Patriotismus und das Militär

Heritage Flight over New York

Von Dennis Mangan, übersetzt von Deep Roots.

Das Original Patriotism and the Military erschien am 17. Dezember 2010 bei Mangan’s Adventures in Reaction.

OneSTDV schreibt über militärische und nationalistische Gefühle und schließt:

„Den Durchschnittsmenschen erregen einfach nicht die amerikanischen technologischen Errungenschaften, unsere früher hohen Testergebnisse oder sonst irgendein Eierkopfthema. Er kommt in Fahrt, wenn er die Fahne wehen sieht, die majestätischen Flugzeuge hoch oben, und Soldaten im Streben nach demselben Ziel. Wenn wir das Militär ablehnen, dann könnte die Einstellung des Patriotismus zusammen mit ihm verschwinden.“

Er schreibt auch, daß er dem Großteil der Kritik der Paläo-Rechten an den amerikanischen militärischen Abenteuern zustimmt.

Vor nicht allzu langer Zeit hätte ich ihm im wesentlichen zugestimmt, aber das Problem hier ist, daß auswärtige militärische Abenteuer zur Hauptmission des amerikanischen Militärs geworden sind. Die große Menge von Unterstützern „unserer Truppen“ in den Red States sind zu Gelackmeierten der Mission unserer Regierung geworden, ständig auswärts in Kriegen zu sein, die sehr wenig mit erkennbarem nationalem Interesse zu tun haben. Im Gegenteil, ich würde sagen, daß zum Beispiel der Krieg in Afghanistan aktiv unserem nationalen Interesse schadet.

Patriotismus, sagte Johnson, ist die letzte Zuflucht eines Halunken, und in den Vereinigten Staaten haben die Halunken entschieden darin Zuflucht genommen und die Unterstützung der wahren Patrioten für das Militär zur Unterstützung ihrer endlosen Kriege im Ausland kooptiert. Man muß unterscheiden zwischen dem Militär als Bollwerk der amerikanischen Nation und als Werkzeug der Regierung, und zu viele Amerikaner können diese Unterscheidung nicht treffen.

Seht euch das Video an, das OneSTDV bringt, und ihr werdet sehen, daß viele Unterstützer des Militärs glauben, daß „Freiheit“ für die Irakis nicht nur ein wichtiges Ziel ist, sondern auch eines, das wir tatsächlich erreicht haben. Das Video nutzt die Zurschaustellung von militärischem Gepränge und Disziplin – was die meisten Leute, mich eingeschlossen, bewundernswert und attraktiv finden – um die Botschaft zu befördern, daß unsere Kriege im Ausland wichtig sind und daß nur bekloppte Linke aus Berkeley dagegen sind.

Wie die meisten Amerikaner und wie OneSTDV habe ich den Großteil meines Lebens das Militär unterstützt und eine positive Einstellung zu ihm gehabt, aber in den letzten Jahren bin ich zur Ansicht gekommen, daß der Großteil der Kriege, die wir in unserer Geschichte geführt haben, riesige Fehler gewesen sind, Aktionen der Regierung, die ihre eigenen Interessen förderten, nicht die der Nation als Ganzes.

Kommentare aus dem Originalstrang bei Mangan’s:

Rick Darby:

Gonzalo Lira argumentiert, daß der Militarismus, in den die Vereinigten Staaten wegen des Kalten Krieges gezwungen wurden (den er für einen echten Krieg hält, auch wenn er nominell kalt war), so institutionalisiert wurde, daß wir dabei blieben, nachdem wir gewonnen hatten. Er denkt, daß wir immer noch ein Militär im Stil des Kalten Krieges haben, das gegen derzeitige Bedrohungen beinahe nutzlos ist.

Es gibt eine Menge in diesem Artikel, wo ich anderer Meinung bin, besonders die Idee, daß die Bedrohung durch den Islam erfunden ist, um unser riesiges militärisches Establishment zu rechtfertigen, und daß 9/11 kein Anschlag war, sondern nur ein Verbrechen.

Selbst wenn einige der Schlüsse, die er zieht, irrig sind, so hat er doch recht, daß die weltweite militärische Mission der Vereinigten Staaten zu einem Perpetuum mobile geworden ist. 700 überseeische Stützpunkte zu haben, ist der falsche Weg, unser Land gegen die Art von Feinden zu verteidigen, mit denen wir es jetzt zu tun haben.

Bonus Gift:

Ich stimme zu. Für mich war das Gefühl da, hat sich aber jenseits des Kipp-Punktes beschleunigt, nachdem Afghanistan zu einer Übung im “Nation building” wurde. Ich fragte mich, warum auf Gottes grüne Erde irgend jemand auch nur ein amerikanisches Leben im Versuch des Beweises verschwenden sollte, daß Wasser bergauf fließen kann (d. h. daß Afghanen ihre Lebensart wegwerfen und Multikulturalismus. verwässerten Islam etc. annehmen würden…)?

Conservative Dem:

General Smedley Butler, USMC: „Krieg ist eine Gaunerei“

http://en.wikipedia.org/wiki/Smedley_Butler

http://en.wikipedia.org/wiki/War_Is_a_Racket

Niemand würde General Butler „weich in Sachen Verteidigung“ nennen.

Scott:

Es ist witzig, wenn ein Werbefilm für die Streitkräfte versucht, patriotische Gefühle mittels martialischer Musik und Zeugs zu erwecken, und dann Frauen im Einsatz neben den Männern zeigt, wie sie Befehle bellen und was immer. Jeder, der dabei kein starkes Gefühl des Abscheus verspürt, gehört nicht zu meiner Spezies.

