Teilchenbeschleuniger

Berettalady

Ein weiterer Krisenvorbereitungsartikel von Deep Roots (zuletzt aktualisiert am 17. Oktober 2015 – Änderung bezüglich Zerlegen und Entspannen).
In diesem Beitrag möchte ich mich mit Flinten befassen, und da es hier um Volksbewaffnung geht, werde ich die halbautomatischen Flinten wie die Beretta im Bild oben sowie Repetierflinten ausklammern und mich auf Kipplaufflinten konzentrieren, die man in Österreich frei ab 18 Jahren erwerben kann und die noch bis zum Inkrafttreten der Waffengesetznovelle 2010 (am 1. Oktober 2012) ohne behördliche Registrierung erhältlich sind und auch danach nur im Falle der Weiterveräußerung gemeldet werden müssen.

Hier noch einmal der entscheidende Satz:

Ein- oder mehrläufige Kipplauf-Flinten sind (zumindest für Österreicher) noch bis 30. September 2012 die letzte Möglichkeit, legal eine behördlich nicht registrierte, recht wirksame Schußwaffe zu erwerben, die auch nach Inkrafttreten der neuen Waffengesetznovelle am 1. Oktober 2012 nicht gemeldet werden muß!

Nach dem bisherigen Waffengesetz 1996 sieht es für die einzelnen Waffenkategorien so aus:

Kategorie A – Verbotene Waffen:
Hierunter fallen Kriegswaffen, d. h. alles, was vollautomatisch schießt (Maschinenpistolen, Sturmgewehre und Maschinengewehre), behördlich nicht freigegebene militärische Halbautomaten sowie Vorderschaft-Repetierflinten (Pumpguns). Ohne behördliche Ausnahmebewilligung ist der Besitz dieser Waffen verboten.

Kategorie B – Genehmigungspflichtige Waffen:
Dies sind zum einen Faustfeuerwaffen (Pistolen und Revolver) sowie halbautomatische Büchsen und Flinten (wie die Beretta im Titelbild) und Repetierflinten, die keine Pumpguns sind (wie z. B. die Marlin Goose Gun, die ein Zylinderverschlußsystem hat).

Für den Erwerb solcher Waffen braucht man eine Waffenbesitzkarte oder einen Waffenpaß. Beide Dokumente erhält man erst ab 21 Jahren; die WBK berechtigt nur zum Erwerb der Waffen sowie zu deren Transport im ungeladenen, nicht zugriffsbereiten Zustand, der Waffenpaß entspricht dem deutschen Waffenschein und berechtigt nicht nur zum Besitz, sondern auch zum Führen der Waffen. Die Zahl der damit zu erwerbenden Waffen ist normalerweise auf zwei begrenzt, man kann jedoch bei der Waffenbehörde um Erweiterung ansuchen. Type etc. der jeweiligen Waffe werden nicht auf dem Dokument vermerkt, sondern liegen nur bei der Waffenbehörde auf. Beim Kauf bei einem Waffenhändler meldet dieser den Erwerb an die Behörde, die das waffenrechtliche Dokument ausgestellt hat, bei Veräußerung von Privat zu Privat (die nur an einen Inhaber eines der vorgenannten waffenrechtlichen Dokumente erfolgen darf) muß der Veräußerer seiner zuständigen Bezirkswaffenbehörde die Veräußerung melden sowie den Namen des Erwerbers und Nummer und ausstellende Behörde von dessen waffenrechtlichem Dokument angeben.

Auch Munition für Faustfeuerwaffen bekommt man nur mit einem der beiden waffenrechtlichen Dokumente!

Kategorie C – Meldepflichtige Waffen:
Diese Kategorie umfaßt alle Langwaffen (= Gewehre) mit gezogenem Lauf, die keine Voll- oder Halbautomaten sind, d. h. Repetierbüchsen (auch Militärkarabiner), Einzelladerbüchsen der verschiedenen Systeme sowie ein- oder mehrläufige Kipplaufbüchsen oder Kombinationswaffen (Bockbüchsflinten etc.), sofern auch nur ein gezogener Lauf (= Kugellauf) vorhanden ist. Dies betrifft auch Kleinkalibergewehre oder -läufe!

Waffen der Kategorie C können frei ab 18 Jahren erworben werden; wenn der Käufer ein waffenrechtliches Dokument (Waffenbesitzkarte oder Waffenpaß) besitzt, kann er das Gewehr gleich mitnehmen, ansonsten fragt der Händler nach Kaufabschluß erst bei der Behörde an, ob gegen den Käufer kein Waffenverbot besteht, und falls nicht, dann kann die Waffe drei Werktage nach Kaufabschluß („Abkühlfrist“) beim Händler abgeholt werden.

Die Meldung erfolgt in der Form, daß Art, Type, Seriennummer etc. der Waffe in ein Meldeformular eingetragen wird, von dem der Kunde das Original erhält, während eine Kopie beim Händler verbleibt, der sie sieben Jahre lang aufbewahren und den Sicherheitsbehörden auf Verlangen Einsicht gewähren muß.

Bei Weiterveräußerung der Waffe von Privat an Privat braucht man das Gewehr nicht bei seiner Behörde oder sonstwo abzumelden, sondern man muß dem Käufer nur mitteilen, wo man sie beim Kauf gemeldet hat, damit der Erwerber, der die Waffe seinerseits bei irgendeinem Fachhändler melden muß, das hierbei angeben kann. Ob der Erwerber das auch tatsächlich macht, entzieht sich dem Einfluß und der Verantwortung des Vorbesitzers. Das heißt, all diese Meldungen sind für die Behörde eigentlich wertlos, denn sie geben ja nur wieder, in wessen Besitz die Waffe im Zeitpunkt der Meldung gewesen ist. Was nachher damit geschehen ist, ob sie verkauft, verschenkt oder vererbt wurde, ist ja aus der Meldung nicht zu ersehen; die Meldung des neuen Besitzers konnte ja auch bei einem anderen Fachhändler oder auch gar nicht erfolgt sein, und die Meldungen sind nicht miteinander verknüpft. Vor Inkrafttreten der Waffengesetznovelle 2010 in Verkehr gebrachte Waffen der Kategorie C sind daher für die Behörde nicht greifbar, solange sie nicht bei dem von dieser Novelle vorgesehenen zentralen Waffenregister gemeldet werden.

Kategorie D:
Darunter fallen sämtliche Schußwaffen mit glattem Lauf, sofern es sich nicht um Schußwaffen der Kategorie A (Pumpguns) oder B (sonstige Repetierflinten sowie Halbautomaten) handelt, also ein- und mehrläufige Kipplaufflinten. Diese Waffen sind frei ab 18 Jahren erwerbbar; beim Kauf wird nur Name und Adresse des Käufers in das Waffenausgangsbuch des Händlers eingetragen. Wie bei den C-Waffen können D-Waffen von Käufern mit einem waffenrechtlichen Dokument gleich nach Kaufabschluß mitgenommen werden, ansonsten gilt dieselbe „Abkühlfrist“-Regelung wie bei den C-Waffen (Anfrage bei Behörde wegen Waffenverbot, Abholung drei Werktage nach Kaufabschluß). Die Weiterveräußerung an Dritte (sofern diese über 18 Jahre alt sind) kann nach der derzeit noch gültigen Rechtslage formlos und ohne irgendeine Meldepflicht erfolgen.

Waffengesetz-Novelle 2010:

Diese wurde zwar bereits am 16. Juni 2010 vom Parlament beschlossen, um der Forderung der EU-Waffenrichtlinie (Beschluß bis spätestens Ende Juni 2010) nachzukommen, wird aber erst dann vom Innenminister per Verordnung in Kraft gesetzt werden, wenn das neue elektronische Waffen-Zentralregister in Betrieb ist, was voraussichtlich irgendwann im Laufe des Jahres 2012 der Fall sein wird. [Aktualisierung: Das Gesetz ist per 1. Oktober 2012 in Kraft getreten.] Zwecks umfassender Information über das neue Waffengesetz siehe den obigen Link; hier sollen nur die zwei wesentlichen Konsequenzen für die Waffen der Kategorien C und D angeführt werden:

Kategorie C:
Gemäß der EU-Waffenrichtlinie muß bis Mitte 2014 der Altbestand an C-Waffen vollständig registriert sein, das heißt, jeglicher Altbesitz solcher Waffen muß bei der Behörde nachgemeldet werden; ab Inkrafttreten des Gesetzes sind auch sämtliche Käufe beim Händler zentral zu registrieren.

Kategorie D:
Ab Inkrafttreten des neuen Gesetzes sind Käufe solcher Waffen beim Händler zentral zu registrieren; Altbesitz braucht nicht gemeldet zu werden, außer im Fall der Weiterveräußerung sowie dann, wenn die Waffe in einen Europäischen Feuerwaffenpaß eingetragen werden soll.

Die Registrierungen der Waffen werden die Fachhändler und Büchsenmacher als „beliehene Unternehmer“ besorgen, sozusagen als verlängerter Arm des Staates. Der Staat, die Waffenbehörden, wären nämlich dazu gar nicht imstande. Nicht genug Personal, nicht genug technische Ressourcen. Der Waffenbesitzer kann seine Waffen auch selbst registrieren, allerdings nur jene, die er bereits besessen hat. Er benötigt dazu eine sogenannte „Bürgerkarte“, die ihn elektronisch identifiziert. Neuerwerb kann nur beim Händler registriert werden.

Der Fachhändler oder Büchsenmacher soll bei der Registrierung unbeschränkten Zugang zum Melderegister erhalten, kann also in die Meldedaten des Waffenbesitzers Einsicht nehmen. Das ist gemäß Datenschutzgesetz unzulässig und muß daher geändert werden, eventuell durch eine spezielle Ermächtigung des Waffenbesitzers.

Der Besitz einer C- oder D-Waffe muß begründet werden (was bisher nicht der Fall war). Dafür enthält die Eingabemaske ein entsprechendes Feld. Weiters wird aber nach einem „Nachweis“ für die Begründung gefragt, was nicht nur unsinnig, sondern auch gesetzlich nicht zulässig ist und daher in der Endfassung entfernt werden muß (liebe Leser, es würde mich nicht wundern, wenn euer Zutrauen in die sachliche Kompetenz staatlicher Stellen inzwischen noch weiter sinken würde).

Die Meldung an das BMI erfolgt über Internetleitung per e-mail und ist nicht verschlüsselt. Das ist jedenfalls die unsicherste Form der Datenübertragung. Waffendaten sind sensible Daten und wären sogar einem primitiven Hackerangriff ohne Schutz ausgeliefert. Hier müßte sich das BMI eine bessere und sicherere Lösung überlegen. Wenn man sich aber daran erinnert, daß in letzter Zeit etliche behördliche Datenbanken von „Anonymous“ geknackt wurden (zum Beispiel des Gebühren Info Service GIS, wo private Adressen inklusive Geburts- und Kontodaten von Gebührenzahlern gestohlen und ins Netz gestellt wurden) und daß der Staat nicht einmal auf die persönlichen Daten seiner Polizisten aufpassen kann, dann sinkt das Vertrauen in die Sicherheit solcher Waffendaten noch weiter. Außerdem ist die Möglichkeit zu bedenken, daß bei einer weiteren „Verbuntung“ der Beamtenschaft diverse Migrationshintergründler Zugriff zu solchen sensiblen Daten erhalten könnten und somit die Möglichkeit, diese an Interessierte in ihren eigenen Kreisen weiterzuverkaufen.

Ungelöst ist auch die Frage, ob bei Schäden, die bei der Registrierung entstehen können, der Händler oder Büchsenmacher der Amtshaftung unterliegt, und wie es mit der Amtshaftung der Behörde für die Aufbewahrung der Daten aussieht. Immerhin werden in Zukunft auch die bisher nur dezentral in den einzelnen Bezirkshauptmannschaften registrierten B-Waffen in diesem neuen elektronischen Zentralregister erfaßt. Derzeit findet man in diesen lokalen Waffenbehörden ja alles von der Zettelwirtschaft bis zum selbstgestrickten Computerprogramm. In Zukunft werden also diese B-Waffen zusammen mit sämtlichen C- und D-Waffen im Besitz eines Bürgers sowie dessen persönlichen Daten in einem gemeinsamen Datensatz einer zentralen Registratur zusammengefaßt, was für Einbrecher schon eine sehr wertvolle Hilfe wäre.

