Test FÉG-Pistolen in 7,65 mm Browning und 9 mm kurz

FEG-PP beide Kaliber

Zwei ungarische FÉG-Selbstladepistolen in den Kalibern 7,65 mm Browning und 9 mm kurz.

Von Marcel Geering, aus Heft 5-1984 des „Schweizer Waffen-Magazins“; hier ergänzt durch einen Praxistestbericht von mir.

Kopien der Walther PP/PPK-Pistolen sind nichts Neues. Hersteller in allen möglichen Ländern haben schon versucht, dieses ausgezeichnete Konzept zu vermarkten. Um konkurrenzfähig zu sein, müssen die Kopien billiger als die Originale verkauft werden. Das „billiger“ merkt man den Waffen aber meist auch an. Alle derartigen Waffen, die mir bis jetzt in die Hände gekommen sind, können punkto Qualität nicht mit den Originalen verglichen werden. Es sind eben Kopien mit einem anderen Preis-Leistungsverhältnis. Das heißt jedoch keineswegs, daß es sich um minderwertige oder gar unbrauchbare Waffen handeln würde.

Kommt eine Waffe aus osteuropäischer Fertigung, fallen mir sofort die Begriffe „robust“ und „mittelmäßiges Finish“ ein. Sie treffen auch auf die vorliegenden Waffen, welche Kopien der Walther PP in den Kalibern 7,65 mm Browning und 9 mm kurz sind und von der staatlichen Waffenfabrik FÉG in Ungarn hergestellt werden, zu. Die Waffen werden mit Beschußzertifikat und Ersatzmagazin, jedoch ohne Bedienungsanleitung, in einer Kartonschachtel geliefert.

FEG-PP Detailaufnahme

Detailaufnahme von Magazinhalterknopf, Entspannhebel und Hammer.

Rein äußerlich sind die Unterschiede zum Original gering. Griffschalen und Grifform sowie der Sicherungshebel entsprechen nicht genau dem Original. Die äußerliche Verarbeitung ist nicht schlecht, wenn auch beim Polieren etwas gespart wurde. Bei einer ersten Kontrolle aller Funktionen fiel bei beiden Waffen auf, daß alles etwas „harzig“ geht. Das Magazin fällt nach Druck auf den Halteknopf nicht heraus, sondern muß mühsam herausgezogen werden.

Die Sicherung läßt sich ebenfalls nur mit wesentlichem Kraftaufwand bedienen. Ein echter Minuspunkt muß den Spannabzügen erteilt werden. Bei der 9-mm-Waffe ist er mit 7 bis 8 kg noch an der obersten Grenze tolerierbar. Beim 7,65er-Modell ist der Spannabzug mit 10 bis 11 kg schlicht unbrauchbar.* Um auch solche Body-Building-Geräte testen zu können, habe ich mir unlängst eine 25-kg-Federwaage angeschafft. Als Waffentester braucht man, scheint’s, hie und da wirklich massives Testgerät! Zum Vergleich: Meine PPK hat einen seidenweichen Spannabzug von etwa 4,5 kg Widerstand.

Der Single-Action-Abzug ist bei beiden FÉG-Waffen mit rund 2,0 kg nicht schlecht. Meine PPK hat einen mit 1,65 kg.

(* siehe Anhang von Cernunnos)

Die Form des Waffengriffs gleicht eher dem der Mauser HSc als dem der Walther PP. Mir persönlich paßt die Walther-Form wesentlich besser. Der Rückstoß wird beim Schießen mit der Walther denn auch als angenehmer empfunden. Das gleiche Problem ist mir von der Mauser HSc bekannt.

FEG-PP beide Kaliber von rechts

Die beiden FÉG-Pistolen, rechte Waffenseite.

Die schwarzen Kunststoffgriffschalen der Testwaffen verfügen über eine Daumenauflage. Ob eine Daumenauflage an einer Waffe dieser Art erwünscht ist, ist zumindest diskutabel. Auf jeden Fall ist die Daumenauflage für Linkshänder ein Problem.

