight, Wilson Combat (Nite-Eyes), Novack oder Xpress Sight Systems (XSS). Die Halbwertzeit von Tritium beträgt 12,4 Jahre, und deshalb geben die Hersteller eine Garantie auf die Leuchtkraft der Visiere von bis zu 12 Jahren. In der Praxis bemerkt man meistens erst nach sieben Jahren ein leichtes Nachlassen der Leuchtkraft. Bei einem Stückpreis um die 40 Euro und dem einfachen Austausch der in den Original-Schwalbenschwanzfräsungen der Waffen montierten Visierteile können Tritiumvisiere vertretbar als Verschleißartikel betrachtet werden.

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Das „richtige“ Gebrauchsmesser und seine Verwendung

Von Anton J. Lennartz (Text und Fotos), aus Deutsches Waffen-Journal 7-1990.

Ein Messer für alle denkbaren Situationen und Anwendungen – damit sind die Anforderungen für ein Gebrauchsmesser in der Wildnis in knapper Form umschrieben. Wie es beschaffen sein soll und wie es richtig angewendet wird, zeigt der folgende Beitrag.

Das Messer ist eines der kleinsten und leichtesten, gleichzeitig aber das geläufigste Schneidwerkzeug. In der Wildnis findet es ungezählte Einsatzmöglichkeiten. Dort ist es vorteilhaft, nur ein Messer zu verwenden. Für nur ein Messer sprechen Transport- und Gewichtsprobleme bei mehreren Messern, die bessere Vertrautheit und die routinierte Handhabung, wenn nur eines benutzt wird. Für ein solches Wildnismesser darf das Fällen eines 8 bis 10 cm dicken Baumes kein Hindernis sein. Aber auch einen Fisch sollte man damit von seinen Schuppen befreien und zum Essen vorbereiten können.

Alle Arbeiten sind mit Klingenlängen von 16 bis 18 cm zu erledigen. Die Klingenspitze sollte in einer geraden Linie über die Klingenmitte zur Griffmitte führen (Bild oben). Hierdurch wirkt das Messer auch bei ungünstigem Stichwinkel effektiv. Ist der Klingenrücken im Bereich der Spitze mit einer Schneide versehen, so ist beim Stich ein leichteres Eindringen gewährleistet. Die Unterseite der Klingenspitze sollte einen sanften Bogen beschreiben. Hierdurch erhält der Messerhieb in diesem Bereich (Hiebzentrum) eine Schnittwirkung. Für das Waidwerk ist dieser geschwungene Bereich unverzichtbar. Verläuft die Klinge möglichst geradlinig, führt auch ein schnelles Schleifen zu akzeptablen Resultaten. Der mittlere und hintere Klingenrücken soll nicht geschärft oder sonst irgendwie reduziert sein, so daß ein Schlagholz effektiver genutzt werden kann.

Von einem Sägerücken ist grundsätzlich abzuraten. Der Einsatz des Schlagholzes wird dadurch fast unmöglich. Dabei wird es weit häufiger im Busch verwendet als etwa eine kurze Behelfssäge. Ein weiterer Nachteil der „Sägemesser“ sind die ungeschränkten Sägezähne. Zwangsläufige Folge dieses Mangels ist, daß die Messersäge nach wenigen Millimetern Schnittiefe klemmt, da beidseitig der Klinge keine Toleranzzonen vorhanden sind. Würden die Hersteller solcher Geräte diesen Mangel berücksichtigen und die Zahnung schränken, so ließe sich auch mit diesen Sägen ordentliche Arbeit verrichten. Nach kurzer Zeit wäre aber die Messerscheide durch die seitlich hervorstehenden Sägezähne zerstört.

Der Messerrücken sollte etwa 3,5 bis 4 mm dick und die Klinge ca, 2,5 bis 3,5 cm breit sein, um so neben solider Belastbarkeit auch ein gut nutzbares Gewicht für die Hiebwirkung zu erhalten. Der Messerstahl sollte schnitthaltig sein, jedoch nicht zu hart. Nach meiner Erfahrung liegt der günstigste Härtebereich zwischen 53 und 56° Rockwell. Viele Messerhersteller sind bemüht, in ihren Werbemaßnahmen die ungewöhnlich hohen Härtegrade als besondere Errungenschaft herauszustellen. Keiner der mir bekannten wirklichen Profis, ob Trapper, Guide oder Outfitter, welche ihre Messer täglich im Busch vielfach einsetzen, arbeitet mit einem derart harten Messer. Es ist den Leuten in der Wildnis nicht möglich, diese superharten Stähle auf Dauer scharf zu halten bzw. mit konventionellen Mitteln und Methoden neu zu schärfen. Der Besitzer eines solchen Traummessers ist auf die Hilfe einer Schleiferei angewiesen, wenn ihm sein Messer nicht zum Alptraum werden soll.

