Büchsen-Licht (3): Militärische Mausergewehre

Deutscher Landser mit Karabiner 98k; Mauser-Doppel: 98er Brasilien-Mauser M1935 (links) und Schwedenmauser M96

Deutscher Landser mit Karabiner 98k; Mauser-Doppel: 98er Brasilien-Mauser M1935 (links) und Schwedenmauser M96

Von Deep Roots

Ab diesem dritten Artikel über Gewehre mit gezogenen Läufen (Büchsen) möchte ich über eine weitere Waffenkategorie informieren, die sich für eine „ballistische Volksbewaffnung“ eignet: über die klassischen militärischen Repetiergewehre, wie sie bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg Standard in allen Armeen waren.

Im Gegensatz zu früheren Jahrzehnten, als noch öfter relativ einheitliche Bestände solcher Waffen aus aufgelösten Arsenalen auf den Markt kamen, sind diese Gewehre heute aus dem Katalogangebot großer Handelsketten wie Frankonia, Kettner oder Jagd & Sport bzw. Austro-Jagd verschwunden, weshalb ich hier für die einzelnen Modelle keine Preise aus solchen Katalogen angeben kann. Im Waffen-Einzelhandel sind sie immer wieder als Einzelposten aus Privatverkäufen zu finden und meist zu Preisen zwischen 150 und 400 Euro (je nach Modell und Erhaltungszustand) zu finden.

Die klassischen militärischen Repetiergewehre haben meist ein fest eingebautes Mittelschaftmagazin für 5 Patronen; die größte Feuerkraft bieten die britischen Lee-Enfield-Gewehre (No. 1 Mark III*, No. 4 Mark I und 2 und der Jungle Carbine No. 5) mit ihren zehnschüssigen Einsteckmagazinen. Die Nutzung der Magazinwechselmöglichkeit bei den Lee-Enfields wird jedoch dadurch erschwert, daß Ersatzmagazine sehr schwer zu bekommen sind. Die meisten Gewehre können auch mittels Ladestreifen nachgeladen werden, was bei manchen, wie den Mauser-Waffen und den russischen Mosin-Nagants recht gut flutscht, bei den Enfields dagegen meiner Erfahrung nach weniger gut. Die Patronen, für die diese Gewehre eingerichtet sind, reichen im Kaliber von 6,5 mm bis 8 mm und haben Energiewerte im Bereich von 3000 bis 5000 Joule. Zu bevorzugen sind Kaliber, die auch heute noch regulär gefertigt werden und die in Deutschland, Österreich und der Schweiz einigermaßen regelmäßig erhältlich sind; von diesen bekommt man die meisten nicht nur mit Vollmantel-Spitzgeschoß, sondern auch als Jagdpatronen mit Teilmantelgeschoß. Nicht zu empfehlen sind dagegen Kaliber, die nur im Ersten Weltkrieg und eine Zeitlang danach aktuell waren, wie das 8 x 50 R und 8 x 56 R der österreichischen Steyr-Mannlicher M95 oder nationale Exoten wie 7,65 Argentinisch-Mauser. Die Patrone 7,5 x 55,5 mm Schmidt-Rubin ist außerhalb der Schweiz auch eher schwer zu bekommen. Waffensammler und –fans fertigen sich solche Patronen zwar selber durch Umformen anderer Hülsen oder betreiben das Wiederladen, aber dieser Artikel soll vor allem für bisher Unbewaffnete eine Anleitung bieten, und diese werden sich den Aufwand mit dem Hülsenbearbeiten und Wiederladen kaum antun wollen.

Empfehlenswerte Kaliber sind also:
– das deutsche 8 x 57 IS (7,92 x 57 mm, 8 mm Mauser);
– das russische 7,62 x 54 R, das von finnischen Herstellern als 7,62 x 53 R bezeichnet wird;
– das amerikanische .30-06 Springfield;
– das .303 Britisch der Lee-Enfield-Gewehre
– das 7 x 57 Mauser, eines der wenigen metrischen Kaliber, das sich in Nordamerika als Jagdkaliber durchgesetzt hat;
– das 6,5 x 55 Schwedisch Mauser;
– die NATO-Patrone 7,62 x 51 NATO / .308 Winchester, auf die einige Modelle nach dem Krieg umgerüstet wurden (eine israelische Nachkriegsversion des 98er-Wehrmachtkarabiners wurde von Haus aus für dieses Kaliber eingerichtet);
– 7,5 x 55,5 Schmidt-Rubin (hauptsächlich für Schweizer);
(das französische Kaliber 7,5 x 54 MAS ist von der Lieferbarkeit her auch eher grenzwertig)

Bevor wir zu den einzelnen Waffen kommen, sei noch einmal die waffenrechtliche Lage in Österreich kurz wiederholt:

Repetierbüchsen aller Art, Einzelladerbüchsen, Kipplaufbüchsen und Kombinationswaffen mit mindestens einem gezogenen Lauf fallen nach dem derzeit noch gültigen Waffengesetz 1996 unter die Kategorie C – Meldepflichtige Waffen. Waffen der Kategorie C können frei ab 18 Jahren erworben werden; wenn der Käufer ein waffenrechtliches Dokument (Waffenbesitzkarte oder Waffenpaß) besitzt, kann er das Gewehr gleich mitnehmen, ansonsten fragt der Händler nach Kaufabschluß erst bei der Behörde an, ob gegen den Käufer kein persönliches Waffenverbot besteht, und falls nicht, dann kann die Waffe drei Werktage nach Kaufabschluß („Abkühlfrist“) beim Händler abgeholt werden.

Die Meldung erfolgt in der Form, daß Art, Type, Seriennummer etc. der Waffe in ein Meldeformular eingetragen wird, von dem der Kunde das Original erhält, während eine Kopie beim Händler verbleibt, der sie sieben Jahre lang aufbewahren und den Sicherheitsbehörden auf Verlangen Einsicht gewähren muß.

Bei Weiterveräußerung der Waffe von Privat an Privat braucht man das Gewehr nicht bei seiner Behörde oder sonstwo abzumelden, sondern man muß dem Käufer nur mitteilen, wo man sie beim Kauf gemeldet hat, damit der Erwerber, der die Waffe seinerseits bei irgendeinem Fachhändler melden muß, das hierbei angeben kann. Ob der Erwerber das auch tatsächlich macht, entzieht sich dem Einfluß und der Verantwortung des Vorbesitzers. Das heißt, all diese Meldungen sind für die Behörde eigentlich wertlos, denn sie geben ja nur wieder, in wessen Besitz die Waffe im Zeitpunkt der Meldung gewesen ist. Was nachher damit geschehen ist, ob sie verkauft, verschenkt oder vererbt wurde, ist ja aus der Meldung nicht zu ersehen; die Meldung des neuen Besitzers konnte ja auch bei einem anderen Fachhändler oder auch gar nicht erfolgt sein, und die Meldungen sind nicht miteinander verknüpft. Vor Inkrafttreten der Waffengesetznovelle 2010 in Verkehr gebrachte Waffen der Kategorie C sind daher für die Behörde nicht greifbar, solange sie nicht bei dem von dieser Novelle vorgesehenen zentralen Waffenregister gemeldet werden.

