Büchsen-Licht (9): Praxistest Kurzkarabiner FR 8

Der spanische Kurzkarabiner FR 8 im Kaliber 7,62 x 51 NATO (.308 Winchester) mit aufgepflanztem CETME-Bajonett.

Der spanische Kurzkarabiner FR 8 im Kaliber 7,62 x 51 NATO (.308 Winchester) mit aufgepflanztem CETME-Bajonett.

Von Deep Roots.

Vor kurzem konnte ich ein Exemplar des spanischen Kurzkarabiners FR 8 schießen, der bereits in meinem Artikel Büchsen-Licht (3): Militärische Mausergewehre erwähnt wurde.

Diese Waffe entstand aus umgebauten Karabinern Modell 98/43 (siehe den Mauserartikel), die neue, nur 47,5 cm lange Läufe im Kaliber 7,62 x 51 mm NATO (.308 Winchester), neue Lochscheibenvisierungen und geschlitzte Mündungsfeuerdämpfer erhielten. Die Vorderschäfte wurden gestutzt und erhielten eine Abdeckplatte mit Durchlässen für den Lauf und das darunterliegende, mit dem Kornträgerring verbundene Rohr, das für den Gaszylinder einer Gasdruckeinrichtung gehalten werden könnte, in Wirklichkeit aber einen Putzstock enthalten soll. An dem mir vorliegenden Gewehr habe ich jedoch keinen solchen Putzstock gefunden; das freistehende, mit einem federnden Druckstift im Haltering befestigte Rohr ist hinten geschlossen und endet mit einem kleinen Stahlzapfen, der in ein Loch der Abdeckplatte eingreift, hinter dem sich allerdings schon eine in den Vorderschaft hineinführende Bohrung befindet. Den vorderen Abschluß des Metallrohrs, auf dem sich die Bajonetthalterung befindet, kann abgeschraubt werden. Vielleicht befand sich in dem Rohr normalerweise eine Reinigungsschnur.

Neben dem FR 8, der auf dem Modell 98/43 beruht, gibt es noch den FR 7, der ein ansonsten gleichartiger Umbau aus älteren spanischen Mausergewehren ist (meist aus dem M 1916, seltener M 1893) und sich vom FR 8 durch einen geraden Kolbenhals und einen nach unten gebogenen Kammerstengel unterscheidet. Das Kürzel „FR“ steht übrigens nicht, wie im oben verlinkten Wikipedia-Artikel angegeben, für „fusil de repetición“ (Repetiergewehr), sondern für „fusil reformado“, also überarbeitetes/umgebautes Gewehr.

Die so entstandenen Kurzkarabiner haben ein parkerisiertes Finish. Zur Herkunft der Läufe gibt es unterschiedliche Angaben: laut Wikipedia kamen sie aus Steyr-Fertigung, während im VISIER-Sonderheft 56 „Repetiererfamilie System 98“ steht, es seien für das CETME-Sturmgewehr gefertigte Läufe gewesen, zum Teil von FN.

Ein Teil dieser Kurzkarabiner wurde bis in die 1970er-Jahre von berittenen Einheiten der Guardia Civil bei ihren Patrouillen geführt; der Großteil davon wurde in den Arsenalen gelagert, bevor er in größeren Stückzahlen auf den Surplus-Markt gelangte. Auf den FR 8 lassen sich die 98er-Bajonette nicht aufpflanzen, dafür aber das 34 cm lange Machetenbajonett für das spanischen CETME-Sturmgewehr.

Daten des FR 8:
Gesamtlänge: 96 cm
Lauflänge: 47,5 cm
Gewicht (ungeladen) 3,7 kg
Kaliber: 7,62 x 51 NATO (.308 Win.)
Magazinkapazität: 5 Patronen

Die Schießpraxis

Der von mir getestete Kurzkarabiner ist aus einem 1952 im Werk La Coruña gefertigten 98/43er Mauser entstanden (es gab auch welche aus dem Werk Santa Barbara). Als erstes fiel mir auf, daß die für 100 Meter bestimmte offene V-Kimme des ansonsten als Scheibendiopter ausgeführten Visiers einen etwas zu geringen Augenabstand hat, wodurch man sie beim Zielen – vor allem mit nicht mehr ganz jungen und dazu noch bildschirmstrapazierten Augen – zu unscharf sieht. Zwar gilt sowieso, daß man beim Zielen auf das Korn fokussieren und eine Unschärfe der Kimme und des Ziels in Kauf nehmen soll, aber bei einem Augenabstand, der für ein Dioptervisier bemessen ist, wird die Unschärfe einer offenen Kimme doch etwas zu groß; diese Visiereinstellung taugt eher zur schnellen Zielerfassung im Verteidigungsfall auf nähere Entfernung bis höchstens 100 m. So sieht die Visierung des FR 8 aus:

FR 8 Dioptervisier

FR 8 Dioptervisier, hier auf die offene 100-Meter-Kimme eingestellt.

