Journalistische Schwindeleien

Reporter Nazi-Obsessed

Von Alex Kurtagic, übersetzt von Deep Roots.

Das Original Facing Journalistic Fraud erschien am 25. Juli 2010 im Occidental Observer.

Propaganda wird im allgemeinen Denken mit totalitären Regimes assoziiert. Die Wahrheit ist jedoch, daß man Beispiele für Propaganda bis zurück zur Antike finden kann, und daß sie genauso ein Merkmal liberaldemokratischer Gesellschaften von heute ist, wie sie es eines des nationalsozialistischen Deutschlands, des maoistischen China und der Sowjetunion war. Tatsächlich hat das Aufkommen des Informationszeitalters die Propaganda viel tiefgreifender gemacht, als sie es jemals in irgendeiner dieser Gesellschaften war. Darüber hinaus können ihre modernen Manifestationen in den ‚freien’ westlichen Mainstream-Medien trotz der ständigen Entwicklung immer subtilerer Anwendungen von Propagandatechniken genauso plump sein wie die schlimmsten Beispiele, die es jemals unter dem Joch des östlichen Kommunismus gab.

Ein typisches Beispiel ist Michael Sheridans kürzlicher Artikel in der New York Daily News, worin er über Ryan Murdoughs republikanische Kandidatur um einen Sitz im State House von New Hampshire berichtet. Murdough ist aufs Korn genommen worden, weil er sich auf einer explizit pro-weißen Plattform bewirbt und von einer explizit pro-weißen politischen Partei, der American Third Position, unterstützt worden ist. Der Artikel ist so offensichtlich propagandistisch, daß es überflüssig zu sein scheint, auch nur darauf hinzuweisen. Aber dennoch dürften selbst Leser dieser Webseite überrascht sein zu erfahren, daß Sheridan es geschafft hat, in seinen 550 Worten nicht weniger als 25 bekannte Propagandatechniken einzusetzen.

Ja, 25.

Und der aus 16 Wörtern bestehende Titel allein wendet nicht weniger als 10 solcher Techniken an (ad hominem, Beschimpfungen, Stereotypisierung, Dämonisierung des Feindes, Lügen, Appell an Ängste, Appell an Vorurteile, Etikettierung und Totschlagargument), von denen einige später im Haupttext noch einmal eingesetzt werden. Wenn Sie bedenken, daß 8 der 16 Wörter Namen sind, dann bedeutet das, daß im Titel mehr Propaganda enthalten ist als im eigentlichen Text.

Ich hatte ursprünglich beabsichtigt, den Artikel zu sezieren und jede einzelne der Techniken hervorzuheben. Dann fiel mir jedoch ein, daß nicht nur meine Leser denken würden, daß ich ein totes Pferd schlage, sondern daß diese Übung nichts von Wert bewirken würde: selbst wenn mein Artikel den Lesern erfolgreich zeigen würde, wie man selbst die subtileren Irreführungen erkennt, bezeichnet und anderen gegenüber aufzeigt, würde das dem Feind keinen wahren Schaden zufügen. Es wäre nur eine weitere weitschweifige Reaktion mit null politischer Wirkung.

Und das würde den Zweck verfehlen.

Der ganze Sinn einer Reaktion ist es, einen politischen Schlag auszuteilen.

Der ganze Sinn des Analysierens ist es zu lernen, wie man diesen Schlag am besten anbringt, und wo.

Es ist wichtig, dies zu verinnerlichen, denn wenn man um öffentliches Wohlwollen konkurriert – ein Erfüllungsgehilfe für politische Macht in demokratischen Gesellschaften – müssen intellektuelle Ressourcen mit diesem einzigen Zweck eingesetzt werden.

In ähnlicher Weise ist es wichtig zu lernen, wie man dies tut, bevor man einem Angriff ausgesetzt ist, denn schnell und klar zu denken, wenn man unter Druck steht, ist beträchtlich schwieriger, als wenn man als unbeteiligter Beobachter kommentiert.

Wie reagiert man auf Angriffe wie den in der New York Daily News?