Waffengesetz-Novelle 2010:

Diese wurde zwar bereits am 16. Juni 2010 vom Parlament beschlossen, um der Forderung der EU-Waffenrichtlinie (Beschluß bis spätestens Ende Juni 2010) nachzukommen, wird aber erst dann vom Innenminister per Verordnung in Kraft gesetzt werden, wenn das neue elektronische Waffen-Zentralregister in Betrieb ist, was ab 1. Oktober 2012 der Fall sein wird. Zwecks umfassender Information über das neue Waffengesetz siehe den obigen Link; hier sollen nur die wesentlichen Konsequenzen für die Waffen der Kategorie C angeführt werden:

Gemäß der EU-Waffenrichtlinie muß bis spätestens 30. Juni 2014 der Altbestand an C-Waffen vollständig registriert sein, das heißt, jeglicher Altbesitz solcher Waffen muß bei der Behörde nachgemeldet werden; ab Inkrafttreten des Gesetzes sind auch sämtliche Neukäufe beim Händler zentral zu registrieren. Wer nicht sowieso schon eine Büchse irgendwelcher Art hat, muß bedenken, daß ab Mitte 2012 das neue Waffengesetz mit seiner Nachmeldepflicht in Kraft treten wird. Man könnte sich z. B. jetzt noch schnell ein relativ preisgünstiges Gewehr kaufen, die Übergangsfrist für die Nachmeldung maximal ausschöpfen und hoffen, daß der „Große Crash“ entweder noch vor Mitte 2014 stattfindet oder daß es zwischen der doch noch vor dem 30. Juni 2014 getätigten Meldung der Waffe und dem tatsächlichen Eintritt von „Ragnarök“ zu keinen behördlichen Waffenverboten mehr kommen wird. Denn eines ist ziemlich sicher: Diese umfassende Registrierung aller Schußwaffen dient einzig der Vorbereitung von Waffenenteignungen, sobald einmal alles gemeldet ist, was die Bürger zu melden bereit sind. Einen anderen Sinn hat die Waffenregistratur nicht.

Die Registrierungen der Waffen werden die Fachhändler und Büchsenmacher als „beliehene Unternehmer“ besorgen, sozusagen als verlängerter Arm des Staates. Der Staat, die Waffenbehörden, wären nämlich dazu gar nicht imstande. Nicht genug Personal, nicht genug technische Ressourcen. Der Waffenbesitzer kann seine Waffen auch selbst registrieren, allerdings nur jene, die er bereits besessen hat. Er benötigt dazu eine sogenannte „Bürgerkarte“, die ihn elektronisch identifiziert. Neuerwerb kann nur beim Händler registriert werden.

Der Fachhändler oder Büchsenmacher soll bei der Registrierung unbeschränkten Zugang zum Melderegister erhalten, kann also in die Meldedaten des Waffenbesitzers Einsicht nehmen. Das ist gemäß Datenschutzgesetz unzulässig und muß daher geändert werden, eventuell durch eine spezielle Ermächtigung des Waffenbesitzers.

Der Besitz einer C- oder D-Waffe muß begründet werden (was bisher nicht der Fall war). Dafür enthält die Eingabemaske ein entsprechendes Feld. Weiters wird aber nach einem „Nachweis“ für die Begründung gefragt, was nicht nur unsinnig, sondern auch gesetzlich nicht zulässig ist und daher in der Endfassung entfernt werden muß (liebe Leser, es würde mich nicht wundern, wenn euer Zutrauen in die sachliche Kompetenz staatlicher Stellen inzwischen noch weiter sinken würde).

Die Meldung an das BMI erfolgt über Internetleitung per e-mail und ist nicht verschlüsselt. Das ist jedenfalls die unsicherste Form der Datenübertragung. Waffendaten sind sensible Daten und wären sogar einem primitiven Hackerangriff ohne Schutz ausgeliefert. Hier müßte sich das BMI eine bessere und sicherere Lösung überlegen. Wenn man sich aber daran erinnert, daß in letzter Zeit etliche behördliche Datenbanken von „Anonymous“ geknackt wurden (zum Beispiel des Gebühren Info Service GIS, wo private Adressen inklusive Geburts- und Kontodaten von Gebührenzahlern gestohlen und ins Netz gestellt wurden) und daß der Staat nicht einmal auf die persönlichen Daten seiner Polizisten aufpassen kann, dann sinkt das Vertrauen in die Sicherheit solcher Waffendaten noch weiter. Außerdem ist die Möglichkeit zu bedenken, daß bei einer weiteren „Verbuntung“ der Beamtenschaft diverse Migrationshintergründler Zugriff zu solchen sensiblen Daten erhalten könnten und somit die Möglichkeit, diese an Interessierte in ihren eigenen Kreisen weiterzuverkaufen.

Ungelöst ist auch die Frage, ob bei Schäden, die bei der Registrierung entstehen können, der Händler oder Büchsenmacher der Amtshaftung unterliegt, und wie es mit der Amtshaftung der Behörde für die Aufbewahrung der Daten aussieht. Immerhin werden in Zukunft auch die bisher nur dezentral in den einzelnen Bezirkshauptmannschaften registrierten B-Waffen in diesem neuen elektronischen Zentralregister erfaßt. Derzeit findet man in diesen lokalen Waffenbehörden ja alles von der Zettelwirtschaft bis zum selbstgestrickten Computerprogramm. In Zukunft werden also diese B-Waffen zusammen mit sämtlichen C- und D-Waffen im Besitz eines Bürgers sowie dessen persönlichen Daten in einem gemeinsamen Datensatz einer zentralen Registratur zusammengefaßt, was für Einbrecher schon eine sehr wertvolle Hilfe wäre.

Ob die bisher nur für die B-Waffen durchgeführten wiederkehrenden Verwahrungsüberprüfungen durch die Polizei auch für C- und D-Waffen verpflichtend sein werden, ist noch nicht heraußen. Es könnte natürlich leicht sein, und für diesen Fall ist auch damit zu rechnen, daß es dann strengere Verwahrungsauflagen geben wird, wenn man in Summe von B-, C- und D-Waffen auf einmal mehr behördlich erfaßte Schießeisen hat als vorher. Das Gesetz wird jedenfalls nicht vor dem 2. Quartal 2012 in Kraft treten. Das steht fest. Bis dahin kann man noch einkaufen, und man sollte es auch tun.

DIE WAFFEN:

Worauf beim Kauf von Mausergewehren zu achten ist

Karabiner 98k in verschiedenen Ausführungen; die zweite Waffe von unten ist allerdings ein Gewehr 33/40 alias „Gebirgsjägerkarabiner“

Karabiner 98k in verschiedenen Ausführungen; die zweite Waffe von unten ist allerdings ein Gewehr 33/40 alias „Gebirgsjägerkarabiner“

Beim K98 sind hauptsächlich zwei Arten von Schaftholz verwendet worden: Naturholz (vor allem Nußbaumholz und Buche) und Schichtholz. Bei letzterem wurden wie in der Propellerfertigung 2 mm starke Buchenholzfurniere unter hohem Druck mit einem phenolhaltigen Kleber unlösbar miteinander verbunden. Dabei wurden die Furniere nicht alle in derselben Maserrichtung verleimt, sondern abwechselnd um 90° gedreht. Resultat: der Schaft war bei etwas höherem Eigengewicht viel belastbarer als das Naturprodukt und verzog sich auch bei Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen nicht nennenswert. Dies wird heutzutage bei Sportgewehren jeglichen Kalibers genutzt. Bei den spanischen Nachbauten 98/43 ist die Schaftholzqualität recht variabel: das Spektrum reicht von lackiertem, hartem Nußbaumholz bis zu weichem, undefinierbarem Gewächs, das mit Unmengen von Schaftöl und Konservierungsfett klimaresistent gemacht wurde. Man drücke mit dem Daumennagel ins Holz – drumherum wird’s ölig! Die Einpaßarbeiten sind schlampig ausgeführt. Das Schafthauptproblem der 98er-Karabiner tritt hier besonders früh ein (wenn nicht schon vorhanden): im Bereich des Rückstoßstollens (Querverschraubung) und der Kolbenhalsverschraubung reißt das Holz. Dies kommt zum einen vom Rückstoßimpuls der 8 x 57 IS und zum anderen vom Mißbrauch des Gewehrs zur Verdichtung des Kasernenhofbelages. Hierauf gilt es beim Kauf zu achten.

Als nächstes sieht man sich den Lauf an. Dieser sollte nicht verbogen sein, und die Zugkanten sollten möglichst scharfkantig sein. Auch bei Gewehren beim Händler ist das Laufinnere meistens verdreckt, weshalb man mehrere geölte VFG-Reinigungsfilze durchschieben sollte, um allfällig vorhandene Rostnarben sichtbar zu machen. Ich hatte einmal einen langen Schwedenmauser M96 gekauft, dessen Lauf auf den ersten Blick in Ordnung schien. Als ich das Gewehr dann zu Hause gründlich reinigte, zeigte sich im Laufinneren eine Rostnarbe neben der anderen. Da ich auch mit der Präzision unzufrieden war und die 300m-Mindesteinstellung des Visiers sich für 100m-Stände als unpraktisch erwies, verkaufte ich das Gewehr demselben Händler wieder zurück und bekam statt der 1800 Schilling, die es gekostet hatte, nur mehr 900 Schilling dafür. Die Züge sollten auch glatt aussehen und nicht rauh und porös. Wenn ein VFG-Filzpfropfen ohne Hinterlassen von Fusseln hindurchgeschoben werden kann, ist der Lauf in Ordnung. Wenn aber tiefe Rostnarben und unerklärliche Übergänge und Schatten im Laufinneren vorhanden sind, sollte man die Finger davon lassen.