Ob die bisher nur für die B-Waffen durchgeführten wiederkehrenden Verwahrungsüberprüfungen durch die Polizei auch für C- und D-Waffen verpflichtend sein werden, ist noch nicht heraußen. Es könnte natürlich leicht sein, und für diesen Fall ist auch damit zu rechnen, daß es dann strengere Verwahrungsauflagen geben wird, wenn man in Summe von B-, C- und D-Waffen auf einmal mehr behördlich erfaßte Schießeisen hat als vorher. Das Gesetz wird jedenfalls erst am 1. Oktober 2012 in Kraft treten. Das steht fest. Bis dahin kann man noch einkaufen, und man sollte es auch tun.

DIE WAFFEN: EIN- UND MEHRLÄUFIGE KIPPLAUF-FLINTEN

Wie schon eingangs angedeutet, soll dieser Artikel vor allem eine Hilfestellung für bisherige Waffenlaien bieten, die sich bewaffnen wollen, solange es noch geht. Daher werde ich mich hier nicht mit den teureren Flintenmarken wie Beretta, Blaser, oder Miroku befassen (wer soviel Geld für eine Waffe auszugeben bereit ist, ist wahrscheinlich ohnehin bereits Sportschütze oder Jäger), sondern ein paar schlichte, robuste und vor allem erschwingliche Modelle der russischen Marke Baikal und anderer Fabrikate vorstellen sowie anschließend Tips über Handhabung und Munition geben:

Baikal-Einlaufflinte IJ-18EM-M:

Baikal-Einlaufflinte IJ-18 EM-M von links

Dies ist das günstigste Einsteigermodell, das in den Kalibern 12/76, 12/70, 16/70 und 20/76 erhältlich ist und ca. € 240,– kostet (je nachdem, ob mit oder ohne Ejektor). Die Preise für Baikal-Flinten ziehen zur Zeit jedoch merklich an (die IJ-18 z. B. war vor einigen Jahren noch um ca. € 150,– zu haben). Zu den Kalibern ist zu sagen, daß alles unter Kaliber 12 (16, 18 und 20) immer mehr Exotenstatus bekommt und von den gängigen 12er-Kalibern das 12/70er für „Wenigschießer“ wegen des geringeren Rückstoßes empfehlenswerter ist und von der Wirkung her völlig ausreicht. Man kann aber aus einer 12/76er-Flinte problemlos die kürzeren 12/70er und 12/65er verschießen, umgekehrt aber auf keinen Fall! (Mehr darüber unter „Munition“).

Die Baikal IJ-18 hat einen 73 cm langen, innen hartverchromten Lauf mit Vollchoke (ein Choke ist eine Laufverengung zur Mündung hin, die eine engere Schrotgarbe auf weitere Entfernungen bewirkt). Sie wiegt ca. 2,6 kg, und das Abzugsgewicht beträgt ca. 3,5 – 4 kg. Man kann sie sich aber beim Büchsenmacher auf die gesetzliche Mindestlänge von gerade über 90 cm kürzen lassen, wofür einschließlich Zurückversetzens des Messing-Perlkorns ca. 10 – 20 Euro verlangt werden (je nachdem, was man zu dem Büchsenmacher für einen Draht hat). Der Lauf ist dann nur mehr ca. 49 cm lang (gesetzliches Minimum 45 cm), und das Resultat sieht so aus:

Baikal IJ-18k

Die obige Waffe wurde zusätzlich mit einer Überzieh-Gummischaftkappe und einem aufgeklemmten TruGlo-Leuchtstabkorn ausgestattet. Bei einer derartigen Laufkürzung fällt natürlich der Choke weg, und die Waffe hat praktisch eine Zylinderbohrung, was aber bei einer Verteidigungsflinte durchaus kein Nachteil ist. Die in den USA verbreitet als Polizeiflinten verwendeten Pumpguns haben generell Zylinderbohrung. Außerdem ist die Präzision bei Verwendung von Flintenlaufgeschossen normalerweise bei Zylinderbohrung am besten und wird umso schlechter, je enger der Choke ist. Das untenstehende Trefferbild habe ich mit der oben abgebildeten gekürzten Flinte auf 25 m im freien, stehenden Schulteranschlag geschossen, und dabei hatte ich mit dem Ding zuvor kaum Übung gehabt. Ein Mannziel müßte auf bis zu 50 m noch einigermaßen zu treffen sein, wenn man etwas höher anhält, z. B. auf den Halsansatz, um einen Brusttreffer zu erzielen. Man beachte, was die gut 18 mm dicken, gerippten Bleizylinder der Brenneke-Geschosse für Löcher stanzen! Der teilweise sichtbare innere Kreis der Zielscheibe hat einen Durchmesser von 27 cm, und die grün markierten Einschläge stammen von einem Schuß mit Postenschrot Rottweil Express 12/67 (9 Kugeln á 8,6 mm).

Brenneke-Scan

Die Handhabung der IJ-18 ist sehr einfach. Zum Laden drückt man den Hebel hinter dem Abzugsbügel nach oben (an den Schaft), knickt den Lauf ab, führt eine Patrone ein und läßt den Lauf wieder einschnappen, wonach die Flinte auch schon gespannt ist (dies wird durch Austreten eines weißen Signalstiftes oben aus dem Kolbenhals angezeigt). Die IJ-18 wird übrigens nicht über die Abknickbewegung selbst gespannt, sondern schon vorher durch das Drücken des Öffnungshebels.

IJ-18 MM (Ausführung ohne Ejektor) nah von unten. Hinter dem Abzugsbügel befindet sich der Öffnungshebel; der blanke Knopf hinter dem Abzugszüngel ist die Sicherung.

IJ-18 MM (Ausführung ohne Ejektor) nah von unten. Hinter dem Abzugsbügel befindet sich der Öffnungshebel; der blanke Knopf hinter dem Abzugszüngel ist die Sicherung.

Nach dem Schuß: Abknicken, bei eingeschaltetem Ejektor fliegt die leere Hülse heraus, neue Patrone rein, zumachen, schußbereit. Zum Einschalten des Ejektors muß der kleine blanke Hebel vor dem Abzugsbügel nach vorn geschwenkt werden (im Bild oben nicht vorhanden); Ejektor aus = Hebel nach unten. Wenn der Lauf nach einem Schuß mit abgeschaltetem Ejektor abgeknickt wird, geht der Hebel automatisch wieder nach vorn; man muß ihn also wieder nach unten schwenken, falls der Ejektor abgeschaltet bleiben soll. Bei abgeschaltetem Ejektor fliegt die leere Hülse nicht heraus, sondern wird nur vom Auszieher ein Stück aus dem Patronenlager geschoben, sodaß man sie mit den Fingern greifen kann. Bei neuen Exemplaren kann es vorkommen, daß der Ejektor auf Grund von Bearbeitungsrauhigkeiten nicht immer funktioniert. In diesem Fall muß er sich erst einlaufen, wobei man nachhelfen kann, indem man den austretenden Teil der Führungsstange des Ejektors einölt und dann immer wieder eine Pufferpatrone in den Lauf einführt, abdrückt und auswerfen läßt. Zwischendurch immer wieder die Führungsstange abwischen und neu ölen.

Das Zerlegen der Flinte in drei Teile (Lauf, Hinterteil und Vorderschaft) geht wie bei allen Kipplaufwaffen denkbar einfach: Das Vorderende des gefederten Patentschnäppers (ein langer Metallhebel) an der Unterseite des Vorderschaftes herausziehen, wodurch man den Vorderschaft abnehmen kann. Dann den Lauf abknicken, worauf man den Lauf und das Hinterteil separat in Händen hält. Zum Zusammensetzen einfach wieder den Lauf mit der entsprechenden Auskehlung am Widerlager des Hinterteils ansetzen (Ejektorumschalthebel nach vorn) und schließen. Dann den Vorderschaft mit dem Hinterende ansetzen (der Patentschnäpper muß zum Einschnappen kurz austreten können), und das Vorderende bis zum Einschnappen an den Lauf andrücken. Achtung, die Waffe ist dann gespannt! Der Händler zeigt übrigens gerne, wie’s geht.

Baikal-Doppelflinte IZH-43 (MP-43, MP 220) mit 20“-Läufen:

Baikal IZH-43 20 Zoll

Etwas teurer ist die Baikal IZH-43 oder MP-43 bzw. MP 220 in der Kurzausführung mit 20 Zoll (ca. 51 cm) langen Läufen, die in der Ausführung mit Doppelabzug und ohne Ejektor je nach Anbieter ca. 400 Euro kostet (bei meinem bevorzugten Händler habe ich sie um € 380,– gesehen). Damit ist sie eine der günstigsten doppelläufigen Flinten. Als es vor etwa ein, zwei Jahren in Ostösterreich einen massiven Anstieg der Ostbandenkriminalität gab, sind dort von den Bürgern Hunderte solcher Flinten gekauft worden. Hunderte sind zwar ein guter Anfang, Tausende wären aber besser, und richtig zufrieden wäre ich, wenn Zehntausende sich wenigstens noch eine Flinte zulegen würden, solange die Waffengesetznovelle 2010 noch nicht in Kraft ist.

Die MP-43 hat Doppelabzug und ebenfalls innen hartverchromte Läufe, die mit fixen Chokes ausgestattet sind (rechter Lauf Halbchoke, linker Lauf Vollchoke). Sie ist in der kurzen Ausführung etwas über 90 cm lang und wiegt etwas über 3 kg; der Schaft besteht aus Nußbaumholz. Bei so leichten, einfach ausgestatteten Flinten, die nur eine dünne Hartplastik-Kolbenkappe haben, empfiehlt es sich, vom Büchsenmacher eine dickere Gummischaftkappe (z. B. von Pachmayr) anbringen zu lassen, wofür je nach Schaftkappe und nach dem, was der Büchsenmacher für die Arbeit verlangt, ca. 70 Euro anfallen. Solche leichten Flinten produzieren nämlich mit stärkeren Jagd- und Verteidigungspatronen (schon im Kaliber 12/70) einen Rückstoß, der etwa eineinhalb- bis zweimal so stark ist wie der eines klassischen Militärrepetierers, und wenn man keine vom Schießen mit letzteren abgehärtete Schulter hat, weiß man diesen Zusatzkomfort zu schätzen (feuert mal einen Karabiner 98 ab und stellt euch dann das Eineinhalbfache davon vor!).

Die IZH-43 wird wie allen mehrläufigen Flinten geöffnet, indem man den Hebel auf der Systemoberseite (unter dem die Seriennummer sichtbar wird) nach rechts drückt und die Läufe abknickt. Nach dem Schließen des Laufs ist die Waffe gespannt und automatisch jedesmal wieder gesichert! Daran gilt es in einem eventuellen Verteidigungsfall zu denken, damit man in der Hitze des Gefechts nicht nach schnellem Nachladen auf einen Gegner anlegt und dann davon überrascht wird, daß sich bei Abzugsbetätigung nichts rührt! Zum Entsichern schiebt man den auf dem Bild unten hinter dem Hebel sichtbaren Schieber auf dem Kolbenhals nach vorn. Wie bei allen Flinten ohne außenliegende Hähne ist von außen nicht sichtbar, ob die Waffe gespannt ist, und sie kann nur durch Abdrücken entspannt werden!

Beim Schießen ist zu beachten, daß der vordere Abzug, der etwas nach rechts versetzt ist, den rechten Lauf abfeuert, während der hintere, etwas nach links versetzte Abzug den linken Lauf auslöst (leicht zu merken: Rechts vor links, wie im Straßenverkehr). Man kann also die Läufe selektiv abfeuern, z. B. den linken Lauf, falls man auf ein entfernteres Ziel schießt, wofür man die engere Schrotgarbe aus dem Vollchoke brauchen kann. Oder man hat im rechten Lauf eine Patrone mit Flintenlaufgeschoß (wegen der besseren Präzision aus dem Halbchoke) und im linken Lauf eine Schrotpatrone und kann je nach Situation wählen, welchen Lauf man abfeuert. Der Ablauf beim Verteidigungsschießen mit mehreren schnell abzugebenden Schüssen wäre also wie folgt: Entsichern, anlegen, abdrücken, umgreifen auf den anderen Abzug, abdrücken, Läufe abknicken, nachladen und schließen, entsichern, neue Zielaufnahme, feuern. Das Zerlegen und Zusammensetzen erfolgt sinngemäß wie bei der IJ-18, nur daß sie vorher abgeknickt und geschlossen werden muß, um sie zu spannen (siehe dazu weiter unten).