Starker:

OneSTDV: „Wenn wir das Militär ablehnen, dann könnte die Einstellung des Patriotismus zusammen mit ihm verschwinden.“

Das ist interessant, in je mehr militärischen Abenteuern wir uns engagieren, desto weniger patriotisch werde ich. Also der anfängliche Schlag gegen Afghanistan war notwendig, angesichts dessen, daß sie Al Kaida beherbergten, und der Anschläge von 9/11. Aber todsicher hätte ich die Ausfahrt genommen, bevor ich in die „Nation building“-Psychose geraten wäre, nach der wir süchtig zu sein scheinen. Laut der Verfassung, die wir hilfreicherweise für sie entwarfen, beinhalten unsere Ziele in Afghanistan die Gleichstellung von Frauen in der öffentlichen Sphäre. Dies ist eine paschtunische Kultur, die, um es so sachte wie möglich auszudrücken, absolute Verachtung für die Frauen hegt. Es gibt KEINE Chance, daß dieses Ziel in diesem Jahrtausend erreicht werden wird.

Ich teile deine allgemeine positive Einstellung zum Militär, Dennis, aber ist diese spatzenhirnige Politik eine Hilfe für diesen Respekt?

Überlassen wir das letzte Wort hier Fred Reed, einem Kerl, der als Marine in ’Nam war und seither ein wenig Schwierigkeiten mit seiner Sichtweise gehabt hatte:

„Gemäß den Zahlen des Pentagons ist das US-Militär dem Widerstand sieben zu eins überlegen. Die Vereinigten Staaten haben völlige Kontrolle über die Luft, … F-16, kanonenbestückte Hubschrauber, Transporthubschrauber und Predator-Drohnen, sowie Panzerung, Körperschutz, Nachtsichtgeräte, schwere Waffen, Verwundetenevakuierung, Spitäler, gutes Essen und PX-Läden. Die Afghanen haben nur AKs, RPGs, C4 und Eier in der Hose. Und doch gewinnen sie, oder halten zumindest ihre Stellung.“

Es sitzen Kerle ohne Beine bei Walter Reed, oder welche, denen das halbe Gesicht weggeschossen wurde, oder die für den Rest ihres Lebens Kolektomiebeutel tragen müssen. In ein paar Jahren werden wir anderen uns nicht einmal mehr daran erinnern, warum sie dort sind. Baut das Patriotismus auf? Für mich funktioniert das nicht.

Anonymous:

Ich bin immer ein Fan von Geschichte gewesen und habe das Militär geliebt, besonders die Flugzeuge und anderes Großgerät. Aber all das hat sich mit der Bombardierung Serbiens 1999 geändert. Ich hatte immer gedacht, daß Kerle wie McCain auf meiner Seite wären, aber ich werde nie vergessen, daß dieser für das Bombardieren Serbiens die Werbetrommel gerührt hat.

Nach 9/11 war ich bereit, mich an der Vergeltung zu ergötzen, die der Al Kaida in Afghanistan angeblich verabreicht werden sollte. Aber als sie Osama bin Laden im Dezember 2001 aus Tora Bora entkommen ließen und die Kriegstrommel gegen den Irak zu rühren begannen, wußte ich, daß das Spiel aus war.

Ich werde nie wieder so empfinden. Nur der Einsatz von Truppen zur Sicherung unseres eigenen Landes könnte jetzt wieder Leben in mich bringen.

OneSTDV:

Also der anfängliche Schlag gegen Afghanistan war notwendig, angesichts dessen, daß sie Al Kaida beherbergten, und der Anschläge von 9/11. Aber todsicher hätte ich die Ausfahrt genommen, bevor ich in die „Nation building“-Psychose geraten wäre, nach der wir süchtig zu sein scheinen.

Nach 9/11 war ich bereit, mich an der Vergeltung zu ergötzen, die der Al Kaida in Afghanistan angeblich verabreicht werden sollte. Aber als sie Osama bin Laden im Dezember 2001 aus Tora Bora entkommen ließen und die Kriegstrommel gegen den Irak zu rühren begannen, wußte ich, daß das Spiel aus war.

Ich habe dieselbe Position. Erst kürzlich erkannte ich, daß wir nicht in Irak und Afghanistan sind, um Ärsche zu treten, sondern um ihre Länder auf Kosten amerikanischer Leben aufzubauen.

Rusty Mason:

Sieben Kommentare hintereinander, denen ich stark zustimme. Ich kann mich nicht erinnern, wann das zuletzt passiert ist.

kurt9:

Außer wegen 9/11 stimme ich Gonzalo Lira im allgemeinen zu. Ich glaube in der Tat, daß die Bedrohung durch den Islam von der Rechten und dem militärischen Establishment übertrieben worden ist. Jedoch ist er dennoch eine Bedrohung, auch wenn sie nicht so schlimm ist, wie sie dargestellt worden ist.

Erinnert euch, alle großen gesellschaftlichen Institutionen sind Bürokratien, und es ist der erste Zweck der Bürokratie, ihre eigene Existenz vor allem anderen zu verewigen.

tanabear:

Commodus: „Der Krieg meines Vaters gegen die Barbaren – er sagte es selbst: er bewirkte nichts. Aber das Volk liebte ihn.“

Lucilla: „Das Volk liebt immer Siege.“

Commodus: „Warum? Sie haben die Schlachten nicht gesehen. Was liegt ihnen an Germanien?“

Lucilla: „Ihnen liegt an der Größe Roms.“

Aus „Gladiator“.

Unter der Republik war Rom ein Volk, unter dem Imperium war es eine Bevölkerung. Wohin sind wir unterwegs?

Sean O’Brian:

Nachdem Großbritannien im ersten anglo-afghanischen Krieg besiegt worden war, riefen die Öffentlichkeit und Lord Palmerston nach Rache. Premierminister Robert Peel erwiderte, daß er keinen weiteren Krieg führen würde, um das Studium von Adam Smith unter den Paschtunen zu verbreiten.

