Über Polygamie, das Heiraten der eigenen Cousine, und Terrorismus

Von Aedon Cassiel, übersetzt von Deep Roots. Das Original On Polygamy, Marrying Your Cousin, & Terrorism erschien am 17. März 2017 auf Counter-Currents Publishing.

Ein beliebtes Argument lautet, daß Terrorismus grundsätzlich eine Reaktion auf die US-Außenpolitik ist – daß, selbst wenn islamische Terroristen ihren Zorn in religiösen Empfindungen formulieren, selbst wenn sie glauben, daß die Vereinigten Staaten tatsächlich ein „Großer Satan“ sind, der einem weltweiten islamischen Kalifat unterworfen werden sollten, das nur wegen des amerikanischen „Imperialismus“ so ist, daß sie mit diesen ideologischen Reaktionen um sich schlagen.

Der Wissenschaftler Robert Pape hat für diese These detailliert in zwei verschiedenen Büchern argumentiert, Dying to Win: The Strategic Logic of Suicide Terrorism, veröffentlicht 2005, und Cutting the Fuse: The Explosion of Global Suicide Terrorism and How to Stop It, veröffentlicht 2010. The Nation bezeichnet ihn als „[den] Mann, der jeden Selbstmordanschlag der Welt studiert hat.“

Seiner Analyse zufolge „ist ausländische militärische Besetzung für 98,5 % – und die Entsendung amerikanischer Kampftruppen für 92 % – aller 1833 selbstmörderischen Terroranschläge überall auf der Welt in den vergangenen sechs Jahren [2004 – 2009] verantwortlich.“ Tatsächlich waren zu der Zeit, in der er seine Analyse erstellte, die Tamilentiger von Sri Lanka – die eine sälulare, marxistische Gruppe von Hindu-Nationalisten waren – die weltweit führende unter den für Selbstmordterror verantwortlichen Gruppen.

Lassen wir die Tatsache beiseite, daß, wenn es um moslemischen Unmut wegen der US-„Besetzung“ der moslemischen Welt geht, die amerikanische Präsenz in Saudi-Arabien mindestens so beleidigend ist, wenn nicht mehr, als die amerikanischen Interventionen in anderen Gebieten.

Warum? Bombardieren „die Amerikaner und ihre Verbündeten“ Mekka? Bombardieren sie die an-Nabawi-Moschee in Medina?

Nein.

Die amerikanische Präsenz in Saudi-Arabien ist beleidigend, weil es „das Land der zwei heiligen Stätten“ ist, und es ist daher, in den Worten von Bin Laden, „eine individuelle Pflicht für jeden Moslem, der es tun kann, in jedem Land, wo das möglich ist … die Amerikaner und ihre Verbündeten zu töten … Zivilisten und Militärs … um die al-Aqsa-Moschee und die heilige Moschee [Mekka] aus ihrem Griff zu befreien…“

Es sind ein paar interessante Fakten zur U.S.-„Besetzung“ von Saudi-Arabien anzumerken. In Saudi Arabia: The Ceaseless Quest for Security stellt Nadav Safran von der Harvard University fest, daß der Strom von Moslems, die für die Hadsch genannte jährliche religiöse Pilgerfahrt nach Mekka und Medina reisen, sich nach 1929 infolge der Großen Depression zu einem Rinnsal verlangsamte. Saudi-Arabiens Abhängigkeit von den Einnahmen aus der Pilgerfahrt ist so stark, daß diese Verlangsamung die bloße Existenz des Landes bedrohte – sodaß König Ibn Saud 1933 der Standard Oil of California eine Ölkonzession gewährte, trotz der Tatsache, daß dieses Abkommen „von den religiösen Führern bitter bekämpft wurde mit der Begründung, daß es Ungläubige ins Land lassen würde, die das Volk korrumpieren und Spirituosen, Phonographen [Plattenspieler] und andere Instrumente des Teufels einführen würden.“

Laut der Air Force Historical Research Agency brachte das Ende des Zweiten Weltkriegs einen Stopp der Ölentwicklung und verlangsamte erneut die Rate der Pilgerfahrten. Standard Oil nahm dann Einfluß auf die US-Regierung, daß diese Saudi-Arabien Hilfe durch das Lend-Lease-Programm gab (das laut dem von New Yorks Senator Mead geleiteten Investigating Committee Saudi-Arabien bis 1945 Hilfe im Wert von zwölf Millionen Dollars geliehen hatte). Im Austausch dafür erlaubte Saudi-Arabien amerikanischen Flugzeugen auf dem Weg in den Fernen Osten ab 1942, in Saudi-Arabien zum Auftanken zwischenzulanden. Als daher die Vereinigten Staaten später Ibn Saud ersuchten, ob sie zu diesem Zweck 1944 ihren eigenen Luftstützpunkt in Dhahran bauen konnten, sagte der König ja, und der Bau war 1946 abgeschlossen.

Ab 1959 verwendete das US-Militär diese Basis für militärisches Training, um saudische Amtsträger darin zu unterweisen, ihre eigenen Grenzen zu verteidigen, und wie von Safran dokumentiert, waren es die Amerikaner anstatt der Saudis, die zu dieser Zeit zögerten, dieses Programm zu formalisieren. 1978 waren es erneut die Saudis, die Amerika ersuchten, bei der Herstellung regionaler Sicherheit zu helfen (über Senator Robert Byrd, der als Präsident Carters Gesandter fungierte).