Wenn man die Visierscheibe im Gegenuhrzeigersinn dreht, so folgt rechts von der offenen Kimme zunächst das Diopterloch für 200 m und dann jenes für 300 m. Anders als bei Wikipedia angegeben, hat das Dioptervisier des FR 8 jedoch nicht bloß zwei Bohrungen, sondern drei: wenn man die Scheibe im Uhrzeigersinn dreht, kommt das links von der offenen Kimme liegende Loch für 400 m zum Vorschein. Das Korn ist ein spitz zulaufendes Stiftkorn, das von einem kräftigen Korntunnel geschützt wird und durch ein Loch in letzterem mittels eines Spezialwerkzeugs in der Höhe verstellt werden kann:

FR 8 Mündungsansicht

Die Schießerprobung habe ich auf einem 100-Meter-Stand durchgeführt, und nach zwei ersten Serien mit der offenen Kimme kam nur noch die 200-m-Lochvisierung zur Anwendung. Das ging recht gut; mit den meisten der verwendeten Patronensorten kam dadurch ein Hochschuß von ca. 7 – 8 cm zustande, weshalb entsprechend tiefer gezielt werden mußte.

Vor dem Schießen kam allerdings das Laden, und da sind mir ein paar Eigenheiten aufgefallen, die zu beachten sind und die damit zusammenhängen, daß der FR 8 immer noch das originale Kastenmagazin hat, das für die Patrone 8 x 57 IS bemessen ist.

In diesem haben die .308er-Patronen, die um einen knappen Zentimeter kürzer sind als die 8 x 57 IS, etwas zuviel Platz in Längsrichtung. Man muß beim Laden darauf achten, daß sie alle schön hinten anstehen (erforderlichenfalls mit dem Fingernagel nach hinten schieben), sonst spießt es sich mit der Zuführung zum Lauf. Während des Schießens wandern die Patronen zwar allmählich durch die Rückstöße nach vor, aber bis die fünfte Patrone dran ist, wird das noch nicht zu viel.

Man kann den FR 8 aber auch mit den originalen 98er-Ladestreifen laden, für die noch die Ausnehmung vorn an der Hülsenbrücke vorhanden ist; dann sind die Patronen auch gleich schön hinten. Bei einem der ersten dieser Ladeversuche ist es mir allerdings passiert, daß die unterste Patrone, statt auf dem Zubringer schön nach rechts zu rücken, wie es sein soll, links Platz genommen hat, wodurch die zweitoberste Patrone an der rechten Magazinlippe zu liegen kam, was normalerweise der Platz der obersten Patrone ist, die dadurch nicht mehr ins Magazin konnte. Um das zu vermeiden, hält man das obere Ende des Ladestreifens während des Abstreifens der Patronen am besten ein wenig nach links gedrückt, sodaß die unterste Patrone eindeutig die Richtung nach rechts vermittelt bekommt.

FR 8 mit angestecktem Ladestreifen, hier mit fünf Jagdpatronen Winchester Super-X mit 180 grains (11,6 g) schweren Silvertip-Teilmantelgeschossen.

FR 8 mit angestecktem Ladestreifen, hier mit fünf Jagdpatronen Winchester Super-X mit 180 grains (11,6 g) schweren Silvertip-Teilmantelgeschossen.

Da es mich erstaunt hat, daß sich die 7,62 x 51 so gut auf den für die 8 x 57 bemessenen Ladestreifen stecken ließ, habe ich die Maße der beiden Patronen verglichen und dabei überrascht festgestellt, daß die NATO-Patrone trotz ihres etwas kleineren Kalibers hinten sogar ein wenig dicker ist als der deutsche 8-mm-Klassiker:

Patronenvergleich: Links die 7,62 x 51 NATO (.308 Winchester), rechts die 8 x 57 IS. (Zeichnungen aus „Schützenwaffen heute“ von Wollert, Lidschun & Kopenhagen.)