Die Visierung besteht bei Mausergewehren in der Regel aus einem Korn mit Kornsockel und einer verstellbaren Kimmeneinheit, die als Kurvenvisier ausgebildet ist und deren kürzeste Einstellung normalerweise 100 m ist. Oft sind Korne und Visierblätter verschrammt. Mit einer kleinen Schlichtfeile bekommt man sie wieder scharfkantig (bei V-Kimmen genügt die kleine Schlüsselfeile). Falls man beim Einschießen feststellt, daß die Schüsse seitlich liegen, sollte man das stramm in einem Schwalbenschwanz sitzende Korn auf keinen Fall durch Klopfen seitlich verstellen! Immer wieder sieht man, wie auf Schießständen in Ermangelung von passendem Werkzeug die Korneinschübe mit alten Nägeln, Eisenfeilen etc. malträtiert werden. Das einzige für diesen Zweck geeignete Werkzeug ist jedoch ein sogenannter Korntreiber (siehe Bild unten), der sich auch für die schwedischen Mausergewehre eignet. Zur Visierverstellung schiebt man diesen Korntreiber mit dem runden Ausschnitt über die Mündung auf die Höhe des Kornsockels und spindelt das Korn mittels der Verstellschrauben nach links oder rechts. Hierbei gilt: Schüsse zu weit links – Korn nach links; Schüsse zu weit rechts – Korn nach rechts.

Korntreiber für 98er- und 96er-Mausergewehre

Korntreiber für 98er- und 96er-Mausergewehre

Nun untersuchen wir unser Mausergewehr auf Mechanikerspuren. Bei der Verschraubung des Systems sollte man auf gleichmäßigen Schraubensitz achten. Die Schrauben sollten nach Möglichkeit dieselbe Anfangsnummer wie die Systemnummer haben und die Schlitze sollten nicht zerschlossert sein (häufige Demontage!). Besondere Beachtung verdienen beim K98 und seinen Ablegern die kleinen Konterschrauben; hier ist zu prüfen, ob sie nicht schon das „ewige Gewinde“ haben, weil sie durch häufiges Anziehen ausgeleiert worden sind.

K 98 Verschluß

Danach inspiziert man den Stoßboden, das heißt, die Stirnfläche des Verschlusses, an der sich die Patrone beim Schuß abstützt. Von vorne gesehen hat er auf der rechten Seite eine horizontale Einfräsung, in der der Ausstoßer läuft. Unterhalb dieser Einfräsung setzt sich die Stoßbodenumrandung als kleines Näschen fort, wenn der Verschluß in Ordnung ist. Ist der Metallfortsatz weggebrochen, so ist der Verschluß entweder unglücklich auf eine harte Fläche gefallen oder die Kammernase hat den Beschuß mit überladener Munition nicht überlebt. Ein Hinweis: Am entnommenen Verschluß muß sich in den Stoßboden eine Patrone oder Hülse leicht einklipsen lassen (siehe Bild oben). Wenn sie durch ihr Eigengewicht nicht wieder herausfällt, ist dieser Teil in Ordnung. Den Verschluß entnimmt man bei Mausergewehren, indem man ihn öffnet und zurückzieht, worauf man das Vorderende des links hinten am System befindlichen Kammerfanghebels herausschwenkt, um den Verschluß ganz entfernen zu können.

Brasilien-Mauser Mod 1908 Detail

Dieser Kammerfanghebel ist in der oben abgebildeten Detailansicht eines Brasilien-Mausers M 1908 gegenüber dem Kammerstengel (Repetiergriff) an der linken Waffenseite zu sehen. Er liegt federnd an, und die Drehachse ist die Schlitzschraube an seinem Hinterende. Zum Wiedereinsetzen führt man den Verschluß (mit vertikalem Kammerstengel) hinten in die Systemhülse ein und schieb ihn nach vorne, wobei der Kammerfanghebel zur Seite federt und wieder zurückschnappt. Da der Magazinzubringer als Leerladesperre (die verhindern soll, daß man im Gefecht übersieht, daß die Waffe schon leergeschossen ist) an seinem Hinterende eine Stufe hat, die bei leerem Magazin weit genug hochsteht, um den Verschluß zu stoppen, muß man diesen Zubringer mit dem Daumen der anderen Hand ein wenig hinunterdrücken, um den Verschluß ganz schließen zu können.

Auf dem Bild oben sieht man auch schön den blanken Sicherungsflügel am Hinterende des Verschlusses, der hier nach links in die Stellung „Entsichert“ geklappt wurde. Die drei Positionen dieses Sicherungsflügels sind wie folgt:
Links = Feuerbereit (wie oben); Verschluß kann entnommen werden
Senkrecht nach oben = gesichert; Verschluß kann entnommen werden (diese Stellung ist erforderlich, wenn der entnommene Verschluß zerlegt werden soll)
Rechts = gesichert; Verschluß ist auch gegen das Öffnen gesperrt (die beiden „Gesichert“-Stellungen sind nur bei gespanntem Verschluß möglich)

Der Mauserverschluß ist sehr präzise und wird in seiner Originalform noch heute gebaut. Wichtig für seine Präzision ist der Stand der Verriegelungswarzen in ihren Gegenlagern im System. Liegt nur eine Warze an und hat die andere „Luft“, verspannt der Verschluß bei der Belastung durch den Schuß in sich und in Folge auch das System. Eine ungleichmäßige Trefferlage kann das Ergebnis sein. Liegen beide Warzen „satt“ an, stützt sich der Verschluß im Feuer gleichmäßig im System ab, die Schußkräfte werden symmetrisch an die Waffe weitergegeben, was zu gleichmäßigen Trefferbildern führt. Wer ein Gewehr mit warzengestütztem Verschluß kaufen will (das betrifft auch andere Systeme als die von Mauser) kann die Passungen der Warzen einfach mit einem wasserfesten Filzstift überprüfen. Dazu den Verschluß entnehmen, die Warzenrückseiten reinigen, mit dem Stift einfärben, den Verschluß mit dem getrockneten Filzstift-Auftrag hinter einer Pufferpatrone einlegen, mehrfach öffnen und schließen. Die Farbe sollte an beiden Warzenrückseiten möglichst in der gleichen Art und bis über die Mitte der Warzenlänge abgekratzt sein. Ist dies nicht der Fall, sollte der Büchsenmacher zu Rate gezogen oder vom Kauf abgesehen werden. Auf keinen Fall mit Hausmitteln selber Hand anlegen! Wer falsch oder zuviel Material von den Warzen abträgt, zerstört die Waffe. Der Büchsenmacher stellt die Warzen mit geeignetem Werkzeug sowie seinem Fachwissen ein und beachtet dabei mit Bemaßungswerkzeug auch den Verschlußabstand.

Bei den spanischen 98/43ern reicht die Stahlqualität übrigens von gut bis butterweich. Nach einigen hundert Schüssen können sich die Verriegelungswarzen des Verschlusses in der Schloßhülse setzen. Das bedeutet, daß man dann beim Ver- und Entriegeln des Verschlusses über einen „Materialhöcker“ hinwegrepetiert. Mehrmals probieren! In diesem Fall hat sich der Verschlußabstand über das zulässige Maß von 0,15 mm vergrößert, wodurch die Hülse beim Schuß eventuell am Boden abreißen kann. Um also den korrekten Stoßbodenabstand der Patrone zu überprüfen, nimmt man eine Hülse und klebt hinten ein Kleinkaliberschußpflaster auf. Der Verschluß soll schließen. Tut er es nicht, müssen Lagertiefe und Verriegelungsabstand mit Lehren überprüft werden. Oder man läßt gleich die Finge von dem Gewehr. Beim zweiten aufgeklebten Schußpflaster muß bereits Widerstand beim Schließen der Kammer zu spüren sein. Spürt man nach dem Aufkleben eines dritten oder vierten Pflasters immer noch keine Gegenkraft, sollte man auch hier abwinken. Verdächtig ist auch in jedem Fall, wenn im Verriegelungsbereich der Verschlußwarzen extreme Abnutzungsspuren oder Werkzeugspuren der Schleifscheibe zu finden sind.