Vor dem Bau des Dhahran International Airport (der nun von Saudi-Arabien betrieben wird und  King Abdulaziz Air Base heißt), trafen jährlich weniger als sechzigtausend ausländische Pilger in Mekka ein – und sogar diese Zahl sank, bevor die Saudis die Vereinigten Staaten ersuchten, einzuspringen. Um 1950 erreichte diese Zahl einhunderttausend, und bis in die 1960er verdreifachte sie sich auf dreihunderttausend. Während der Bau amerikanischer Luftstützpunkte offensichtlich nicht der einzige Faktor bei dieser Entwicklung war, so spielte er eindeutig eine Rolle. Andernfalls wären die Saudis von Haus aus nicht so bereitwillig gewesen, die Amerikaner zur Hilfe herbeizuholen – denn das ist in Wirklichkeit ein entscheidender Teil der Geschichte dessen, wie wir dahin gelangten.

Die Beziehung zwischen Saudi-Arabien und den Vereinigten Staaten ist einfach keine gewesen, die man in einer Weise charakterisieren könnte, welche zu irgendeiner vernünftigen Definition von „Imperialismus“ oder „Besetzung“ paßt. Die vorrangige Grundursache des moslemischen Unmuts wegen der amerikanischen Präsenz auf saudi-arabischem Boden ist, daß saudi-arabischer Boden heilig ist und daß wir Ungläubige sind. Wo Pape denkt, daß religiöse Sprache nur Dekoration um etwas ist, das in Wirklichkeit geopolitische Argumente sind, ist die Aufnahme das saudi-arabischen Falles als Beispiel für „imperialistische Besatzung“ das deutlichste Beispiel, das man anführen kann, wo es in Wirklichkeit die geopolitische Sprache ist, die bloße Dekoration für die religiösen Argumente ist. Der einzige Grund, warum irgendjemand überhaupt die amerikanische Präsenz in Saudi-Arabien als Fall von „Besatzung“ einstufen möchte, ist die Religion. Mindestens in diesem einen bedeutenden Fall läßt das Argument, daß religiöse Sprache bloß Dekoration um geopolitische Beschwerden sei, die Dinge genau arschlings laufen.

Eine der wichtigsten Kritiken an Papes Arbeit jedoch ist, daß er etwas macht, das „Probennahme bei der abhängigen Variablen“ genannt wird. Das bedeutet, daß er nur Fälle betrachtet, wo Selbstmordterror stattgefunden hat, bevor er sie zu erklären versucht, statt zu versuchen, alle Fälle zu betrachten, wo er stattgefunden hat oder nicht, um zu sehen, was die Fälle, wo er vorkommt, anders macht als die Fälle, wo er nicht vorkommt.

Dies ist, wie wenn man die Beziehung zwischen Schußwaffenbesitz und Gewalt zu beurteilen versucht, indem man nur jene Faktoren studiert, die im Spiel sind, wenn Gewalt stattfindet, und angesichts dessen, daß Schußwaffenbesitz in einem großen Prozentanteil der Morde im Spiel ist (ohne Gebiete mit und ohne hohe Schußwaffenbesitzraten separat zu kategorisieren, sodaß vielleicht achtzig Prozent der genommenen Stichproben aus einer Region mit einer hohen Waffenbesitzrate sein könnten, und dann wird man natürlich eine „Korrelation“ finden), und dann schlußfolgert, daß Schußwaffenbesitz Gewalt verurusachen muß. Um eine Analyse wie diese richtig durchzuführen, muß man mindestens Gegenden, wo Schußwaffenbesitz vorwiegt, mit Gegenden vergleichen, wo es wenig davon gibt, und sehen, ob der Übergang von Gegenden mit niedrigem Waffenbesitz zu solchen mit hohem Waffenbesitz konsistent das Ausmaß der Gewalt erhöht. Und das nur, um ordentlich eine Korrelation festzustellen; ich befasse mich noch nicht einmal mit der Komplexität im Zusammenhang mit einem Schlußfolgerungssprung von einer Korrelation zu einer Verursachung.

Hätte Pape eine Analyse wie diese durchgeführt, dann hätte er vielleicht bemerkt, daß zum Beispiel Laos wahrscheinlich das pro Kopf am meisten bombardierte Land der Erde ist. Die Vereinigten Staaten warfen im Zuge von mehr als fünfhundertachtzigtausend Bombeneinsätzen mehr als während des Vietnamkriegs mehr als zwei Millionen Tonnen Munition auf Laos ab. Dies ist das Äquivalent einer Flugzeugladung von Bomben alle acht Minuten, vierundzwanzig Stunden pro Tag, über neun Jahre am Stück. Jedes einzelne Jahr seit damals gibt es dort auch  weiterhin mehr als hundert neue Todesfälle durch Streubomben.

Hat irgendjemand von der Epidemie laotischer Terroristen gehört, die US-Bürger angreifen? Oder habt ihr eigentlich jemals von einem einzigen laotischen Terroristen gehört, der Amerikaner ins Visier nimmt? Wahrscheinlich nicht, denn es gibt keine. Tatsächlich reisen jedes Jahr etwa fünfzigtausend amerikanische Bürger ohne den kleinsten Vorfall als Touristen nach Laos. Es verdient Erwähnung, daß es tatsächlich “Terroristen” in Laos gibt sowie linke und rechte Aufstände – sie haben nur nie Amerikaner als Ziel gewählt.