Baikal- Hahndoppelflinte MP-43 KH „Coach Gun“:

Baikal MP-43 KH Coach Gun

Ein anderes kurzes Doppelflintenmodell aus dem Hause Baikal ist die „Coach Gun“, die um € 660,– kostet. Wie die hahnlose MP-43 hat sie Doppelabzug und 51 cm lange, innen hartverchromte Läufe, ist aber mit außenliegenden Hähnen und Wechselchokes ausgestattet (zum Lieferumfang sollten gehören: 1 Vollchoke-Einsatz, 1 Halbchoke, 1 Choke mit verbesserter Zylinderbohrung, 1 Chokeschlüssel zum Aus- und Einschrauben). Geöffnet wird sie wie beim vorherigen Modell beschrieben durch Schwenken des Verriegelungshebels nach rechts, und auch die Art der Sicherung ist gleich (einschließlich dessen, daß sie nach jedem Abknicken automatisch wieder gesichert ist!). Allerdings wird eine Hahnflinte wie diese beim Abknicken nicht mitgespannt, sondern es müssen zwischen Laden und Abfeuern noch die beiden Hähne per Hand gespannt werden. Dies verlangsamt zwar die Schußfolge in einem Feuergefecht, bei dem nachgeladen werden muß, hat aber den Vorteil, daß die Flinte geladen, aber nicht gespannt bereitgehalten werden kann und daß an den Hähnen zu sehen ist, ob sie gespannt ist.

Baikal MP-43 Coach Gun nah offen

Auch hier wirkt wieder der vordere, leicht nach rechts versetzte Abzug auf den rechten Lauf, während der hintere den linken Lauf abfeuert (rechts vor links!). Die Feuerroutine ist hier also: Öffnen, laden, schließen, Hähne spannen, ENTSICHERN, feuern, umgreifen auf anderen Abzug, feuern, im Bedarfsfall nachladen.

Bei doppelläufigen Flinten empfiehlt es sich, mittels praktischer Schießversuche festzustellen, wo die beiden Läufe (in Verbindung mit dem eigenen Ziel- und Abzugsverhalten) hinschießen. Ein kniffliger Teil beim Bau von mehrläufigen Flinten ist es nämlich, die Läufe so zusammenzulöten, daß sie einigermaßen zusammenschießen. Die beiden nachfolgenden Bilder zeigen die Trefferverteilung einer von mir auf 25 m Schußdistanz getesteten Baikal Coach Gun, wiederum mit je drei Flintenlaufgeschoßpatronen Rottweil Brenneke 12/70 (große Löcher) und einer Postenschrotpatrone Rottweil Express 12/67 8,6 mm (oben aus dem rechten Lauf mit Halbchoke, unten aus dem linken Lauf mit Vollchoke):

Baikal CG Brenneke + Express RL

Man sieht, daß die obere Dreiergruppe der Flintenlaufgeschosse schon nicht mehr so eng beisammen ist wie die aus der zylindrischen Laufbohrung der gekürzten IJ-18, aber deutlich enger als die unten abgebildete aus dem linken Lauf mit Vollchoke. Außerdem schoß der rechte Lauf (auch mit diversen Schrotpatronen) ziemlich in die Mitte, während der linke mehr nach links schoß und mit den Postenschroten eine engere Garbe lieferte. Wie auch bei den Versuchen mit der IJ-18 aufgefallen war, streuten die Rottweil Express sehr stark und lieferten auf 25 m keine gute Zieldeckung mehr, während die von der Schrotgröße her vergleichbaren Remington Buckshot 00 diesbezüglich merklich besser waren (mehr dazu unter „Munition“).

Baikal CG Brenneke + Express LL

Durch die Wechselchokes hat man die Möglichkeit, die Waffe den eigenen Bedürfnissen anzupassen. Für Verteidigungszwecke empfiehlt es sich, in einen der beiden Läufe den Choke mit der verbesserten Zylinderbohrung einzuschrauben (Kennzeichnung „IC“ für „improved cylinder“) und in den anderen den Halbchoke. Der feste Sitz der Choke-Einsätze muß ab und zu überprüft werden (Schlüssel aufbewahren!), um zu vermeiden, daß Pulvergase und Schmauch zwischen Laufwandung und Choke gelangen oder daß gar der Choke davonfliegt. Es ist übrigens Blödsinn, daß man, wie manche behaupten, Wechsel- oder Mobilchokes herausschrauben müsse, wenn man mit Flintenlaufgeschossen wie den Brennekes schießt, weil es sonst zu Laufaufbauchungen kommen könne. Beim Übergang von der Laufwandung zum hinteren Rand des Chokes gibt es nämlich eine feine Erweiterungsstufe, die man mit dem Finger fühlen und beim Blick in die Mündung (bei entladener, offener Waffe!) sehen kann, sodaß es keine „Stolperkante“ für das Flintenlaufgeschoß gibt. Erst von dort verengt sich der Choke dann wieder zur Mündung hin. Außerdem steht in den Benutzeranleitungen, daß die Läufe möglichst nie ohne eingeschraubte Chokes sein sollen. Das Zerlegen und Zusammensetzen der Baikal Coach Gun erfolgt gleich wie bei der hahnlosen MP-43, nur daß sie als Hahnflinte kein Selbstspanner ist, weshalb der Vorderschaft auch ohne vorheriges Abknicken abgenommen werden kann.

Baikal-Bockdoppelflinte IJ-27M:

Baikal IJ-27M von links

Als nächstes haben wir die Bockdoppelflinte Baikal IJ-27M, die derzeit mit Doppelabzug und ohne Ejektor und mit Fixchokes (oben Halbchoke, unten Vollchoke) ca. € 560,– kostet und in der oben abgebildeten Ausführung mit Einabzug, Ejektor und Wechselchokes (halb, voll + IC + Schlüssel) ca. € 700,–. „Bockdoppelflinte“ oder „Bockflinte“ kommt übrigens nicht davon, daß damit auf Böcke zu schießen wäre, sondern daß die Läufe bei diesen Flinten übereinander „aufgebockt“ sind anstelle der Anordnung nebeneinander wie bei den klassischen Doppelflinten („Querflinten“). Die jeweiligen englischen Ausdrücke sind „side by side shotgun“ bzw. „over and under shotgun“.

Die IJ-27 hat innen hartverchromte, 73 cm lange Läufe und Nußbaumschäftung mit Gummischaftkappe, wiegt ca. 3,7 kg und ist insgesamt 114,5 cm lang. Das Abzugsgewicht beträgt bei beiden Läufen ca. 2,5 kg. Bei der Ausführung mit Doppelabzug gibt es das übliche Rechts-vor-links-Prinzip; beim Einabzug schießt normalerweise zuerst der untere Lauf, beim nochmaligen Abdrücken der obere. Soll zuerst mit dem oberen Lauf geschossen werden, so drückt man den Abzug (bei gespanntem System) nach vorn. Das geht aber nur bei entsicherter Waffe, und der Abzug klappt dabei nicht ein Stück nach vor, sondern bewegt sich nur mit einem leisen „klick“ einen gefühlten Millimeter nach vorn und federt dann wieder zurück.

Ein Vorteil bei den mehrläufigen Flinten von Baikal mit Einabzug ist die mechanische Umschaltung zwischen den Läufen, wodurch man im Fall des Zündversagens einer Patrone einfach noch einmal abdrücken und den anderen Lauf abfeuern kann. Es gibt nämlich auch Flinten mit Rückstoßumschaltung, durch die das Abzugssystem erst durch den Rückstoß des ersten Schusses auf den anderen Lauf umgeschaltet wird, und wenn dieser Rückstoß wegen Patronenversagens ausbleibt, kann man auch den anderen Lauf nicht abfeuern. Ob eine Flinte mechanische oder Rückstoßumschaltung hat, kann man feststellen, indem man sie abknickt, schließt und dann (bei leerer Waffe oder mit eingeführten Pufferpatronen!) zweimal abdrückt. Bei mechanischer Umschaltung macht es zweimal „klick“, während bei Rückstoßumschaltung nach dem ersten „klick“ nichts mehr passiert.

Eine Warnung, falls ihr wirklich einmal eine Schußwaffe besitzt oder zumindest benutzt: Wie oben angesprochen, kann es vorkommen, daß einmal eine Patrone nicht zündet; sei es wegen einer abgebrochenen Schlagbolzenspitze (dann werden auch alle weiteren nicht zünden), wegen eines zu harten Zündhütchens oder fehlenden Zündsatzes – oder wegen verzögerten Abbrandes des Zündsatzes! Für den Fall, daß Letzteres zutrifft, sollte man unbedingt einige Sekunden abwarten und dann die Patrone auswerfen. Keinesfalls sollte man währenddessen die Mündung der Waffe irgendwohin richten, wohin sie nicht schießen darf, und schon gar nicht in die Mündung schauen, was da etwa los ist. Sonst geht es einem wie dem Kerl im Video Dumb People Shouldn’t Own Guns (Future Darwin Award winner right here), der dabei noch Riesenschwein gehabt hat, denn das hätte viel hässlicher ausgehen können!

Das Laden und Schießen der IJ-27 (mit Einabzug und Ejektor) läuft wie folgt ab: Öffnen durch Rechtsdrücken des schon bekannten Verriegelungshebels, abknicken, laden und schließen. Nun ist die Waffe gespannt und wie schon bei den bisherigen Modellen jedesmal wieder gesichert. Entsichern (Sicherungsschieber auf dem Kolbenhals nach vor), Anlegen – Bammbamm! – abknicken, die Hülsen fliegen heraus, erforderlichenfalls nachladen und schließen. Der Ejektor ist übrigens geteilt und wirkt selektiv, d. h. er wirft nur die Hülsen aus den abgefeuerten Läufen aus; falls man eine Patrone nicht verschossen hat, wird diese nur vom Auszieher ein Stück herausgehoben, sodaß man sie herausklauben kann. Das Zerlegen und Zusammensetzen der IJ-27 entspricht dem der beiden zuvor beschriebenen Doppelflinten.

Von der IJ-27 gibt es auch eine kürzere Ausführung mit 66 cm langen Läufen, das Modell „Sanglier“, das für die Drückjagd auf Wildschweine bestimmt ist. Das nachträgliche Kürzen einer Doppel- oder Bockdoppelflinte ist übrigens nicht so unkompliziert wie bei einer Einlaufflinte, weil hier zwischen den Mündungen ein stählerner Lötkeil eingepaßt ist, der nach der Kürzung wieder einzulöten wäre, was aufwendiger ist. Statt 10 – 20 Euro kostet die Arbeit dann eher 40 – 50 Euro. Falls man die Visierung seiner Flinte aufbessern will, kann man sich ein für die jeweilige Visierschiene passendes Lichtsammelkorn besorgen, z. B. TruGlo-Leuchtkorn „Magnetic Magnum Glo-Dot“ mit magnetischer Schienenhalterung.

Nachtrag: Kürzlich hatte ich die Möglichkeit, eine IJ-27 in der Ausführung mit selektivem Einabzug und Ejektor im Kaliber 12/76 zu schießen (ich habe aber nur Patronen bis 12/70 verschossen). Die Schußentfernung betrug gut 20 Meter, und geschossen wurde auf verkleinerte 16-Felder-Flintenanschußscheiben.

Dabei stellte ich zum einen fest, daß zumindest bei diesem Exemplar die beiden Läufe recht gut zusammenschossen, das heißt, es war keine Tendenz zu erkennen, daß der eine Lauf merklich woanders hinschießt als der andere. Und zum anderen bestätigte sich ein Eindruck, den ich bereits im Vergleich der weiter oben abgebildeten gekürzten Baikal IJ-18 mit aufgesetztem Leuchtstabkorn und einer älteren, ebenfalls gekürzten IJ-18 mit standardmäßigem Messingperlkorn gewonnen hatte: Durch die größere Bauhöhe dieser nachträglich aufgesetzten Lichtsammelkorne (etwa 5 mm Unterschied kann es da leicht geben) schießen diese Flinten nämlich merklich tiefer als solche mit Originalkorn. Während die IJ-18 mit Lichtsammelkorn auf 25 m ziemlich Fleck schoß, lagen die Trefferbilder des Exemplars mit Perlkorn auf gut 20 m im Mittel etwa 20 – 25 cm zu hoch.

