Drei Kurze bitte! Zielballistik von Taschenrevolvern in .38 Special und .357 Magnum

Klein, aber oho: Taschenrevolver, wie sie in unseren Breitengraden gerne im Jagdbetrieb für den Fangschuß genutzt werden, können mit entsprechenden Laborierungen trotz kurzer Lauflänge noch einiges leisten. Wir testeten 14 Munitionssorten aus dem neuen Ruger LCR sowie den Smith & Wesson M60 Chiefs Special in zwei Lauflängen.

Klein, aber oho: Taschenrevolver, wie sie in unseren Breitengraden gerne im Jagdbetrieb für den Fangschuß genutzt werden, können mit entsprechenden Laborierungen trotz kurzer Lauflänge noch einiges leisten. Wir testeten 14 Munitionssorten aus dem neuen Ruger LCR sowie den Smith & Wesson M60 Chiefs Special in zwei Lauflängen.

Von Tino Schmidt & Stefan Perey, aus caliber 3-2013.

Flache Subkompaktpistolen sind heutzutage die moderne Konkurrenz des einst so dominierenden Taschenrevolvers. Dennoch hat die klassische „Stupsnase“ (Snubnose; Snubbie) immer noch eine treue Anhängerschaft. Hinsichtlich des Führens sind die Minimalabmessungen zwar äußerst praktisch, doch in Sachen Ballistik kommt der kurze Lauf auch schnell an seine Grenzen. Wir führten zielballistische Untersuchungen durch und liefern wertvolle Laborierungstipps.

Man könnte annehmen, die Tage des Taschenrevolvers als Verteidigungs- oder Fangschusswaffe seien weltweit schon lange gezählt. Denn die Vorteile der Subkompakt- und Kompaktpistolen ab Kaliber 9 mm Luger – wie beispielsweise Glock 26, Heckler & Koch P2000 SK, Kahr Arms PM9094, SIG Sauer P239 oder Walther PPS – überwiegen deutlich. Sie sind oftmals leichter, schmaler und in der Feuerkraft überlegen, weisen sie doch Magazinkapazitäten von 8 bis 10 Patronen auf, wohingegen der Taschenrevolver typischerweise eine Trommel für fünf Patronen besitzt. In der Praxis dürfte auch der Nachladevorgang durch Magazinwechsel bei der Pistole weitaus schneller als beim Revolver mit Ladeclips oder Speedloadern vonstatten gehen. Zudem bieten namhafte Hersteller ausgereifte, höchst funktionssichere Modelle an, was wiederum den Verfechtern des Revolvers mit seiner angeblich absoluten Funktionszuverlässigkeit etwas den Wind aus den Segeln nimmt, denn auch bei ihm können Funktionskleinteile brechen, was unweigerlich zum Totalausfall führt.

Gib mir Fünf! Durch die Trommel mit fünf Lagern reduziert sich im Gegensatz zum Sixshooter der Durchmesser. So kann der Taschenrevolver besser verdeckt geführt werden, wie hier in diesem von COP (www.cop-gmbh.de) zur Verfügung gestellten „Inside the Waistband“ (IWB) Holster.

Gib mir Fünf! Durch die Trommel mit fünf Lagern reduziert sich im Gegensatz zum Sixshooter der Durchmesser. So kann der Taschenrevolver besser verdeckt geführt werden, wie hier in diesem von COP (www.cop-gmbh.de) zur Verfügung gestellten „Inside the Waistband“ (IWB) Holster.

Auf der Habenseite des Revolvers steht aber sicherlich, dass er in seiner Funktionssicherheit sehr munitionsunabhängig ist, weil er rein mechanisch mit der Kraft des Zeigefingers des Schützen arbeitet und nicht auf den Gas- oder Arbeitsdruck der Patrone angewiesen ist. Andererseits: Sitzt ein Zünder ohne Zündmasse oder verkehrt herum in der Glocke des Hülsenbodens, dann macht es bei beiden Waffensystemen nur „klick“ anstatt „bumm!“ Beim Revolver muß dann nur weiter der Abzug bedient werden, um die Trommel und damit ein neues Patronenlager mit frischer Patrone vor den Laufeingang zu transportieren. Bei einer Pistole mit Spannabzug kann über die Abzugsbetätigung ein erneuter Zündversuch der schadhaften Patrone erfolgen, ansonsten muß aber die Patrone herausrepetiert werden, um eine frische Patrone aus dem Magazin in das Patronenlager zu befördern.