Was ist mit den vielen anderen Ländern, die von der Politik der Nixon-Administration zerstört worden sind? Kambodscha? Osttimor? Chile? Wie Christopher Hitchens in einer Erwiderung an Noam Chomsky schrieb: „Die riesige Schlächterei in Osttimor ist (mindestens) vergleichbar mit den schrecklichen Greueltaten, die plausiblerweise Milosevic in den früheren Kriegen in Jugoslawien zugeschrieben werden kann, und die Verantwortung ist viel leichter zuzuweisen [an Indonesien, die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich], ohne komplizierende Faktoren.“ Wenn Behauptungen wie jene von Pape zutreffen würden, dann „sollten sie sicherlich Anfang 1998 die Bombardierung von Jakarta – und in der Tat von Washington und London – gefordert haben, um in Osttimor keine Wiederholung der Verbrechen zuzulassen, die Indonesien, die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich dort ein Vierteljahrhundert lang begangen haben. Und als die neue Generation von Führern sich weigerte, diesen ehrenvollen Weg zu verfolgen, dann hätten sie dazu führen sollen, daß die Bürger selbst das tun, sich vielleicht dem Netzwerk von Bin Laden anschließen. Diese Schlüsse folgen direkt daraus…“

Dann gab es den Sturz von Salvador Allende in Chile und die nachfolgende Einsetzung von Augusto Pinochet (der nun in zahllosen Memen über das Werfen von Linken und Kommunisten aus Hubschraubern vorkommt) als Marionettendiktator, gefolgt von der Bombardierung Kambodschas und der Invasion dort. Warum wurde kein einziger Anschlag in der Art von 9/11 oder des Bostoner Marathons jemals von einem einzigen Opfer oder Opferangehörigen irgendeiner dieser Greueltaten gegen die Vereinigten Staaten begangen? Genausowenig verüben Individuen aus Zentralafrika Terroranschläge gegen Belgien, trotz der vielen schrecklichen Verletzungen der Menschlichkeit, die dort stattfanden.

In den vergangenen paar Jahren haben mehr als hundert Tibeter sich aus Protest gegen die chinesische Besetzung von Tibet angezündet. Es gibt eindeutig keinen Mangel an Tibetern, die bereit sind, ihr eigenes Leben im Widerstand gegen etwas zu beenden, das sie als ungerechte Besatzung sehen, und doch hat kein einziger jemals beschlossen, ein paar chinesische Zivilisten dabei mitzunehmen. Warum nicht? Glaubt irgendjemand wirklich, daß diese Strategiewahl nichts mit der Befolgung der Lehren des Buddhismus durch jene mit diesen Kümmernissen zu tun hat?

Ob es damit zu tun hat oder nicht, eine Analyse wie die von Pape ist einfach unfähig, uns das zu sagen, weil die Grundprämisse hinter seiner ganzen Methode ein statistischer Trugschluß ist.

Es ist wichtig, auch daran zu denken, daß die Einstellungen einer Person vielleicht nicht durch die Fakten im Zusammenhang mit irgendeinem Narrativ, das sie befürworten, gerechtfertigt werden, weil es in Wirklichkeit genau jene Einstellungen waren, die sie zur Befürwortung dieses Narrativs führten. Eine von Osama bin Ladens anderen Hauptbeschwerden war, daß die US-Sanktionen gegen den Irak absichtlich Kinder verhungern ließ: in einem Video von 2004 nannte bin Laden die Sanktionen gegen den Irak „die größte Massenschlächterei an Kindern, die die Menschheit je gekannt hat.“ Aber was, wenn Osama bin Laden amerikanische Ungläubige nicht hasste, weil er glaubte, sie würden eine Massenschlächterei an Kindern begehen?

Was, wenn er stattdessen zu leicht zu dem Glauben kam, daß die Ungläubigen die größte Massenschlächterei an Kindern begangen hätten, die die Menschheit je gekannt hat, weil er sie hasste und daher bereit war, dies zu glauben? Sicherlich fallen uns allen Leute ein, die wir kennen und die allzu leicht glaubten, daß irgendjemand etwas Schreckliches getan hatte, einfach weil es eine schon vorher bestehende Abneigung rechtfertigte, die sie hatten.

Und tatsächlich, wie (((Michael Rubin))) in einem Artikel für die Middle East Review of International Affairs dokumentiert hat: „Der Vergleich der Auswirkungen der Sanktionen zwischen den von der Opposition kontrollierten irakischen Provinzen und den von Saddam Hussein regierten Teilen des Landes deutet darauf hin, daß, während die schädlichen Auswirkungen der Sanktionen auf die irakische Bevölkerung grob übertrieben worden ist, die tatsächlich auftretenden Probleme eine Folge der politischen Führung von Bagdad ist.“

Er zeigt weiters, daß Behauptungen über Massentodesfälle als Folge von Sanktionen alle aus dem irakischen Gesundheitsministeriums stammen – das ein Teil von Saddams eigener Regierung war und daher ein eigennütziges Interesse an der Schürung von Unmut hatte, um die Schuld von sich wegzuweisen. Alle Behauptungen über Todesfälle als Folge von Sanktionen mußten sich auf diese irakischen Regierungsberichte stützen, denn „Bagdad hinderte auch humanitäre Organisationen daran, ihre eigene Feldarbeit zur Verifizierung der Behauptungen durchzuführen.“