Und die nun von mir getestete IJ-27, die ebenfalls ein Lichtsammelkorn aufwies (Magnetic Magnum Glo-Dot), schoß auf gut 20 m im Mittel etwa 20 cm zu tief. Die Präzision mit freihändig stehend geschossenen Brenneke-Flintenlaufgeschossen konnte sich sehen lassen – aus dem oberen Lauf mit Halbchoke sah die Dreiergruppe so aus:

Baikal IJ-27 3 Brenneke OL

4 cm Streukreisdurchmesser! Und aus dem unteren Lauf mit Zylinderchoke ergab sich immer noch ein Streukreis mit 11,5 cm (die kleineren Einschläge stammen von Remington Buckshot 4):

Baikal IJ-27 3 Brenneke UL

Dabei ist zu beachten, daß die 16-Felder-Scheibe auf 20 oder mehr Meter bei Fokussierung des Auges auf das Korn kein sehr markantes Zentrum als Haltepunkt bietet. Außerdem wurden diese Dreiergruppen so geschossen: Zwei Scheiben übereinander aufgehängt, unteren Lauf auf die untere Scheibe abgefeuert, oberer Lauf auf die obere Scheibe, Nachladen, nochmal unten und oben, und dann dasselbe noch ein drittes Mal.

Hier stieß ich auch zum ersten Mal auf eine Abweichung von der Regel, daß normalerweise die Präzision mit Flintenlaufgeschossen mit zunehmender Mündungsverengung schlechter wird. Auch mit den Brenneke K.O. Cleanspeed Short in 12/60 erbrachte nämlich der obere Lauf mit seinem Halbchoke eine bessere Gruppe (7 cm Durchmesser, 18 cm Tiefschuß) als der untere mit dem „Improved Cylinder“-Einsatz (9 cm Durchmesser, 14 cm Tiefschuß).

Ein besonderes Erlebnis hatte ich auch noch: Einmal sind mir mit einer Abzugsbetätigung beide Läufe auf einmal losgegangen. Nach diesem heftigen Doppelbums stellte ich dann fest, daß die Ladung des unteren Laufes auf der unteren Scheibe lag, auf die ich gezielt hatte (wieder etwas zu tief), während die Schrotgarbe des oberen Laufes, der einen Sekundenbruchteil danach losging, die obere Scheibe getroffen hatte, leicht nach oben versetzt. Wie es zu diesem „Doppelwummer“ gekommen ist, weiß ich nicht; bisher dachte ich immer, das käme allenfalls bei Flinten mit Rückstoßumschaltung vor, aber die IJ-27 hat ja mechanische Umschaltung zwischen den Läufen. Kann sein, daß der Abzug, wenn man ihn wie vom Büchsenschießen gewohnt nur eben über den Druckpunkt hinaus betätigt, durch den Rücklauf des Gewehrs manchmal gerade soviel Spiel nach vorn bekommt, daß er wieder knapp vor den Druckpunkt zurückfedert und man ihn dann ungewollt ein zweites Mal auslöst, wenn sich der Rückstoß in die Schulter über den Arm auf die Hand überträgt. Vielleicht weiß der eine oder andere Leser etwas dazu?

Andere Flintenfabrikate

Neben den Baikal-Flinten gibt es weitere relativ kostengünstige Waffenmodelle anderer Hersteller, von denen ich nachfolgend eine kleine Übersicht vorstelle. Da wären zunächst einmal die Modelle der tschechischen Firma Ceska Zbrojovka (alle in 12/76; ob welche davon auch in 12/70 erhältlich sind, wäre beim Händler anzufragen):

Bockdoppelflinte CZ Mallard – 71 cm Lauflänge, 3,35 kg, 4 Wechselchokes, Doppelabzug, kein Ejektor, ca. € 560,–:

CZ MALLARD

Bockdoppelflinte CZ Canvasback – 71 cm Lauflänge, 3,40 kg, 4 Wechselchokes, Einabzug, kein Ejektor, ca. € 670,–:

CZ CANVASBACK

Bockdoppelflinte CZ Redhead – 71 cm Lauflänge, 3,50 kg, 4 Wechselchokes, Einabzug mit Ejektor, ca. € 830,–:

CZ REDHEAD

Bockdoppelflinte CZ Upland Ultralight – 71 cm Lauflänge, 2,70 kg, 4 Wechselchokes, Einabzug ohne Ejektor, ca € 850,–:

CZ UPLAND ULTRALIGHT

Doppelflinte (Querflinte) CZ Ringneck – 71 cm Lauflänge, 3,30 kg, 4 Wechselchokes, Einabzug ohne Ejektor, ca. € 870,–:

CZ Ringneck

Aus Spanien kommen die Flinten der Marke Hubertus, von der ich hier das Modell Bayard Jagd vorstelle: Kaliber 12/76, 70 cm Lauflänge, 3,50 kg, 5 Wechselchokes, selektiver Einabzug, Stahlschrotbeschuß, Nußbaumschäftung mit Gummikappe, ca. € 580,–:

Hubertus Mod Bayard Jagd

Kutscherflinte Pedersoli „Wyatt Earp“ (aus Italien):

Pedersoli Coachgun Wyatt Earp zoom

Kurzfassung eines Testberichts im „Deutschen Waffenjournal“ (DWJ, http://www.dwj.de/) Nr. 02/2011:

Die doppelläufige Flinte, vorrangig mit außen liegenden Hahnen, gehört zum Wilden Westen wie die Winchester ’73, der Colt SAA und die Sharps-Büchse. Neben den Jagdausführungen war in der Ära vor der Repetierflinte die mit kurzen, offen gebohrten Läufen ausgestattete Hahndoppelflinte bei Gesetzeshütern, Begleitern von Postkutschen, aber auch bei den Outlaws eine der beliebtesten Waffen, wenn es um effektive Mannstoppwirkung auf kurze Distanz ging.

Während die Ablösung der Doppelläufigen in diesem Einsatzspektrum spätestens mit dem Erfolg der Pumpflinte Winchester Modell 1897 begann, hat die klassische Coach Gun heute ihre primäre Berechtigung durch den Boom des Westernschießens. So gehören Wettkämpfe mit der doppelläufigen Hahnflinte zum festen Bestandteil der Westernwettbewerbe, wie sie beispielsweise beim Bund Deutscher Sportschützen (BDS) ausgetragen werden. Aus dieser Sicht ist Pedersolis Angebot der neuen „Wyatt Earp“ ein logischer Schritt, um ein breites Spektrum an Waffen aus der Ära des Wilden Westens abzudecken.

Kutscherflinten hatten bekanntlich Lauflängen von 18“ (457 mm) bis 20“ (508 mm). Die Pedersoli Wyatt Earp verfügt über 20“-Läufe, die sich außen in einem tadellos ausgeführten, polierten und brünierten Finish präsentieren. Auch das Innenleben der Läufe kann sich sehen lassen, da wurde tadellos poliert. Nach dem Abkippen des Laufbündels sind keinerlei Bearbeitungsspuren im Inneren auszumachen. Die über die gesamte Lauflänge führende Laufschiene ist auf ihrer Oberseite glatt belassen, zeigt jedoch ein etwas stumpferes Finish als die Läufe. Als Visierung dient ein Messingperlkorn, wie es auch zur amerikanischen Pionierzeit üblich war. Zudem schreiben die Regelwerke der meisten das Westernschießen betreibenden Schießsportverbände diese Treue zum historischen Vorbild auch vor.

Pedersoli Wyatt Earp Detail

Die Pedersoli Wyatt Earp verriegelt mit doppelten Laufhaken, die von einer Verlängerung zwischen den Läufen unterstützt wird. Der Abkippwinkel des Laufbündels ist ausreichend groß, um ein bequemes Laden zu gewährleisten. Auch der bei unserem Test zuverlässig arbeitende einteilige Auszieher ist sehr stabil ausgeführt. Die beiden Hahnschlosse sind als Rückspringschlosse ausgelegt [Anm. D.R.: wie auch bei der Baikal Coach Gun]. Das bedeutet, daß bei abgespannten Schlossen die Hahne die Zündstifte nicht berühren können. Zusätzlich verfügt die Wyatt Earp noch über eine hinter dem Verschlußhebel sitzende Schiebesicherung, die in gesichertem Zustand die Abzüge festlegt.

Während der vordere, den rechten Lauf bedienende Abzug einen Widerstand von 2,1 kg aufwies ließ sich der hintere Abzug für den linken Lauf bei 1,7 kg auslösen. Der Abzugsbügel sowie die Abstände zwischen den beiden Abzügen sind großzügig bemessen, sodaß auch Schützen mit einer etwas größeren Hand beim raschen Umgreifen vom vorderen zum hinteren Abzug gut klarkommen. Die beiden Hahne weisen auf ihrer Spornoberseite eine feine, jedoch recht scharf geschnittene Fischhaut auf. In abgeschlagenem Zustand stehen sie etwa senkrecht, sodaß ein Abrutschen beim Spannen weitgehend vermieden werden kann. Das gilt auch, wenn beide Hahne gleichzeitig mit einer Hand gespannt werden. Der Verschlußhebel weist zur Verbesserung der Griffsicherheit feine Längsrillen auf. Hier hätte man sich ein etwas schärferes Fischhautmuster gewünscht.

Der Vorderschaft wird bei der Wyatt Earp mittels eines Patentschnäppers fixiert, der wie üblich zur Abnahme des Vorderschafts nach außen gezogen wird. Der Schaftkolben hat einen nach unten runden Pistolengriff. Während der Vorderschaft ohne Fischhaut belassen wurde, weist der Pistolengriff eine ganz ordentlich gearbeitete Fischhaut auf. Abgeschlossen wird der Schaftkolben mit einer brünierten Stahlkappe. Das Schaftfinish ist matt geölt und handwerklich gut ausgeführt. Die im vorderen Teil rund ausgeführte Basküle präsentiert sich wie der Verschlußhebel und die Hahne in einer ansehnlichen Bunthärtung, wie sie für diesen Waffentyp zu seiner Entstehungszeit durchaus üblich war.

Pedersoli Wyatt Earp zerlegt

Die beiden offen (Zylinder-Choke) gebohrten Läufe passen zum Einsatzzweck der Waffe, wenn man an die Westernbewerbe denkt, bei denen auf kürzeste Entfernungen geschossen wird. Aufgrund der kurzen Distanzen beim Westernschießen spielt die Deckung der Schrote nur eine nachrangige Rolle. Dennoch haben wir dies natürlich geprüft, und zwar auf die Entfernung von 25 m. Mit Jagdschrotpatronen mit 36 g Schrotladung der Stärke 3 mm ergab sich eine gleichmäßige Deckung, ebenso ein brauchbares Zusammenschießen der beiden Läufe. In Ordnung war auch die Trefferlage zur Visierung. Als Jagdpatronen 12/76 mit 52 g Schrotladung zum Einsatz kamen, verteilte die Wyatt Earp erwartungsgemäß heftige Tritte. Beim Einsatz von Flintenlaufgeschossen war es eine Frage des Geschoßtyps und des Fabrikats. Unsere Testwaffe legte die klassischen US-Flintenlaufgeschosse vom Fostertyp, wie sie z. B. von Federal, Remington und Winchester angeboten werden, bei Dubletten aus beiden Läufen am nächsten zusammen, etwa auf 10 bis 20 cm, was ein sehr ordentliches Ergebnis ist.

Viel mehr interessiert jedoch den Westernschützen das Auswerfen der Patronenhülsen. Da unter Zeitlimit geschossen wird und Ejektoren verboten sind [Anm. D.R.: nur im Sportreglement des Westernschießens!], arbeitet die Flinte im günstigsten Fall so, daß man beim Öffnen die Läufe nach oben hält und die leeren Hülsen von selbst und ohne nachzuhelfen aus den Patronenlagern fallen. Um das zu gewährleisten, spielen in erster Linie zwei Faktoren mit. Zum einen müssen die Patronenlager ordentlich poliert sein und zum anderen spielt die Patronensorte eine wichtige Rolle. Hier hilft in der Praxis nur das Suchen nach der zur eigenen Flinte am besten passenden Patrone. Funktionieren muß dieses Spiel mit den wettkampfüblichen Trap-Patronen mit 24 g und 28 g Vorlage. Diesen Test bestand die Wyatt Earp mit einem „Befriedigend“. Wie erwartet machten nicht alle Fabrikate dieses Spiel mit. Stets kamen die Hülsen aber bei leichtem Anziehen aus der Kammer. Wirklich schwer ausziehbare Hülsen fanden sich während des Schießens nicht. Während Saga-, Winchester- und Rottweil-Patronen beim Öffnen mit nach oben gerichtetem Lauf nicht immer aus den Lagern fielen, ging das mit den verschossenen Remington-Patronen durchwegs recht ordentlich.