Nordic Shooting: Die Schwedenmauser

Eine der unter Ordonnanzgewehr-Sportschützen beliebtesten Waffenbaureihen sind die schwedischen Mausergewehre M96, das unmittelbare Vorgängersystem der 98er-Mauser. Da Schweden während der beiden Weltkriege neutral war, ist der Prozentsatz von Gewehren in gutem Zustand recht hoch, im Gegensatz zu den deutschen Gewehren und Karabinern, die unter den Weltkriegseinsätzen ziemlich gelitten haben und in gutem Originalzustand seltener und teurer zu haben sind.

Schwedenmauser M 1896 Carl Gustaf (lange Ausführung)

Schwedenmauser M 1896 Carl Gustaf (lange Ausführung)

Zu den Gründen für die Beliebtheit zählt auch die Patrone 6,5 x 55 Schwedisch-Mauser, die gegenüber der deutschen 8 x 57 IS, der amerikanischen .30-06 Springfield oder der russischen 7,62 x 54 R den Vorteil eines deutlich milderen Rückstoßes bietet. Dazu kommt eine ausgezeichnete Eigenpräzision. Wie von der 8 x 57 IS gibt es auch in diesem Kaliber ein breites Angebot moderner Teilmantel-Jagdpatronen, die in Nordeuropa für die Jagd auf Wild bis hin zum Elch verwendet werden.

Im Gegensatz zum System Mauser 1898 sind die 1896er-Mauser noch Schließspanner, das heißt, bei ihnen wird nicht schon beim Hochschwenken des Kammerstengels die Schlagbolzenmutter per Steuerkurve nach hinten gedrückt, sondern hier hakt das Spannstück erst während der Schließbewegung in der Abzugsmechanik ein und wird gegen den Schlagfederdruck aus dem weiter vorgehenden Verschluß gezogen, der dann verriegelt wird. Die lange Gewehrversion wurde zunächst bei Mauser in Oberndorf hergestellt (1896 – 1900), der Großteil aber von 1898 – 1927 bei der staatlichen Carl Gustavs Stads Gevärsfaktori. Bei Husqvarna fertigte man das 96er-Gewehr nochmals von 1941 – 1945. Die Gewehre aus dieser Fertigung haben Visiere, die für die 1941 eingeführte Patrone m/41 mit 9,0 g / 139 grs schwerem Vollmantelspitzgeschoß ausgelegt sind (die seit 1894 verwendete Patrone m/94 hatte ein 10,1 g / 156 grs schweres Vollmantelrundkopfgeschoß).

Das schwedische Gewehr 1896 hat einen geraden Schaft ohne Pistolengriff, was ergonomisch nicht ganz so günstig ist. Auf der Höhe des Visiers befindet sich beidseitig eine Griffrille im Schaft. Den Vorderschaftabschluß bildet eine Metallkappe, die gleichzeitig auch auf der Unterseite die Bajonetthalterung trägt. Der Schaftkolben wird durch eine Metallkappe abgeschlossen.

Unterschiede finden sich bei der Visierung, die im Laufe der Produktion von 1896 bis 1945 verändert wurde. Während das Balkenkorn über die gesamte Zeit ohne Schutz blieb, trifft man verschiedene Visiere an Die ursprüngliche Standardausführung ist ein Schiebevisier, das von 300 bis 600 Meter reicht und für weitere Entfernungen hochgestellt werden konnte. Es gibt auch Ausführungen mit einem Visier, das mittels einer Drehscheibe von 100 bis 700 m verstellbar ist.

Daten des langen Schwedenmauser-Modells 1896:
Gesamtlänge: 126 cm
Lauflänge: 74 cm
Gewicht: 4,1 kg
Kaliber: 6,5 x 55 Schwedisch Mauser
Magazinkapazität: 5 Patronen

Eine Änderung erfuhr das schwedische Mausergewehr 1896 im Jahr 1938, als man das Modell 38 durch Verkürzung des Laufs auf 600 mm entstehen ließ und sich so dem Trend beim Militärrepetiererbau anpaßte. Von dieser kürzeren Ausführung gibt es zwei Varianten:

Die eine nannte man offiziell Modell 1938; sie wurde bis Mitte der vierziger Jahre bei Husqvarna hergestellt, hat einen abgeschrägten oder gebogenen Kammerstengel und ein Visier kürzerer Reichweite, dessen Skaleneinteilung bei 100 m beginnt. Die neu entstandene Waffe ist mit etwa 112 cm Gesamtlänge ungefähr 14 cm kürzer.

Schwedenmauser M 1896/38

Schwedenmauser M 1896/38

Die andere Version wurde in Anlehnung an die Grundversion Modell 1896/38 genannt und ist keine komplette Neufertigung, sondern eine umgerüstete Ausführung des alten Gewehrs. Ein Teil der Waffen war in den Betrieb zurückgeholt worden. Man verkürzte den älteren Lauf oder setzte einen kürzeren neuen ein, veränderte das Visier und bei manchen Gewehren auch die Schäftung. Der gerade Kammerstengel des Modells 1896 blieb aber erhalten.

Die Schweden-Modelle 96 aller drei genannten Hersteller sind für eine Militärwaffe überdurchschnittlich gut verarbeitet. Die bereits erwähnte Neutralität Schwedens während der beiden Weltkriege ließ die Gewehre die Jahrzehnte in durchweg beachtlichem Zustand überstehen. Allenfalls die ab 1939 an Finnland abgegebenen Gewehre haben einen harten Kriegseinsatz absolviert. Man erkennt diese Waffen am Stempel „SA“ auf der linken Seite des Systemhülsenkopfs. Die Buchstaben „SA“ stehen meist in einem Rechteck.

Auf die meisten Schwedenmauser-Gewehre konnte ein Messerbajonett aufgepflanzt werden. Dieses war vom selben Typ, den man für das Selbstladegewehr Modell Ljungman 1942 B benutzte. Dieses Bajonett, das einen geriffelten Stahlrohrgriff aufweist, hat eine Gesamtlänge von 33,5 cm und eine Klingenlänge von 21 cm. Mit der Lederlasche des Koppelschuhs, die über die Parierstange geführt und an der Scheide angeknöpft wird, kann es in der Scheide gesichert werden.

Bajonett für Schwedenmauser; vom Koppelschuh der Scheide gibt es auch eine andere Ausführung, die sich nicht nach oben hin zu zwei Gürtelschlaufen verbreitert, sondern in gleicher Breite wie an der Scheide weitergeht und nur eine Gürtelschlaufe über die volle Breite hat.

Bajonett für Schwedenmauser; vom Koppelschuh der Scheide gibt es auch eine andere Ausführung, die sich nicht nach oben hin zu zwei Gürtelschlaufen verbreitert, sondern in gleicher Breite wie an der Scheide weitergeht und nur eine Gürtelschlaufe über die volle Breite hat.

Zum Abnehmen des aufgepflanzten Bajonetts zieht man den gefederten Arretierungsbolzen am Griffende an seinem gerändelten Knopf heraus.

Mauser System 98:

Karabiner 98k, Fertigung Steyr-Daimler-Puch (Herstellercode „bnz“)

Karabiner 98k, Fertigung Steyr-Daimler-Puch (Herstellercode „bnz“)

Hier interessiert uns vor allem der Wehrmachtkarabiner 98k sowie seine tschechischen, belgischen und spanischen Versionen; das lange Gewehr 98 des Ersten Weltkriegs ist aus mehreren Gründen für Volksbewaffnungszwecke uninteressant: die kürzeste Visiereinstellung beginnt bei 400 m, die Patrone 8 x 57 I ist schwer zu bekommen (die 8 x 57 IS darf daraus auf keinen Fall verschossen werden!), und die Preise sind aufgrund des Sammlerinteresses eher höher. Eine interessante Langversion wäre der für Persien gefertigte „Persermauser“.

