Spacewreck: Opfer von Arachnidia

Original: „Killer Planets: Victims of Arachnidia“; Übersetzung: Cernunnos (Bild von Tony Roberts). Dies ist Teil 8 meiner Übersetzungsreihe Spacewreck aus dem Buch SPACEWRECK: Ghostships and Derelicts of Space (1979, ISBN 0600 329909) von Stewart Cowley, einer Sammlung kürzerer illustrierter, nicht zusammenhängender Geschichten vor dem Hintergrund einer fiktiven Geschichte der Expansion des Menschen in die Galaxis. Zuvor hier veröffentlicht:

Spacewreck: Einführung

Todesschiff von Alkahera

Das Wrack der Jancis Jo

Die Kriegswelt Alshain

Kinder der Götter

Ein tödliches Eden

Der Friedhof von Beta Pavonis

*   *   *

Manchmal stößt selbst die bestvorbereitete Expedition auf Probleme, auf die ihre Mitglieder keine Antwort haben und die sie zu überwältigen drohen. Beim gegenwärtigen System der Erforschung und Besiedelung ist kein Außenposten so abgelegen, daß er nicht in der Lage ist, die Ressourcen der Föderation zur Hilfe oder Rettung anzurufen. Leider hatten die frühen Kolonisten keine solche Rückgriffsmöglichkeit. Zu oft führte ihr Eroberer- und Abenteuergeist sie weit über den Kontakt zu ihren Mitmenschen hinaus, und von vielen hörte man nie wieder etwas. Manche dieser Gruppen gedeihen vielleicht noch auf fernen und aus anderen Gründen unbekannten Welten, wo ihre Isolation vom Rest der Menschheit es ermöglicht hat, daß ihre Entwicklung auf einem Weg weitergeht, der frei von irgendeinem körperschaftlichen Einfluß weitergeht. Es ist vorstellbar, sogar wahrscheinlich, daß zukünftige Forschungen Welten wiederentdecken, wo menschliche Siedler überlebt und sich in solche einer Weise entwickelt haben, daß sie für ihre Mitmenschen nicht wiederzuerkennen sind. Andere sind zweifellos gescheitert, angesichts von Bedrohungen, gegen die sie keine Verteidigung hatten. Ein tragisches Beispiel dafür wurde im einsamen Einplanetensystem Epsilon Hydrae gefunden, eines Zwergsterns vom Spektraltyp G0, der 136 Lichtjahre von der Erde entfernt liegt.

Jede Welt, die eine atembare Atmosphäre besitzt, ist für die Terran Trade Authority von vorrangigem Interesse, und da diese einsame Welt eine erdähnliche Lufthülle hatte, wurde ein Erkundungsschiff entsandt, sobald die Entdeckung gemacht worden war. Dessen Bericht war nicht ermutigend, da Wasser knapp zu sein schien und die aride Oberfläche wenig Vegetation aufwies. Was es an struppigen Gewächsen überhaupt gab, war an den Polen konzentriert, und obwohl es einen recht hohen Bedeckungsgrad durch Wolken gab, war die Niederschlagsrate auf dem Großteil des Globus extrem niedrig. Es gab wenig Variation zwischen Nacht und Tag, da die geringe Lichtmenge von der kleinen Sonne, die die Wolkenbänke durchdrang, schwach war. Jedoch deutete eine vorläufige Untersuchung darauf hin, daß der felsige Planet, obwohl ihm ein Reiz als mögliche Kolonialwelt fehlte, einigen Wert für den Bergbau haben könnte, und ein spezialisiertes Forschungsteam wurde ausgesandt, um eine Oberflächenstudie durchzuführen.

