Für das „Land“ – oder für das Volk?

„Sie haben sich den Dank einer dankbaren Nation verdient!“ – „Ich frage nicht, was mein Land für mich tun kann, sondern was ich für mein Land tun kann… (Ich frage auch: was ist ein Land?)“

„Sie haben sich den Dank einer dankbaren Nation verdient!“ – „Ich frage nicht, was mein Land für mich tun kann, sondern was ich für mein Land tun kann… (Ich frage auch: was ist ein Land?)“

Von Deep Roots (post-AdS)

Als ich vor längerer Zeit das obige Bild im Internet gefunden hatte, ist mir zunächst sofort aufgefallen, wie passend es die ideelle Hohlheit der heutigen NWO-Macht und „Willensnation“ USA symbolisiert: der leere Anzug mit Zylinderhut, der dem Gerippe in Offiziersuniform den Orden anheftet, während im Hintergrund die leeren Gesichter vor der amerikanischen Flagge salutieren.

Etwas später hat mich jedoch die Nachbemerkung des Offiziersskeletts, „Ich frage auch: was ist ein Land?“, auf den Gedanken gebracht, daß die Bezeichnung „Land“ im Sinne von „Nation“ eigentlich ein künstlicher Begriff ist, mit dem zwar von den Einheimischen eines traditionellen Ethnostaates meist das Richtige gemeint wird – nämlich der symbolische Sammelbegriff für ein Volk, dessen Territorium und staatliche Organisation -, der aber auch mit anderen Bedeutungen im Sinne eines multiethnischen Staates gefüllt werden kann.

Das deutsche Wort „Vaterland“ ist schon sehr alt und seit dem späten 11. Jahrhundert schriftlich bezeugt; im Mittelhochdeutschen war es bereits fest eingeführt. Die als wahrscheinlichste angenommene Ursprungsbedeutung im Sinne eines landwirtschaftlichen Grundbesitzes, der dem Vater gehört und von diesem ererbt wird, findet ihre Entsprechung im österreichischen Mundartwort „Hoamatl“ für eben diese Sache. „Vota, gib ma‘s Hoamatl“, könnte etwa ein Bauernsohn seinen Vater dazu auffordern, ihm den Hof zu übergeben. Das lateinische Wort „patria“ dürfte in der Antike eine ähnliche Ursprungsbedeutung gehabt haben, ehe es, wie später das deutsche Wort „Vaterland“, eine Bedeutungserweiterung hin zur gemeinsamen Heimat eines Volkes erfuhr. Ich vermute, daß auch eine mit diesem Bedeutungswandel zusammenlaufende Entwicklung der Bezeichnung eines Gebietes von außen her im Sinne von „Land der …“ stattgefunden hat.

Mit der Entstehung multiethnischer Staatswesen durch Eroberungen oder dynastische Heiraten und Thronerbschaften in der Feudalzeit ermöglichte jedoch die Verwendung des Begriffes „Land“ als Bezeichnung für das Objekt der patriotischen Loyalität eine Umlenkung des Patriotismus weg vom Ethnonationalismus und hin zum volkstumsblinden Staatsbürgerpatriotismus. Das „Land“, dem zum Beispiel ein Bewohner der Habsburgermonarchie, des russischen Zarenreiches oder des British Empire treu zu sein erzogen wurde, war nicht mehr bloß die unmittelbare Heimat seines eigenen Volkes, sondern ein Staatsgebilde, das viele Volksgruppen mit zum Teil unterschiedlichen Religionen und manchmal sogar fremdrassiger Abstammung umfaßte und nur durch den Machtbereich des jeweiligen Herrschers definiert wurde.

Eine Steigerung erfuhr dieses Prinzip mit der Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika aus den britischen Kolonien an der nordamerikanischen Ostküste. Da es hier nicht um das angestammte Siedlungsgebiet eines bestimmten europäischen Volkes ging, war der Weg frei für die Schaffung einer „Willensnation“, in die zunächst nur Siedler aus verschiedenen europäischen Völkern einwanderten. Da die westlich davon lebenden Indianer Steinzeitmenschen waren und nach Bedarf verdrängt (und später eingemeindet) werden konnten, stand für diese neue Willensnation Erweiterungsraum in kontinentalem Ausmaß zur Verfügung. Im Laufe des neunzehnten Jahrhunderts wurden diesem Völkergemisch auch nichtweiße Elemente hinzugefügt: befreite Negersklaven, Mexikaner in den annektierten südlichen Territorien und für den Eisenbahnbau ins Land geholte chinesische Kulis. Im zwanzigsten Jahrhundert wurden die Neger im Zuge der „Bürgerrechtsbewegung“ voll in die Gesellschaft integriert, nachdem es bereits ab dem Ende des neunzehnten Jahrhunderts eine massive Zuwanderung von Juden aus Osteuropa gegeben hatte, und mit dem Einwanderungsgesetz von 1965 wurden die Vereinigten Staaten für eine zunehmende Migration aus nichtweißen Ländern geöffnet. Seither ist die Umwandlung Amerikas in eine „universale Nation“ in zunehmender Beschleunigung im Gange.