Die Magazine fassen sechs* (9 mm kurz) respektive sieben* (7,65 Br.) Patronen. Sie sind numeriert. Die Magazinfedern sind etwas hart. Der jeweils letzte Schuß läßt sich nur mit viel Kraft laden.

(* siehe Anhang von Cernunnos)

Das Zerlegen entspricht dem Vorbild. Die Innenverarbeitung ist sauber ausgeführt. Alles ist auf gute Funktion ausgelegt, ohne überflüssige Polierarbeiten. Beide Waffen haben ein Leichtmetall-Griffstück. Der Lauf ist darin eingepreßt. Wie bei den meisten Oststaaten-Waffen sind die Läufe innen verchromt.

FEG-PP  9 kurz zerlegt

Zerlegte FÉG-Pistole in 9 mm kurz. Die beiden ungarischen Pistolen werden in Art der Walther-Pistolen zerlegt, denen sie auch von der Konstruktion her ähneln.

Der Abzugsmechanismus entspricht weitgehend demjenigen der Walther-Waffen. Als Neuerung verfügen die FÉG-Pistolen über eine Zündstiftsicherung. Bei entspanntem Hammer wird der Zündstift durch eine Feder in eine Raste gedrückt. Damit ist eine Vorwärtsbewegung des Zündstiftes, etwa beim Fall der Waffe auf die Mündung, ausgeschlossen. Durch einen kleinen Stift im Griffstück wird die Zündstiftsicherung beim Spannen des Hammers aufgehoben. In gespanntem Zustand ist die Zündstiftsicherung, im Unterschied etwa zu den SIG-220er-Pistolen, aufgehoben.

Die Visierung der Waffen entspricht weitgehend der Vorkriegsausführung von Walther. Kimme und Korn sind sehr fein und in der Dämmerung nur schlecht sichtbar.

Damit genug der theoretischen Betrachtungen. Schießeisen sind ja schließlich zum Schießen gedacht. Um es vorwegzunehmen: Sie schießen.

Mit Geco-Vollmantelmunition war die Funktion in beiden Kalibern einwandfrei. V0 7,65 mm Br. 301 m/s, E0 21,7 mkg / 213 J, V0 9 mm kurz 244 m/s, E0 18,5 mkg / 181 J. Aus beiden Waffen wurden volle Magazine so schnell als möglich geleert. Störungen traten nicht auf.

Die 9-mm-Waffe funktionierte auch mit Winchester-Silvertip-Munition. V0 295 m/s, E0 24,4 mkg / 239 J.

Die 7,65er-Waffe funktionierte mit Winchester-Silvertips nicht. Die Hülsen wurden teilweise nicht ausgeworfen. Offensichtlich ist die Munition zu schwach: V0 288 m/s, E0 16,5 mkg / 162 J.

Beim Schießen mit dem Spannabzug erwies sich das hohe Abzugsgewicht als Nachteil. Nur mit Mühe ließen sich im Deutschuß auf 6 m alle Schüsse auf einer Mannscheibe plazieren. Dies mit der 9-mm-Waffe. Mit der 7,65er mußte zweihändig mit beiden Zeigefingern abgezogen werden.*

(* siehe Anhang von Cernunnos)

Daten der FÉG-Pistolen:

System:  Selbstladepistolen mit Spannabzug; Feder-Masse-Verschluß
Kaliber:  7,65 mm Browning und 9 mm kurz (9 x 17 mm, .380 Auto)
Magazinkapazität: 6 (9 mm kurz) bzw. 7 (7,65 Br.)
Lauflänge:  100 mm
Gesamtlänge:  165 mm
Höhe:  115 mm
Gewicht:  550 g

Ergänzender Praxistestbericht von mir (Cernunnos):