Dennoch, in welchem Ausmaß auch immer diese Zahlen gestimmt haben mögen, falls sie korrekt waren, dann würde Saddam zwangsläufig ein viel größerer Teil der Schuld treffen. Erstens haben wir einigen Grund zu glauben, daß sie vielleicht gar nicht stimmen: „Der Nordirak hatte es ebenfalls mit denselben internationalen Sanktionen zu tun wie Bagdad, mit zusätzlichen Sanktionen, die von Saddam Husseins Regierung verhängt wurden, und er hatte schlechtere medizinische Einrichtungen als der vom Bagdager Regime kontrollierte Teil des Landes“ …und die Kindersterblichkeit sank trotzdem. Es gibt zwei Gründe, warum dies geschehen sein könnte: erstens „können Außenseiter die Statistiken im Norden messen.“ Daher könnten die Zahlen, die wir im Nordirak sahen, einfach akkurater gewesen sein, weil sie verifiziert werden konnten, und waren daher repräsentativer für das, was im Land insgesamt geschah, als jene, bei der wir völlig von unverifizierbaren Berichten der Zentralregierung abhängig sind.

Aber die andere Möglichkeit hätte zwangsläufig mit Unterschieden darin zu tun, wie diese Regionen mit der humanitären Hilfe umgingen, die sie erhielten. Gegenden im Norden erhielten dieselbe humanitäre Hilfe wie der Rest des Irak, und wie wir gerade gesehen haben, ging es ihnen gut. Warum hat also der Rest des Irak gelitten? Das Programm Oil-for-Food erwirtschaftete sechsundvierzig Milliarden Dollar, die nach der Einführung der Sanktionen 1990 an die humanitäre Hilfe hätten gehen sollen, und „die kurdische Regierung budgetierte nicht nur das Einkommen aus Oil-for-food zum Wohle der Bevölkerung, sondern verwendete auch verfügbare Steuereinnahmen für Entwicklung und Dienstleistungen, wohingegen Saddam Husseins Regierung ständig das Programm Oil-for-food zu untergraben trachtete, während sie ihree Einnahmen aus Schmuggel und Steuern für die Erhaltung ihres Militärs verwendete.“

Ich beabsichtige mit diesem Beitrag keine umfassende Analyse der Ursachen des Terrorismus, und ich brauche auch keine eigene umfassende Theorie, um zu sagen, daß Papes Versuch zur Förderung der umfassenden Theorie, daß „Besatzung“ die vorrangige Ursache für Terrorismus ist, ein Fehlschlag ist. Ich bezweifle auch, daß irgendjemand eine solche „umfassende“ Theorie hat (und vielleicht jemals haben wird). Aber ich möchte doch über ein paar Faktoren sprechen, die in islamischen Gesellschaften vorherrschen und relativ einzigartig für diese sind und die eine Rolle bei der Förderung des Terrorismus spielen. Es gibt gewiß viele, und sicherlich werden nicht alle für islamische Gesellschaften einzigartig sein. Keine „umfassende“ Theorie des Terrorismus wird die gesamten komplexen Phänomene des Terrorismus auf einen oder ein paar solche Faktoren zu reduzieren versuchen, und die Quantifizierung der Beziehungen zwischen ihnen allen ist wahrscheinlich zu hoffnungslos komplex, als daß die Methoden der Sozialwissenschaft viel Verständnis schaffen könnten. Dennoch gibt es einige Faktoren, die einzigartig für islamische Gesellschaften sind und die die überproportionale Menge der verschiedenen sozialen Dysfunktionen zu erklären helfen, die sie oft hervorbringen.

Als erstes: die Polygamie. Wie Satoshi Kanazawa feststellt:

Alle Studien über Selbstmordbomber deuten darauf hin, daß sie bedeutend jünger sind als nicht nur die moslemische Bevölkerung im Allgemeinen, sondern auch als andere (nicht selbstmörderische) Mitglieder ihrer eigenen extremen politischen Organisationen wie Hamas und Hisbollah, und nahezu alle Selbstmordbomber sind Singles (Atran, 2003; Berrebi, 2003). Weil alle Primatengesellschaften, einschließlich Menschen, gerontokratisch sind, ist Alter der größte Vorhersagefaktor für den Sozialstatus von Männern, und wir würden daher erwarten, daß die jüngsten Männer in jeder Organisation den niedrigsten Status haben und daher die trübsten Aussichten auf Fortpflanzungserfolg. (Hervorhebung von mir [d.h., von Aedon Cassiel])

Monogame Sozialnormen wirken tatsächlich als eine Art von „Umverteilung“ im Kontext der sozialen Sphäre des menschlichen Verhaltens. Wer profitiert am meisten von der gesellschaftlichen Regel, daß ein Mann sich nur eine Frau nehmen sollte? Was geschieht, wenn diese Regel geändert wird? Welche Männer werden die besten Chancen haben, sich mehrere Ehefrauen zu nehmen? Man beantworte die letztere Frage, und man hat die ersteren beantwortet. Man beantworte die erstere Frage, und man wird verstehen, warum Polygamie mit Selbstmordterror verbunden ist.

Die Antwort lautet, daß Männer mit dem meisten Sozialstatus und den meisten Ressourcen – die im Durchschnitt offenkundig älter sein werden – die besten Chancen haben, sich mehrere Frauen zu nehmen. Wenn es in einer Population eine ungefähr gleiche Zahl von Männern und Frauen gibt, dann bedeutet jede zweite Frau, die sich ein Mann nimmt, daß ein anderer Mann buchstäblich mathematisch unfähig sein, eine Ehefrau für sich zu finden. Polygamie hilft daher, zur Schaffung einer Unterschicht junger, alleinstehender Männer beizutragen, die keine Hoffnung auf Familiengründung haben – die bedeutendste einzelne Quelle für Wert und Sinn im Leben eines Individuums.