Parallel dazu begann die demographische Umwandlung Europas und die universalistische Umdefinierung von Volksbezeichnungen wie „Franzose“ oder „Brite“, wobei zunächst die ehemaligen Kolonialmächte Großbritannien, Frankreich und Niederlande nach dem Ende ihrer Kolonialimperien ihre nichtweißen und gemischtrassigen „Bürger“ aus den Kolonien ins Mutterland ließen. Später kamen – auch in anderen Ländern – orientalische „Gastarbeiter“ hinzu, und in jüngerer Zeit immer mehr „Flüchtlinge“, die man aufgrund der zunehmenden Universalisierung unserer „westlichen Werte“ nicht mehr aus unseren Volksgemeinschaften ausgrenzen darf.

Es ist sicherlich nichts gegen die weitere Verwendung traditioneller Landesnamen wie Deutschland, Österreich, Schweiz, Niederlande, Dänemark etc. einzuwenden, auch nicht in traditionellen patriotischen Liedern und Gedichten, in denen sie vorkommen. Jedoch sollte man sich und anderen viel mehr bewußt machen, daß das höchstrangige Objekt patriotischer Loyalität immer das eigene Volk sein muß, nicht ein „Land“ oder ein Präsident, König oder Führer, oder eine Verfassung. Und dies sollte sich in künftig zu verfassenden Treuegelöbnissen, Liedern, Gedichten und im allgemeinen Sprachgebrauch widerspiegeln.

Das, was ein Soldat in seinem Fahneneid zu verteidigen gelobt, sollte immer sein Volk sein, woraus sich die Verteidigung von dessen Heimat und all seiner Interessen einschließlich seiner Kultur und seiner gesunden staatlichen Organisation von selbst ergibt. Staatsoberhäupter und Regierungen sollten in Treueeiden nur vorbehaltlich deren Einsatzes für das Wohlergehen des Volkes einbezogen sein. Und die Treue eines Soldaten, zivilen Bürgers oder Regierungsmitglieds sollte nicht nur dem Volk in seinen gegenwärtig existierenden Generationen gelten, sondern auch die Interessen aller Generationen berücksichtigen, die in den kommenden Jahrhunderten und Jahrtausenden existieren könnten:

„Vielleicht ist das die Krankheit unserer Tage überhaupt: Nicht zu wissen, daß wir nicht allein sind, sondern nur ein Glied in einer Kette, die nicht nur weit in die Vergangenheit reicht, sondern gleichermaßen auch in die Zukunft.“

(„Acht der Schwerter“-Leserin Lepanto1)

*    *    *    *    *    *

Siehe auch:

Die Nation als Idee von Kevin Alfred Strom

Wenn Verrat zur Norm wird: Warum die Willensnation, nicht der Islam, unser Hauptfeind ist von Fjordman

Zähmung der Eliten von Trainspotter

Über Cernunnos

Mein Blog: "Cernunnos' Insel" https://cernunninsel.wordpress.com/
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2 Antworten zu Für das „Land“ – oder für das Volk?

  1. reinigungskraft schreibt:

    „what I can do my country for“ hätte ich als „was kriege ich dafür, wenn ich mein Land ficke“ interpretiert.

    Ist ja nicht das Thema.
    Das Gegenteil zum amerikanischen Patriotismus ist der jüdische. In der Diaspora gab es nur das jüdische Volk Israel und kein Land Israel.

  2. Deep Roots schreibt:

    Mit dieser Interpretation könntest Du sogar recht haben, reinigungskraft. Mir ist diese seltsame Formulierung zwar aufgefallen, aber ich hatte sie unter „ungeschicktes oder geschraubtes Englisch“ einsortiert und diese eventuell damit gemeinte Feinheit nicht als solche erkannt.

    Da Bilder dieser Art meist von linker Seite in den Netzumlauf gebracht werden, ist das wahrscheinlich wirklich genau so gemeint, wie Du es interpretierst. Oder eventuell auch im Sinne von „Um welchen Preis kann ich mein Land ficken.“

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