Zum Führen eines Smith & Wesson J-Rahmen-Revolvers eignen sich auch die passgenau gearbeiteten Galco-Gürtelholster (www.waimex.com).

Zum Führen eines Smith & Wesson J-Rahmen-Revolvers eignen sich auch die passgenau gearbeiteten Galco-Gürtelholster (www.waimex.com).

Ein Revolver kann im extremen Nahbereich auch als Kontaktwaffe genutzt werden, denn das Aufsetzen der Mündung beeinflusst nicht die Funktion. Bei den meisten Pistolen wird hingegen der Verschluss unter Umständen mehr oder weniger zurückgeschoben, und damit der Lauf eventuell aus der Verriegelung gedrückt, so dass keine Schussauslösung mehr erfolgen kann. Ergreift ein Gegenüber den Verschluss der Pistole, kann man sie dennoch erneut abfeuern. Packt ein Kontrahent aber den Zylinder des Revolvers, wird die Trommel blockiert und eine nochmalige Schussabgabe vereitelt. Zugegeben, hier handelt es sich um „ECQB“ oder „ECQC“ (Extreme Close Quarter Battle; Extreme Close Quarter Combat) Grenzbereiche des Schusswaffeneinsatzes, allerdings sollten sie dennoch einmal thematisiert werden.

Exotisch: Wadenholster, wie hier das Bianchi-Modell „Triad Ankle Holster“ (www.cop-gmbh.de) sind nicht gerade populär.

Exotisch: Wadenholster, wie hier das Bianchi-Modell „Triad Ankle Holster“ (www.cop-gmbh.de) sind nicht gerade populär.

Alte und neue Welt

Historisch betrachtet ist Europa – und hier vor allem der deutschsprachige Raum – die Wiege der Selbstladepistole, während Nordamerika unter anderem mit dem Colt Single Action Army Revolver von 1873 – auch als „Peacemaker“ oder „Equalmaker“ bekannt – erobert und besiedelt wurde. Dieser Tradition folgend, war der modernere Spannabzugsrevolver noch bis Mitte der 1980er Jahre die bevorzugte Dienstwaffe bei der Polizei in den USA. Somit ist der Revolver gerade in den Vereinigten Staaten immer noch sehr populär auf dem Zivilmarkt, und man entdeckt ihn auch im 21. Jahrhundert in den Holstern oder Handtaschen gesetzestreuer Bürger(innen), die eine Schusswaffe zum Eigenschutz führen dürfen. Exakt aus diesem Grunde versucht die US-Industrie, den Revolver immer weiter zu entwickeln und vorhandene Nachteile soweit wie möglich zu reduzieren oder zu eliminieren. Gegenüber der moderneren Subkompaktpistole mit Polymergriffstück ist das vergleichsweise hohe Eigengewicht des Revolvers mit seinen stählernen Hauptbauteilen ein Minuspunkt. Zwar brachte „der“ traditionsreiche Revolverhersteller Smith & Wesson schon 1952 die legendären J-Frame-Fiveshooter in einer „Airlite“-Version mit Aluminiumrahmen heraus, die aber nur für die relativ leistungsschwache .38 Special eingerichtet waren und im Dauergebrauch nicht mit der Stabilität der Stahlrahmenkollegen konkurrieren konnten.

Taschenrevolver mit verdecktem oder innenliegendem Hammer in klassischer „Bodyguard“- oder „Centennial“-Bauweise – hier ein moderner S&W M340 Airlite SC mit Scandium-Rahmen und Titantrommel in .357 Magnum – können im Fall der Fälle auch direkt aus der Jackentasche abgefeuert werden, ohne dass das Innenfutter die Funktion behindern könnte. (Anm. v. Cernunnos: siehe auch Der Schuss durch die Tasche von Peter Ernst Grimm und Hans-Jörg Signer.)

Taschenrevolver mit verdecktem oder innenliegendem Hammer in klassischer „Bodyguard“- oder „Centennial“-Bauweise – hier ein moderner S&W M340 Airlite SC mit Scandium-Rahmen und Titantrommel in .357 Magnum – können im Fall der Fälle auch direkt aus der Jackentasche abgefeuert werden, ohne dass das Innenfutter die Funktion behindern könnte. (Anm. v. Cernunnos: siehe auch Der Schuss durch die Tasche von Peter Ernst Grimm und Hans-Jörg Signer.)