Falls die Tatsache, daß Selbstmordterroristen großteils aus den Reihen junger, alleinstehender Männer hervorgehen nicht ausreichen sollte, um diese Theorie für euch zu untermauern, und falls die allgemeine Korrelation zwischen Polygamie und Selbstmordterrorismus nicht genug sein sollte, um euch davon zu überzeugen, daß sie eine Rolle spielt, dann lest Bruce Hoffmans Discussion dessen, wie Jassir Arafat und die PLO erfolgreich die Elite-Terrororganisation Schwarzer September auflösten, die voller Mitglieder war, die „absolut entschlossen und absolut rücksichtslos“ waren … indem sie sie einfach verheirateten.

Sie reisten in palästinensische Flüchtlingslager, in PLO-Büros und mit diesen verbundene Organisationen und in die Hauptstädte aller nahöstlichen Länder mit großen Palästinensergemeinden. Sie machten systematisch die attraktivsten jungen Palästinenserinnen ausfindig und machten ihnen einen Vorschlag, den sie für unwiderstehlich hielten: Euer Vaterland braucht euch. Werdet ihr eine entscheidende Mission von höchster Bedeutung für das palästinensische Volk akzeptieren? Werdet ihr nach Beirut kommen, aus einem Grund, der euch bei eurer Ankunft enthüllt werden wird, aber einem, der von keiner geringeren Autorität als Jassir Arafat selbst verfügt wurde? Wie konnte eine wahre Patriotin sich weigern?

Also wurden annähernd hundert dieser schönen jungen Frauen nach Beirut gebracht. Dort traf in einer Art PLO-Version eines „College mixers“ Junge auf Mädchen, Junge verliebte sich in Mädchen, Junge würde, so hoffte man, das Mädchen heiraten. Es gab einen zusätzlichen Anreiz, der dazu bestimmt war, nicht nur amouröse Verbindungen zu ermöglichen, sondern langfristige Beziehungen. Den etwa hundert Mitgliedern des Schwarzen September wurde gesagt, wenn sie diese Frauen heirateten, erhielten sie 3.000 Dollar bezahlt, eine Wohnung in Beirut mit einem Gasherd, einem Kühlschrank und einem Fernsehgerät, und sie würden von der PLO in irgendeiner gewaltlosen Funktion angestellt. Jedes dieser Paare, das innerhalb eines Jahres ein Baby hätte, würde mit zusätzlichen 5.000 Dollar belohnt werden.

Sowohl Abu Iyad als auch der zukünftige General sorgten sich, das ihr Plan nie funktionieren würde. Aber wie der General erzählte, verliebten sich die Schwarzer-Septemberisten ohne Ausnahme, heirateten, ließen sich nieder und gründeten in den meisten Fällen eine Familie. Um sicherzustellen, daß niemand jemals davon abirrte, entwickelten die beiden Männer einen Test. Periodisch übergab man den ehemaligen Terroristen legitime Pässe und ersuchte sie, in echt gewaltlosen PLO-Angelegenheiten die Büros der Organisation in Genf oder Paris oder irgendeiner anderen Stadt aufzusuchen. Aber, erklärte der General, nicht einer von ihnen willigte ein, ins Ausland zu reisen, aus Angst, verhaftet zu werden und alles zu verlieren, was sie hatten – das heißt, um ihre Ehefrauen und Kinder gebracht zu werden. „Und so“, sagte mir mein Gastgeber, „haben wir den Schwarzen September stillgelegt und den Terrorismus eliminiert. Es ist der einzige erfolgreiche Fall, von dem ich weiß.“

Der zweite Faktor: Jahrhunderte der Heirat zwischen Cousin und Cousine.

Während die Heirat zwischen Cousin und Cousine in verschiedenen Gesellschaften existiert und die ganze Geschichte hindurch existiert hat, ist sie besonders charakteristisch für arabische Gesellschaften. Mohammed heiratete sogar Zaynab bint Jahsh, die seine Cousine war. Wie der Koran klarstellt: „O Prophet, Wir haben dir deine Ehefrauen …aus den … Töchtern deines Onkels mütterlicherseits und die Töchter deiner Tanten mütterlicherseits … erlaubt“

Im Gegensatz dazu ist die Geschichte der westlichen Gesellschaft von einer breiten Vielzahl von Verboten der Heirat zwischen Cousin und Cousine charakterisiert, wovon ein frühes Beispiel das Verbot von Ehen zwischen Cousins und Cousinen ersten Grades durch das Quinisextum der orthodoxen Ostkirche im Jahr 692 wäre.

Dies ist eine entscheidende Erklärung auf Basis der menschlichen Biodiversität für viele bedeutende Unterschiede zwischen westlichen und islamischen oder arabischen Gesellschaften. Um die Auswirkungen von Jahrhunderten der Ehe zwischen Cousins und Cousinen auf die Struktur einer menschlichen Gesellschaft zu verstehen, muß man sich zuerst fragen: wie entwickelte sich der Altruismus? Warum entwickelten sich die Menschen überhaupt erst dazu, zu den meisten Menschen um sie herum die meiste Zeit nett zu sein?