Daten, Preis:
Hersteller:
Davide Pedersoli & C., Gardone Val Trompia
Vertrieb: Frankonia GmbH & Co., http://www.frankonia.de/ und Pedersoli Service Point, http://www.blackpowderno1.de/
Kaliber:
12/76
Lauflänge:
20“ (508 mm)
Gesamtlänge:
960 mm
Waffengewicht:
3,2 kg (ungeladen)
Schaft:
Nußbaumholz
Preis:
1049 Euro (Stand Februar 2011)

Das Redaktions-Fazit:
Die von Pedersoli vorgelegte Hahndoppelflinte „Wyatt Earp“ bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Die einzelnen Waffenteile sind für die Preisklasse von knapp über 1000 Euro angemessen verarbeitet, und die Schußleistung ist voll zufriedenstellend. Angesichts der doch recht spärlichen Angebotspalette dieses Waffentyps dürfte die Pedersoli Wyatt Earp eine echte Marktchance in der Westernschützen-Szene haben. Im Hinblick auf die kurzen Distanzen, die bei diesen Wettbewerben üblich sind, bietet die Wyatt Earp mehr als dem Grunde nach erforderlich ist. Allenfalls den Abzugswiderständen sollte sich ein Büchsenmacher nochmals widmen. [Anm. D.R.: auf letzteres würde ich bei einer auch für echte Verteidigungszwecke gedachten Flinte verzichten, denn im Streß einer realen Notwehrsituation erhöht sich die Muskelgrundspannung, was die Feinmotorik beeinträchtigt. Dies ist bei Verteidigungswaffen allgemein zu beachten, und 1,7 bis 2,1 kg Abzugsgewicht sind doch ganz passabel.]

* * * Ende des DWJ-Artikelauszugs * * *

Welche nehmen?

Einlaufflinte, Querflinte, Bockdoppelflinte: was spricht für und gegen die jeweiligen Varianten? Neben dem Preis sind das folgende Punkte:

Einlaufflinte: Geringes Gewicht, einfache Handhabung und der Umstand, daß man nicht an eventuell unterschiedliche Treffpunktlagen zweier Läufe denken muß, zählen zu den Vorteilen. Außerdem kann eine einläufige Flinte mit relativ wenig Aufwand gekürzt werden. Nachteilig ist, daß man immer nur einen Schuß zur Verfügung hat. Aus diesem Grund sollte man möglichst eine Ausführung mit Ejektor kaufen, mit dem der Nachladevorgang schneller geht. Zwar kann man beim Auswerfen der verschossenen Hülsen die Waffe mit der Mündung nach oben halten, wie im Testbericht über die Pedersoli Wyatt Earp beschrieben, aber man kann sich nicht darauf verlassen, daß das in einer realen Verteidigungssituation immer taktisch möglich ist.

Einlaufflinten lassen sich aber merklich leichter abknicken als doppelläufige Ausführungen, weil hier nur ein Schloß gespannt werden muß. Bei der Baikal IJ-18 liegt auch der Spann- und Öffnungshebel hinter dem Abzugsbügel recht gut zur Hand, sodaß das Nachladen (auch weil nur mit einer Patrone hantiert zu werden braucht) als Ausgleich für die Einschüssigkeit deutlich schneller geht als bei den Doppelläufigen. Ich habe das neulich mit einer ejektorlosen IJ-18 probiert und bin beim ersten Versuch auf etwa sechs Sekunden gekommen; beim zweiten Versuch ist mir die Patrone, als ich gerade bis fünf gezählt hatte und sie in den Lauf schieben wollte, zu Boden gefallen. Mit etwas Übung dürften also Nachladezeiten um fünf Sekunden zu realisieren sein. Um zu wissen, aus welcher Entfernung einen im Verteidigungsfall ein zweiter Gegner, dessen Komplizen man gerade niedergeschossen hat, während der Nachladepause noch erreichen kann, bin ich dann aus dem Stand die 20-Meter-Schußdistanz gesprintet und habe diese in fünf Sekunden geschafft. Das heißt, bei Entfernungen ab 25 m (je nach Gelände) müßte ein Gegner ohne Schußwaffe, der einen während des Nachladens erwischen will, damit rechnen, daß man die Flinte gerade vor seinem Bauch wieder schußbereit in Anschlag hat.

Doppelflinte (Querflinte): Vorteilhaft gegenüber den Einläufigen ist die doppelte Munitionskapazität, gegenüber den Bockdopplern der geringere nötige Öffnungswinkel beim Laden/Entladen, was sich positiv auf das Ladetempo auswirkt. Schnellere Schußbereitschaft nach dem Laden gegenüber Hahnflinten, weil keine Hähne gespannt werden müssen. Gegenüber den Bockdoppelflinten verdeckt das breitere Laufbündel mehr vom Ziel. Durch die nebeneinander liegenden Läufe wird der Rückstoß nicht geradlinig in die Schulter abgeleitet, sodaß die Waffe beim Schuß zur Seite ruckt, was die Zielaufnahme für den zweiten Schuß verlangsamt. Die mageren Vorderschäfte begrenzen die Möglichkeit, dies durch festeres Zupacken auszugleichen.

Hahndoppelflinte: Vor- und Nachteile gegenüber Einläufigen und Bockdoppelflinten wie bei der Querflinte; zusätzlich eignet sich eine Hahnflinte besser als Bereitschafts- bzw. Zugriffswaffe, weil sie geladen, aber ungespannt bereitgehalten werden kann und an den Hähnen der Spannzustand ersichtlich ist. Dafür langsamere Schußfolge in einem Feuergefecht, bei dem nachgeladen werden muß, weil die Hähne nach dem Laden erst separat gespannt werden müssen.

Für kurze Hahndoppelflinten gibt es auch eine Verwendungsmöglichkeit beim Westernschießen, was deutschen Interessenten eine schießsportliche Bedürfnisbegründung liefern kann. Hierfür muß aber bei der Ausstattung der Flinten auf die Einhaltung des Reglements geachtet werden, d. h. keine Ejektoren, nur vorbildgerechte Messingperlkorne anstatt moderner Leuchtstäbe, und wahrscheinlich auch keine Gummischaftkappen (diesbezüglich müßte man sich vorab informieren). Bei Verzicht auf Ejektoren (wegen Wettkampfreglement) kann man das Nachladen wie im Testbericht über die „Wyatt Earp“ beschleunigen, was aber in einer realen Verteidigungssituation nicht immer taktisch möglich sein wird.

Bockdoppelflinte: Doppelte Munitionskapazität gegenüber Einläufigen; das schmälere Laufbündel verdeckt weniger vom Ziel als bei den Querflinten. Mit dem voluminöseren Vorderschaft lassen sie sich besser greifen und schneller führen. Wegen der übereinander liegenden Läufe ruckt die Bockflinte beim Schuß nicht zur Seite weg, sondern gleitet nach oben, was beim unteren Lauf geringer ausfällt. Deshalb empfiehlt es sich für schnelle Doppelschüsse, die standardmäßige Einstellung beizubehalten, daß der untere Lauf zuerst feuert, denn nach dem zweiten Schuß muß ohnehin zum Nachladen abgesetzt werden. Zwangsläufig größerer Öffnungswinkel beim Abknicken als bei Querflinten, damit auch das Hinterende des unteren Laufes hoch genug herauskommt; das Ladetempo vermindert sich dadurch etwas.

Doppelabzug oder Einabzug? Modelle mit Doppelabzügen sind billiger, während ein Einabzug schnellere Schußfolgen ermöglicht. Es kann sein, daß ein Doppelabzug im Streß eines realen Feuergefechts eine bewußtere Wahl des abzufeuernden Laufes ermöglicht (z. B. wenn man im einen Lauf eine Schrotladung führt und im anderen eine Patrone mit Flintenlaufgeschoß), aber das kann ich nicht beurteilen. Bei den selektiven Einabzugssystemen gefällt mir jedenfalls die Lösung der Baikal IJ-27, wo der Abzug der gespannten Waffe bloß nach vorn gedrückt zu werden braucht, um die Auslösefolge der Läufe umzukehren. Bei anderen Flinten ist z. B. der Sicherungsschieber zur Seite und nach vorn zu schieben, oder es gibt separate Umschalthebel etc.

Fixchokes oder Wechselchokes (Mobilchokes)? Modelle mit fixen Chokes sind auf jeden Fall billiger, und man braucht auch nicht immer wieder den festen Sitz der Einsätze zu kontrollieren. Auch kann kein Chokeschlüssel verlorengehen (beim Kauf von Wechselchoke-Flinten immer kontrollieren, ob der auch dabei ist!). Dafür kann man das Gewehr mit Wechselchokes den eigenen Zwecken anpassen, was aber bei der ausschließlichen Verwendung als Verteidigungswaffe weniger ins Gewicht fällt. Ich persönlich finde es schade, daß Baikal-Flinten mit Fixchokes ausschließlich mit Halb- und Vollchoke versehen sind, während es bei anderen Herstellern auch Ausführungen mit Viertel- und Dreiviertelchoke gibt, was ich bevorzugen würde. Bei doppelläufigen Flinten empfiehlt es sich, Flintenlaufgeschosse normalerweise immer nur aus demselben Lauf zu verschießen, nämlich dem mit der weniger engen Chokebohrung. Dies einerseits wegen der Präzision, andererseits auch, um nicht immer die eventuell abweichende Treffpunktlage des zweiten Laufes berücksichtigen zu müssen.

Sonstiges

Es wird empfohlen, Bock- oder Querflinten vor dem Zerlegen immer erst abzukippen und danach erst den Vorderschaft abzunehmen, indem man das Vorderende des Patentschnäppers herauszieht.

Abnehmen des Vorderschafts

Zwar läßt sich der Vorderschaft auch bei entspannten Schlossen abnehmen, doch spätestens beim Zusammensetzen kann es ernsthafte Probleme geben. Denn bei Selbstspannern dient er oft als Widerlager für die Schloßspannhebel. Hat man das Abkippen vergessen, müssen die Hebel von Hand gespannt werden. Das geht am besten, indem man die Schloßspannhebel kräftig auf den Boden oder gegen eine Tischkante drückt, sodaß sie spürbar einrasten und nach unten zeigen. Kipplaufflinten, bei denen die Spannhebel nicht den Vorderschaft als Gegenlager benötigen, lassen sich beliebig auseinandernehmen – also erst den Schaft entfernen und dann abkippen, oder umgekehrt.

Bei der spanischen Zabala Modell 213 zeigen beide Schloßspannhebel korrekt nach unten – die Doppelflinte wurde vor dem Zerlegen abgekippt und so gespannt.

Bei der spanischen Zabala Modell 213 zeigen beide Schloßspannhebel korrekt nach unten – die Doppelflinte wurde vor dem Zerlegen abgekippt und so gespannt.

Einerseits könnte man vermuten, daß es den Schlagfedern nichts ausmacht, wenn sie bei zerlegter Aufbewahrung der Flinte dauerhaft gespannt bleiben, denn die Waffen werden auch ab Werk in diesem Zustand ausgeliefert (liegen also zerlegt in der Schachtel). Andererseits steht aber im VISIER Special 16 „Flinten“, daß man Flinten, um die Schlagfedern nicht unnötig zu belasten, nur im entspannten Zustand in den Waffenschrank stellen sollte.

Sicherheitshalber sollte man also Flinten, die man nur in gespanntem Zustand zerlegen und im zerlegten Zustand nicht entspannen kann, wenn irgend möglich im zusammengesetzten (und entspannten) Zustand aufbewahren, und nur solche Flinten zerlegt aufbewahren, bei denen man das im entspannten Zustand tun kann.