Manche Gebrauchsmesser haben einen ungeschliffenen Bereich zwischen Schneide und Griffstück, die sogenannte Fehlschärfe. Die Frage, warum dieser Bereich existiert, hat mir noch niemand befriedigend beantworten können. Gerade an dieser Stelle wird von der Messerhand die größte Kraft auf die Schneide übertragen. Messer, welche für den militärischen Einsatz gebaut wurden, oder solche, welche in Küche oder Metzgerei verwendet werden, sind nicht mit einer solchen Beeinträchtigung versehen. Auch an den allseits bekannten Finnenmessern findet sich keine „Fehlschärfe“. Dabei leben, essen und arbeiten die nordischen Samen zum Teil heute noch mit ihrem Puukko, und zwar mit der gleichen Ausführung wie bereits ihre Urahnen. Wenn man also auch dort auf diese Modeform verzichtet, dann nur, weil man kein Erfordernis erkannte und die Fehlschärfe sich störend auf die Handhabung auswirkt.

Der Messergriff sollte dauerhaft und wasserresistent sein, die Form der Hand des Benutzers entsprechen. Runde Griffprofile sind bei hartem Messereinsatz von Nachteil. Bei länger andauernden Hiebarbeiten muß die Hand den Griff wesentlich fester umschließen als z. B. einen ovalen Griff, um so ein gerades Auftreffen der Klinge zu gewährleisten. Bei Unterwasserarbeiten oder in der Dunkelheit sind runde Griffe auch deshalb nachteilig, da man häufig prüfen muß, in welche Richtung die Schneide zeigt. Am vorderen Griffende sollte auf der Unterseite ein einseitiges Parierstück vorhanden sein. Manche benutzen dieses Parierstück, um mit seiner Hilfe das Messer vorwärts zu stoßen. Für ungeübte Menschen ist das Parierstück unverzichtbar, da eine nasse, kalte oder ermüdete Hand beim Stoß bald in Richtung Schärfe abrutschen würde. Somit werden durch den Parierschutz schlimme Schnittverletzungen vermieden. Ein durchgehender oder doppelter Parierschutz ist nicht zu empfehlen. Er beeinträchtigt die Handhabung des Messers bei vielen Arbeiten, und die Verwendung einer einfachen Köcherscheide, wie z. B. beim Finnenmesser, wird unmöglich. Der untere einseitige Parierschutz erscheint als die bestmögliche Lösung.

Der hintere Abschluß eines Messergriffes sollte, in Anlehnung an die südamerikanische Machete, nach unten vorstehen und auf der Kopfseite eine gerade Schlagfläche haben, welche im rechten Winkel zur Längsachse des Messers verläuft. Die „Machetennase“ vermeidet, daß das Messer während längerer Hiebarbeiten und lockerer Handhabung mehr dem Gesetz der Fliehkraft gehorcht als der ermüdeten Hand seines Benutzers und somit während einer Hiebbewegung unkontrolliert aus der Hand fliegt. Der abgeflachte hintere Griffabschluß ermöglicht gegebenenfalls den Einsatz eines Schlagholzes, um damit Arbeiten, welche in Stoßrichtung ausgeführt werden, kraftvoll zu unterstützen. Bei allen andersgeformten Griffenden besteht die Gefahr, seitlich abzurutschen, und der Einsatz des Schlagholzes endet häufig mit verletzten Fingern.

Als Qualitätsmaßstab für soliden Stahl und gute Verarbeitung sollte man ein Gebrauchsmesser für die Wildnis folgendermaßen testen: Die Messerklinge wird im rechten Winkel etwa 4 bis 5 cm tief in einen Baum getrieben. Nun stellt man sich auf den Messergriff und belastet ihn mit dem ganzen Körpergewicht. Nicht alle Wildnis- und Survivalmesser überstehen dieses harte, realistische Auswahlverfahren unbeschadet. Abenteuerliches Design, astronomische Preise und wilde Messernamen verlieren plötzlich an Bedeutung. Aber auf diese Weise gelingt es auch dem interessierten Laien, die Spreu vom Weizen zu trennen (Bild unten).

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Ace of Swords: Alles auf eine Karte (Teil 4)

Eine Science-Fiction-Geschichte von Deep Roots alias Lucifex. (Original hier)

Zuvor erschienen: Teil 1, Teil 2, Teil 3 und das Glossar

Der Braune Zwerg Luhman 16B hatte seine Bewegung am Horizont seines zweiten Planeten umgekehrt und kroch langsam wieder nach Osten. So nahe am Bahnpunkt des geringsten Abstands war die Umlaufbewegung dieser öden kleinen Welt vorübergehend schneller als ihre Umdrehung in 3:2-Spin-Orbit-Resonanz, sodaß die Quasi-Sonne erst nach einer Weile erneut zum Stillstand kommen und ihren Weg nach Westen fortsetzen würde. Die Bewegung des innersten Planeten war deutlich sichtbar, als dieser vor dem riesigen roten Glutball vorbeizog. Bei dieser scheinbaren Größe bestrahlte Luhman 16B den zweiten Planeten trotz der viel geringeren Oberflächentemperatur mit der doppelten Intensität von Sol auf der Erde. An dieser Stelle nahe dem Nordpol war die Temperatur aber dennoch mäßig, und die Gewässer waren erst vor Kurzem aufgetaut. Wenn der Planet in gut fünfzehn Stunden seinen fernsten Bahnpunkt erreichte, wo er dreimal so weit entfernt war, würden sie wieder zuzufrieren beginnen.

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