Wir könnten instrumentale Gründe dafür nennen, warum Menschen „altruistisch“ handeln: Ich stehle nicht aus dem Haus meines Nachbarn, weil ich ihn nicht zu dem Versuch motivieren will, aus meinem zu stehlen, oder damit mich nicht die Bullen holen kommen, oder was auch immer. Aber für die meisten von uns, die keine Psychopathen sind, ist dies einfach nicht das Einzige, das uns davon abhängt, Dinge wie Stehlen zu tun. Ich persönlich stehle nicht aus dem Haus meines Nachbarn, weil ich meinem Nachbarn echt keinen Schaden zufügen möchte. Aber warum? Wie konnte sich ein solches Gefühl entwickeln?

Die Antwort lautet, daß es Wurzeln in der Verwandtenselektion hat. Wir entwickelten altruistisches Verhalten, weil wir uns dazu entwickelten, Altruismus gegenüber Verwandten zu praktizieren. Wie der britische Genetiker und Evolutionsbiologe J. B. S. Haldane es ausgedrückt haben soll: „Ich würde gerne mein leben für zwei Brüder oder acht Cousins geben.“ Nachdem man die Hälfte seiner Gene mit seinen Brüdern gemeinsam hat und ein Achtel seiner Gene mit seinen Cousins, kann es tatsächlich dem eigenen genetischen Eigeninteresse dienen, sein Leben für zwei oder mehr Brüder hinzugeben, denn das Endergebnis könnte sehr leicht sein, daß selbst wenn man stirbt, mehr der eigenen Gene dennoch weitergegeben werden. Meistens treffen wir keine so dramatischen Entscheidungen; wir opfern für gewöhnlich bloß ein wenig von unserer „Fitness“, um die „Fitness“ unserer Verwandten an den Rändern zu verbessern.

Es gibt viele Faktoren, die die Art beeinflussen, wie diese Muster sich in verschiedenen Gesellschaften im Laufe der Zeit entwickelt haben könnten. Ein Schlüsselfaktor dabei ist, wie “zähflüssig” die fragliche Population ist. In „zähflüssigen“ Gesellschaften bewegen sich Familienmitglieder im Allgemeinen nicht weit voneinander weg. In einer solchen Population würde zugunsten eines Mechanismus, der Leute dazu bringt, sich automatisch altruistisch zu verhalten, durch Verwandtenselektion selektiert werden, ohne daß ein Mechanismus zur Unterscheidung zwischen Verwandten und Nichtverwandten erforderlich wäre. Wenn Menschen sich einfach dazu entwickelten, nett zu den Leuten um sie herum zu sein, würde Verwandtenselektion zugunsten dieses Wesenszugs selektieren, auch wenn der Wesenszug selbst keine Unterscheidung zwischen Verwandten und Nichtverwandten enthält.

Es wird klarerweise nicht eine universale Erklärung dafür geben, wie altruistisches Verhalten sich entwickelte, denn verschiedene menschliche Populationen waren über evolutionäre Zeiträume hinweg verschiedenen Umständen ausgesetzt, einschließlich sehr verschiedener Ausmaße der „Zähflüssigkeit“. Eine sehr zähflüssige Population würde keine Mechanismen zur Unterscheidung zwischen Verwandten und Nichtverwandten benötigen, damit altruistisches Verhalten sich durch Verwandtenselektion entwickelt (da altruistisches Verhalten mit sich bringen würde, daß sie Verwandten halfen und damit automatisch die Weitergabe ihrer eigenen Gene förderten). Eine weniger zähflüssige Gesellschaft jedoch könnte sich mehr auf Mechanismen zur Unterscheidung zwischen Verwandten und Nichtverwandten stützen, nachdem das Leben in einer solchen Bevölkerung dazu tendieren würde, gegen Blanko-Altruismus zu selektieren – Altruisten würden tendenziell durch die Nicht-Altruisten um sie herum ausgenützt werden.

Weitere Beweise dafür, wie verwandtschaftsbasierter Altruismus funktioniert, sind in den ersten beiden Prämissen meines kurzen Arguments für Ethnonationalismus zu sehen:

  1. Menschen tendieren dazu, besser mit anderen auszukommen, die verhaltensmäßig und psychologisch mehr wie sie selbst sind. (Quelle)
  2. Nachdem verhaltensmäßige und psychologische Eigenschaften stark durch Gene beeinflußt werden, neigen Menschen daher dazu, tiefere Freundschaften zu anderen zu bilden, die genetisch mehr wie sie sind. … Tatsächlich haben Studien bestätigt, daß Menschen dazu tendieren, ihre engsten Beziehungen zu Leuten zu bilden, die ihnen genetisch so ähnlich sind wie Cousins vierten Grades. (Quelle)

Sogar in unseren alltäglichen Freundschaften sind wir alle extrem genetisch selektiv.

Wie kommen wir also von all dem wieder zurück zur Ehe zwischen Cousin und Cousine?

Denkt daran, was Ehen zwischen Cousins und Cousinen mit der genetischen Struktur einer Gesellschaft machen: wenn jeder in einer bestimmten Population sich miteinander vermischt, dann wird diese gesamte Population in gewissem Ausmaß zu einer Art buchstäblichem genetischen „Schmelztiegel“ werden. Sie alle werden ihre Gene durcheinandermischen, was die gesamte Population allmählich zu einer zunehmenden genetischen Ähnlichkeit bringt. Natürlich wird dies niemals vollständig passieren, weil Menschen immer noch dazu neigen, sich mit Menschen zu paaren, die in verschiedener Weise mehr als der Durchschnitt wie sie selbst sind, aber der Grundtrend existiert dennoch.