Anonymous:

Außer wegen 9/11 stimme ich Gonzalo Lira im allgemeinen zu. Ich glaube in der Tat, daß die Bedrohung durch den Islam von der Rechten und dem militärischen Establishment übertrieben worden ist. Jedoch ist er dennoch eine Bedrohung, auch wenn sie nicht so schlimm ist, wie sie dargestellt worden ist.

Du mußt noch einmal in die Bücher schauen, „kurt9“. Der Islam ist eine sehr große Bedrohung. Das ist die vergangenen 1.000 Jahre gewesen. Die Bedrohung ist nicht übertrieben worden. Wenn überhaupt, dann ist sie unterschätzt und mißverstanden worden, viele Male absichtlich und aus Furcht. Leider sehen diejenigen an der Macht im Westen nicht, was die Realität des Islams ist. Viele ermutigen mehr die Feinde innerhalb der Tore, sozusagen.

Anonymous:

Peter Hitchens schrieb nach der Wahl von Obama, daß die Republikaner „es vorzogen, auf der Weltbühne zu posieren. Verängstigt davor, die linken Lehrer und sexuellen Revolutionäre zu Hause zu konfrontieren, konnten sie Soldaten befehlen, in ihrem Namen in fernen Wüsten tapfer zu sein.“

Was sie wirklich zu konfrontieren fürchten, ist die Rassenfrage in Amerika; sie fürchten sich so sehr davor, daß sie ihrer wählerimportierenden Opposition nicht entgegentreten können, sodaß sie darauf zurückgreifen müssen, ihre schwindenden weißen Unterstützer um Krieg und militärischen Patriotismus zu sammeln, ohne den jene Unterstützer erkennen könnten, daß die Republikaner keine Absicht haben, irgendetwas vom traditionellen Amerika zu bewahren. Die republikanischen Führer erkennen natürlich, daß der Verrat an ihrem Volk auf lange Sicht eine Katastrophe für sie bedeutet, aber anscheinend haben sie vor, an diesem Punkt das Licht auszuschießen, das Geld zu schnappen und davonzurennen.

Martin B:

Ich hatte allgemein eine wohlwollende Einstellung zum Militär, aber ich bin diesbezüglich in den letzten Jahren ziemlich sauer geworden. Es ist nicht nur, daß amerikanische Soldaten in die fernen Winkel der Erde geschickt werden, um imperiale Kriege zu führen, die von keinem Nutzen für sie, uns oder die Eingeborenen jener Länder sind. Es scheint mir zusehends, daß das US-Militär kaltschnäuziger, skrupelloser und böser wird.

Bedenkt zum Beispiel diesen Fall:

http://today.msnbc.msn.com/id/19189482/ns/today-today_people/

wo ein US-Soldat (ein SEAL) sich erinnert, wie er und seine Kameraden ruhig die Hinrichtung von Zivilisten erwogen – afghanischer Ziegenhirten, die die absolute Frechheit besaßen, in Afghanistan herumzugehen und Ziegen zu hüten. Was an diesem Fall so schockierend ist, ist nicht, daß sie solch eine Handlung erwogen (ich kann ihre Begründungen verstehen) – es ist, daß er ein Buch darüber schrieb und in der TODAY Show darüber redete, und daß es nicht als empörend betrachtet wird. Ist es das, wozu der amerikanische Soldat geworden ist? Was ist nur aus Audie Murphy geworden?

Wir töten jetzt routinemäßig Leute – Menschen, die „Aufständische“ sein könnten oder auch nicht – mit Hellfire-Raketen, die von ferngesteuerten Drohnen abgefeuert werden, werfen von F-16-Maschinen in 6.000 m Höhe aus Streumunition auf sie ab oder fetzen sie mit 30mm-Granaten aus abgereichertem Uran in Stücke, die aus Maschinenkanonen an Hubschraubern in einer Entfernung von einer halben Meile abgefeuert werden. Die Leute, die wir töten, um ihnen die Segnungen der Demokratie und der Freiheit zu sichern, und/oder ihre Verwandten werden den Eindruck gewinnen, daß wir brutale Feiglinge sind, die sich nicht in fairem Kampf stellen werden. Oder daß wir einfach inhumane Monster sind. Maschinen. Wir werden zu “Skynet” aus den Terminator-Filmen. Und falls es die technokratischen PC-Generäle des mittleren Managements im Pentageon und die gung-ho – hoo-ah Kompanieführer nicht bemerkt haben sollten: „Skynet“ ist nicht der Gute in diesen Filmen.

J:

Anscheinend haben die Amerikaner das Verständnis für die Wurzel ihres Wohlstands verloren (bei all ihrem Gejammer, sie genießen immer noch den höchsten Lebensstandard der Welt). Sie wollen die Verbindung zwischen unbegrenztem und billigem Benzin, das sie genießen, und der Unterhaltung von Militärstützpunkten in Saudi-Arabien, Kuwait und Irak nicht sehen.

Matt G.:

„wo ein US-Soldat (ein SEAL) sich erinnert, wie er und seine Kameraden ruhig die Hinrichtung von Zivilisten erwogen – afghanischer Ziegenhirten, die die absolute Frechheit besaßen, in Afghanistan herumzugehen und Ziegen zu hüten. Was an diesem Fall so schockierend ist, ist nicht, daß sie solch eine Handlung erwogen (ich kann ihre Begründungen verstehen) – es ist, daß er ein Buch darüber schrieb und in der TODAY Show darüber redete, und daß es nicht als empörend betrachtet wird. Ist es das, wozu der amerikanische Soldat geworden ist? Was ist nur aus Audie Murphy geworden?“

Viele dieser Soldaten haben 4 – 5 Einsatzturnusse abgeleistet und leiden unter den psychologischen Auswirkungen des Krieges. Viele kehren als Cops ins Zivilleben zurück, mit katastrophalen Folgen für die Bürger.

http://www.vdare.com/misc/100322_peters.htm

Wandrin:

Es ist sehr schwer für Leute mit Familienverbindungen, sich vom Fahnenschwenken loszulösen, selbst wenn sie mit der Mission nicht einverstanden sind.