Der Karabiner 98 k wurde im Herbst 1935 in allen Waffengattungen der deutschen Wehrmacht als Standardwaffe eingeführt und wurde während des gesamten Zweiten Weltkriegs verwendet. Er ist für das Kaliber 8 x 57 IS eingerichtet, besitzt wie alle 98er-Mauser ein fest eingebautes fünfschüssiges Kastenmagazin im Mittelschaft und kann mit einzelnen Patronen oder mittels Ladestreifen nachgeladen werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde ein Teil der in anderen Ländern weiterbenutzten K 98 k auch auf andere Kaliber umgerüstet, z. B. für das norwegische Heer auf die US-Patrone .30-06 Springfield.

Daten: Die Gesamtlänge der Waffe beträgt 111 cm, die Lauflänge 60 cm, das Gewicht (ungeladen) je nach Ausführung zwischen 3,9 und 4,1 kg. Der Verstellbereich des Kurvenvisiers reicht von 100 – 2000 m.

Zu den Ablegern des K 98 k gehört das tschechische Vz 24, das belgische FN 1924/30 und die spanische Version 98/43 sowie dessen Umbauprodukt FR 8. Für die tschechische Gendarmerie wurde vom Vz 24 das Kurzgewehr 33 abgeleitet, das später von der deutschen Wehrmacht in leicht abgeänderter Form als Gewehr 33/40 alias „Gebirgsjägerkarabiner“ für die Gebirgstruppen übernommen wurde.

Für den Karabiner 98k und alle anderen 98er-Militärmauser gibt es eine Vielzahl von Bajonetten, von denen unten drei abgebildet sind (von oben nach unten):

Jugoslawisches Bajonett für den Preduzece 44;
Lange Ausführung des belgischen FN-Mauserbajonetts;
Standardbajonett für K 98k der Wehrmacht.

98er-Bajonette 3 x

Wie man an letzterem Bajonett erkennt, war der Mündungsring bei den normal langen Ausführungen nicht unbedingt notwendig, da die Mauser-Bajonetthalterung recht kräftig ist. Zum Abnehmen des aufgepflanzten Bajonetts drückt man den gefederten Knopf rechts am Knauf ein und kann das Bajonett nach vorne abziehen.

Eine Besonderheit ist der im Ersten Weltkrieg eingeführte DEMAG-Grabendolch, der auch als Bajonett auf 98er-Waffen aufgepflanzt werden kann und bei einer Gesamtlänge von 27 cm eine 15 cm lange und max. 2,2 cm breite Klinge hat. Wie die anderen 98er-Bajonette hat er einen Arretierungsknopf am Ende des Griffes, der wegen seiner abgekröpften Form auch eine Längsbohrung aufweist, die das aus dem Vorderschaft ragende Ende des Putzstocks aufnimmt.

DEMAG-Grabendolch

 

Originale des DEMAG-Grabendolches sind recht teuer, aber auch die Nachfertigungen bekommt man nicht unbedingt nachgeschmissen.

Tschechischer 98er-Karabiner vz.24 (Modell 1924)

vz24

Die Ceskoslovenská Zbrojovka a.s. war als Nachfolger einer k.u.k.-Artilleriewerkstatt für die Tschechoslowakei als Staatswaffenfabrik gegründet worden und sah sich durch den wirtschaftlichen Erfolg dazu veranlaßt, einen Infanteriekarabiner auf Basis des Mauser-Systems 98 zu entwickeln und mit eigenständigen Elementen anzureichern. Dieser Karabiner heißt nach dem Entwicklungsjahr 1924 offiziell „Puska vzor 24“, also Gewehr Modell 24 und wurde zwar ohne Beteiligung von Mauser entwickelt, aber immerhin auf Maschinen gefertigt, die Mauser geliefert hatte.

Diese Waffe wurde nicht nur dem eigenen Militär verkauft, sondern auch an Rumänien, Ungarn, China, Japan, Iran, Litauen und Guatemala geliefert, wobei es hier neben dem originalen Kaliber 8 x 57 IS auch Versionen in 7,65 x 53 und 7 x 57 gab. Nach der Besetzung der Tschechoslowakei durch Deutschland wurden die in den Produktionswerken vorgefundenen vz.24 umgestempelt und der Wehrmacht zugeführt, und die anschließend unter deutscher Kontrolle für die Wehrmacht weiterproduzierten Gewehre erhielten das Herstellerkürzel „dou“. Nach dem Zweiten Weltkrieg gingen fabrikneue und arsenalgelagerte Exemplare in die Arsenale der UdSSR, und was davon nicht an kommunistische „Bruderstaaten“ weitergegeben wurde, bot Rußland vor einigen Jahren dem internationalen Ordonnanzwaffenmarkt an.

Die Grundkonstruktion des vz.24 entspricht dem Mauser-System, aber einige Details unterscheiden es vom deutschen K 98k. Der Kammerstengel ist nicht gebogen und steht somit waagrecht ab, Brünierung und Holzverarbeitung sind einfacher gehalten und nicht mit deutscher Vorkriegsware zu vergleichen, und die Beschlagteile des Schaftes sowie die hintere Befestigung des Riemens weichen ebenfalls vom deutschen K 98k ab. Von diesem unterscheidet sich das vz.24 auch dadurch, daß der Handschutz (d. h. die obere Ergänzung des Vorderschaftes) von der Vorderkante der Systemhülse bis zum Vorderende des Vorderschaftes reicht. Die Visierung (Dachkorn mit V-förmigem Kimmenaussschnitt) entspricht dem K 98 und ist in 100-m-Schritten verstellbar.

Daten des vz.24:
Gesamtlänge: 109,4 cm
Lauflänge: 59 cm
Gewicht (ungeladen): 4,2 kg
Kaliber: 8 x 57 IS
Magazinkapazität: 5 Patronen

Kurzgewehr 33 / Gewehr 33/40 alias „Gebirgsjägerkarabiner“:

G 33-40 Gebirgsjägerkarabiner

Wie weiter oben erwähnt, wurde aus der tschechischen 98er-Variante vz.24 für die tschechische Gendarmerie und Finanzwache eine Kurzversion mit der Bezeichung „Kurzgewehr Modell 1933“ abgeleitet, das 99,5 cm lang ist, einen 49 cm langen Lauf hat und 3,48 kg wiegt. Das geringere Gewicht wurde nicht allein durch das Verkürzen erreicht, sondern auch durch gewichtsmindernde Änderungen an Einzelteilen. So wurde der Lauf durch Ausfräsungen erleichtert, die Verschlußhülse hat einen geringeren Außendurchmesser, die Kugel am Ende des Kammerstengels ist ausgehöhlt. Auch das zum Kurzgewehr 33 gehörende Bajonett ist mit seiner Klingenlänge von 25 cm um 5 cm kürzer als das 24er-Bajonett. Das Visier konnte von 50 bis 1000 m eingestellt werden, bis 500 m in 50m-Schritten, von 500 m aufwärts in 100m-Schritten.

Nach der deutschen Besetzung der Tschechoslowakei wurde beschlossen, das Kurzgewehr 33 in die Ausrüstung der deutschen Gebirgsjäger einzuführen. Auf den Gewehren ist die Modellbezeichnung „33740“, das Herstellungsjahr und das Codezeichen der Brünner Waffenfabrik – im Jahr 1940 die Zahl „945“ und ab 1. April 1941 die Buchstaben „dot“ – eingeschlagen. Das Gewehr 33/40 unterscheidet sich vom Kurzgewehr 33 nur in einigen Details.