Patronenvergleich: Links die 7,62 x 51 NATO (.308 Winchester), rechts die 8 x 57 IS. (Zeichnungen aus „Schützenwaffen heute“ von Wollert, Lidschun & Kopenhagen.)

Vor allem daß die .308 am Hülsenschulteransatz sogar einen guten halben Millimeter dicker ist, hätte ich nicht erwartet. Von daher kommt vielleicht die leichte Unentschlossenheit bei der „Platzwahl“ im Magazin wie auch die Zickigkeit der obersten beiden Patronen beim Zuführen in den Lauf. Bei händisch eingefüllten Patronen wird nämlich die erste Patrone manchmal vom Verschluß überfahren – man drückt sie beim Einfüllen am besten im Schulterbereich etwas hinein, damit sie hinten auch sicher ausreichend hochsteht. Beim Magazinfüllen mittels Ladestreifen hatte ich dieses Problem jedoch nie – wahrscheinlich kommt die oberste Patrone dabei automatisch immer richtig zu liegen.

Die zweite Patrone geht etwas zu schräg hinein (vielleicht wegen des Längsspielraums, vielleicht auch wegen des dickeren Patronenkörpers) und spießt sich öfters, sodaß man den Verschluß kurz zurückziehen und dann erst schließen muß. Ab der 3. Patrone flutscht es dann problemlos, auch dann, wenn von Haus aus nur drei Patronen eingefüllt wurden. Dies deutet darauf hin, daß diese Zickereien auch mit der Magazinfederspannung zusammenhängen; immerhin wird das Patronenpaket bei 5 x 0,5 mm mehr Hülsendicke trotz Zickzack-Anordnung um etwa 1,5 bis 2 Millimeter höher. Wenn man diese Eigenheiten beachtet, läßt sich der FR 8 problemlos laden.

Jetzt aber wirklich zum Schießen: Die Testserien wurden bei bewölktem bis regnerischem Wetter sitzend aufgelegt geschossen, jeweils auf 100 Meter Entfernung, der Kolben wurde durch die linke Hand unterstützt. (Zu den Resultaten muß angemerkt werden, daß es deutlich bessere Gewehrschützen gibt als mich). Die ersten beiden Serien wurden, wie erwähnt, mit der offenen 100-Meter-Kimme geschossen; zuerst fünf FNM-Vollmantelpatronen, mit denen ich nicht auf die Scheibe gefunden habe (die Patrone schießt vielleicht zu hoch) und dann zehn Sellier & Bellot Vollmantelpatronen, die zwar auf der Scheibe waren, aber mit visierungsbedingt großer Streuung. Danach folgten ausschließlich Serien mit dem 200-m-Diopterloch:

9 x Sellier & Bellot 9,55 g / 147 grs Vollmantel (No. 2908/2):
Haltepunkt 8 cm tief, Höhe paßt, Streukreis-Durchmesser ca. 26 cm.

13 x Norma Jakt Match 9,5 g Vollmantel:
ähnliche Treffpunktlage wie S & B, Streukreis (ohne zwei Ausreißer) ca. 20 cm.

9 x Winchester Super-X Silvertip 180 grs / 11,6 g Teilmantel:
ähnliche Treffpunktlage wie S & B und Norma, Streukreis 21 cm

8 x Lapua Lock Base 9,7 g / 150 grs. Vollmantel:
Treffpunktlage ähnlich wie die vorangegangen Patronen, vielleicht ein bißchen höher. Streukreis ca. 13 cm.

10 x Lapua Lock Base 9,7 g / 150 grs. Vollmantel:
Bedarf nach ein paar Zentimeter niedrigerem Haltepunkt als bei den bisherigen Patronen bestätigt; Streukreis knapp 16 cm.

4 x Lapua Scenar 10,9 g / 167 grs. Lochspitz (GB 422):
Üblicher Haltepunkt ca. 8 cm unter Zielmitte; diese Patrone liefert jedoch auf 100 m mit 200m-Visierung weniger Hochschuß als die bisher getesteten Patronen: ca. 4 cm. Streukreis: ca. 7 cm.