Wenn man es mit einer schädigenden Kollektion falscher Behauptungen zu tun hat, dann fühlt man den sofortigen Drang, sie ausführlich zu widerlegen. Aber ich fürchte, das ist eine völlige Zeitverschwendung. Wenn sie von unpopulärer Seite kommen, werden lange Widerlegungen tendenziell entweder ignoriert oder als Ausreden, Vernebelung oder Schadensbegrenzung abgetan. Tatsächlich ist es bei besonders empörenden Angriffen nicht unwahrscheinlich, daß sie als Köder gedacht sind statt als Nachrichtenmeldung, die die Leser ernst nehmen werden; Josef Goebbels benutzte diese Technik während des Wahlkampfs in Berlin, und sein Ziel war es, seine Gegner dazu zu bringen, sich in langen Dementis und Erklärungen festzufahren, während er einen neuen Angriff ausheckte. Die Absicht ist die, das Ziel in der Defensive zu halten, weil es dadurch schwach und panisch wirkt. Nachdem Leser im allgemeinen zu faul oder zu sehr mit ihren eigenen Angelegenheiten beschäftigt sind, um einer Behauptung nachzugehen, werden sie im allgemeinen demjenigen glauben, der die Situation zu beherrschen scheint. Dies liegt wahrscheinlich daran, daß die Notwendigkeit, Dementis und Erklärungen abzugeben, als Eingeständnis aufgefaßt wird, daß die Behauptungen ernstzunehmen sind: wenn sie keiner Aufmerksamkeit wert wären, dann gäbe es keine Notwendigkeit, etwas zu bestreiten oder zu erklären.

FJF2 Josef Goebbels

Dies ist der Umkehrfall zur Politik, „keine Plattform zu bieten“, die lange von den vorherrschenden Medien bevorzugt wurde und in bedeutendem Ausmaß immer noch wird: abweichende Standpunkte werden ausgeschlossen, um anzudeuten, daß sie unter aller Kritik seien. Wenn die „Keine Plattform“-Politik nicht mehr aufrecht zu erhalten ist und schließlich aufgegeben wird, verlagern sich die dominanten Medien zu unverschämten Angriffen. Wir sahen dies letztes Jahr, als der Vorsitzende der British National Party, Nick Griffin, zur Teilnahme an der BBC-Diskussionssendung „Question Time“ eingeladen wurde. Man befürchtete, es würde so aussehen, als wäre es jetzt normal, für die BNP zu stimmen, wenn man ihn zusammen mit Mainstream-Politikern und Kommentatoren in einer Diskussionsrunde des nationalen Fernsehens zeigen würde. Daher war es die Strategie der BBC, Griffin schlechte Karten zu geben und die Sendung vorsätzlich so zu arrangieren, daß er öffentlich gedemütigt würde: der Großteil der Sendung wurde darauf verwendet, Griffin zu gestammelten Dementis und Erklärungen zu verleiten, die dann schnell durch eine frische Salve dummer Anschuldigungen unterbrochen wurden, als ob sowieso niemand daran interessiert sei, Griffin zu hören. (Siehe meinen Artikel „BBC’s Question Time: A Shameful Spectacle“)

Die ganze Struktur des Angriffes – mit falschen Behauptungen zu verleumden, die Antwort zu ignorieren, noch einmal mit neuen falschen Behauptungen zu verleumden, dann die Verleumdungen immer wieder zu wiederholen – zeigt, daß es nicht sein Zweck war, irgendetwas zu widerlegen, sondern jemanden zu diskreditieren. Wenn das Ziel der Propagandaattacke mit Dementis und Erklärungen reagiert, handelt es so, als befände es sich in einem Wettstreit um die Wahrheit; in Wirklichkeit befindet es sich in einem Wettstreit um Macht. Für einen Großteil des Publikums ist es nicht möglich, die Wahrheit zu kennen: sie voll zu enthüllen und zu verstehen, erfordert mehr Zeit, Mühe und intellektuellen Scharfsinn, als sie zu investieren bereit sind und/oder ihnen zur Verfügung steht. Eine Verleumdung jedoch ist nicht nur leichter, sondern oft auch lustiger auszudenken, zu konsumieren und in Umlauf zu bringen als die Wahrheit; die Wahrheit ist nahezu immer mühsam und langweilig, und weniger Menschen lesen die Richtigstellung als die Lüge. Skandalöse Klatschblätter sind nicht ohne Grund populärer als seriöse Nachrichten- und Analysemagazine.