Deshalb ist der Patriotismus die letzte Zuflucht des Halunken. Er funktioniert garantiert zumindest ein bißchen.

Dennis Mangan:

J sagte:

„Anscheinend haben die Amerikaner das Verständnis für die Wurzel ihres Wohlstands verloren (bei all ihrem Gejammer, sie genießen immer noch den höchsten Lebensstandard der Welt). Sie wollen die Verbindung zwischen unbegrenztem und billigem Benzin, das sie genießen, und der Unterhaltung von Militärstützpunkten in Saudi-Arabien, Kuwait und Irak nicht sehen.“

J, ich bin entschieden anderer Meinung als du. Öl wird auf dem Weltmarkt verkauft, und die Vereinigten Staaten bekommen keinen Rabatt wegen ihrer Militärbasen. Kanada und Europa z. B. zahlen das Gleiche wie wir. In den Staaten erbohrtes Öl wird zum selben Preis verkauft. In Wirklichkeit stützen die Basen Regimes, die für freundlich gehalten werden, und bedrohen Regimes, die für unfreundlich gehalten werden, entweder uns oder Verbündeten gegenüber. Ich glaube, daß wir sie das selber klären lassen sollten, und außerdem würden einige davon keine Feinde sein, wenn unsere eigenen Handlungen nicht wären.

Tanstaafl:

Um die Welt für die Plutokratie sicher zu halten.

Rollory:

„in den letzten Jahren bin ich zur Ansicht gekommen, daß der Großteil der Kriege, die wir in unserer Geschichte geführt haben, riesige Fehler gewesen sind, Aktionen der Regierung, die ihre eigenen Interessen förderten, nicht die der Nation als Ganzes.“

Richtig. Dasselbe hier.

Ich arbeite für eine Firma, wo die Mehrheit unserer Kunden Militärangehörige sind. Die Leute von HR stellten ein Video aus Interviewausschnitten zufriedener Kunden zusammen, wo sie alle – weiße Männer – davon redeten, wie wichtig Diversity für die Ausübung ihrer Jobs sei.

Nicht daß Diversity irgendetwas mit dem Geschäft zu tun hätte, in dem wir uns angeblich befinden. Das Militär ist über die Nutzlosigkeit hinaus gehirngewaschen.

Matra:

Was ich an den militärbefürwortenden „Patrioten“ nicht kapiere, ist, daß viele von ihnen behaupten, die Bundesregierung abzulehnen, sogar zu hassen. Es sind Rechte, die sich über Washington DC beschweren, über Steuern und Big Government, und doch haben sie einen seltsamen Respekt für die bewaffneten Kollaborateure dieser Bundesregierung. Für mich sind Soldaten einfach Regierungsbedienstete, nicht anders als Bürokraten oder TSA-Angestellte.

Charlie:

OneSTDV klingt hier wirklich bescheuert. Weiß er, daß es tatsächlich viele Länder auf der Welt mit sehr patriotischen Bürgern gibt, die kein großes Militär haben und ihren Patriotismus nicht auf die Fähigkeit ihrer Nationen zur Abschlachtung anderer Leute stützen?

Genausowenig scheint er zu begreifen, daß man kein großes Militär haben kann, ohne es zu benutzen, daher ist es sinnlos, all die nutzlosen Kriege zu kritisieren, die wir führen, während man das große Militär lobt, das sie führt. Wenn du glaubst, daß es möglich ist, sich solch ein Militär zu halten, ohne es einzusetzen, dann zeig mir bitte irgend eine Zeit in der Geschichte, wo so etwas geschehen ist. Es ist eine politische Unmöglichkeit; wenn Rüstungsauftragnehmer Geld erhalten, werden sie Macht erhalten, und wenn sie Macht erhalten, werden sie sie Profite sehen, die man durch Krieg erhalten kann, und werden Lobbyarbeit für den Krieg betreiben.

Was uns zu der interessanten Situation führt, die oben erwähnt wurde:

Überlassen wir das letzte Wort hier Fred Reed, einem Kerl, der als Marine in ’Nam war und seither ein wenig Schwierigkeiten mit seiner Sichtweise gehabt hatte:

„Gemäß den Zahlen des Pentagons ist das US-Militär dem Widerstand sieben zu eins überlegen. Die Vereinigten Staaten haben völlige Kontrolle über die Luft, … F-16, kanonenbestückte Hubschrauber, Transporthubschrauber und Predator-Drohnen, sowie Panzerung, Körperschutz, Nachtsichtgeräte, schwere Waffen, Verwundetenevakuierung, Spitäler, gutes Essen und PX-Läden. Die Afghanen haben nur AKs, RPGs, C4 und Eier in der Hose. Und doch gewinnen sie, oder halten zumindest ihre Stellung.“

Wenn unsere Fähigkeit, Kriege gegen weit unterlegene Gegner zu verlieren, sprunghaft zu wachsen scheint, dann deshalb, weil wir nicht wirklich „Kriege führen“.

Von Cäsars Invasion in Gallien bis zum Burenkrieg sind Generäle, die wirklich ein Territorium erobern wollten, sehr wohl fähig gewesen, Aufstände zu unterdrücken und mit der gefürchteten „Guerillakriegführung“ fertig zu werden. Was wir tun, ist Munition zu verbrauchen, um weitere Nachschubbestellungen zu erzeugen. Afghanistan IST gerade ein Sieg – für die Kriegsprofiteure. Das letzte, was sie wollen, ist tatsächlich einen Krieg zu führen und ihn zu gewinnen.