Ich konnte vor kurzem zwei solche FÉG-Klone der Walther PP testen, ebenfalls in 7,65 mm Browning und 9 mm kurz. Hier sind sie abgebildet – links oben die 7,65er AP 74 mit dem hellen Griffstück, rechts unten die 9-mm-Version AP 66 mit dem schwarzen Griffstück:

FEG AP 74 7,65 mm + AP 66 9 mm kurz

Gleich vorweg sei erwähnt, daß die oben von Marcel Geering angegebenen Magazinkapazitäten nicht stimmen: die Pistolen fassen um jeweils eine Patrone mehr (7,65 mm: 8 Schuß; 9 mm kurz: 7 Schuß). Es hätte mich auch gewundert, denn die ursprüngliche ungarische Polizeipistole PA 63, von der die vorliegenden Waffen abstammen, hatte im Originalkaliber 9 mm Makarow (9,2 x 18 mm) eine Magazinkapazität von 7 Schuß, wie auch die 9-mm-Version der originalen Walther PP. Die 7,65er-Ausführung ist die seit 1974 gefertigte Exportversion AP 74, und das Modell in 9 mm kurz ist die seit 1966 exportierte AP 66. Bei der 7,65er ist es mir sogar einmal gelungen, 9 Patronen ins Magazin zu quetschen, aber als warnendes Zeichen ging schon das Durchladen ziemlich streng, und nach dem ersten Schuß gab es eine Zuführstörung. Es empfiehlt sich also, sich mit der Normalration zu begnügen, was auch für die Magazinfedern besser ist.

Die Abzüge waren tatsächlich relativ schwergängig – bei der 9 mm waren es mit Spannabzug ca. 7 – 8 kg wie oben angegeben, und bei der 7,65er ca. 8 – 9 kg, während es mit Single Action bei beiden Pistolen ca. 3 – 3,5 kg waren. Zum Vergleich: bei meiner PPK sind es in Double Action ca. 6 kg und mit Single Action ca. 2,5 kg.

Das Schießen ging dennoch ganz gut; auf 10 m konnte ich bei an der Verteidigungspraxis orientierter Schießweise – Ziehen der durchgeladenen, entspannten und entsicherten Waffe aus dem Holster, erster Schuß mit Spannabzug, weitere Schüsse mit Single Action – fast immer alle Schüsse auf eine Scheibe im Format DIN A3 plazieren, und meistens waren die Streukreise kleiner als 20 cm. Ab und zu gelangen mir auch Streukreise um 10 cm. Einmal habe ich sogar aus der 9-mm-Version ein ganzes Magazin mit Spannabzug verschossen: nach jedem Schuß mit dem Entspann- und Sicherungshebel entspannt, dann wieder entsichert und den nächsten Schuß abgefeuert. Alle Schüsse waren auf der Scheibe, und die Gruppe war sogar kleiner als meine erste Serie mit dieser Waffe.

Auf jeden Fall kann man diese Pistolen unbesorgt durchgeladen, entspannt und entsichert führen; die Spannabzüge sind eine ausreichende Sicherung gegen unbeabsichtigtes Feuern. Man steckt das volle Magazin an, lädt durch und schwenkt den Sicherungs- und Entspannhebel an der linken Schlittenseite nach unten. Der Hammer geht gefahrlos nach vorn, womit die Waffe entspannt ist. Um im Bedarfsfall sofort per Spannabzug schießen zu können, schwenkt man den Sicherungshebel wieder in die Horizontale, worauf der Abzug in die vordere Position geht. Nun kann man die Waffe ins Holster stecken und hat sie sicher und sofort schußbereit bei sich.