So ist es um 5 mm länger, was auf die unterschiedliche Kolbenkappe zurückgeht. Der Vorderschaft ist um 15 mm kürzer, der Bajonetthalter um diese Differenz länger. Ober- und Unterring haben eine einzige, gemeinsame Ringfeder, und die beiden Gewehre sind mit unterschiedlichen Riemenbügeln ausgestattet (das Gewehr 33/40 weist anstelle des unteren Riemenbügels einen Kolbendurchbruch auf). Das Visier des Gewehrs 33/40 reicht von 100 – 1000 m, es ist in 100m-Schritte eingeteilt, die mit den Zahlen 1 bis 10 gekennzeichnet sind. Bis 600 m läßt sich das Visier jedoch auch in 50m-Schritten verstellen. Das markanteste Unterscheidungsmerkmal des Gewehrs 33/40 ist das Schutzblech an der linken Seite des Kolbenhinterendes, das das Schaftholz bei der Verwendung als „Bergstock“ durch die Gebirgsjäger vor deren genagelten Stiefeln schützen sollte. Wie von Weltkriegsteilnehmern und zivilen Besitzern dieser Waffe immer wieder berichtet, erzeugt das Gewehr 33/40 einen deutlich stärkeren Knall, mehr Mündungsfeuer und einen spürbar stärkeren Rückstoß als der Karabiner 98 k, was bei einer Kombination einer solchen kurzläufigen, leichten Waffe mit der kräftigen Patrone 8 x 57 IS (einer der leistungsstärksten Infanteriepatronen des Zweiten Weltkriegs) unvermeidlich ist. Bei diesem „Gebirgsjägerkarabiner“ ist allerdings zu bedenken, daß er viel seltener ist als der gewöhnliche Karabiner 98 k und daher nicht nur seltener zu bekommen ist, sondern daß dafür auch Sammlerpreise verlangt werden.

Spanischer Karabiner 98/43

98-43 La Coruna + FN-Bajonett

Das spanische Modell 98/43 ähnelt sehr dem tschechischen vz.24 und unterscheidet sich von diesem hauptsächlich durch den nicht ganz bis zum vorderen Abschluß des Vorderschafts reichenden Handschutz, in Details der seitlichen Riemenbeschläge sowie dadurch, daß Verschluß und Kammerstengel blank sind statt brüniert. Die Visierung entspricht ganz dem K 98k und dem vz.24 (Dachkorn und Kimme mit V-Ausschnitt).

Daten des Modells 98/43:
Gesamtlänge: 110,5 cm
Lauflänge: 60 cm
Gewicht (ungeladen) 4,05 kg
Kaliber: 8 x 57 IS
Magazinkapazität: 5 Patronen

Spanischer Kurzkarabiner Santa Barbara FR 8

FR8 rv

Diese Waffe entstand aus umgebauten Karabinern Modell 98/43, die neue, nur 47,5 cm lange Läufe im Kaliber 7,62 x 51 mm NATO (.308 Winschester), neue Lochkimmenvisierungen und geschlitzte Mündungsfeuerdämpfer erhielten. Die Vorderschäfte wurden gestutzt und erhielten eine Abdeckplatte mit Durchlässen für den Lauf und das darunterliegende, mit dem Kornträgerring verbundene Rohr, das für den Gaszylinder einer Gasdruckeinrichtung gehalten werden könnte, in Wirklichkeit aber einen Putzstock enthält. Ein Teil dieser Kurzkarabiner wurde bis in die 1970er-Jahre von berittenen Einheiten der Guardia Civil bei ihren Patrouillen geführt; der Großteil davon wurde in den Arsenalen gelagert, bevor er in größeren Stückzahlen auf den Surplus-Markt gelangte. Auf den FR 8 lassen sich die 98er-Bajonette nicht aufpflanzen, dafür aber das 34 cm lange Machetenbajonett für das spanischen CETME-Sturmgewehr.

Daten des FR 8:
Gesamtlänge: 96 cm
Lauflänge: 47,5 cm
Gewicht (ungeladen) 3,7 kg
Kaliber: 7,62 x 51 NATO (.308 Win.)
Magazinkapazität: 5 Patronen

(Siehe auch den nachträglich erschienenen Artikel Büchsen-Licht (9): Praxistest Kurzkarabiner FR 8!)

Brasilien-Mauser 1908 und 1935

Diese zu Friedenszeiten bei DWM sowie Mauser für Brasilien gefertigten 98er-Gewehre sind qualitativ weit über dem, was man sonst auf die Schlachtfelder schickte, einschließlich der Schwedenmauser. Man kann die Modelle Brasilien 1908 und 1935 getrost als Luxus-Militärrepetierer bezeichnen. Diese Feststellung gilt durchweg für die gesamten in Deutschland gefertigten 98er-Gewehre für südamerikanische Staaten. Bei der Kaliberwahl entschied sich Brasilien für die 7 x 57, die heute noch einen legendären Ruf als Jagdpatrone genießt und anders als die Schwesterpatrone 8 x 57 einen milden Rückstoß aufweist, der dem der 6,5 x 55 Schwedisch-Mauser vergleichbar ist. Dennoch ist sie von der Wirkung her nicht ohne, wie der als „Karamojo“ Bell bekannte schottische Großwildjäger W. D. M. Bell im frühen 20. Jahrhundert bewies, der mit Mauser-Büchsen in 7 x 57 mm insgesamt 1011 Elefanten erlegte und hierfür stets 173 grains (ca. 11,16 g) schwere Militärgeschosse verwendete. In Sachen Eigenpräzision steht die 7 x 57 der Schwedenmauserpatrone in nichts nach.

Das Brasilien-Gewehr 1908 wurde bei DWM in Berlin und Oberndorf hergestellt. Auch hier weist das 98er-System seine typischen Merkmale vollständig auf. Dies reicht vom Verschluß mit zwei Verriegelungswarzen am Kammerkopf, dem langen Auszieher, dem Daumenloch für das Abstreifen der Patronen vom Ladestreifen bis hin zur Dreistellungs-Flügelsicherung. Die Systemhülse samt Kammer ist spiegelblank poliert und trägt auf dem Hülsenkopf das brasilianische Hoheitssymbol. Der Schaft verfügt über den damals üblichen runden Pistolengriff und den Schaftabschluß bildet die klassische Stahlschaftkappe. Die Skala des Kurvenvisiers reicht von 300 bis 2000 m. Vom Modell 1908 gibt es ein normales sowie ein Kurzgewehr.

Daten der langen Gewehrversion:
Gesamtlänge: 125 cm
Lauflänge: 74 cm
Gewicht (ungeladen): 4,05 kg
Kaliber: 7 x 57 mm
Magazinkapazität: 5 Patronen

Als sich in den 1930er-Jahren auch für die Infanterie weltweit das Karabinerformat durchzusetzen begann, legte Brasilien nochmals mit einem langen Gewehr, dem Modell 1935, nach. Das Modell 1935 ist quasi die Fortführung des Modells 1908, unterscheidet sich jedoch in kleinen Details. So ist die Systemhülse des Modells 1935 brüniert und die Kammer (d. h. der Verschluß) weiß poliert. Das Staatswappen Brasiliens befindet sich auf dem Hülsenkopf, und auf der Hülsenbrücke ist das Mauser-Logo zu sehen. Die Bezeichnung „Mod. 1935“ ist auf der rechten Seite des Hülsenkopfes angebracht. Die Herstellerangabe „Mauser Oberndorf“ ist auf der linken Seite der Systemhülse zu sehen. Das Modell 1935 ist rarer als das Modell 1908.

ZUBEHÖR, SONSTIGES

Bajonette:

Der praktische Gefechtswert von Bajonetten bleibt bis heute umstritten. Führte die glorifizierende Überschätzung des „Angriffs mit der blanken Waffe“ seitens höherer Militärs einst zu hirnrissigen Aktionen wie bei Gallipoli im Ersten Weltkrieg, wo die ANZAC-Soldaten mit befehlsgemäß entladenen Gewehren (!) und aufgepflanzten Bajonetten gegen türkische Maschinengewehre anrennen mußten, so zeigte sich in der militärischen Praxis der Weltkriege, daß es nur in begrenzten Situationen zu wirklichen Nahkämpfen mit dem Bajonett kam – in Häuser-, Straßen- und Grabenkämpfen sowie in Wald und Busch, wo die Fluchtdistanz zu schnell unterschritten wird oder ein Rückzug aus räumlichen Gründen nicht möglich ist. Aufgrund dessen wurde der Bajonettkampf von den westlichen Armeen nach dem Zweiten Weltkrieg – nicht zuletzt mit dem Aufkommen der Sturmgewehre – als überholt angesehen und stark vernachlässigt, während er von den Ostblockarmeen weiterhin praktiziert wurde.