Hrabal:

„J, ich bin entschieden anderer Meinung als du. Öl wird auf dem Weltmarkt verkauft, und die Vereinigten Staaten bekommen keinen Rabatt wegen ihrer Militärbasen. Kanada und Europa z. B. zahlen das Gleiche wie wir. In den Staaten erbohrtes Öl wird zum selben Preis verkauft. In Wirklichkeit stützen die Basen Regimes, die für freundlich gehalten werden, und bedrohen Regimes, die für unfreundlich gehalten werden, entweder uns oder Verbündeten gegenüber. Ich glaube, daß wir sie das selber klären lassen sollten, und außerdem würden einige davon keine Feinde sein, wenn unsere eigenen Handlungen nicht wären.“

Dem stimme ich zu, so wie die Dinge jetzt stehen, jedoch gab es, als Hussein noch da war, eine legitime Sorge, daß er in Saudi-Arabien einmarschieren würde, wenn die US-Truppen ihn nicht in Schach halten würden (obwohl ich nicht glaube, daß sie in Saudi-Arabien hätten stationiert zu sein brauchen). Es war die ba’athistishe Philosophie, die arabische Welt als ein einziges Königreich zu vereinigen, und ihre Abenteuer in Iran und Kuwait schienen zu zeigen, daß sie es ernst damit meinten. Wenn Hussein Kontrolle über das Öl in Kuweit und Saudi-Arabien erlangt hätte, was er sehr wohl gekonnt hätte, wenn wir „ sie es selber klären lassen“ hätten, wäre er in der Position gewesen, den Westen beim Ölpreis in Geiselhaft zu nehmen, nachdem er genug davon kontrolliert hätte, um den Weltpreis zu manipulieren. Ich denke nicht, daß wir das wollten. Wenn Hussein WIRKLICH kurz vor einem Nukleararsenal gestanden wäre, dann wäre es sinnvoll gewesen, ihn auszuschalten, bevor er soweit gewesen wäre. Der wahrscheinliche reale Grund dafür, daß wir im Irak zu der Zeit einmarschierten, zu der es geschah, war der, daß der Zorn wegen 9/11 frisch genug war, um gute politische Deckung dafür zu liefern, zu dieser Zeit loszulegen, statt sagen wir 5 Jahre zu warten, wenn Hussein tatsächlich kurz vor der Nuklearfähigkeit gestanden haben könnte und der politische Wille in den Vereinigten Staaten zum Einmarsch im Irak geschwunden sein könnte.

Ich glaube jedenfalls, daß dies die Denkweise war. Ich habe keine Ahnung, was wir davon halten sollten, immer noch dort zu bleiben, nachdem Hussein und die Ba’athisten lange verschwunden sind.

Martin B:

Dennis Mangan sagte:

„J, ich bin entschieden anderer Meinung als du. Öl wird auf dem Weltmarkt verkauft, und die Vereinigten Staaten bekommen keinen Rabatt wegen ihrer Militärbasen.“

Ich stimme zu, Dennis. Dies ist ein wichtiges Argument, und man muß es anbringen, um jene zu widerlegen, die unsere militärisches Imperium rechtfertigen, indem sie als letztes Mittel diesen Appell ans nackte Eigeninteresse richten: „Nun, wenn schon aus keinem anderen Grund, müssen wir es tun, um unsere Ölversorgung aufrecht zu erhalten.“ Von welchen Ländern kaufen wir Öl? Von Nigeria, Venezuela, Saudi-Arabien, Irak? Viele dieser Länder haben nichts anders als Öl, das auf dem Weltmarkt einen Wert hätte. Sie müssen uns das Öl mehr verkaufen, als wir es kaufen müssen. Es wird immer zu irgendeinem Preis erhältlich sein. Ich sage, lasst den Tanker am Terminal anlegen und kauft das Öl von dem verzinnten Despoten, der das Land an diesem Tag führt, und es kümmert mich nicht sehr, wer es ist.

@ Rollory und Matra:

Gute Argumente. In vieler Weise ist das Militär nicht viel anders als eine zivile Regierungsbehörde. Eine Menge Leute darin sind aus denselben Gründen dabei: Vergünstigungen und Jobsicherheit. In Sachen politkorrekter Indoktrination ist das Militär in einer sehr bedeutenden Hinsicht anders: es hat eine größere Fähigkeit und eine sehr erweiterte Autorität, seine offizielle Ideologie bei seinen Bediensteten durchzusetzen – zumindest den uniformierten – als es bei Zivilbehörden der Fall ist.

Hrabal sagte:

„Es war die ba’athistishe Philosophie, die arabische Welt als ein einziges Königreich zu vereinigen, und ihre Abenteuer in Iran und Kuwait schienen zu zeigen, daß sie es ernst damit meinten.“

Iraner sind keine Araber, Trottel.

„…statt sagen wir 5 Jahre zu warten, wenn Hussein tatsächlich kurz vor der Nuklearfähigkeit gestanden haben könnte und der politische Wille in den Vereinigten Staaten zum Einmarsch im Irak geschwunden sein könnte.“

Hussein war nicht annähernd in der Lage, eine Atombombe zu bauen, nicht 1991, nicht 2003.