Wie Marcel Geering oben erwähnt, fallen die Magazine beim Betätigen des Magazinhalterknopfs nicht einfach heraus, sondern müssen herausgezogen werden. Das liegt an einer kleinen Federlamelle, die links vorne am Magazin leicht nach außen steht (siehe entnommenes Magazin auf dem Farbfoto) und einen Verlust des Magazins bei versehentlichem Betätigen des Halterknopfes verhindern soll. Wegen dieser Federlamelle kann man die Magazine beim Einführen auch nicht einfach bis zum Einrasten in den Schacht schieben, wie man das sonst von Pistolen gewohnt ist, sondern muß den Magazinhalterknopf drücken, an dem die Lamelle sonst ansteht. Dieses Element, das neben dem Magazinboden mit dem leicht angedeuteten Fingersporn ein klares Unterscheidungsmerkmal zu den originalen Walther-Magazinen ist (bei denen die Magazinböden entweder voll ausgebildete Fingersporne haben oder schlichte Blechplatten sind), verhindert auch eine Verwendung von FÉG-Magazinen in Walther-Pistolen. Umgekehrt kann man auch Walther-Magazine nicht in FÉG-Pistolen verwenden, weil bei Walther die Ausnehmung am Magazin, in die der Magazinhalter eingreift, gerade um eine Spur tiefer liegt, sodaß es in einer FÉG nicht ganz einrasten kann.

Die AP 66 und die AP 74 sind relativ zierliche Waffen, bei denen jemand mit größeren Händen seine Finger im Beidhandanschlag schon etwas sorgfältig schlichten muß, vor allem bei den tief herunterreichenden Schlittenflanken, durch die ich für meinen linken Daumen nur wenig Platz am vorderen Griffstück hatte. Auch sollte man als Großpfotiger der Versuchung widerstehen, den kleinen Finger der Schußhand unterhalb des Magazinbodens herumzuschlingen, weil dieser Druck von unten Zuführstörungen („Ofenrohr“) verursachen kann, was mir bei der 9 mm öfters passiert ist, während ich mit der 7,65er abgesehen von dem einen Klemmer wegen des überfüllten Magazins etwa 100 Schuß völlig störungsfrei verschießen konnte. Vielleicht verleitet der stärkere Rückstoß der 9 mm eher dazu, den Magazinboden mit dem kleinen Finger von unten zu umgreifen.

Ich habe übrigens auch einmal versucht, PP-Magazine in der PPK zu verwenden. Das geht zwar ohne weiteres, nur kommt man bei dieser noch kleineren Pistole auch in Versuchung, das Magazin mit dem kleinen Finger von unten zu umfassen (zumindest bei den Ausführungen mit Blechboden statt Fingersporn). Und da das längere Magazin der PP ein Stück aus dem Griff der PPK herausragt, ohne sich daran abzustützen, drückt man auf diese Weise die Patronensäule – abgefedert durch die Magazinfeder – von unten gegen den Schlitten, was zu denselben Ofenrohrstörungen führt.

Ein Problem, das ich bei der 9-mm-FÉG auch hatte, war, daß beide verwendeten Magazine in vollem Zustand nur bei sorgfältigem, entschiedenem Druck sicher einrasteten und daß der Magazinhalterknopf so positioniert ist, daß der rechte Daumen bei den Platzproblemen dieser zierlichen Pistole immer in dessen Nähe ist (zumindest wenn man wie ich gewohnt ist, den Daumen oben parallel zum Schlitten zu halten, weil ich sonst Pistolen mit unten am Abzugsbügel liegendem Magazinhalterknopf schieße), wodurch es öfter vorkam, daß keine Patrone zugeführt wurde und ich dann feststellte, daß das Magazin etwa einen Zentimeter weit herausgerutscht war. Bei der 7,65er, die im Gegensatz zu den flachen Griffschalen der 9 mm denselben Daumenauflagewulst an der linken Griffschale hatte wie die von Marcel Geering getesteten Waffen, hatte ich dieses Problem nie. Diese Daumenauflage verhinderte, daß der rechte Daumen versehentlich den Magazinhalterknopf betätigt (man erreicht ihn sogar nur mit ein wenig Umgreifen).

