SWM-Serie „Sturmgewehre“ (13): Heckler & Koch Modell 33

Heckler & Koch-Sturmgewehr HK33E, Kaliber .223 Remington, mit festem Schaft.

Heckler & Koch-Sturmgewehr HK33E, Kaliber .223 Remington, mit festem Schaft.

Von Max Meinrad Krieg, aus der Serie „Sturmgewehre“ des „Schweizer Waffen-Magazins“, Heft 6-1985.

Die deutsche Firma Heckler & Koch hatte in den fünfziger Jahren vom deutschen Verteidigungsministerium die Fabrikationsrechte für das Sturmgewehr G3 im Kaliber 7,62 mm NATO erhalten. Und diese Waffe wurde auch in vielen Ländern der ganzen Welt eingeführt.

Als das Kaliber .223 Remington in den USA neues Armeewaffenkaliber wurde, reagierte Heckler & Koch sehr rasch. Bereits 1963 konnte ihr damaliger Vertreter Harrington & Richardson ein etwas verkleinertes G3 für das neue Hochgeschwindigkeitskaliber vorstellen: das HK33.

HK33E von rechts.

HK33E von rechts.

Das Sturmgewehr HK33 hat wie sein Vorgänger einen rollenverzögerten Massenverschluss. Die nötige Verzögerung in der Verschlussöffnung wird somit weder durch die zeitweise Verriegelung von Lauf und Verschluss bewirkt, noch durch den Gasdruck geregelt: die Hebelwirkung der Verriegelungsrollen lässt den Verschlusskopf nur stark verzögert zurückgehen.

Den modernen und rationellen Herstellungsmethoden entsprechend besteht das HK33 vor allem aus gestanzten Blechprägeteilen und schlagfestem Kunststoff; die stark beanspruchten Teile wie Lauf, Verschluss(kopf) und Abzugmechanismus sind jedoch aus Stahl gefertigt.

HK33E, in seine Hauptbestandteile zerlegt.

HK33E, in seine Hauptbestandteile zerlegt.

Am zentralen Verschlussgehäuse, in welchem der Verschluss gleitet, sind einerseits die Abzugsgruppe und die Schulterstütze mit Querstiften fixiert und andererseits der Lauf mit Feuerscheindämpfer/Granatwerfer angeschraubt. Das Zerlegen ist sehr einfach und kann ohne Werkzeug vorgenommen werden. Nach Entfernen des Querstiftes unten am Schaft lässt sich dieser abziehen und das Abzuggehäuse nach unten schwenken. Hierauf kann der komplette Verschluss der Waffe entnommen werden.

Wer das HK33 zum ersten Mal sieht, dem fällt meist die etwas unübliche Lage des Spannhebels über dem Lauf auf. Aber dieser liegt für die Führhand absolut an der richtigen Stelle. Der Sicherungs- und Feuerwahlhebel kann problemlos mit dem Daumen der Schießhand bedient werden.

Die gut erreichbaren Bedienungselemente des HK 33. Der Spannhebel ist über dem Lauf plaziert.

Die gut erreichbaren Bedienungselemente des HK 33. Der Spannhebel ist über dem Lauf plaziert.

Beim Schießen zeigt sich das geladen rund 4 kg schwere HK33 als ausgewogene Waffe. Im Einzelfeuer liegt es sehr ruhig in der Hand, und kurze Feuerstöße lassen es praktisch nicht auswandern. Auch Seriefeuer kann bei kräftigem Zupacken recht kontrolliert abgegeben werden. In der Präzision erweist sich das HK33 mit rund 10 cm Streukreis auf 100 m als eines der besseren seiner Klasse.