5 x Lapua Scenar 10,9 g / 167 grs. Lochspitz (GB 422):
Nachdem sich bei den ersten vier Schuß mit der Scenar ein deutlich geringerer Hochschuß ergeben hatte als bei den vorherigen Patronen, schoß ich mit den restlichen 5 Patronen dieser Sorte eine zweite Serie mit Haltepunkt knapp unter Zielmitte (so genau sich das auf 100 m über eine Dioptervisierung erkennen läßt). Diesmal lag eine sehr enge Kerngruppe von 4 Schuß auf ca. 4,5 cm zusammen (ca. 7 – 8 cm über dem Haltepunkt), mit einem Ausreißer etwa 12 cm darüber.

4 x Winchester Super-X Silvertip 150 grs. Teilmantel:
Diese Patrone schießt deutlich höher als die bisher getesteten (ca. 15 cm über den Haltepunkt); ca. 12 cm Streukreis.

8 x Remington Core-Lokt Pointed Soft Point 150 grs. Teilmantel (R308W1):
Ebenfalls höhere Treffpunktlage, ca. 15 – 16 cm über den Haltepunkt. Sehr enge Kerngruppe von 5 Schuß auf ca. 3,5 cm zusammen; die restlichen drei Treffer lagen im Abstand von ca. 6,5 bis 8 cm darum herum.

5 x Sako Super Hammerhead 10,1 g / 155 grs. Teilmantel (225A):
Schießt ca. 5 cm über den Haltepunkt; Streukreis ca. 16 cm.

Die geeignetsten Patronen für die „taktische“ Verwendung des FR 8 sind also die Lapua Scenar (GB 422) mit 10,9 g / 167 grains schwerem Lochspitzgeschoß und die Remington Core-Lokt mit 150 grains / 9,7 g schwerem Teilmantel-Spitzgeschoß. Für 100 Meter bietet sich die Lapua wegen ihres geringeren Hochschusses auf diese Entfernung an, während die Remington auf 200 m vermutlich einigermaßen Fleck schießen wird und ein Drunterhalten um ca. 15 cm auf 100 m auf ein Mannziel im Gefechtsfall auch kein Problem darstellt. Wohlgemerkt: diese „taktischen“ Empfehlungen beziehen sich auf die Verhältnisse in weitgehend gesetzlosen Krisenzeiten, wenn „die Straßen brennen“; was ein Richter dazu sagen würde, wenn man sich in unseren derzeitigen, angeblich „geordneten“ Verhältnissen mit Teilmantel-Jagdpatronen gegen kriminelle Angreifer wehrt, entzieht sich meiner Kenntnis.

Für die Verteidigung mit Gewehren in Krisenzeiten ist es auch vorteilhaft, das Schätzen von Entfernungen im Gelände zu üben, um zu wissen, auf welche Entfernung man das Visier oder Zielfernrohr einstellen muß, beziehungsweise bei fest eingestellten Visierungen oder Zieloptiken, wie weit die Kampfentfernung von der Schießstanddistanz abweicht, auf der man sonst mit dem Gewehr geschossen hat. Hierfür ist mir vor kurzem eine buchstäbliche „Daumenregel“ eingefallen:

Wenn man den Arm mit erhobenem Daumen ausstreckt, so ist dieser etwa 50 cm vom Auge entfernt. Vom Daumennagelansatz bis zur Daumenkuppe sind es (in meinem Fall) ca.18 mm, was bedeutet, daß ein etwa 180 cm großer Mann, der gleich hoch erscheint wie der Daumennagel, ungefähr hundertmal so weit entfernt sein muß, also 50 Meter. Erscheint der Mann etwa halb so hoch, so sind es hundert Meter.

Das Bajonett:

Wie oben erwähnt, kann auf den FR 8 das CETME Bajonett aufgepflanzt werden, das so aussieht:

CETME-Bajonett FR8 mit Scheide

Leider stand mir bei den Schießversuchen keines zur Verfügung, sonst hätte ich auch ausprobiert, wie es sich aufgepflanzt auf Streuung und Treffpunktlage auswirkt. Falls ich das einmal nachholen kann, reiche ich die Erkenntnisse daraus hier nach.

Patronentaschen

Die klassische Methode des Mitführens von Patronen besteht bei Militärrepetierern darin, sie auf Ladestreifen gesteckt in Patronentaschen wie der unten abgebildeten Gewebetasche für den Karabiner 98k zu transportieren. In so einer Doppeltasche kann man sechs Ladestreifen, das heißt 30 Patronen unterbringen; wenn man auf jeder Körperseite eine davon am Gürtel trägt, kann man also 60 Patronen griffbereit bei sich haben.

Patronentasche für Karabiner 98k, hier mit Patronen 8 x 57 IS.