Die Geologen hatten mehr als drei unbequeme Monate mit dem Sammeln von Proben und der Kartierung der Planetenoberfläche verbracht, bevor sie ihre Aufmerksamkeit einer der vielen gebirgigen Regionen des Planeten zuwandten. Während eines der frühen Märsche in diesem Terrain stießen sie auf ein Gebiet, das eine Anzahl großer spinnwebartiger Strukturen enthielt. Sie bestanden aus einem immens starken Material, das sich der Analyse widersetzte, und stellenweise waren sie so dicht, das sie unmöglich zu passieren waren. Sie schienen in bestimmten Bereichen mit freiem Boden darum herum konzentriert zu sein. Nachdem es mehrere dieser bemerkenswerten Phänomene umgangen hatte, sah das Team ein weiteres vor sich. Sie wollten ungern einen weiteren Umweg machen und wollten schon denselben Weg zurückgehen, als einem der Gruppe eine ungewöhnliche Felsstruktur im Herzen der Netzmasse auffiel. Während das Terrain immer zerklüftet und kantig gewesen war, war dieser Felsvorsprung glatter und hob sich von dem steinernen Wirrwarr ab, das ihn umgab. Sie beschlossen, so nahe wie möglich heranzugehen, um eine Holovid-Aufzeichnung zu machen, bevor sie zur Basis zurückkehrten, und kletterten über die Felsen darauf zu. Je näher sie kamen, desto unnatürlicher sah das Objekt aus, bis sie plötzlich erkannten, daß es keine Felsformation war.

Das ramponierte Heck aus den schroffen Felsen der trostlosen Welt Arachnidia erhebend, markiert ein leeres und verfallenes Kolonistenschiff aus der frühen Geschichte der Föderation den Ort, wo eine der vielen Entdeckungsreisen ihr trauriges Ende fand.

Das ramponierte Heck aus den schroffen Felsen der trostlosen Welt Arachnidia erhebend, markiert ein leeres und verfallenes Kolonistenschiff aus der frühen Geschichte der Föderation den Ort, wo eine der vielen Entdeckungsreisen ihr trauriges Ende fand.

Als sie am Rand der Netzzone standen, starrten sie verwundert auf den unverkennbaren Umriß eines Raumfahrzeugs. Es war sogar möglich, das Schiff als einen Typ zu identifizieren, der während der früheren Jahre der Planetenbesiedelung entwickelt worden war. Obwohl das Schiff offensichtlich eine Bruchlandung gemacht hatte, war es nicht zerstört worden, aber die Zeit und die Elemente hatten ihren Tribut gefordert, und der Teil davon, der sichtbar war, befand sich sichtlich in sehr schlechtem Zustand. Ob die Netze, die es umspannen, jüngeren Datums waren, war unmöglich zu sagen, aber das Team beschloß, umzukehren und seinen Fund zu melden.

Am nächsten Tag flog das Erkundungsteam direkt zu der Stelle und landete so nahe am Wrack, wie es das Netzwerk zuließ. Unter Verwendung von Lasern schnitten sie unter Schwierigkeiten einen Weg durch die zähen Strähnen, bis sie neben der korrodierten und verfallenden Ruine standen. Altmodische Ausrüstungsstücke waren zwischen den Felsen verstreut zu sehen, aber nur die dauerhaftesten Objekte hatten die Jahrhunderte überlebt. Die unglücklichen Passagiere waren wahrscheinlich bei der Notlandung gestorben, und diejenigen, die überlebten, waren wahrscheinlich bald danach zugrunde gegangen, wenn nicht aufgrund der Strahlenbelastung aus dem Reaktor, dann aus Mangel an Nahrung oder Wasser. Das Wissen über die Existenz dieses Planeten wurde erst in den letzten Jahren erlangt, daher ist es wahrscheinlich, daß das Siedlerschiff sich bereits in Schwierigkeiten befand und auf dem ersten Planeten, den es fand, zu landen versuchte.

Keine Fauna war auf dem Planeten gesehen worden, und es wurde angenommen, daß er ohne Tierleben sei, aber nahe dem Wrack gefundene Knochen bewiesen das Gegenteil, da sie zu keiner Spezies gehörten, die die Kolonisten mitgeführt haben konnten. Man erfuhr später, daß einige wenige nachtaktive Kreaturen zwischen den Klippen in tiefen Höhlen und Spalten lebten. Die Idee, daß eine davon für die seltsamen Spinnweben verantwortlich sei, wurde später widerlegt, als Analysen ergaben, daß sie eine Pflanzenform waren, die sich aus der Luftfeuchtigkeit und in der Luft schwebenden organischen Teilchen nährte. Trotzdem führte die große Ähnlichkeit mit den Strukturen, die von den Spinnen auf der Erde gebildet werden, zu dem Namen, unter dem der Planet nun bekannt ist.

Über Cernunnos

Mein Blog: "Cernunnos' Insel" https://cernunninsel.wordpress.com/
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