Nimm es leicht

Erst gegen Ende der 1990er Jahre kam dann noch einmal Bewegung ins Spiel, denn Taurus und Smith & Wesson brachten Revolver mit Rahmen und Laufmänteln aus Titanlegierung oder Scandium heraus, die mit leichtem Gewicht bei gleichzeitig hoher Festigkeit auftrumpfen konnten. Weil aber die Rohstoffpreise für solcherart Ausgangsmaterialien auf dem Weltmarkt und somit auch die Waffenpreise stetig steigen, wagte der aktuelle Smith & Wesson-Erzrivale Ruger (früher war es mal Colt) mit dem Ruger LCR (Lightweight Compact Revolver) mit Polymergriffstück, Leichtmetallrahmen mit eingezogener, stählerner Laufseele und auf das Nötigste abgespeckter Stahltrommel einen sehr gelungenen Vorstoß in diesem Marktbereich. Neben der Urversion im Kaliber .38 Special+P steht mittlerweile auch eine leistungsstärkere Ruger LCR-Version in .357 Magnum zur Verfügung.

06 Ruger LCR zerlegt

Drei Taschenraketen

Unsere Erprobung zielt primär auf die richtige Laborierungsauswahl in .38 Special und .357 Magnum ab. Daher wählten wir für unsere Testreihen zwei stahlharte Klassiker in Gestalt des Smith & Wesson J-Rahmen-Revolvers M60 „Chiefs Special“ in .357 Magnum mit Lauflängen von 2 1/8“ (54 mm) und 3“ (76 mm) aus, um Unterschiede in der Mündungsgeschwindigkeit und Präzision aufzeigen zu können. Hinzu gesellte sich der moderne, brandaktuelle Ruger LCR in .357 Magnum mit noch kürzerer Lauflänge von 1,875“ (48 mm). Das leichte Gewicht von gerade einmal 495 Gramm des LCR hat auch eine Kehrseite, die sich im Schuss sehr unangenehm bemerkbar macht. Denn der Rückstoß ist je nach Laborierung schon echt heftig. Dass die Kombination aus leichter Waffe und damit einhergehender hoher Rückstoßgeschwindigkeit auch auf das Material geht, konnten wir deutlich anhand unserer Ransom Rest Schießmaschine feststellen. Eine der drei Stangen, welche die Spannbacken aufnehmen, brach während des Tests radial ab!

Die kurzen Läufe sorgen für Mündungsgeschwindigkeitsverlust, je nach Laborierung starkes, in der Dunkelheit blendendes Mündungsfeuer sowie reichlich Mündungsgasdruck. Einige Munitionshersteller haben darauf reagiert und bieten spezielle Laborierungen an, die auf kurze Lauflängen ausgelegt sind, wofür die Speer Gold Dot Short Barrel ein gutes Beispiel ist. Bei solcherart Laborierungen wird nicht einfach an Treibladungsmittel gespart, sondern vielmehr geht es hier um die Feinabstimmung im Chemielabor, um schnellere, mit geringerem Mündungsfeuer ausgestattete Pulversorten sowie um Geschosskonstruktionen, die auch bei verminderten Mündungsgeschwindigkeiten ansprechen und ein sicheres Aufpilzverhalten aufweisen sollen. Vom ATK Ballistikseminar in Schweinfurt haben wir als Weisheit mitnehmen dürfen, dass bei Laborierungen, die nicht explizit für kurzläufige Waffen und geringere Mündungsgeschwindigkeit ausgelegt sind, schwerere Geschosse die bessere Wahl darstellen. Das steht zuerst einmal im Widerspruch, denn gerade diese Geschosse brauchen aufgrund ihrer Massenträgheit entsprechende Lauflänge, um auf Geschwindigkeit zu kommen. Allerdings sind diese schwereren Geschosse auf ein Aufpilzverhalten bei niedrigeren Geschossgeschwindigkeiten ausgelegt, leichtere Geschosse entsprechend auf höhere Geschwindigkeiten. Weil der Zielwiderstand – also die Kraft, die beim Auftreffen des Geschosses auf das Zielmedium gegen die Flugrichtung einwirkt – im Quadrat zur Geschwindigkeit steigt, kann man sich leicht ausmalen, welche Lücke hier bei geringer Geschwindigkeit in Kombination mit leichteren Geschossen entsteht. Aus diesem Grunde hielt bei uns auch die Remington .357 Magnum mit 180 Grains Teilmantel-Hohlspitzgeschoss Einzug in die Testreihen – übrigens mit erstaunlichem Resultat, doch dazu später mehr.