Die aktuellen Versionen des HK33, das HK33E mit fester oder zusammenschiebbarer Schulterstütze, sind Weiterentwicklungen des ursprünglichen Modells. Nun steht das HK33 aber nicht alleine da, sondern ist Teil einer ganzen Waffenfamilie im Kaliber .223:

HK33E: Sturmgewehr mit festem oder zusammenschiebbarem Schaft;

HK33EK: Kurzausführung des Sturmgewehres;

HK53: Maschinenpistole;

HK13E: leichtes Maschinengewehr mit Magazinzuführung;

HK23E: leichtes Maschinengewehr mit Gurtzuführung.

Eine Sonderausführung, das HK33SG1 mit ausgesuchter Schussleistung, verstellbarem Schaft und meist Spezialzielfernrohr Zeiss 1 ½-6 x distanzvariabel, ist u. a. Scharfschützenwaffe der Schweizer Polizei.

HK33SG1, die Scharfschützenausführung des HK33. Die Präzisionsgewehre mit ausgesuchter Schussleistung sind mit verstellbarem Kolben und Zielfernrohr ausgestattet.

HK33SG1, die Scharfschützenausführung des HK33. Die Präzisionsgewehre mit ausgesuchter Schussleistung sind mit verstellbarem Kolben und Zielfernrohr ausgestattet.

Für den amerikanischen Zivilmarkt gibt es eine halbautomatische Version, das HK93, welches bei der Ermordung des deutschen Generalstaatsanwalts Buback eine traurige Berühmtheit erhalten hatte und welches – da in der Schweiz erworben – dem bisher bewilligungslosen Verkauf von Halbautomaten hierzulande ein Ende setzte.

Der Ergänzung halber sei angemerkt, dass Heckler & Koch unter der Bezeichung „Gruppe I“ eine analoge Waffenfamilie im Kaliber 7,62 NATO/9 mm Para und als „Gruppe III“ eine solche im Kaliber 7,62 x 39 (Ostblockpatrone) anbietet. (Mit „Gruppe II“ sind die .223-Systeme bezeichnet.)

Als wichtigstes Zubehör wird aufgeführt: Drei-Schuss-Automatik, Magazine verschiedener Größen, Zweibein, Tragegriff, Bajonett, Zielfernrohrmontage mit Zielfernrohren und Nachtsichtgeräten, Umrüstsatz für das Kaliber .22 LR.

Hergestellt wird das HK33 im Mutterwerk in Oberndorf und in Lizenz in Thailand, montiert wird es zudem in Malaysia. Außer den beiden aufgeführten Staaten ist es noch in weiteren Ländern des Fernen Ostens eingeführt.

Als sich die von FN entwickelte Patrone SS 109, eine 5,56 x 45 mit schwererem Geschoss als neuer NATO-Standard durchsetzte und das Magazin des M16 von immer mehr Konkurrenz-Modellen übernommen wurde, paßte Heckler & Koch seine Waffe entsprechend an: So nimmt das neue G41 (mit M16-Magazin) an den Tests für ein neues Sturmgewehr der italienischen Armee teil.

HK33-Variante G41, die das Magazin des amerikanischen Sturmgewehrs AR-15/M16 verwendet.

HK33-Variante G41, die das Magazin des amerikanischen Sturmgewehrs AR-15/M16 verwendet.

Wenn Heckler & Koch auch stark auf seine Entwicklung der hülsenlosen Waffe G11 setzt, so zeigt sich, dass momentan die Zeit dafür noch nicht ganz reif ist und Waffen im Kaliber .223 wohl noch eine Weile als die Infanteriewaffe gelten werden.

HK33E:

Kaliber: 5,56 x 45 mm (.223 Remington)
System: rollenverzögerter Rückstoßlader mit festem Lauf
V0: 920 m/s
E0: 150 mkg / 1471 Joule
Lauflänge: 390 mm (ohne abschraubbaren Feuerscheindämpfer)
Länge: 920 mm
Gewicht: 3,8 kg (mit leerem Magazin)
Magazin: 20, 30, 40 Schuss

Über Cernunnos

Mein Blog: "Cernunnos' Insel" https://cernunninsel.wordpress.com/
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