Jedoch hat die Erfahrung der Kriege seither immer wieder gezeigt, daß das Bajonett noch nicht zum alten Eisen gehört. Das mußten zum Beispiel die britischen Soldaten im Falklandkrieg erkennen, als es gegen Ende in den Stellungen vor Port Stanley zu heftigen Nahkämpfen kam, wo sie Fertigkeiten im Bajonettkampf bitter nötig gehabt hätten. Daraufhin nahm die britische Armee das Bajonettfechten wieder in ihre Ausbildung auf, auf das sich allerdings kein Aktiver mehr verstand, weshalb man erst eine Anzahl pensionierter Ausbilder reaktivieren mußte, um die aktive Generation von „instructors“ auszubilden.

Auch aus Afghanistan und dem Irak berichteten britische und amerikanische Soldaten, daß sie etwa bei der Durchsuchung von Höhlen im Hindukusch nie ohne aufgepflanztes Bajonett vorgehen. Ähnliches ist aus den Berichten von Marines auf ihrer Suche nach Widerstandskämpfern im sunnitischen Dreieck bei nächtlichen Hausdurchsuchungen zu vernehmen.

Wenn auch unsereiner keine Möglichkeit hat, sich im militärischen Bajonettkampf auszubilden, bietet ein Bajonett doch den Vorteil, daß man sich in einer Nahkampfsituation auch dann noch verteidigen kann, wenn man das Gewehr leergeschossen hat und ein rasches Nachladen aufgrund der Kampfsituation nicht möglich ist. Auch kann es in einem Nahkampfgetümmel notwendig werden, den vor einem stehenden Gegner mit dem Bajonett zu bekämpfen statt mit einem Gewehrschuß, weil ein Fehl- oder Durchschuß einen dahinter befindlichen Kameraden treffen könnte.

Hierbei ist allerdings zu bedenken, daß man, obwohl der physische Ablauf eines Bajonettstoßes in die Körpermitte gemäß Kriegserfahrungen selten zu behandelbaren Verwundungen führt, sondern meist tödlich endende großräumige Gewebezerstörungen verursacht, sich trotzdem nicht auf eine sofortige Kampfunfähigkeit des Gegners verlassen darf.

Und schließlich ist noch zu beachten, daß das aufgepflanzte Bajonett mit seiner Masse das Schwingungsverhalten des Gewehrlaufs im Schuß verändern und sowohl die Präzision beeinträchtigen als auch den Treffpunkt verlagern kann. Auf Nahdistanz spielt das keine Rolle, aber da es notwendig werden kann, das Bajonett schon vorher aufzupflanzen, wo der Gegner noch weiter weg ist, empfiehlt es sich, diese Veränderungen des Schußverhaltens der gewählten Waffe auf einem Schießstand zu ermitteln.

Patronentaschen

Die klassische Methode des Mitführens von Patronen besteht bei Militärrepetierern darin, sie auf Ladestreifen gesteckt in Patronentaschen wie der unten abgebildeten Gewebetasche für den Karabiner 98k zu transportieren. In so einer Doppeltasche kann man sechs Ladestreifen, das heißt 30 Patronen unterbringen; wenn man auf jeder Körperseite eine davon am Gürtel trägt, kann man also 60 Patronen griffbereit bei sich haben.

Patronentasche für Karabiner 98k, hier mit Patronen 8 x 57 IS.

Patronentasche für Karabiner 98k, hier mit Patronen 8 x 57 IS.

Solche Taschen gibt es in verschiedensten Ausführungen (auch in Leder und dreiteilig) für die verschiedensten Gewehrtypen des Zweiten Weltkriegs, und weil sich deren Patronen in ihren Abmessungen einigermaßen ähneln, sind sie austauschbar zu verwenden, wenn einem der historische „Stilbruch“ wurscht ist. In die obige Tasche passen z. B. auch Enfield-Magazine. Für unsere Selbstverteidigungszwecke in schlechten Zeiten sind meines Erachtens Gewebeausführungen den ledernen vorzuziehen, weil die Gerbsäure des Leders vor allem bei feuchter Witterung und längerer Aufbewahrung zu Grünspanbildung an den Messinghülsen führen kann, mit der Folge von Zuführ- und Ausziehproblemen.

Eine Alternative zu diesen klassischen Taschen sind moderne Patronenetuis aus Corduragewebe wie der unten abgebildeten Ausführung, in deren Elastikschlaufen sieben Patronen gesteckt werden können.

Patronenetuis 7er

Hier sind Modelle mit Druckknopfverschluß zu bevorzugen, da diese beim Öffnen leiser sind als das laute Ratschen eines Klettverschlusses.

Zu Beachtendes für die Praxis:

Laden mit Ladestreifen: Die 96er- und 98er-Militärmauser können sämtlich neben dem Laden mit einzelnen Patronen auch mit Ladestreifen nachgeladen werden. Diese kosten etwa einen Euro und bestehen aus einem C-förmigen Blechprofil und einem darin eingelegten Federblechstreifen, der die Patronen festklemmt. Diese werden mit den Auszieherrillen zu fünft auf den Ladestreifen gesteckt und können so in Patronentaschen wie oben erwähnt bereitgehalten werden.

K 98k Streifenladung

Zum Nachladen steckt man den Ladestreifen bei zurückgezogenem Verschluß wie im Bild oben in die Ausnehmung an der Vorderseite der Hülsenbrücke (diese Ausnehmung erkennt man auch gut in der Detaildraufsicht des Brasilien-Mausers M 1908 im Abschnitt „Was beim Kauf von Mausergewehren zu beachten ist“) und streift dann die Patronen mit dem Daumen der linken Hand vom Ladestreifen ins Magazin, bis auch die oberste von den Magazinlippen gehalten wird. Für diesen Zweck ist das sogenannte „Daumenloch“ gedacht, der Ausschnitt an der linken Gehäuse-Seitenwand, den man in der unten abgebildeten Detailansicht eines spanischen 98/43 erkennen kann. Anschließend wird der leere Ladestreifen wieder entfernt.

98-43 La Coruna System

Beim Laden mit einzelnen Patronen diese nicht einfach auf den Magazinzubringer legen und den Verschluß schließen. Stattdessen die Patrone stets vorher ins Magazin drücken. Ansonsten erfaßt der Auszieher, der wegen seiner starren Bauweise (welche die Zuverlässigkeit fördert) nicht über den Hülsenrand springen kann, nicht die Patrone, sondern schiebt sie vor sich her. Folge: Der Verschluß läßt sich nicht oder nur mit Gewalt schließen, in welchem letzteren Fall man einen Bruch der Auszieherfeder riskiert.

Kein Entspannen durch Schließen bei Patrone im Lauf! Öffnungsspanner wie die Mausergewehre kann man entspannen, indem man während des Schließens des Verschlusses (beim Herunterdrücken des Kammerstengels) den Abzug durchgedrückt hält. Nun wird von manchen Leuten ein Bereitschaftszustand der Waffe vorgeschlagen, bei dem eine Patrone in den Lauf eingeführt und das System dann beim Schließen in der oben beschriebenen Weise entspannt wird, sodaß man das Gewehr fertiggeladen, aber entspannt aufbewahren könne und im Bedarfsfall bloß den Kammerstengel hochschwenken und wieder niederdrücken braucht, um eine schußbereite Waffe in der Hand zu haben. DAVON IST SCHÄRFSTENS ABZURATEN! Beim Entspannen tritt nämlich die Schlagbolzenspitze aus der Öffnung im Stoßboden (d. h. der Stirnfläche des Verschlusses) aus und ruht mit der restlichen Schlagfederspannung von etwa 13 – 14 kg auf dem Zündhütchen einer im Lauf befindlichen Patrone. Da kann eine Erschütterung ausreichen, um einen Schuß auszulösen, ohne daß der Abzug berührt wird!