Deshalb haben sich die Angriffe der $PLC gegen Kevin MacDonald nicht auf den Versuch der Widerlegung seiner Theorien konzentriert, sondern vielmehr auf den Versuch, ihm Schlechtes nachzusagen, um seine Arbeitgeber zur Widerrufung seiner Professur zu bewegen. Theorien, die von einem ordentlichen Professor an einer großen Mainstream-Universität entwickelt wurden, besitzen Glaubwürdigkeit; Theorien, die von einem arbeitslosen Pensionisten entwickelt wurden, der wegen moralischer Verderbtheit gefeuert wurde, können als Delirien eines Spinners abgetan werden. Ein Mann, der weithin als Spinner abgetan wird – obdachlos und mittellos gemacht, wie sie es gern mit MacDonald tun würden – hat beschränkte Aussichten, politische Macht zu gewinnen.

Wir wissen, daß es bei Sheridans Artikel in der New York Daily News, wie bei jenem in der Huffington Post, darum geht, Ryan Murdoughs Zugang zur Macht zu beschränken. Deshalb – weil er die Unterstützung der American Third Position genießt, zu deren Direktoren Kevin MacDonald gehört – versucht Sheridan, Murdough schuldig durch Assoziierung zu machen, indem er MacDonald als Spinner darstellt. MacDonald ist

ein Professor, dessen Theorien von der Behauptung reichen, daß Jüdische Menschen genetisch zur Habgier bestimmt sind, und [sic] Afro-Amerikaner und Hispanics weißen intellektuell unterlegen sind.

Man beachte die Groß- und Kleinschreibung. [Originaltext: a professor whose theories range from claiming Jewish people are genetically designed for greed, and [sic] African Americans and Hispanics are intellectually inferior to whites.]

Was soll’s, daß es Richard Lynn ist, nicht Kevin MacDonald, der über Rasseunterschiede im IQ geschrieben hat. Sheridan weiß, daß seine schwarzen und hispanischen Leser (ganz zu schweigen von den meisten seiner entwurzelten weißen Leser) sich nicht die Mühe machen werden, das nachzuschlagen – geschweige denn, die Literatur zu untersuchen – bevor sie beleidigt sind. MacDonalds Trilogie und Lynns Bücher zu lesen, erfordert mehrere Wochen und einen Universitätsabschluß; beleidigt zu sein, dauert nur einen Moment, und jeder ist dazu in der Lage.

Bei einer effektiven Reaktion muß es daher hauptsächlich darum gehen, den Angreifer zu attackieren, nicht den Angriff selbst. Der Angriff selbst kann großteils ignoriert werden, wenn der Angreifer erfolgreich diskreditiert werden kann.

Außerdem muß ein Gegenangriff den Spieß in einer Weise umdrehen, die mindestens genauso einprägsam ist und die eine emotionale Reaktion hervorruft, die mindestens genauso stark ist, wie der ursprüngliche Angriff. Er sollte idealerweise auch neue Information über den Angreifer bringen. David Dukes Konfrontation mit Wolf Blitzer auf CNN im Dezember 2006 ist ein gutes Beispiel dafür, wie ein einsamer Dissident, der eine unpopuläre Minderheitsmeinung vertritt, den Spieß gegen die feindselige Mainstream-Medienmaschine umdrehen kann.

Obwohl Duke deutlich nervös war und die Sendungsmacher alles zu seinen Ungunsten arrangiert hatten, gewann er in diesem Fall die Oberhand, weil der den Großteil seiner Energie auf das Diskreditieren seiner Gegner konzentrierte. Er wendete sehr wenig Zeit für die Reaktion auf spezifische Vorwürfe auf, und überhaupt keine Zeit auf einen obskuren Streit um den Holocaust. Was am wichtigsten war: der müde Schnee von gestern über Dukes Vergangenheit war nicht so interessant wie die unerwartete Enthüllung, daß Blitzer antiiranisch voreingenommen ist, weil er ein ehemaliger Israel-Lobbyist ist.

Daher muß jede Reaktion auf journalistische Propaganda auf den Propagandisten abzielen, nicht notwendigerweise auf irgendetwas von dem, was er sagte.

Zum Beispiel behauptet Sheridan auf seiner Webseite, ein „detailorientierter, kreativer Autor und Designer“ zu sein. Aber obwohl er vergnügt über Sarah Palins schlechte Grammatik auf ihrer Twitter-Seite berichtet, kann er nicht einmal Kevin mit einem grammatisch korrekten Satz verleumden, macht triviale Faktenfehler, betreibt inkorrekte Großschreibung, irrt sich bei Daten und hat nach 12 Jahren Journalismus und Web-Design eine Webseitenstatistik, die wie ein Leichenschauhaus aussieht.