Menschliche Wesen spalteten sich in unterschiedliche rassische Kategorien auf, weil irgendwann einmal Menschen sich in Gruppen aufspalteten, die relativ zum Rest der menschlichen Bevölkerung untereinander relativ „inzüchtig“ sind (aber nicht mit den Mitgliedern anderer, außenstehender Gruppen). Nachdem Menschen erstmals Afrika verließen, trafen sie auf eine Anzahl neuer Selektionsdruckfaktoren, und dann paarten sie sich untereinander häufiger als mit den Populationen, die sie in Afrika zurückließen. Was Heiraten zwischen Cousins und Cousinen also bewirkt, ist die Hervorbringung von Familien, die genetisch zunehmend vom Rest der Bevölkerung um sie herum isoliert ist. In sehr kleinem Maßstab ist es genau so, als würde diese Population sich in ein paar hunderttausend verschiedene „Rassen“ schichten.

Je mehr die Gene meiner Familie durch Inzucht „in der Familie gehalten“ worden sind, desto mehr genetische Ähnlichkeit werden wir alle miteinander gemeinsam haben. Und je mehr eine Gesellschaft durch Familien charakterisiert ist, die ihre Gene durch Inzucht „in der Familie gehalten haben“, desto weniger genetische Ähnlichkeit wird es zwischen jenen verschiedenen Familien geben, die alle untereinander ein großes Maß an genetischer Ähnlichkeit miteinander gemeinsam haben werden. Die resultierenden Abstammungslinien sind etwas weniger als eigene „Rassen“, und doch sind sie auch etwas mehr als bloß eigene „Familien.“ Es ist vielleicht zutreffender, sie als „Clans“ zu bezeichnen.

Die Art, in der altruistisches Verhalten sich für das Funktionieren in der Gesellschaft entwickelt, die daraus resultiert, ist tiefgreifend. Je mehr Inzucht es in meiner Gesellschaft gibt, desto weniger evolutionären Sinn hat es für mich, persönliche Opfer zum Nutzen von Menschen zu bringen, die nicht meine unmittelbaren Verwandten sind, und desto mehr persönliche Opfer werden ich zum Nutzen jener Verwandter zu bringen bereit sein.

Laßt mich klarstellen: dies ist ein gut bestätigtes Thema wissenschaftlicher Studien, nicht irgendeine unausgegorene Hypothese, die in den entlegenen Bereichen des Internet ausgekocht wurde. Ernsthafte Forscher haben tatsächlich die genaue Korrelation zwischen der Menge von Verwandtenehen in arabischen Populationshistorien und der Wahrscheinlichkeit dafür quantifiziert, daß demokratische Politikformen in jenen Regionen gedeihen. In „Consanguinity as a Major Predictor of Levels of Democracy: A Study of 70 Nations“, veröffentlicht von Michael A. Woodley und Edward Bell in The Journal of Cross-Cultural Psychology, lesen wir:

Dieser Artikel untersucht die Hypothese, daß, obwohl das Maß an Demokratie in einer Gesellschaft ein komplexes Phänomen mit vielen Ursachen ist, die Konsanguinität (die Heirat und nachfolgende Paarung zwischen Cousins und Cousinen zweiten Grades oder engerer Verwandter) ein bedeutender, wenngleich oft übersehener Prädiktor dafür ist. Messungen der beiden Variablen korrelieren beträchtlich in einer Auswahl von 70 Nationen (r = -0.632, p < 0.001), und Konsanguinität bleibt ein signifikanter Prädiktor für Demokratie in mehrfachen Regressions- und Pfadanalysen unter Hinzuziehung mehrere zusätzlicher unabhängiger Variabler. Die Daten deuten darauf hin, daß dort, wo auf Konsanguinität beruhende Verwandtschaftsnetzwerke zahlenmäßig vorherrschen und zu einer gemeinsamen Staatlichkeit gemacht worden sind, es unwahrscheinlich ist, daß sich Demokratie entwickelt. Zu den möglichen Erklärungen für diese Befunde gehöret die Idee, daß beschränkter Genfluß aufgrund von Konsanguinitätsehen einen starren Kollektivismus fördert, der dem Individualismus und der Anerkennung von Individualrechten feindlich ist, welche Schlüsselelemente des demokratischen Ethos sind. Weiters kann ein hohes Maß an genetischer Ähnlichkeit innerhalb von Gruppen von einer Kooperation zwischen verschiedenen größeren Verwandtschaftsgruppen abhalten, die dieselbe Nation miteinander teilen, was hemmend für Demokratie ist. Schlußendlich kann genetische Ähnlichkeit aufgrund von Konsanguinität zu Ressourcenraub durch Mitglieder gesellschaftlich elitärer Verwandtschaftsnetzwerke als inklusives fitnessförderndes Verhalten ermutigen.

Als „leichterer“ Lesestoff: die Human-Biodiversity-Blogger Jayman und HBDChick behandeln beide dieses Thema ausführlich.

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Siehe auch:

Islam und Inzucht von Nicolai Sennels

Die Vereinigten Staaten von Syrien: Innenpolitische Lektionen in einem fernen Krieg von Tobias Langdon

Die sexuelle Utopie an der Macht, Teil 3 von F. Roger Devlin

Über Cernunnos

Mein Blog: "Cernunnos' Insel" https://cernunninsel.wordpress.com/
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Eine Antwort zu Über Polygamie, das Heiraten der eigenen Cousine, und Terrorismus

  1. Deep Roots schreibt:

    Bei dieser Übersetzung ist es mir hauptsächlich um den hinteren Teil gegangen, der etliche beachtenswerte Punkte behandelt.