Anonymous:

„J, ich bin entschieden anderer Meinung als du. Öl wird auf dem Weltmarkt verkauft, und die Vereinigten Staaten bekommen keinen Rabatt wegen ihrer Militärbasen. Kanada und Europa z. B. zahlen das Gleiche wie wir. In den Staaten erbohrtes Öl wird zum selben Preis verkauft. In Wirklichkeit stützen die Basen Regimes, die für freundlich gehalten werden, und bedrohen Regimes, die für unfreundlich gehalten werden, entweder uns oder Verbündeten gegenüber. Ich glaube, daß wir sie das selber klären lassen sollten, und außerdem würden einige davon keine Feinde sein, wenn unsere eigenen Handlungen nicht wären.“

Das US-Militär und sein Netzwerk von Stützpunkten sichern die globalen Handelsnetzwerke. Dies ist die Basis dafür, daß der Dollar die Reservewährung der Welt ist. Dies macht Öl und andere Importe für die Vereinigten Staaten billiger und leichter erhältlich. Es ermöglicht westlichen Ölkonzernen auch größere Hebelwirkung bei Verhandlungen mit ausländischen Regimes um PSAs (Production Sharing Agreements) und hilft ihnen, bei ihren Geschäften bessere Bedingungen zu erhalten. Kanada. Europa et al zahlen nicht denselben Realpreis wie wir. Sie müssen die Dollars verdienen, um für Öl zu bezahlen.

Trotzdem glaube ich nicht, daß dies eine gute Situation ist, wie „J“ unterstellt, der womöglich seinen eigenen Grund für den Versuch hat, unsere Einmischerei im Nahen Osten als für uns vorteilhaft erscheinen zu lassen. Es hat das Wachstum und die Macht der Konzerne, des Staates und des Finanzsektors genährt, zum Schaden der Amerikaner.

IHTG:

„Weiß er, daß es tatsächlich viele Länder auf der Welt mit sehr patriotischen Bürgern gibt, die kein großes Militär haben und ihren Patriotismus nicht auf die Fähigkeit ihrer Nationen zur Abschlachtung anderer Leute stützen?“

Ich denke, du wirst finden, daß selbst im mickrigsten Land die örtlichen Patrioten voll für ihr geliebtes Militär sein werden.

Es muß nicht über-mächtig sein, aber es muß „über-respektiert“ werden.

Hrabal:

Wo wir von Ba’athisten reden, was würde ein Ethnopluralist von ihnen halten? Die Ba’athisten wollten eine einzige arabische Nation schaffen, die sich von Marokko bis zum westlichen Iran erstreckt. Wenn das geschehen wäre, dann würde die arabische Nation – eine moslemische Nation – mehr als die Hälfte des Öls der Welt kontrollieren und in der Tat eine Supermacht sein. Es liegt im Interesse Amerikas, daß die arabische Welt geteilt und in Konkurrenz untereinander bleibt. Was ein weiteres Beispiel dafür ist, warum es einen Konflikt zwischen den Interessen einer nationalistischen Gruppe in einer Nation und den Interessen von „Nationalisten überall in ihren eigenen Nationen“ gibt.

„Iraner sind keine Araber, Trottel.“

Die Invasion im Iran war ein Versuch von Arabern, ölreiches Land für Araber einzunehmen.

„Hussein war nicht annähernd in der Lage, eine Atombombe zu bauen, nicht 1991, nicht 2003.“

Wo wäre er bis 2011 gewesen?

Dennis Mangan:

„Kanada. Europa et al zahlen nicht denselben Realpreis wie wir. Sie müssen die Dollars verdienen, um für Öl zu bezahlen.“

Heutzutage kauft man einfach Dollars auf dem Markt, daher müssen sie keine Dollars „verdienen“. Abgesehen von kleineren regionalen Unterschieden zahlen sie tatsächlich denselben Preis wie wir, und sie haben ihre Streitkräfte nicht in 104 verschiedenen Ländern stationiert wie wir. Auch gibt es eine Menge großer ausländischer Ölkonzerne – Total, ENI, BP, Statoil etc. – und man kann sich vorstellen, daß sie bei Verhandlungen die gleiche Hebelkraft haben wie amerikanische Konzerne.

Martin B:

Vielleicht wird das amerikanische Kernland nicht so scharf aufs Militär sein, nachdem es verschwult wird:

http://www.politico.com/news/stories/1210/46576.html

Wie lange wird’s dauern, bis Soldaten und Frauen in Uniform bei einigen der unverschämteren „Gay Pride Parades“ der Nation mitmarschieren?

Und zu Ehren der Aufhebung von „Don’t Ask Don’t Tell“:

http://www.youtube.com/watch?v=ol5Dfs7jqFI

Bonus Gift:

Hinsichtlich des Kommentars, daß US-Dollars bedeuten, daß andere ihre US-Dollars „verdienen“ müssen, während wir das nicht müssen, hat Dennis im allgemeinen recht (d. h. zumindest in dem Sinne, wie es als Argument benutzt wurde, daß die Vereinigten Staaten kein Geld „verdienen“ müssen).

Gegenwärtig haben alle Länder/Währungszonen „Fiat“-Währungen. Wenn daher zum Beispiel der Ölpreis in US-Dollars angegeben ist und man australische Dollars hat, dann wechselt man seine wertlosen australischen Dollars gegen wertlose US-Dollars und kauft sein Öl zum aktuellen Preis. Daher ist „verdienen“ ein sehr starkes Wort in Bezug auf das gegenwärtige Wechselkursregime, bei dem keine Währung von irgend etwas gedeckt ist, das wirklich im alten Sinn des Wortes verdient wird. Trotzdem, weil das gegenwärtige Wechselkursregime den USD als seinen jetzt sehr lockeren Anker unter den nicht-gedeckten Papierwährungen benutzt (dies wird von den MSM-Typen heutzutage oft „Reservewährungsstatus“ genannt), neigen andere Länder in der Tat dazu, einiges an USD in „Reserve“ zu halten, für den Fall, daß sie ihre Währung manipulieren wollen oder müssen. Nochmal, angesichts dessen, daß wertloses Geld gedruckt oder elektronisch geschaffen werden kann (was heutzutage die Norm ist), ist „verdienen“ ein bißchen eine Fehlbezeichnung hinsichtlich Regierungen mit der Macht und dem Willen, es zu drucken.