07 Technische Daten Ruger LCR

08 Technische Daten S&W M60

.38 Special vs. .357 Magnum

Wer sich eine Stupsnase zulegen möchte, ist gut damit beraten, schon alleine aufgrund der verwendbaren Munition auf das Kaliber .357 Magnum zu setzen, denn bekanntlich können aus einem Revolver, der für die längere Patrone eingerichtet ist, auch alle .38-Special-Laborierungen verschossen werden. Wer noch einen klassischen .38er besitzt, der muss aus der Not eine Tugend machen. Zwar bleiben selbst die .38 Special +P-Laborierungen in der Leistung weit hinter der .357 Magnum zurück, dennoch ist bei richtiger Geschossauswahl eine brauchbare Zielballistik zu realisieren. Frühe, wirksame .38-Special-Laborierungen weisen beispielsweise ein 158 Grains Blei-Semiwadcutter-Hohlspitzgeschoss aus Weichblei auf, das mit rund 230 bis 250 m/s den Lauf verlässt, doch gerade der Einzug von Munition mit Mantelgeschossen aus widerstandsfähigem Material schafft hier gelegentlich Probleme im Aufpilzverhalten. Ein Revolver in .357 Magnum bietet hier wiederum den Vorteil, dass sich aus ihm auch handelsübliche Munition mit Geschossgewichten über 158 Grains verwenden lässt, die in .38-Special-Laborierung nicht zu finden ist.

Geschosse, die sich gewaschen haben

Die Speer Gold Dot .38 Special +P mit dem ungewöhnlichen Geschossgewicht von 135 Grains (8,75 Gramm) machte den Anfang bei unserem Seifentestbeschuss. Diesmal arbeiteten wir mit der transparenten ballistischen Seife der Firma Enzian (www.enzian-seifen.de), die auch Hochgeschwindigkeitsaufnahmen zuläßt, die sonst nur mit Gelatineblöcken möglich sind.

09 Seifenblöcke

Wie bei allen nachfolgenden Beschussversuchen diente uns hier der S&W M60 mit 2 1/8“-Lauf, der mit seiner Lauflänge den klassischen Taschenrevolver darstellt, als Testwaffe. Das 135-Grains-Geschoss drang mit knapp 270 m/s in den Block ein und expandierte sehr gleichmäßig auf einen mittleren Durchmesser von 15,8 Millimeter. Dabei erreichte es 180 Millimeter Eindringtiefe bei 100 % Restgewicht. Mehr lässt sich aber auch bei lediglich rund 313 Joule Energie nicht erwarten, was leistungsmäßig im Bereich einer 9 mm kurz angesiedelt ist.

10 Speer Gold Dot Short Barrel 38 Spec

Als nächstes folgte dann die Speer Gold Dot .357 Magnum Short Barrel mit identischem Geschossgewicht. Das galvanisch verkupferte Geschoss pilzte mit 310 m/s etwas ungleichmäßig bei einem mittleren Durchmesser von 13,2 Millimeter und ebenfalls 100 % Restgewicht auf. Die Eindringtiefe lag hier schon bei 230 Millimeter, mehr war vermutlich durch die zwei abstehenden Fahnen nicht möglich, die für eine geringere Eindringtiefe sorgten.

11 Speer Gold Dot Short Barrel 357

Bei der zum Abschluss der Zielmedientests noch folgenden Remington 180 Grains JHP TC Fabrikmunition wurde sicherheitshalber ein zweiter Block hinter dem ersten positioniert, was sich als weiser Entschluß herausstellen sollte. Das auf einen mittleren Durchmesser von 16,2 Millimeter aufgepilzte Projektil durchschlug den vorderen Block komplett und drang noch zwanzig Millimeter in den zweiten Block ein, was insgesamt 320 Millimeter Eindringtiefe bedeutete. Zwar ist diese Laborierung recht herzhaft im Rückstoß, aber immer noch angenehmer als so manch giftige 125-Grains-Laborierung. Feuer und Gasdruck an der Mündung halten sich noch in Grenzen, weshalb diese Laborierung unserer Ansicht nach als ein echter Geheimtipp in Sachen Zielballistik gehandelt werden kann.