    So wird hier erneut das Problem der Polygamie im islamischen Orient und speziell im arabischen Raum aufgezeigt, mit der Folge, daß viele ärmere Männer wenig oder keine Chance haben, jemals eine Ehefrau zu bekommen (oder auch nur eine Beziehung mit einer Frau zu haben). Dies dürfte auch ein wesentlicher Grund für den weit überproportionalen Anteil junger Männer unter den „Flüchtlingen“ sein: Wahrscheinlich sind viele von ihnen gar nicht wirklich auf der Flucht vor direkter Kriegsgefahr, sondern einfach so etwas wie Glücksritter, die sehr unrealistische Vorstellungen von ihren Chancen haben, es in Europa zu etwas zu bringen, und die entweder beabsichtigen, sich eine Braut aus ihrer Heimat zu holen, sobald sie hier wirtschaftlich Fuß gefaßt haben – oder überhaupt davon träumen, dann eine junge Europäerin zu kriegen. Hier könnten die über die Medien auch zu ihnen verbreiteten Bilder von jungen, hübschen Europäerinnen, die lächelnd Refugees-Welcome-Schilder mit Herzchen drauf vor die Kameras halten, die von den Verbreitern und GutmenschInnen-Anstiftern beabsichtigte Wirkung haben, ihnen solche Hoffnungen zu machen.

    Auf jeden Fall ist dann mit ziemlich frustrierten Reaktionen dieser Muselmänner zu rechnen, wenn sie merken, daß aus all diesen Träumen nichts wird, was sich nicht nur in gesteigerten Vergewaltigungsraten äußern könnte, sondern auch ein Rekrutierungspotential für Terrorgruppen darstellen wird.

    Allerdings gibt es auch unter uns Einheimischen einen zunehmenden Anteil junger (und auch nicht mehr ganz so junger) Männer, die ebenfalls immer mehr in ein beruflich und amourös frustrierendes Singledasein abdriften, weil es für junge Männer immer schwerer wird, endlich einmal einen richtigen Job zu bekommen und sich nicht immer von einem Scheiß-Praktikum zum anderen oder von einem Werkvertrag zum anderen durchg’fretten zu müssen, und weil diese beruflich prekäre Situation in Verbindung mit den von F. Roger Devlin beschriebenen hypergamen Neigungen der Frauen ihre Chancen auf eine Beziehung mit einer Frau oder überhaupt auf Ehe und Familiengründung immer mehr schmälert. Diese „vergessenen Männer“, wie Devlin sie nennt, könnten aber auch ein entschlossenes, rücksichtsloses und risikobereites Kämpferpotential sein, wenn unser Abwehrkampf einmal in die „heiße“, d. h. gewalttätige Phase eintritt.

    Ein weiterer Punkt, der auch von diesem Artikel wieder untermauert wird, ist die Schädlichkeit von „Vielfalt“ in einer Gesellschaft, ganz im Sinne dessen, wie es auch Tobias Langdon in „Die Vereinigten Staaten von Syrien“ aufzeigt: Wo es viele Gruppen gibt, die untereinander mehr Zusammengehörigkeitsgefühl haben als zu den anderen Gruppen (Volksgruppen, Stämme, Religionsgemeinschaften, Clans), da leidet die Bereitschaft, für die Gesamtheit Opfer zu bringen oder Verzicht zu üben, und man findet weniger dabei, für sich als Individuum oder Gruppe möglichst viel auf Kosten der Allgemeinheit herauszuholen, weil man die meisten anderen in diesem Land ohnehin nicht als „unsere Leute“ empfindet. Interessant sind hier auch die Abschnitte „Die evolutionären Ursprünge des europäischen Individualismus“ und „Die evolutionären Ursprünge des jüdischen Kollektivismus und Ethnozentrismus“ in Die Kultur der Kritik: Vorwort von Professor Kevin MacDonald zur ersten Paperback-Ausgabe, wo Kevin MacDonald ebenfalls diese Unterschiede zwischen der europäischen Kultur und der nahöstlichen mit ihren „segmentären Gesellschaften“ beschreibt.

    Das heißt, zusätzlich zum erhöhten Konfliktpotential wächst auch die Korruption und vermindert sich auch das Vertrauen in einer Gesellschaft und das, was „Sozialkapital“ genannt wird. Diesen Effekt kann es sogar unter Europäern geben, wie man am Beispiel Wiens sieht, wo es viel korrupter zugeht als in der „Provinz“, weil dort in der Zeit der Habsburgermonarchie eine solche ethnische Gemengelage entstanden ist. Auch wenn sich das bis heute soweit durchmischt haben mag, daß die Wiener einander nicht mehr nach Volksgruppen unterteilt wahrnehmen (wobei es inzwischen ja sowieso schon wieder neue europäische und nichteuropäische Zuzügler gibt), so ist trotzdem die damals eingerissene Kultur der Korruption erhalten geblieben, weil jetzt jeder das Nachsehen hätte (also „deppert“ wäre), der sich unkorrupt zu verhalten versuchte.

    Und was glaubt ihr, was mir bei dem Satz „Schlußendlich kann genetische Ähnlichkeit aufgrund von Konsanguinität zu Ressourcenraub durch Mitglieder gesellschaftlich elitärer Verwandtschaftsnetzwerke als inklusives fitnessförderndes Verhalten ermutigen“ gleich in den Sinn gekommen ist?

    ADELSHERRSCHAFT!

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