Leichtigkeit des Scheins: Fliegen ohne Medical mit der 120-kg-Klasse

Großer Spaß mit der Nase im Wind: Die Aerolite 120 gehört zu den Leichten Luftsportgeräten.

Großer Spaß mit der Nase im Wind: Die Aerolite 120 gehört zu den Leichten Luftsportgeräten.

Von Patrick Holland-Moritz, aus FLUG REVUE 04-2015.

Fliegen ohne Medical: Die Lizenz für Leichte Luftsportgeräte macht’s möglich. Das müssen Sie tun, um Dreiachser mit maximal 120 kg Leermasse fliegen zu dürfen.

Keine andere Art des Fliegens bietet so viele Freiheiten wie die 120-kg-Klasse. „Eigenverantwortung statt Auflagen“ heißt das Motto sowohl beim Betrieb des Flugzeugs als auch bei der Lizenz. Sie gilt unbefristet und kann ohne Medical erworben werden.
Doch wie bekommt man sie?

Am einfachsten haben es Dreiachser-Piloten. Sie können die Lizenz zum Führen aerodynamisch gesteuerter Leichter Luftsportgeräte bei DAeC oder DULV einfach beantragen. Alternativ können sie sich die Berechtigung auch in ihre vorhandene Lizenz eintragen lassen – dann allerdings besteht weiterhin die Pflicht zum Medical. Ohne eine dieser beiden Optionen darf ein Dreiachser-Pilot keine 120-kg-Ultraleichts steuern. Erleichterungen gibt’s auch für Inhaber anderer Lizenzen. PPL(A)-Piloten haben es am leichtesten, wenn sie zunächst die klassische UL-Lizenz erwerben.

Wer als Fußgänger in eine der drei bisher für die Ausbildung in dieser Kategorie gemeldeten Flugschulen geht, sollte mindestens 17 Jahre alt sein. Die Theorie umfasst 60 Einheiten in den Fächern Luftrecht, Flugfunk, Meteorologie, Navigation, Technik und Verhalten in besonderen Fällen, einschließlich „menschliches Leistungsvermögen“ – teilweise kann dies im Selbststudium erledigt werden. Zudem gibt es eine pyrotechnische Einweisung in den Umgang mit dem Rettungssystem.

Im Praxisteil sind im Gegensatz zur „großen“ UL-Lizenz keine Mindeststunden vorgeschrieben. Die Schulung beginnt auf einem Doppelsitzer, auf dem der Aspirant seine ersten Alleinflüge absolviert. Mit dem Lehrer geht es dann zur mindestens 100 Kilometer weiten Überlandeinweisung mit Zwischenlandung auf einem anderen Flugplatz. Mindestens 30 Starts und Landungen auf einem 120-kg-Dreiachser und zwei Solo-Überlandflüge bereiten auf die Prüfung vor.

40 Fragen pro Fach gilt es in der Theorieprüfung zu beantworten. Im fliegerischen Part muss der Schüler sein Können zunächst in der Platzrunde beweisen, beobachtet vom Prüfer am Boden. Vollkreise und Ziellandungen stehen auf dem Programm. Anschließend geht es auf Strecke. Mindestens eine Stunde oder 50 Kilometer mit Landung auf einem anderen Platz sind angesagt. Der Prüfer entscheidet, ob er im Doppelsitzer mitfliegt oder den Schüler allein losschickt.

Um die Rechte der Lizenz auszuüben, müssen in den vorangegangenen 24 Monaten zwölf Starts und zwölf Stunden auf aerodynamisch gesteuerten ULs nachgewiesen werden.

* * * Ende des FLUG-REVUE-Artikels von Patrick Holland-Moritz * * *

Hier noch ein paar Bilder von der Aerolite 120:

Aerolite 120 frontal

AeroLite_120_Air-to-Air

Aerolite 120 maxresdefault

Aerolite 120 Flugerprobung_03

Siehe auch http://ultraleicht120.de/2014/12/

Über Cernunnos

Mein Blog: "Cernunnos' Insel" https://cernunninsel.wordpress.com/
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