Dies ist allerdings keine Eigenheit des 98er-Systems, sondern typisch für alle Waffen mit Zylinderverschluß und ohne besondere Sicherungsrast. Um bei anderen Waffen als 98ern festzustellen, ob das dort auch so ist, klebt man ein Schußpflaster oder auch ein passendes Fitzelchen eines Post-it-Zettels auf den Boden einer Pufferpatrone oder einer leeren Patronenhülse, führt sie in den Lauf ein und entspannt das Gewehr auf die oben beschriebene Weise. Bei Kleinkalibern nimmt man einfach eine leere Hülse. Wenn dann ein Schlagbolzenabdruck auf dem Aufkleber sichtbar ist oder die Kleinkaliberhülse außer dem Schlagbolzeneindruck des vorherigen Schusses noch eine schwache Schlagbolzenmarke aufweist, dann tritt auch bei diesem System die Schlagbolzenspitze im entspannten Zustand aus.

Schließspanner wie den 96er-Schwedenmauser oder ein Lee-Enfield-Gewehr mit einer im Lauf befindlichen Patrone zu entspannen, indem man das Spannstück bei Betätigen des Abzugs mit dem Daumen zurückhält und dann langsam vorläßt, ist sowieso unverantwortlicher Leichtsinn.

Zum Entfernen des Magazindeckels an der Systemunterseite (zu Reinigungszwecken) muß sowohl bei 96ern als auch bei 98ern mit einem Durchschlag (im Feld mit einer Patronenspitze) der vor dem Abzugsbügel vertieft sitzende Druckstift eingedrückt werden, bevor der Magazindeckel entfernt werden kann. Hierfür muß dem eingedrückt gehaltenen Durchschlag ein Schlag nach hinten verabreicht werden, um ihn ein paar Millimeter zum Abzugsbügel hin zu rücken; in manchen Fällen kann dieser Magazindeckel recht fest sitzen.

Zu Reinigung, sonstige Pflege sowie Gehörschutz siehe meine vorangegangenen Beiträge Büchsen-Licht (1): Kleinkalibergewehre und Büchsen-Licht (2): Unterhebelrepetiergewehre.

Buchempfehlungen:

Richard D Law Karabiner 98k

Richard D. Law, „Karabiner 98k, 1934-1945“, Motorbuch Verlag Stuttgart, Verlag Stocker-Schmid, Dietikon-Zürich; ISBN 3-7276-7122-X; 240 Seiten; http://www.amazon.de/Karabiner-98k-Richard-D-Law/dp/372767122X. Aus dem Klappentext:

„Der Karabiner 98k wurde offiziell am 21. Juni 1935 als Dienstgewehr bei der rasch anwachsenden Deutschen Wehrmacht eingeführt. Von Juni 1935 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges im Mai 1945 wurden über 14 Millionen K 98k gebaut; es existieren über 100 Varianten. Das vorliegende Buch soll als Führer zu dieser Variantenvielfalt dienen, Es informiert ausführlich über: den militärischen und kommerziellen Hintergrund des K 98k; die zur Herstellung verwendeten Materialien und Fertigungsmethoden, die Qualitätskontrollen und die Endabnahme der Waffenteile; die Anzahl der gefertigten Waffen, Fertigungszeiten, eingesetztes Personal sowie Herstellungskosten; für den Zivil- und Exportmarkt gefertigte K 98k; alle auf dem K 98k vorkommenden Zeichen, Stempel und Beschriftungen; den vereinfachten Karabiner sowie das Kriegsmodell; das Gewehr 40/K sowie den Karabiner mit Klappschaft; die bei der SS verwendeten K 98k und deren Stempelung, usw.

Das Buch enthält zudem eine nach Herstellungsjahren chronologisch geordnete Produktionsübersicht des K 98k (wobei besonderer Wert auf die Stempel und die Beschreibung der Besonderheiten der Varianten gelegt wurde), Werkszeichnungen des Waffenamtes und der Mauser-Werke von Karabinerteilen sowie Übersichten über die Organisation und Struktur der Mauser-Werke in Oberndorf.“

Man sieht also, daß Richard D. Laws Buch vor allem etwas für den waffenhistorisch interessierten Leser ist; für denjenigen, der bloß am Freizeitschießen und an der Selbstverteidigung mit einem 98er-Mauser interessiert ist, bietet es dagegen wenig.

Bernd Rolff - Im Dienste Ihrer Majestät

Bernd Rolff, „Im Dienste Ihrer Majestät. Gewehre und Seitengewehre der britischen Streitkräfte und der Commonwealthländer von 1888 bis 1960“, Journal Verlag Schwend GmbH, Schwäbisch Hall, keine ISBN-Angabe; 180 Seiten. Dieses Buch dürfte leider nur noch antiquarisch erhältlich sein; eventuell kann der DWJ-Verlag noch aushelfen: http://www.dwj-verlag.de/sitecontent/pdf/vp2007.pdf (Seite 12).

Der 1948 geborene Autor war Zeitsoldat bei der Bundeswehr und wurde aufgrund seiner guten Englischkenntnisse zur NATO versetzt, die ihn für 4 Jahre zu einer Einheit der britischen Armee abkommandierte. In dieser Zeit hatte er ständigen Kontakt mit britischen Waffen, und hier entstand auch der Grundstock zu seiner späteren Sammlung. Eine zentrale Position nehmen in seinem Buch die Lee-Enfield-Gewehre samt ihrer Entwicklungsgeschichte, ihrem Zubehör (z. B. Bajonette) und ihrer Munition ein. Daneben wird auch das halbautomatische Sturmgewehr L1A1 behandelt, das eine britische Lizenzversion des belgischen FN FAL war, von dem es auch eine deutsche (G 1) und eine österreichische (Sturmgewehr 58) Version gab; weiters werden auch die Martini- und Lee-Metford-Gewehre des späten 19. Jahrhunderts vorgestellt.

Henning Hoffmann - Feuerkampf & Taktik

Henning Hoffmann, „FEUERKAMPF & TAKTIK. Taktischer Schußwaffengebrauch im 21. Jahrhundert“. DWJ-Verlags-GmbH, ISBN 978-3-936632-57-6, 249 Seiten.

Dieser taschenbuchgroße Band behandelt den kampfmäßigen Schußwaffengebrauch nach aktuellen Erkenntnissen, wobei der Schwerpunkt auf der Verwendung von Pistolen, halbautomatischen Büchsen und Flinten sowie Vorderschaftrepetierflinten (Pumpguns) liegt. Illustriert durch zahlreiche Farbfotos werden Dinge wie Gefechtspsychologie, Taktik, Schießhaltungen, Nachladen, Wechsel von der Lang- zur Kurzwaffe, Deckungnehmen, Störungsbeseitigung, Zubehör (Riemen, Holster, Nachladehilfen), taktischer Lampengebrauch etc. erläutert.

http://www.amazon.de/Feuerkampf-Taktik-Taktischer-Schusswaffengebrauch-Jahrhundert/dp/393663257X

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LINKS:

Wissen bewahren von Osimandia
Vorbereitung auf Ragnarök von Fjordman
Den kommenden Crash überleben von Fjordman
Charlton Heston über Waffenbesitz und Political Correctness
Selbstverteidigung ist Menschenrecht von Gerhard Kehr
Suomi KP/-31: Die Mähmaschine von Tikkakoski von P. T. Kekkonen

Die Maschinenpistole MP 40/I im scharfen Schuß von Robert Bruce

Interessante Webseiten:

Steyr Scout Tactical Rifle
Pulverdampf – das österreichische Waffenforum (siehe auch Blogroll)
Interessengemeinschaft liberales Waffenrecht in Österreich (IWÖ)
proTell – Gesellschaft für ein freiheitliches Waffenrecht
Liberales Waffenrecht, ein deutscher Waffen-Blog
The Box O’Truth – ein amerikanischer Waffenblog mit vielen Praxistips (siehe auch Blogroll)
British ARmy Rumour SErvice (ARRSE): http://www.arrse.co.uk/

Waffenzeitschriften:
Deutsches Waffen Journal (DWJ)
VISIER – Das internationale Waffen-Magazin
caliber

Über Cernunnos

Mein Blog: "Cernunnos' Insel" https://cernunninsel.wordpress.com/
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