FJF4 Sheridan Freelance Stats

Und haben Sie bemerkt, daß das Archivfoto, das sein Ausscheidungsprodukt in der New York Daily News illustriert, den Titel ‚alg_neonazi_illinois.jpg’ trägt? Geht es in dem Artikel nicht um einen Kandidaten in New Hampshire?

Aber vergessen wir diesen gescheiterten Schreiberling bei der New York Daily News. Schwindler wie ihn gibt es wie Sand am Meer, und wenn er es nicht ist, dann wird es irgendein anderer untalentierter Schmierfink sein, der für irgendeine beliebige weißenhassende Postille oder irgendeine schäbige, geldgierige Rassengaunerbande wie die $PLC „Nazi“ schreit.

Die traurige Realität ist die, daß Publikationen wie die New York Daily News und Huffington Post unter der bevormundenden Annahme operieren, daß ihre Leser nicht wirklich gebildet werden wollen – daß sie statt dessen unterhalten werden wollen, etwas bekommen wollen, über das sie im Büro am Trinkwasserspender reden können, und daß sie möchten, daß man ihre Meinungen für sie formt, sodaß ihnen die Mühe echter Erkenntnis erspart bleibt. Bei Artikeln über Verfechter pro-weißer Interessen geht es eindeutig nur um Unterhaltung – und darum, der kleinlichen Natur eines angestellten Journalisten entgegenzukommen: wahrscheinlich frustriert in seiner trostlosen Bürozelle, in einer Midlife-Krise steckend, unter Erektionsstörungen leidend, insgeheim süchtig nach haarigen Schwulenpornos und vielleicht sogar ein Twinkies mampfender, zwanghafter Horter ohne Freunde, der in einem bienenstockartigen Wohnblock lebt, findet der eierlegende Schmierfink es befriedigend, seine Gehässigkeit über gewöhnliche weiße Leute auszuspeien, sicher im Wissen, daß sie, selbst wenn sie sich beschweren, mit Gesetzen oder einer E-Mail zur rechten Zeit an ihre Arbeitgeber zum Schweigen gebracht werden können. Selbst ein flüchtiger Kinderschänder und ein schwarzer Supremat scheinen eine sorgfältig ausgewogene Berichterstattung der worteverarbeitenden Spinne eher zu verdienen.

Der Punkt ist, daß Rassismusvorwürfen mit Spott begegnet werden sollte, und den Anschuldigern mit Enthüllungen über ihre verrückten Verbindungen, individuelle Korruption, Strafregister, nicht geleistete Alimentezahlungen, bizarre finanzielle Arrangements, bizarren sexuellen Vorlieben, Drogensucht und unregelmäßige Steuererklärungen. Laßt sie eine Weile Erklärungen abgeben, und reden wir über echte Fragen. Man sollte nie zulassen, daß die Debatte in obskure Diskussionen darüber absinkt, ob man ein

FJF6 RACIST5

ist oder nicht. Das ist es, was sie wollen, weil es Diskussionen über peinliche Themen verhindert, die damit zu tun haben, wohin der Westen unterwegs ist, warum er sich in diese Richtung bewegt und wer von der gegenwärtigen Politik profitiert.

Offen gesagt fand ich den Anti-Murdough-Artikel recht komisch. Sie rochen nach Verzweiflung. Ich hoffe daher, daß unsere Seite sie weiterhin irritiert, sodaß sie mehr in dieser Art schreiben. Je mehr sie „Rassist, Hasser, Nazi“, was auch immer schreien, desto mehr werden sie diese Begriffe entwerten und bedeutungslos machen. Vielleicht sind sie bereits bedeutungslos geworden. Nach dem, was ich gesehen habe, haben die Leute die Rassismus-Kontroversen bereits mehr als satt. Wann immer eine neue ausbricht (und Google Alerts schickt mir jeden Tag Dutzende Links), ist die häufigste Reaktion, auf die ich stoße, ein genervtes Stöhnen und Augenrollen. Daher muß ich mich fragen, was diese professionellen „Antirassisten“ sonst noch zu sagen haben werden, wenn die Leute einmal überhaupt aufhören werden, sich darum zu kümmern? Was werden sie sonst tun? Vielleicht werden sie ein für allemal gezwungen sein, sich einen ehrlichen Lebensunterhalt zu verdienen.

Über Cernunnos

Mein Blog: "Cernunnos' Insel" https://cernunninsel.wordpress.com/
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