Insgesamt war ich von der 7,65er recht angetan, die zuverlässig funktionierte und auch neuwertiger war als die deutlich gebrauchtere 9-mm-Ausführung, mit der es im Gegensatz zu ersterer doch einige Störungen gegeben hatte. Neben Vollmantelpatronen hatte ich in beiden Kalibern auch Hohlspitzmunition (von Magtech) verschossen, welche problemlos zugeführt wurde.

Das Zerlegen, dessen Ablauf von Marcel Geering als bekannt vorausgesetzt wurde, geht recht einfach und soll hier für Leser geschildert werden, die mit der PP/PPK und ihren Klonen nicht vertraut sind. Nach Entnahme des Magazins und einer Durchladebewegung, um eine eventuell im Lauf befindliche Patrone zu entfernen (in dieser Reihenfolge!), zieht man den hinten angelenkten Abzugsbügel vorne herunter und drückt ihn nach links oder rechts, wo er sich am Griffstück abstützen kann (siehe viertes Bild von oben). Wenn man die Pistole dabei in der rechten Hand hält, ist es vorteilhafter, ihn nach links zu drücken, wo man ihn mit dem Zeigefinger festhalten kann, während man mit der Linken den Schlitten ganz nach hinten zieht, bis man ihn hinten aus den Schlittenführungen herausheben kann. Dann läßt man ihn nach vorne gleiten und schiebt ihn vom nun freiliegenden Lauf. Dieser ist im Unterschied zu verriegelten Pistolen fest eingebaut (die PP und ihre Abwandlungen haben einen simplen Masseverschluß), und die auf ihm steckende Schließfeder kann während der folgenden Laufreinigung dranbleiben.

Zum Zusammensetzen führt man Schließfeder und Lauf wieder ins Schlittenvorderteil ein und zieht den Schlitten so weit nach hinten, bis man ihn wieder in die Schlittenführungsnuten einsetzen und dann nach vorne gleiten lassen kann. Dabei ist nur darauf zu achten, daß der Schlittenfang an der linken Griffstückseite glatt anliegt. Anschließend die Pistole mit dem Sicherungshebel entspannen.

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4 Antworten zu Test FÉG-Pistolen in 7,65 mm Browning und 9 mm kurz

  1. Cernunnos schreibt:

    Vor kurzem konnte ich dasselbe 9mm-Exemplar – die schwarz brünierte AP 66 – noch einmal schießen, und habe damit 100 Schuß (je 50 PPU [Prvi Partizan] 6,1 g Vollmantel und Magtech 6,15 g Vollmantel [380A]) verfeuert.

    Dabei habe ich noch einmal genau darauf geachtet, welches Magazin ich gerade verwendete, und da hat sich gezeigt, daß die Einrastprobleme samt dem daraus resultierenden Nichtzuführen nur bei einem davon auftraten, das auch beim Einschieben einen Druck auf den Magazinhalterknopf erforderte, damit es ganz hineinging (vielleicht ist die im Artikel erwähnte Federlamelle links oben bei diesem einen Magazin etwas nach außen verbogen und steht irgendwo an).

    Das zweite Magazin hat immer sicher eingerastet, und auch beim Schießen hat es sich nie gelöst. (Offenbar spielt das Fehlen einer Daumenauflage doch keine Rolle.) Abgesehen von einem Fall, wo ich wieder einmal mit dem kleinen Finger unten um den Magazinboden herumgegriffen habe und prompt ein „Ofenrohr“ präsentiert bekam, hat dieses Magazin, mit dem der überwiegende Teil der 100 Patronen verschossen wurde, störungsfrei funktioniert.

    Es gab nur zwei weitere – munitionsbedingte – Störungen, und zwar mit den Magtech-Patronen:
    Dabei verklemmte sich jeweils die gerade abgeschossene Hülse mit der neu zuzuführenden Patrone, und in beiden Fällen war an der abgefeuerten Hülse eine deutliche Aufblähung zu sehen, was auf eine zu starke Ladung schließen läßt. (Von den Magtech-Patronen halte ich allgemein aufgrund diverser anderer Erfahrungen nicht allzu viel.)