Die Kehrseite der geborgenen Geschosse (von links): Speer Gold Dot .357 Magnum mit 135 Grains Short Barrel, Remington .357 Magnum mit 180 Grains Teilmantel-Hohlspitz und Speer Gold Dot .38 Special mit 135 Grains Short Barrel.

Die Kehrseite der geborgenen Geschosse (von links): Speer Gold Dot .357 Magnum mit 135 Grains Short Barrel, Remington .357 Magnum mit 180 Grains Teilmantel-Hohlspitz und Speer Gold Dot .38 Special mit 135 Grains Short Barrel.

Von der Vorderseite lässt sich sehr gut das nahezu kreisrunde Aufpilzverhalten des Remington 180 Grains Teilmantel Hohlspitzgeschosses erkennen.

Von der Vorderseite lässt sich sehr gut das nahezu kreisrunde Aufpilzverhalten des Remington 180 Grains Teilmantel Hohlspitzgeschosses erkennen.

14 Geschwindigkeiten 38 Spec Speer Gold Dot

15 Geschwindigkeiten 357 Federal 138 grs JHP

Von der Leistungsfähigkeit der 180-Grains-Fabrikmunition beflügelt, zogen wir auch noch mit zwei Handladungen mit dem Remington 180 Grains Teilmantel-Hohlspitzgeschoss sowie dem gleichschweren Hornady XTP (Extreme Terminal Performance) auf den Schießstand. Wegen der kurzen Lauflängen setzten wir auf das offensiv abbrennende Hogdon Titegroup. Leider konnte mit der Maximalladung für dieses Pulver nicht an die Mündungsgeschwindigkeit der Remington-Fabrikpatrone angeknüpft werden, weshalb wir den Handladern hier das nächst langsamere Pulver in Form des Hogdon HP 38 empfehlen möchten, mit dem sich etwas mehr Mündungsgeschwindigkeit erzielen lassen dürfte. Insgesamt testeten wir 14 Munitionssorten, 6 Laborierungen in .38 Special und 8 Laborierungen in .357 Magnum, aus allen drei Revolvern auf Geschwindigkeit, Energie und Präzision. Die umfangreichen Daten können der übersichtlichen Ballistiktabelle entnommen werden.

16 ballistik 1

17 ballistik 2

caliber-Fazit

Bei Revolvern mit einer Lauflänge unter 4“ (102 mm) macht die akribische Laborierungsauswahl mehr als Sinn, denn ansonsten kann es vorkommen, dass die Geschosse der verwendeten Munition nur unzureichend oder gar nicht deformieren und somit dann wie Vollmantelprojektile wirken. Der Test zeigt aber auch, dass es wirksame Laborierungen im moderaten Kaliber .38 Special gibt, auch wenn man grundsätzlich der leistungsstärkeren und eine größere Bandbreite abdeckenden .357 Magnum den Vorzug geben sollte. In unseren Breitengraden dürfte der Revolver vor allem in den Händen von Jägern als Fangschuß- und Jagdschutzwaffe zu finden sein. Was auch immer der Einsatzzweck sein mag, wer nach maximaler terminalballistischer Leistung und Eindringtiefe strebt, für den führt kein Weg an Munition mit schwereren Geschossen, wie zum Beispiel die Remington 180 Grains Teilmantel-Hohlspitz, vorbei.

* * *

Ergänzende Leseempfehlungen:
Der Schuss durch die Tasche von Peter Ernst Grimm und Hans-Jörg Signer
Lauflänge und Anfangsgeschwindigkeit von Thomas Hartl

Über Cernunnos

Mein Blog: "Cernunnos' Insel" https://cernunninsel.wordpress.com/
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Eine Antwort zu Drei Kurze bitte! Zielballistik von Taschenrevolvern in .38 Special und .357 Magnum

  1. Deep Roots schreibt:

    Ein Hinweis für alle, die sich für die Remington 180 Grains JHP TC in .357 Magnum interessieren:
    In Österreich wird die nicht angeboten; der Händler, bei dem ich vor kurzem danach angefragt habe, hat bei seinen Erkundigungen unter den hiesigen Importeuren und Großhändlern erfahren, daß niemand sie hat.

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