Tatsächlich sind es unter dem gegenwärtigen Wechselkursregime die Vereinigten Staaten, die oft im Nachteil sind, weil es tendenziell einem Land/einer Währungszone erlaubt, seine Währung zu manipulieren, um Handelsbilanzen weitgehend zu ignorieren und/oder zu manipulieren (siehe Japan und China, etc.). Es sind besonders die Unternehmen außerhalb des Finanzsektors, die wirklich ihr Geld verdienen müssen, wo die Dinge interessanter sind; aber das wäre eine noch größere Abschweifung, als ich es mir bisher hätte erlauben sollen. Kurz, es ist die Interaktion des Wechselkursregimes, Finanz- vs. nicht-finanzielle Unternehmen, und Währungsmanipulatoren vs. Nicht-Manipulatoren, wo es interessanter und schmutziger wird. Jedenfalls, wenn der Rest der Welt ein greifbares Gut/Land/etc. liefern muß, um fiat-gedeckte USD zu kaufen, dann würde ich sagen, sicher, sie müssen es verdienen und die USA sind ein purer Trittbrettfahrer, aber rein hinsichtlich des Gelddruckens, und das trifft nicht zu.

Was das Stehlen von Öl als Hauptgrund für die US-Kriege im Nahen Osten angeht, so wird das durch die Zahlen nicht gestützt. Das heißt, die Kosten dieser Kriege sind ein Mehrfaches der Kosten für das Öl. Nein, die leichtere und simplere Antwort ist die ZOG.

Anonymous:

„Heutzutage kauft man einfach Dollars auf dem Markt, daher müssen sie keine Dollars „verdienen“.“

Das meinte ich mit Dollars „verdienen“. Man kann nicht mit allem Dollars kaufen, und manche Dinge werden auf dem Markt mehr Dollars bringen als andere.

Wirtschaftliche Aktivitäten werden direkt oder indirekt auf den Erwerb von Dollars abgestimmt, und dies erhöht die Nachfrage und daher den Wert von Dollars. Daran ist ein Netzwerkeffekt beteiligt, ähnlich Microsoft Windows, dessen Wert weitgehend vom Umfang und Ausmaß der Aktivitäten und Programme kommt, die auf Windows laufen. D. h., diese Aktivitäten und Programme „lauten“ auf Windows.

„Abgesehen von kleineren regionalen Unterschieden zahlen sie tatsächlich denselben Preis wie wir, und sie haben ihre Streitkräfte nicht in 104 verschiedenen Ländern stationiert wie wir.“

Sie zahlen denselben Nominalpreis. Sie haben ihre Streitkräfte nicht überall auf der Welt, aber sie können auch nicht riesige Defizite haben und Geld drucken wie wir. Wir exportieren „militärische Sicherheit“, während sie andere Dinge exportieren müssen, um ihre Importe zu stützen.

Anonymous:

„Es liegt im Interesse Amerikas, daß die arabische Welt geteilt und in Konkurrenz untereinander bleibt.“

Ich würde meinen, daß es noch mehr im Interesse der Israelis liegt, daß sie das bleiben.

Anonymous:

„Niemand würde General Butler „weich in Sachen Verteidigung“ nennen.“

Man wird finden, daß es nicht viele Neocons oder Falken gibt, die Butler auch nur zur Kenntnis nehmen wollen, was mir sagt, daß er an etwas dran war. Im allgemeinen ist es so, daß sie jemand, wenn er leicht als Spinner abgetan werden kann, ständig in die Diskussion bringen werden, ob es berechtigt ist oder nicht. Aber Butler mit seinen zwei Medals of Honor ist einfach zu glaubwürdig, um ihn auch nur zu diskutieren.

Anonymous:

Wenn man in Amerika eine normale Existenz führen will, muß man im Grunde an der Geldwirtschaft teilnehmen, d. h. Dinge tun, die Dollars „verdienen“ bzw. Dollars auf dem Markt kaufen, indem man seine Arbeitsleistung verkauft. Sobald man an der Geldwirtschaft teilnimmt, muß man Steuern zahlen. Die Alternative dazu ist, irgendwo abseits des Netzes zu leben, obdachlos zu sein, ein alternatives Netzwerk/Geld/Tauschsystem errichten, das die Dollarwirtschaft umgeht, in welchem Fall die Bundesregierung hinter einem her sein und einem den Laden dichtmachen wird, oder sich weigern, Steuern zu zahlen, in welchem Fall man ins Gefängnis geworfen wird, wo man sexuell und physisch angegriffen und möglicherweise getötet wird.

In ähnlicher Weise muß man in der internationalen Arena, wenn man eine industrielle Wirtschaft haben will, im Grunde am internationalen Handelsnetzwerk teilnehmen, das vom US-Militär errichtet und erhalten wurde, daher also der Status des Dollars als Reservewährung für den Import von Rohmaterialien, lebenswichtigen Ressourcen wie Öl, und exportieren, um Dollars zu „verdienen“ oder Dollars auf dem Markt kaufen, um Importe zu bezahlen. Die Alternative dazu ist, sozusagen abseits vom Netz zu leben wie Nordkorea, oder es durch Errichtung alternativer Netzwerke, bilaterale Handelsarrangements etc. zu umgehen, eine Option, die wirklich nur für Länder wie Rußland und China und ihre Klienten verfügbar ist, die genug Macht haben, um solche Aktionen zu decken.