    Deshalb hat bei diesen beiden Schüssen wohl der Ladezyklus zu schnell funktioniert, was bei Munition für Pistolen mit unverriegeltem Feder-Masseverschluß dagegen spricht, sich extrastarke Patronen selber zu laden oder laden zu lassen. Man kauft besser eine gute Fabriksmunition, bescheidet sich mit der standardmäßigen Geschoßenergie und sichert sich damit eine zuverlässige Funktion.

    Noch etwas zu den PPU-Patronen von Prvi Partizan: Im Gespräch mit mehreren wiederladenden Schützenkollegen habe ich gehört, daß dieses serbische Fabrikat zwar nicht das allerpräziseste ist, daß das aber in allen Kalibern „super Hülsen“ seien, die sich gut zum Wiederladen eignen.

  2. Cernunnos schreibt:

    Noch eine Erkenntnis bezüglich der FÉG-Klone der Walther PP konnte ich neulich gewinnen. Hiermit sei sie an meine Leser weitergereicht:

    Magazine für die Version in 9 mm Makarov lassen sich in der Ausführung im Kaliber 9 mm kurz trotz der sehr ähnlichen Patronenabmessungen (siehe Ersatzpatronen für 9 mm Para-Pistolen: Welche verdauen sie?) nicht verwenden – das Magazin läßt sich nur wenige Zentimeter weit in den Magazinschacht einführen, ehe es steckenbleibt.

  3. Cernunnos schreibt:

    Vor kurzem konnte ich mit der FÉG AP 66 (9 mm kurz) Geschoßgeschwindigkeitsmessungen mit der Magtech-Patrone 380B mit 6,15 g (95 grains) schwerem Teilmantel-Hohlspitzgeschoß durchführen. Dabei wurden 10 Patronen aus ca. 3 m Abstand durch das Meßgerät verfeuert.
    Die Resultate sahen so aus:

    213, 230, 242, 222, 222, 220, 215, 232, 222 und 206 m/s,
    das sind im Durchschnitt 222,4 m/s bzw. 152 Joule.

  4. Cernunnos schreibt:

    Gestern konnte ich wieder mit der AP 66 schießen, wobei ich ein anderes Magazin getestet habe, und dabei hat sich bestätigt, daß das Problem mit dem unbeabsichtigten Lösen nur an diesem einen Magazin liegt, wo es zuvor aufgetreten ist, denn dieses neue Magazin hielt bei ungefähr 50 abgefeuerten Schüssen sicher.

    Verschossen wurden Magtech-Patronen mit 6,15 g schweren Teilmantel-Hohlspitzgeschossen sowie Geco mit 6,15 g Vollmantelgeschossen. Als mir an den abgefeuerten Magtech-Hülsen die gleichen Aufblähungen im vorderen Bereich aufgefallen sind wie bei den im ersten Kommentar erwähnten Vollmantel-Magtechs, habe ich das schon für ein allgemeines Magtech-Problem gehalten. Als dann die Geco-Hülsen auch alle diese Aufblähungen hatten, war ich schon sehr verwundert.

    Dann habe ich fünf Magtechs und drei Gecos aus einer Glock 17 verschossen (siehe diesen Kommentar von mir) – und siehe: bei diesen Hülsen waren kaum Aufblähungen sichtbar.

    Ich denke, das liegt daran, daß sie aus dem Lauf der 9-Para-Waffe mit ihrem verriegelten System erst ausgezogen wurden, als das Geschoß schon draußen und der Gasdruck ziemlich abgefallen war, und außerdem nur ein Stück weit. Ich habe keinen praktischen Vergleich mit anderen Pistolen in 9 mm kurz mit unverriegelten Massenverschlüssen, sodaß ich nicht sagen kann, ob das ein allgemeines Phänomen dieser Waffentyp-Munitions-Kombination ist oder mit dieser einen Pistole zusammenhängt. Der Blick durch den Lauf zeigte jedenfalls keine Auffälligkeiten.

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