Patronentasche für Karabiner 98k, hier mit Patronen 8 x 57 IS.

Solche Taschen gibt es in verschiedensten Ausführungen (auch in Leder und dreiteilig) für die verschiedensten Gewehrtypen des Zweiten Weltkriegs, und weil sich deren Patronen in ihren Abmessungen einigermaßen ähneln, sind sie austauschbar zu verwenden, wenn einem der historische „Stilbruch“ wurscht ist. In die obige Tasche passen z. B. auch Enfield-Magazine. Für unsere Selbstverteidigungszwecke in schlechten Zeiten sind meines Erachtens Gewebeausführungen den ledernen vorzuziehen, weil die Gerbsäure des Leders vor allem bei feuchter Witterung und längerer Aufbewahrung zu Grünspanbildung an den Messinghülsen führen kann, mit der Folge von Zuführ- und Ausziehproblemen.

Eine Alternative zu diesen klassischen Taschen sind moderne Patronenetuis aus Corduragewebe wie der unten abgebildeten Ausführung, in deren Elastikschlaufen sieben Patronen gesteckt werden können.

Patronenetuis 7er

Zu Beachtendes für die Praxis:

Laden mit Ladestreifen: Die 96er- und 98er-Militärmauser können sämtlich neben dem Laden mit einzelnen Patronen auch mit Ladestreifen nachgeladen werden. Diese kosten etwa einen Euro und bestehen aus einem C-förmigen Blechprofil und einem darin eingelegten Federblechstreifen, der die Patronen festklemmt. Diese werden mit den Auszieherrillen zu fünft auf den Ladestreifen gesteckt und können so in Patronentaschen wie oben erwähnt bereitgehalten werden.

Zum Nachladen steckt man den Ladestreifen bei zurückgezogenem Verschluß wie im Bild weiter oben in die Ausnehmung an der Vorderseite der Hülsenbrücke und streift dann die Patronen mit dem Daumen der linken Hand vom Ladestreifen ins Magazin, bis auch die oberste von den Magazinlippen gehalten wird. Für diesen Zweck ist das sogenannte „Daumenloch“ gedacht, der Ausschnitt an der linken Gehäuse-Seitenwand. Anschließend wird der leere Ladestreifen wieder entfernt.

Beim Laden mit einzelnen Patronen diese nicht einfach auf den Magazinzubringer legen und den Verschluß schließen. Stattdessen die Patrone stets vorher ins Magazin drücken. Ansonsten erfaßt der Auszieher, der wegen seiner starren Bauweise (welche die Zuverlässigkeit fördert) nicht über den Hülsenrand springen kann, nicht die Patrone, sondern schiebt sie vor sich her. Folge: Der Verschluß läßt sich nicht oder nur mit Gewalt schließen, in welchem letzteren Fall man einen Bruch der Auszieherfeder riskiert.

Kein Entspannen durch Schließen bei Patrone im Lauf! Öffnungsspanner wie die Mausergewehre kann man entspannen, indem man während des Schließens des Verschlusses (beim Herunterdrücken des Kammerstengels) den Abzug durchgedrückt hält. Nun wird von manchen Leuten ein Bereitschaftszustand der Waffe vorgeschlagen, bei dem eine Patrone in den Lauf eingeführt und das System dann beim Schließen in der oben beschriebenen Weise entspannt wird, sodaß man das Gewehr fertiggeladen, aber entspannt aufbewahren könne und im Bedarfsfall bloß den Kammerstengel hochschwenken und wieder niederdrücken braucht, um eine schußbereite Waffe in der Hand zu haben. DAVON IST SCHÄRFSTENS ABZURATEN! Beim Entspannen tritt nämlich die Schlagbolzenspitze aus der Öffnung im Stoßboden (d. h. der Stirnfläche des Verschlusses) aus und ruht mit der restlichen Schlagfederspannung von etwa 13 – 14 kg auf dem Zündhütchen einer im Lauf befindlichen Patrone. Da kann eine Erschütterung ausreichen, um einen Schuß auszulösen, ohne daß der Abzug berührt wird!