Mit hohen Defiziten, aber vielleicht mehr noch bei großen Spielern wie Rußland und China, die den Dollar bei Energiegeschäften zunehmend umgehen, und bei abnehmender relativer Kontrolle der USA über das Öl, sind die de-facto-Deckung durch Öl und der Status des Dollars als Reservewährung gefährdet. Deshalb hat Zoellick kürzlich mit der Idee herumgeworfen, zum Goldstandard zurückzukehren. Wie Jim Rickards sagte, sind die Vereinigten Staaten „das Saudi-Arabien des Goldes“, d. h. haben Kontrolle über große Goldvorräte. Durch die Golddeckung könnte der Dollar in der Lage sein, seinen Status als Reservewährung aufrecht zu erhalten und die dominierende Währung des internationalen Handels zu sein, wodurch sein Wert mittels des Netzwerkeffekts erhöht würde und er wertvoller wäre, als er es ansonsten sein könnte.

J:

Dennis,

es ist zweifelhaft, daß du billiges und unbegrenztes Benzin für dein neues Auto haben könntest, wenn amerikanische Stützpunkte nicht den Nahen Osten bewachen würden. Erst dieser Tage wurden die Japaner daran erinnert, daß ihre Elektronikindustrie völlig abhängig ist von chinesischen Exporten seltener Erden, und daß diese Abhängigkeit einen politischen Preis hat. Natürliche Ressourcen wie auch Märkte sind endlich, und Nationen konkurrieren um sie. Ohne physische Präsenz vor Ort würden die USA ausgestochen werden und wären gezwungen, Monopolpreise zu zahlen. Ich hoffe, daß du den Bockmist nicht glaubst, daß es bei der Besetzung des Iraks und Kuwaits um die Förderung der Geschlechtergleichheit in der arabischen Welt geht, statt um die Sicherung von Halliburtons Zugang zu den Ölfeldern.

Daemon:

Ralph Peters hatte damals 1997 einen Artikel in „Parameters“ der Vierteljahresschrift des US Army War College, der voller triumphalisitscher Idiotie war, die die Zeit widerspiegelte, in der er geschrieben wurde. Aber er ist interessant, weil der die Art von Geisteshaltung offenbart, die die Eliten haben:

Konstanter Konflikt

„Es wird keinen Frieden geben. In jedem gegebenen Moment für den Rest unseres Lebens wird es rund um den Globus mehrfache Konflikte in mutierenden Formen geben. Gewalttätige Konflikte werden die Schlagzeilen dominieren, aber die kulturellen und ökonomischen Kämpfe werden stetiger und letztendlich entscheidender sein. Es wird die de-facto-Rolle der US-Streitkräfte sein, die Welt für unsere Wirtschaft sicher und für unseren kulturellen Angriff offen zu halten. Für diese Zwecke werden wir einiges an Töten besorgen.“

„Es wird mehr Demokratie geben – diese geschickte liberale Form des Imperialismus – und eine größere populäre Ablehnung der Demokratie.“

Und das Bemerkenswerte ist, daß er die weißen Mittelschicht-Amerikaner, die von der Globalisierung mittels Einwanderung und Jobauslagerung bedrängt werden, zusammen mit ausländischen moslemischen Militanten und anderen Drittweltlern in eine Gruppe stellt:

„Die gekündigten Arbeiter in Amerika und die Taliban-Milizionäre in Afghanistan sind Brüder im Leiden“.

„Es ist ein Truismus, daß sich während des Großteils des 20. Jahrhunderts die Einkommenskluft zwischen oben und unten verringerte, ob wir nun von Individuen, Ländern oder in manchen Fällen von Kontinenten reden. Weiters konnten Individuen oder Länder es mit schierer Muskelkraft und dem Willen, sie einzusetzen, „schaffen“. Man konnte härter arbeiten als der Nachbar und auf dem Markt gewinnen. Es hatte eine rauhe Gerechtigkeit an sich, und es bot nahezu ökumenische Hoffnung. Dieses Modell ist tot. Heute gibt es einen wachsenden Überschuß an Muskelkraft in einem Zeitalter arbeitssparender Maschinen und Methoden. In unserem eigenen Land haben wir gesehen, wie Arbeitergewerkschaften sich von der Mitte der Bühne zu annähernder Bedeutungslosigkeit bewegt haben. Der Trend wird sich nicht umkehren. Gleichzeitig haben die Erwartungen dramatisch zugenommen. Es gibt ein globales Gefühl, daß Versprechungen gebrochen und Lügen erzählt worden sind. Individuen auf dem Großteil des Planeten glauben, daß sie nach den für sie festgelegten Regeln gespielt haben (oft haben sie das nicht), nur um herauszufinden, daß irgendeine undefinierte Macht die Regeln über Nacht geändert hat. Der Amerikaner, der in den 1960ern die High School abgeschlossen hat, erwartete einen guten Job, der seiner Familie Sicherheit und vernünftig wachsenden Wohlstand ermöglichen würde. Für viele solcher Amerikaner ist die Welt zusammengebrochen, während die Medien sie noch mit den Bildern einer immer reicheren, helleren Spaßwelt reizen, von der sie ausgeschlossen sind. Diese fallengelassenen Bürger spüren, daß es ihrer Regierung nicht mehr um sie geht, sondern nur um die Privilegierten. Einige suchen den Trost ausdrücklicher Religiosität. Die meisten bleiben gesetzestreue, fleißige Bürger. Einige nicht.“

„Der ausländische Zwilling ist der islamische, subsaharisch-afrikanische oder mexikanische Universitätsabgänger, der sich einer schwankenden Regierung, Arbeitslosigkeit, Ausschluß von den Profiten einer Korruption, die seine Gesellschaft verzerrt, Ehe in Armut oder Unmöglichkeit einer Ehe, sowie einer Flut von Information gegenübersieht, die ihm (übertrieben und in unehrlicher Weise) sagt, wie gut der Westen lebt.“

Über Cernunnos

Mein Blog: "Cernunnos' Insel" https://cernunninsel.wordpress.com/
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