Bestimmte Bockdoppelflinten wie die IJ-27 betrifft das nicht, weil sie, wie oben erwähnt, auch nach Abnehmen des Vorderschaftes zerlegt werden können und dann entspannt sind. Das habe ich an der IJ-27 ausprobiert: Vorderschaft abgenommen, dann abgeknickt und somit geteilt; nach dem Wiederzusammensetzen und Entsichern zeigte sich, daß sie entspannt war.

Hahnflinten wie die Baikal Coach Gun betrifft das auch nicht, weil sie ja ohnehin nicht durch das Abknicken gespannt werden, sondern erst separat durch das Zurückziehen der Hähne.

Die Baikal IJ 18 wird zwar durch das Abknicken zwangsläufig gespannt, weil man dafür den Spannhebel hinter dem Abzug drücken muß, aber man kann sie nach dem Zerlegen wieder entspannen: Einfach nochmal den Spannhebel drücken, dabei den Abzug betätigen und dann den Spannhebel wieder loslassen. Daß das Schloß sich entspannt, erkennt man daran, daß der weiße Signalstift oben am Kolbenhals, der im gespannten Zustand ein bißchen heraussteht, dann in seiner Bohrung verschwindet.

Die hahnlose Doppelflinte Baikal MP-43/MP-220 benötigt ebenfalls nicht den Vorderschaft als Widerlager für die Spannhebel; das habe ich ebenfalls ausprobiert: Vorderschaft abgenommen, Waffe abgeknickt/geteilt, wieder zusammengesetzt, entsichert und abgedrückt – sie war entspannt.

Wie das bei den anderen Flintenmodellen aussieht, erläutert der Händler; falls er es bei einem bestimmten Modell gerade nicht weiß, kann man es bei ihm im Laden ausprobieren, sodaß er allfällige Komplikationen mit den Spannhebeln beheben kann.

Auch wer sich eine Flinte bloß als Verteidigungswaffe zulegt und nicht vorhat, viel damit zu schießen, tut gut daran, vor dem „Ernstfall“ wenigstens ein paarmal damit zu schießen, um eine Vorstellung von der realen Handhabung im scharfen Schuß und auch vom Rückstoß zu bekommen und auch, um zu ermitteln, wie gut die beiden Läufe zusammenschießen bzw. wo jeder davon auf Basis des eigenen Ziel- und Abzugsverhaltens hinschießt. Es empfiehlt sich auch, sich mindestens zwei Paar Pufferpatronen zu besorgen und die Handhabung der Waffe wenigstens in Trockenübungen zu Hause immer wieder zu üben – vom Laden über das Anschlagen, Abdrücken, Nachladen und Entladen bis hin zum Zerlegen und Zusammensetzen. Bei den Pufferpatronen kann man ruhig auch die ganz kurzen Ausführungen nehmen, die man nur meiden sollte, wenn man mit Pumpguns oder Halbautomaten übt, weil sie sich dort oft auf dem Ladelöffel aufstellen und Zuführstörungen verursachen. Um in Verteidigungssituationen auch linksseitig an Hausecken oder aus Türnischen schießen zu können, ohne zu weit aus der Deckung zu müssen, sollte man bei Gewehren aller Art auch den Linksanschlag immer wieder üben, damit man im Streß des Ernstfalls diese Möglichkeit auch wirklich nutzt. All dies soll dazu führen, daß die Worte des amerikanischen Combat-Papstes Jeff Cooper möglichst auch auf einen selbst zutreffen:

„Hüte dich vor dem Mann, der nur ein Gewehr besitzt. Er könnte damit umzugehen wissen.“

MUNITION

Kaliberbezeichnungen, Kaliberwahl

Wie schon erwähnt, ist das für uns interessante Flintenkaliber das Kaliber 12. Hier sei kurz erläutert, was es mit den Kaliberbezeichnungen bei Flintenmunition auf sich hat: Die erste Zahl gibt an, wie viele Kugeln im jeweiligen Laufdurchmesser man aus einem englischen Pfund Blei gießen kann; im Fall des Kalibers 12 sind das 18,35 mm, wovon 12 Kugeln aus einem Pfund Blei gegossen werden können. Kaliber 16 ist daher kleiner als Kaliber 12, während das Kaliber 10/89, das für die Jagd auf schweres Flugwild entwickelt wurde, mit 19,69 mm größer ist.

Die zweite Zahl hinter dem Schrägstrich gibt die Hülsenlänge in Millimeter oder Zoll der abgefeuerten Patrone an, z. B. 12/70 oder 12/76, was in Zoll 12/2 ¾“ bzw. 12/3“ wäre. Flintenpatronen haben nämlich vorne entweder einen Sternverschluß, der sich beim Schuß nach vorn entfaltet (wie die obere der beiden unten abgebildeten Patronen) oder einen Bördelverschluß, der eine Abdeckscheibe (oder auch ein Flintenlaufgeschoß) in der Hülse hält und sich beim Schuß nach vorn ausrollt.

MunFlinte

Diese entfaltete Patronenlänge ist entscheidend für die Verwendbarkeit in einer bestimmten Flinte, denn das Patronenlager, d. h. die der Patrone angepaßte Erweiterung des hinteren Laufendes (siehe unten am Beispiel eines Pistolen- oder Büchsenlaufes), ist darauf abgestimmt.

Schema_huelsenanlieger

Aus diesem Grund kann man zwar ohne weiteres eine 12/70er- oder 12/65er-Patrone aus einer 12/76er-Flinte verschießen (wenn auch mit Einbußen bei der Schußleistung), sollte aber auf keinen Fall 12/76er-Patronen in einer 12/70er-Flinte verwenden! Die lassen sich nämlich in deren Läufe einführen, weil die geschlossene 12/76er-Patrone etwas kürzer ist als die abgefeuerte 12/70er-Hülse. Beim Schuß kann der Vorderrand der 12/76er-Hülse aber der Schrotladung oder dem Flintenlaufgeschoß in dem zu kurzen Patronenlager nicht vollständig ausweichen, was für sich schon zu einer gefährlichen Gasdrucksteigerung führt. Außerdem sind die 12/76er, die nicht umsonst als Magnumpatronen bezeichnet werden, mit einer deutlich stärkeren Pulverladung versehen, sodaß damit zu rechnen ist, daß einem der Schießprügel in so einem Fall um die Ohren fliegt.

Da einerseits die kleineren Kaliber wie 16/70 oder 20/70 nicht mehr sehr gängig sind (was das Munitionsangebot betrifft) und andererseits das 12/76er einen für „Normalverbraucher“ unnötig starken Rückstoß mit sich bringt, wäre das Kaliber 12/70 für Verteidigungszwecke die optimale Wahl. Stärkere Jagd- und Verteidigungspatronen in diesem Kaliber weisen Mündungsenergien im Bereich von 2800 bis 3000 Joule auf (zum Vergleich: eine standardmäßige Pistolenpatrone 9 x 19 mm Luger/Parabellum bringt ca. 460 Joule). Noch dazu gibt eine Schrotladung ihre gesamte Energie an den getroffenen Körper ab, während eine Vollmantel-Pistolenkugel, wie sie im militärischen Bereich verwendet wird, einen menschlichen Körper durchschlägt und so nur einen Teil der Energie abgibt. Ein deckender Schrottreffer hat also auf die für Flinten in Frage kommende Einsatzentfernung eine Wirkung wie ein Feuerstoß aus einer Maschinenpistole!

Patronen im Kaliber 12/65 bis 12/70

Für Verteidigungszwecke kommen nur gröbere Schrotkörnungen oder auch Flintenlaufgeschosse in Frage. Zwar kann auch feineres Vogelschrot auf kurze Distanz eine fürchterliche Wirkung haben, wie man aus Jagdunfällen weiß, wo Menschen aus nächster Nähe angeschossen wurden, weil hier die einzelnen Schrote noch als dichter Bleiklumpen beisammen sind. Aber in Verteidigungssituationen mit ihren variablen Entfernungen ist die Wirkung feinerer Schrotgrößen einfach zu unsicher, und bei den Sportpatronen für das Wurftaubenschießen mit ihrer bloß 24 g schweren Schrotvorlage fehlt es für solche Zwecke auch an „Substanz“.

Wie sich bei meinen praktischen Schußversuchen gezeigt hat, streuen die Postenschrotpatronen Rottweil Express 12/67 mit ihren neun Kugeln von 8,6 mm Durchmesser einfach zu stark und auch zu ungleichmäßig, was auf kürzere Entfernung kein Problem ist, aber auf 20 – 25 m nicht mehr optimal ist. Deutlich besser haben dagegen die Remington Buckshot SP12 00BK mit ihren ebenfalls neun 8,4mm-Kugeln abgeschnitten. Mein Stamm-Büchsenmacher hat von etlichen jagenden Kunden auch schon recht positive Rückmeldungen über die Remington-Buckshots erhalten. Er hat daraufhin eine solche Patrone aufgeschnitten und festgestellt, daß sie als einzige Postenschrotpatrone, die er kennt, einen Schrotbecher aufweist, und daß der Raum zwischen den Schrotkugeln von einem Plastikgranulat ausgefüllt wird, das die Kugeln beim Schuß vor Verformung schützt. Der Autor der sehr interessanten Waffenwebseite The Box O’Truth (siehe auch unsere Blogroll, Abteilung „Aus der Anglosphäre“) hat Ähnliches festgestellt, auch wenn die von ihm aufgeschnittene Patrone Remington Buckshot 4BK, die 27 Kugeln im Durchmesser von 6,1 mm enthält, keinen Schrotbecher hatte.

Hier meine Übersetzung seines Artikels „Let’s talk about buckshots“ (http://www.theboxotruth.com/docs/edu91.htm), von dem ich hier aber nur zwei Fotos verwende:

Vor kurzem war ich auf Shotgunworld im Tactical/Home Defense Forum (auch bekannt als „Der Keller“ ), und wir ließen einen Kerl eine simple Frage stellen:

„Insbesondere wäre ich neugierig, wieviel die Schrote in standardmäßigen 2-3/4“ (12/70er) 00-Buckshotpatronen mit 9 Kugeln wiegen. Weiß das jemand? Ich versuchte es mathematisch auszuknobeln und kam auf etwa 1,1 Unzen (ca. 34 g). Ich dachte, daß das ein wenig leicht erschien, aber ich schätze, daß sie große Schrote nicht so dicht packen können wie Vogelschrot, daher weiß ich nicht so recht.“

Mehrere Jungs versuchten ihm zu helfen. Und mehrere zitierten Handbücher oder Listen, die zeigten, wieviel die verschiedenen Postenschrotgrößen wiegen sollten. Aber sie konnten sich nicht ganz einigen.

Nun, wie ihr, die ihr mich kennt, euch denken werdet, hatte ich eine bessere Idee, wie dieses Rätsel zu lösen wäre. Ich holte ein Exemplar einer Wolf 00 Buckshot mit 9 Kugeln und ein Rasiermesser heraus und schnitt sie auf.

e91-1

Dann wog ich die Kugeln. Sie hatten alle zwischen 59 und 6o grains (ca. 3,8 g), mit einem Durchschnitt von etwa 59,5 grains. Daher: 59,5 x 9 = 535,5 grains (34,5g) Gesamtgewicht. Wolf gibt die Geschwindigkeit für diese Laborierung mit annähernd 1.325 fps (404 m/s) an. [Anm. d. Ü.: nach meiner Berechnung wäre das eine Mündungsenergie von 2815 Joule.] Die Kugeln hatten einen Durchmesser von annähernd .340 Zoll (8,64 mm).

Da ich gerade zum Abwiegen aufgelegt war, grub ich auch eine Remington #4 Buckshot aus und tat mit ihr dasselbe. Sie war eine etwas hochwertigere Laborierung und hatte ein Plastikgranulat als Puffer zwischen den Schrotkugeln, damit diese während der Beschleunigung durch den Lauf rund bleiben.

e91-4

Es waren 27 Schrotkugeln #4 in der Patrone, und jede wog annähernd 19,5 grains (1,26 g), was ein Gesamtgewicht von 526 grains (33.9 g) ergibt. Die Kugeln hatten einen Durchmesser von annähernd .240 Zoll (6,1 mm).

Okay, nun, wo wir ein paar Fakten haben, reden wir darüber, warum das für jemanden wichtig ist, der seine Schrotflinte zur Heimverteidigung verwenden will.