Dies ist allerdings keine Eigenheit des 98er-Systems, sondern typisch für alle Waffen mit Zylinderverschluß und ohne besondere Sicherungsrast. Um bei anderen Waffen als 98ern festzustellen, ob das dort auch so ist, klebt man ein Schußpflaster oder auch ein passendes Fitzelchen eines Post-it-Zettels auf den Boden einer Pufferpatrone oder einer leeren Patronenhülse, führt sie in den Lauf ein und entspannt das Gewehr auf die oben beschriebene Weise. Bei Kleinkalibern nimmt man einfach eine leere Hülse. Wenn dann ein Schlagbolzenabdruck auf dem Aufkleber sichtbar ist oder die Kleinkaliberhülse außer dem Schlagbolzeneindruck des vorherigen Schusses noch eine schwache Schlagbolzenmarke aufweist, dann tritt auch bei diesem System die Schlagbolzenspitze im entspannten Zustand aus.

Schließspanner wie den 96er-Schwedenmauser oder ein Lee-Enfield-Gewehr mit einer im Lauf befindlichen Patrone zu entspannen, indem man das Spannstück bei Betätigen des Abzugs mit dem Daumen zurückhält und dann langsam vorläßt, ist sowieso unverantwortlicher Leichtsinn.

Zum Entfernen des Magazindeckels an der Systemunterseite (zu Reinigungszwecken) muß sowohl bei 96ern als auch bei 98ern mit einem Durchschlag (im Feld mit einer Patronenspitze) der vor dem Abzugsbügel vertieft sitzende Druckstift eingedrückt werden, bevor der Magazindeckel entfernt werden kann. Hierfür muß dem eingedrückt gehaltenen Durchschlag ein Schlag nach hinten verabreicht werden, um den Magazindeckel ein paar Millimeter zum Abzugsbügel hin zu rücken; in manchen Fällen kann er recht fest sitzen.

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LINKS:

Bisher in unserer Reihe Krisenvorsorge erschienen:

Orkspalter: Äxte, Beile, Tomahawks von mir
Teilchenbeschleuniger, ein Flintenratgeber von mir
Büchsen-Licht (1): Kleinkalibergewehrevon mir
Büchsen-Licht (2): Unterhebelrepetiergewehrevon mir
Büchsen-Licht (4): Lee-Enfield-Gewehrevon mir
Büchsen-Licht (5): Preisgünstige Zentralfeuerbüchsenvon mir
Büchsen-Licht (6): Mosin-Nagant-Gewehrevon mir
Büchsen-Licht (7): Steyr-Mannlicher „Scout“von mir
Büchsen-Licht (8): Springfield M 1903, MAS 1936 und Schweizer K 31von mir

Kleine Krisenvorsorgevon mir
Soziale Krisenvorsorgevon Kairos
Ohne Waffenvon Kairos
Kommt die Krise?von Kairos
Improvisierte Organisationvon Kairos
Überlegungen zum Verhalten bei Katastrophen von einem unbekannten Autor, der darin seine Erfahrungen mit der Katrina-Katastrophe von New Orleans und seine darauf beruhenden Überlegungen schildert
Haben wir schon verloren? von Dunkler Phönix
Hülsenfrüchte 1: Schrotpatronen für Faustfeuerwaffen von mir
Die Deutschen sind erbärmliche Feiglinge von Dunkler Phönix
Europa ist verloren! von Kairos

Leuchtpistolen und ihre Wirkungen von Siegfried F. Hübner
Ins Herz des Kometen von Arthur Charles Clarke, mit einer Ergänzung von mir

Weitere in diesem Zusammenhang interessante Artikel:

Charlton Heston über Waffenbesitz und Political Correctness
Selbstverteidigung ist Menschenrecht von Gerhard Kehr
Suomi KP/-31: Die Mähmaschine von Tikkakoskivon P. T. Kekkonen
Nationales Waffenregister: Alles für die Tonne? von Andreas Skrobanek

Interessante Webseiten:

Steyr Scout Tactical Rifle
Pulverdampf – das österreichische Waffenforum (siehe auch Blogroll)
Interessengemeinschaft liberales Waffenrecht in Österreich (IWÖ)
proTell – Gesellschaft für ein freiheitliches Waffenrecht
Liberales Waffenrecht, ein deutscher Waffen-Blog
The Box O’Truth – ein amerikanischer Waffenblog mit vielen Praxistips (siehe auch Blogroll)
The Truth About Guns
British ARmy Rumour SErvice (ARRSE): http://www.arrse.co.uk/

Waffenzeitschriften:
Deutsches Waffen Journal (DWJ)
VISIER – Das internationale Waffen-Magazin
caliber

Über Cernunnos

Mein Blog: "Cernunnos' Insel" https://cernunninsel.wordpress.com/
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