Wir wissen aus diesem großartigen Artikel von AR15.com, daß kein Vogelschrot die vom FBI geforderte Mindestpenetration von 12 Zoll (30,5 cm) erreichen wird. Nur Postenschrot erreicht das. Also, welches Postenschrot ist das „beste“?

Der verlinkte Artikel faßt das in den letzten Absätzen zusammen, wo er hervorhebt, daß die #1 Buck wahrscheinlich die „beste“ Postenschrotladung ist, daß sie aber schwer zu finden ist und 00 Buckshot sehr dicht an zweiter Stelle kommt, daher wird das von den meisten verwendet.

Räumen wir mit ein paar falschen Gerüchten auf:

1. Vogelschrot ist eine gute Ladung für die Selbstverteidigung.

Dies ist aus mehreren Gründen falsch. Der Hauptgrund ist, daß keine Vogelschrotlaborierung die 12 Zoll Penetration erreichen wird, die nötig ist, um einen Bösewicht bei dem zu STOPPEN, was er gerade tut, um euer Leben zu bedrohen. Vogelschrot erzeugt eine sehr scheußliche, aber seichte Wunde und wird keine vitalen Organe oder das Zentralnervensystem erreichen.

„Könnte“ Vogelschrot funktionieren? Sicher. Aber warum sich auf „könnte“ verlassen, wenn „besser“ verfügbar ist? Verwendet Vogelschrot für kleine Vögel. Verwendet Postenschrot für Bösewichte.

2. Postenschrot penetriert zu stark und wird Wände in meiner Wohnung durchschlagen.

Sicher wird es das tun. Jede Ladung, die einen Schurken STOPPT, wird auch mehrere Innenwände durchschlagen, wie ich bei Rifles, Shotguns, and Walls bewiesen habe. Bis irgendjemand einen Phaser wie in Star Trek erfindet, wird jede Ladung, die einen Bösewicht STOPPEN wird, auch mehrere Wände durchschlagen.

3. Jede Postenschrotpatrone wird ungefähr gleich funktionieren.

Während jedes Postenschrot besser ist als Vogelschrot, so werden die Postenschrote umso mehr wiegen, je größer sie sind, und umso durchschlagender sein. Die #4 Buckshot, die ich vermaß, ist die „minimale“ Postenschrotladung und wird kaum die Penetrationsstandards erfüllen. Manche Leute mögen sie, und manche Polizeibehörden verwenden sie sogar dienstlich, aber sie ist die kleinste Postenschrotgröße und wird am wenigsten Durchschlag haben. Größer ist besser, und 00 wird bevorzugt.

4. Mit einer Ladung 00 Buckshot beschossen zu werden, ist wie neunmal mit einer Faustfeuerwaffe beschossen zu werden.

Nicht genau.

Jede 00-Schrotkugel wog ungefähr 60 grains (ca. 3,8 g). Keine normale Faustfeuerwaffe verschießt ein so leichtes Geschoß. Eine Patrone .32 ACP verschießt ein 71 grains (4,58 g) schweres Geschoß mit 900 fps (275 m/s). Das ist die leichteste „übliche“ Faustfeuerwaffe, die es gibt. Aber sie schafft nur 275 m/s.

Die 00-Postenschrotkugel wiegt 3,8 g, aber sie fliegt mit 1.325 fps (404 m/s). Es gibt keinen Vergleich zwischen den beiden. Und die Schrotkugeln treffen das Ziel alle ungefähr gleichzeitig. Sehr wirksam.

Schlußfolgerungen:
Wenn ihr eure Flinte für die Heimverteidigung ladet, wird es euch schwer fallen, eine bessere Laborierung zu finden als 00 Buckshot. Sie ist die beste gängige Patrone.

* * * Ende des übersetzten Artikels aus „The Box O’Truth“. * * *

Hiermit haben wir also den Bereich der für Verteidigungszwecke am brauchbarsten Schrotgrößen abgesteckt. Für die #4 Buckshot (bei Remington ist das die Buckshot 12 4BK) spricht die Zahl von 27 Schrotkugeln in einer Patrone, die eine viel bessere Trefferdichte ergibt als 9 Kugeln. Wie ich von einem Schützenkameraden erfahren habe, wird diese Patrone auch von Sicherheitsdiensten in der Schweiz bevorzugt. Zur Penetrationsleistung der #4 Buckshot siehe die folgende Grafik (Quelle: Firearms Tactical Institute: Wound Ballistics – http://www.firearmstactical.com/wound.htm):

12 Gauge No 4 Buckshot

27 cm Eindringtiefe sind auch kein Dreck – das würde einen Körper von vorn bis hinten durchschlagen und selbst bei Beschuß der rechten Körperseite bis in die Herzgegend reichen. Allerdings ist zu berücksichtigen, daß die obige Grafik – so dicht, wie die Schrote noch beisammen sind, und nachdem das Zwischenmittel („Wad“) sogar in den Körper eingedrungen ist – wohl das Ergebnis eines Beschusses aus nächster Nähe darstellt. Aus den angegebenen 412 m/s und den 35 g für die Schrotvorlage habe ich eine Mündungsenergie von 2970 Joule errechnet.

Der optimale Kompromiß zwischen Durchschlagskraft und Zahl der Schrote wäre wohl die vom Autor der „Box O’Truth“ erwähnte #1 Buckshot (16 Schrotkugeln á 7,6 mm, bei Remington wäre das die Buckshot 1BK), oder alternativ die #0 Buckshot (12 Schrotkugeln á 8,1 mm, z. B. Remington Buckshot 0BK), aber die sind wirklich selten zu bekommen. Ich habe sehr gestaunt, als ein örtlicher Waffenhändler einmal je fünf Packungen beider Sorten bei sich liegen hatte (natürlich habe ich sie alle mitgenommen). Eine Fünfer-Packung Remington Buckshot 12/70 kostet derzeit ca. 7 Euro (vor zwei Jahren noch 5 Euro), eine Patrone kommt also auf € 1,40.

Remington 12ga-buckshot1

Günstigere Jagdschrotpatronen mit Schrotkörnungen zwischen 3 und 4 mm, die man zumindest zum Üben brauchen kann, z. B. von Sellier & Bellot (S & B, „Sellerie & Broccoli“) kommen auf etwa 6 Euro pro Zehnerpackung. Bei der Patrone „Kettner Jagd 4 mm“ in 12/70 mit 35 g Schrotvorlage müssen nach meinen Zählungen der Einschläge auf den Zielscheiben mindestens etwa 80 dieser 4mm-Schrotkörner enthalten sein, was eine recht gute Trefferdichte bringt. Wenn man sich ansieht, was in Büchsen-Licht (2): Unterhebelrepetiergewehre im Zusammenhang mit Schrotpatronen in Faustfeuerwaffenkalibern steht, dann erscheinen solche mittelgroben Jagdschrotpatronen doch auch eine recht brauchbare Wahl für Verteidigungszwecke zu sein, zumindest auf kürzere Entfernungen, wo die Schrotkörner noch nicht zu sehr durch den Luftwiderstand abgebremst werden.

Um eine Vorstellung von der Streuung von Schrotschüssen zu geben, über die es unter Laien oft übertriebene Vorstellungen gibt: Als Faustregel kann man davon ausgehen, daß die Schrotgarbe, die nach dem Verlassen der Mündung noch auf knapp 2 cm beisammen ist, sich aus einem Lauf mit zylindrischer Bohrung pro Meter um etwa 2,5 cm öffnet, was auf die Zimmerdistanz von 5 m ein ca. 15 cm durchmessendes Trefferbild ergibt. Man sieht, man muß auch mit einer Flinte zielen, statt einfach ungefähr draufzuhalten. Bei Testschüssen auf 25 m auf 60 x 60 cm große Zielscheiben (verkleinerte Versionen der für 35 m gedachten 16-Felder-Flintenanschußscheibe, siehe die Brenneke-Trefferbilder weiter oben) habe ich aus dem mit Halbchoke versehenen rechten Lauf der Baikal Coach Gun folgende Resultate erzielt:

Remington Buckshot 00BK, 9 Schrote á 8,4 mm:
Alle Schrote auf der Scheibe, davon 4 im inneren 27cm-Kreis, 8 innerhalb des 54cm-Außenkreises, plus einer ganz am Rand.

Remington Buckshot 4BK, 27 Schrote á 6,1 mm:
Alle Schrote auf der Scheibe, davon 8 im Innenkreis, 24 innerhalb des Außenkreises, plus 3 weitere außerhalb davon.

Rottweil Express, 9 Schrote á 8,6 mm (Durchschnitt aus zwei Schüssen):
8 Schrote auf der Scheibe, davon 3,5 (5 bzw. 2) im Innenkreis, 7,5 innerhalb des Außenkreises, 1 außerhalb davon.

(Mit den Remington-Patronen habe ich auch jeweils zwei Schüsse abgegeben, bin aber bei jeder Sorte einmal zu hoch abgekommen, weshalb diese Trefferbilder nicht berücksichtigt wurden).

Eine Alternative zum Schrotschuß aus Flinten sind Flintenlaufgeschosse wie die bereits erwähnten Rottweil Brenneke, auf dem Bild unten in der längeren Ausführung 12/76 Magnum dargestellt:

Rottweil Brenneke mit Schnittmodell

In der Ausführung 12/70 Classic erreichen diese bei einem Geschoßgewicht von 31,5 g eine Mündungsgeschwindigkeit von 430 m/s und somit eine Mündungsenergie von 2912 Joule, das ist mehr als das Sechsfache einer Pistolenkugel des Kalibers 9 x 19 mm Luger/Parabellum, und das bei vierfacher Geschoßquerschnittsfläche! Bei einem Test der Vorderschaftrepetierflinte Ithaca D.S. Police Special ermittelte das „Schweizer Waffenmagazin“ (Ausgabe 8/89) mit den Brennekes auch die Durchschlagsleistung in Tannenholz auf 25 m und kam auf Durchschnittswerte zwischen 18 und 20 cm. Da kann man sich gut vorstellen, daß diese Patrone von Jägern bei der Nachsuche auf Wildschweine gerne als „Notbremse“ verwendet wird, wenn die angeschossenen Borstenviecher angreifend aus der Dickung brechen. Siehe auch den Durchschuß im Stahlhelm auf dem Bild unten! An dem deformierten Geschoß kann man allerdings sehen, daß das noch die alte Ausführung mit dem am Geschoßheck angeschraubten Filzpfropfen ist anstelle des Plastik-Zwischenmittels der oben abgebildeten neueren Version.

Hjelm + Brenneke

Beim Test der Ithaca-Polizeiflinte ermittelte das „Schweizer Waffenmagazin“ für zwei Flintenlaufgeschoßpatronen folgende Daten:

Rottweil Brenneke: 478 grs / 30,8 g Geschoßgewicht, V0 429 m/s, E0 2841 Joule
Remington Slugger: 438 grs / 28,2 g Geschoßgewicht, V0 445 m/s, E0 2814 Joule

Billig sind die Brennekes jedoch nicht: bei der 12/70 Classic kostet die Fünferpackung € 7,70 – eine Patrone kommt also auf € 1,54! Daneben gibt es noch die Rottweil Brenneke 12/70 Camo, die mit 28,4 g schwerem Geschoß auf 460 m/s und 3000 Joule kommt und pro Fünferpack € 5,50 kostet (mit der habe ich aber keine Erfahrungen). Weiters gibt es von Rottweil noch die nicht für den jagdlichen Einsatz geeignete Sportschützenpatrone K.O. Cleanspeed, die in zwei Varianten kommt (Preis pro 100er-Packung € 76,70):

Brenneke K.O. Cleanspeed Short 12/60, 28,4 g Geschoßgewicht, 380 m/s, 2022 Joule
Brenneke K.O. Cleanspeed Plus 12/67, 28,4 g / 425 m/s / 2565 Joule

Die kurze 12/60er ist für Pumpguns gedacht; von ihr paßt aufgrund der geringen Länge eine mehr ins Röhrenmagazin, was bei Kipplaufflinten keinen Vorteil bietet. Die längere und stärkere Plus 12/67 soll in Selbstladeflinten für mehr Funktionssicherheit sorgen. Beide Patronen wären für den Kipplaufschützen wegen des günstigeren Preises und des geringeren Rückstoßes interessant; die Verteidigungswirkung dürfte bei vier- bis fünffacher Energie und vierfachem Geschoßquerschnitt gegenüber einer 9mm-Pistolenkugel und der kantigeren Geschoßform, die für mehr Gewebezerstörung sorgt als ein Rundkopfgeschoß, wohl auch ausreichend sein.

ZUBEHÖR UND PFLEGE

Für Verteidigungsfälle wird man bei maximal zweischüssigen Flinten etwas Munition zum Nachladen bei sich führen wollen. Je nachdem, für welche Szenarien man vorbereitet sein will, gibt es auf den Hosengürtel aufschiebbare Schrotpatronenhalter aus Corduragewebe mit elastischen Schlaufen für bis zu 10 Patronen, die für normale Heimverteidigungszwecke ausreichen sollten und max. 9 – 10 Euro kosten. Es gibt aber auch ganze Schrotpatronengürtel, z. B. von Niggeloh für 17 Patronen (43 Euro), oder Uncle Mike’s Shotgun Cartridge Belt #8805-1 für 25 Patronen ( € 33,–). Vorzuziehen sind (bei angedachter Verwendung für Überlebensszenarien im Freien) Ausführungen, bei denen zumindest die Patronenschlaufen aus Elastikgewebe bestehen, denn Leder kann sich bei feuchter Witterung weiten, sodaß die Patronen nicht mehr sicher drinsitzen, und die Gerbstoffe des Leders können mit dem Messing der Patronenbodenkappen reagieren und Grünspan bilden, was Ladestörungen zur Folge haben kann. Patronenhalter aus Elastikgewebe zum Aufschieben auf den Gewehrkolben gibt es zwar auch, aber die sind beim Linksanschlag im Weg.

Um bei einem Ernstfalleinsatz in Innenräumen Gehörschäden durch den Schußknall zu vermeiden (ich hatte mal die Möglichkeit, eine Flinte in einem Schießkeller abzufeuern, und weiß, wovon ich rede!), sollte man sich einen Gehörschutz anschaffen, den man für die Schießübungen sowieso braucht. Da man im Verteidigungsfall nicht gegenüber Eindringlingen durch das abgeschirmte Gehör beeinträchtigt sein will, sollte es ein „hörender“, d. h. aktiver elektronischer Gehörschutz sein, der Außengeräusche mittels Mikrofonen aufnimmt und über eingebaute Lautsprecher an den Schützen weitergibt. Bei entsprechender Lautstärkeeinstellung kann man sogar das Rascheln der eigenen Kleidung hören (was ein taktischer Vorteil gegenüber versteckten Bösewichten wäre), aber Impulslärm ab einer gewissen Stärke wird von der Elektronik sofort automatisch abgeblockt. Solche Gehörschützer, z. B. der Marken Sordin, Peltor oder Bilsom, kosten je nach Ausführung zwischen 135 und 250 Euro (stinknormale „tote“ Gehörschützer ab ca. 25 Euro aufwärts).

Für die Reinigung braucht man einen Flintenputzstock (der im Gegensatz zu Büchsenputzstöcken ohne drehbare Lagerung des Schaftes im Griff auskommt, weil das Reinigungsmittel keinem Zugdrall folgen muß), dazu noch einen VFG-Adapter und VFG-Reinigungsfilze für Kaliber 12 (für starke Verschmutzungen gibt es von VFG auch die „Superintensivreiniger“) – siehe unten:

VFG-Flintenreiniger

VFG-Superintensivreiniger

Die Reinigungsfilze werden auf den Adapter aufgesteckt, mit Waffenöl getränkt (z. B. „Break free“ oder LPS-1) und dann mit dem Putzstock von hinten her durch den Lauf geschoben und vorn wieder abgenommen. Die Prozedur wird mit frischen Filzen wiederholt, bis die Filze einigermaßen sauber herauskommen. Man kann für die Reinigung statt der VFG-Filze auch das traditionelle Werg nehmen (auch bei anderen Feuerwaffen als Flinten), aber diese Fummelei mag ich mir nicht mehr antun.

Vor dem Schießen sollte man die Läufe entölen, indem man durch jeden davon zwei oder drei trockene Filze schiebt. In trockenen Räumen kann man die Waffe entölt aufbewahren, wenn man sie als Zugriffswaffe schußfertig bereithalten will (wobei unbedingt dafür gesorgt werden muß, daß Kinder keinen Zugang dazu haben!). Für die unkomplizierte Zwischendurch-Reinigung „im Felde“ eignen sich Reinigungsschnüre, z. B. „Quick Clean“ oder „Hoppe’s BoreSnake“, die es auch für diverse Büchsen- und Faustfeuerwaffenkaliber gibt. Inzwischen gibt es so eine Reinigungsschnur auch aus deutscher Produktion: „BoreBlitz“ (vom Kaliber .22 bis zum Kaliber 12). Stärkere Bleiablagerungen entfernt man mittels auf den Putzstock aufgeschraubter Bronze- bzw. Messingbürste oder indem man VFG-Filze mit dem Reinigungsmittel „Robla Solo“ tränkt und nach der Vorreinigung mit geölten Filzen durch den trockengewischten Lauf schiebt. Danach wieder trockenwischen und geölte Filze durchschieben.

Achtung: Robla Solo ist ein recht aggressives Mittel, das Blei und Kupferlegierungen löst und Brünierungen angreift, blanken Stahl jedoch nicht. Diese chemische Keule sollte man recht sparsam einsetzen.

SCHLUSSBETRACHTUNGEN

Mit diesem Artikel, den ich leider nicht schon so früh zuwege gebracht habe, wie ich wollte, hoffe ich möglichst viele bisher noch Unbewaffnete zur Anschaffung einer Flinte anzuregen, solange das noch so „komplikationsfrei“ wie jetzt geht. Es kann sein, daß es mit der tatsächlichen Inkraftsetzung der Waffengesetznovelle 2010 noch deutlich länger dauert als bis ins 2. Quartal 2012 (angesichts der bisherigen Problempunkte, der Hackergefahr und der zunehmenden Finanzknappheit des Staates ist das leicht möglich), aber verlassen kann man sich darauf nicht. (Siehe Aktualisierungseinschub weiter oben!) Bitte sorgt für eine möglichst weite Verbreitung dieses Artikels (Noricus, es würde mich freuen, wenn Du ihn als Gastbeitrag in Deinem Blog übernehmen würdest) und verlinkt ihn soviel es geht. Ich wäre auch dankbar, wenn Leser aus Deutschland oder der Schweiz im Kommentarstrang die rechtliche Situation in ihren Ländern erläutern würden.

An sich ist die „Volksbewaffnung“ in Österreich ja nicht so schlecht entwickelt: Irgendwann in den frühen 1990ern gab es in der ORF-Magazinsendung „Jolly Joker“ mal einen waffenkritischen Beitrag eines gewissen Gregor von Rezzori, in dem erwähnt wurde, daß es in Österreich (damals) ca. 350.000 Inhaber eines waffenrechtlichen Dokuments gab und daß der Bestand an Langwaffen (= Gewehre aller Art) auf 1 bis 1,5 Millionen geschätzt wurde (oder 1,5 – 2 Millionen; da bin ich mir nicht mehr sicher).

Nun kann man auf die Faustfeuerwaffen der 350.000 Inhaber von Waffenpässen und Waffenbesitzkarten nicht sicher zählen, da diese „am Haken hängen“ und ständig in Gefahr schweben, weiteren waffenrechtlichen Verschärfungen bis hin zu Verboten nach britischem Beispiel zum Opfer zu fallen. Bei den Gewehren war aber die Meldefreudigkeit schon nach dem Waffengesetz 1996 dem Vernehmen nach eher mäßig (ein Waffenhändler hat mir z. B. erzählt, daß in seinem Bezirk, in dem es ca. 1000 Jagdkarteninhaber gibt, nur etwa 1000 Gewehre gemeldet wurden; nun wird aber kaum ein Jäger nur ein Gewehr besitzen, und dann gibt es ja daneben noch eine Menge nichtjagender Hobbyschützen und Waffensammler), und wie weiter oben erläutert, sind selbst die Waffenmeldungen gemäß dem derzeit noch gültigen Waffengesetz 1996 für die Behörde im Sinne einer Nachverfolgung des aktuellen Besitzes praktisch wertlos. Das heißt, jeder, der sein Gewehr gegenüber der künftigen elektronischen Zentralregistratur verschweigen will, wird das problemlos tun können (und vor Inkrafttreten der Waffengesetznovelle gekaufte Kipplaufflinten brauchen wie gesagt sowieso auch danach nur im Falle einer Weiterveräußerung gemeldet zu werden) [Überholte Information! Siehe Aktualisierungseinschub weiter oben!]. Bei den zunehmend deutlicher werdenden negativen Zukunftsaussichten und dem immer mehr schwindenden Vertrauen, das die Bürger dem Regime noch entgegenbringen, würde es mich nicht überraschen, wenn nicht viele Waffenbesitzer ihre Knalleisen melden würden. Auch die Erfahrungen, die man mit bisherigen Waffenverboten (z. B. der Pumpguns, des Ruger Mini 14 oder des U.S.30 M1 Carbine) gemacht hat, wo fast nichts gemeldet wurde, lassen das erwarten.

In den seit dieser „Jolly Joker“-Sendung vergangenen zwei Jahrzehnten werden bestimmt eine Menge weiterer Gewehre gekauft worden sein, und da es beim Altbestand kaum Schwund gegeben haben wird (Schußwaffen in zivilem Privatgebrauch werden kaum einmal kaputt), ist damit zu rechnen, daß sich in Österreich derzeit mindestens 2 bis 2,5 Millionen Gewehre aller Art in Privatbesitz befinden. Das heißt, auf jeden erwachsenen männlichen Österreicher zwischen 20 und 65 Jahren kommt irgendetwas, das knallt – vom Kleinkaliber-Sportrepetierer bis zum Militärkarabiner und zum mehrschüssigen Jagdgewehr. Natürlich verteilt sich dieser Besitz nicht gleichmäßig auf die Bevölkerung, sondern es werden jeweils mehrere Waffen in der Hand eines Schützen sein, aber bei entsprechender Vernetzung unter Freunden, Familienangehörigen und Nachbarn läßt sich mit dem vorhandenen Material schon eine ganz schöne Breitenbewaffung auf die Beine stellen.

* * * * * * *

LINKS:

Wissen bewahren von Osimandia
Vorbereitung auf Ragnarök von Fjordman
Den kommenden Crash überleben von Fjordman
Charlton Heston über Waffenbesitz und Political Correctness
Selbstverteidigung ist Menschenrecht von Gerhard Kehr
Suomi KP/-31: Die Mähmaschine von Tikkakoski von P. T. Kekkonen

Die Maschinenpistole MP 40/I im scharfen Schuß von Robert Bruce

Interessante Webseiten:

Steyr Scout Tactical Rifle
Pulverdampf – das österreichische Waffenforum (siehe auch Blogroll)
Interessengemeinschaft liberales Waffenrecht in Österreich (IWÖ)
proTell – Gesellschaft für ein freiheitliches Waffenrecht
Liberales Waffenrecht, ein deutscher Waffen-Blog
The Box O’Truth – ein amerikanischer Waffenblog mit vielen Praxistips (siehe auch Blogroll)
British ARmy Rumour SErvice (ARRSE): http://www.arrse.co.uk/

Waffenzeitschriften:
Deutsches Waffen Journal (DWJ)
VISIER – Das internationale Waffen-Magazin
caliber

Über Cernunnos

Mein Blog: "Cernunnos' Insel" https://cernunninsel.wordpress.com/
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2 Antworten zu Teilchenbeschleuniger

  1. Deep Roots schreibt:

    Ein Aktualisierungshinweis:

    Im Zuge der Arbeit an meinem nächsten Waffenartikel „Teilchenbeschleuniger 2: Verteidigung mit der Kipplauf-Flinte“ bin ich auf die Information gestoßen, daß man Kipplauf-Flinten zur Schonung der Federn doch besser nur entspannt aufbewahrt, obwohl sie in der Schachtel in zerlegtem Zustand geliefert werden.

    Ich habe jetzt selbst Versuche bezüglich der Zerlegungsreihenfolge, des Entspannens und Wiederzusammensetzens durchgeführt und in meinem Originalartikel den Abschnitt über dieses Thema (unter „Sonstiges“ bis „Komplikationen mit den Spannhebeln beheben kann“) entsprechend überarbeitet.

  2. Cernunnos schreibt:

    Danke – das habe ich jetzt auch so übernommen!

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