MythBusters: „Bulletproof Water“

Von Cernunnos

Ein interessantes Video der MythBusters ist „Bulletproof Water“, das in der hier in voller Länge wiedergegebenen Sendung enthalten ist.

In dem Mythos, der hier von Jamie Hyneman und Adam Savage untersucht wird, geht es darum, in welcher Wassertiefe man vor feindlichem Beschuß mit verschiedenen Kalibern sicher ist. Dazu haben die beiden zunächst einen drei Meter hohen Tank gebaut – ein hochformatiges Auquarium aus Acrylglasscheiben -, in dem sie einen paßgenau hergestellten Block aus ballistischer Gelatine in verschiedenen Höhen hineinhängen und senkrecht von oben beschießen, zunächst mit einer Pistole in 9 Para und dann mit Flintenlaufgeschossen Kaliber 12/76 aus einer Repetierflinte.

Bei der Pistole gab es in 6 und 7 Fuß Wassertiefe (183 bzw. 213,5 cm) jeweils einen glatten Durchschuß durch den Gelatineblock, während das Geschoß bei 8 Fuß (244 cm) Wassertiefe nur einen halben Zoll (knapp 1,5 cm) tief in die Gelatine eindrang.

Bei der Flinte war bemerkenswert, daß schon beim ersten Schuß (ab ca. 7 min.) eine der Acrylscheiben des Tanks durch die Druckwelle platzte, was eine Vorstellung von der Wucht eines solchen Geschoßeinschlags gibt.

Daraufhin wurden die Schußversuche in einem Schwimmbecken fortgesetzt, wobei schräg in das Wasser geschossen wurde. Als erstes war eine Schwarzpulver-Perkussionsbüchse an der Reihe, mit der durch eine schräge Wasserstrecke von 15 Fuß (457,5 cm) auf den Gelatineblock geschossen wurde. Dabei wurde das Ziel verfehlt, weil das Geschoß zu stark durch das Wasser abgelenkt worden war. Auf 5 Fuß war kein Geschoß zu finden, und erst auf 3 Fuß gab es einen tiefen Einschuß in die Gelatine.

Danach wurde mit einer AR-15-Variante im Kaliber .223 Remington (Vollmantelgeschosse)  auf 10 Fuß und dann auf 3 Fuß geschossen. Beide Male holte Adam die Splitter der Geschosse, die sich beim Einschlag ins Wasser komplett zerlegt hatten, vom Beckengrund herauf, wobei auf 3 Fuß wenigstens die Spitze des Geschosses in der Oberfläche des Gelatineblocks steckte.

Die gleichen Resultate gab es mit dem M1 Garand im Kaliber .30-06: zersplitterte Geschosse, und erst bei einer Schrägdistanz von 2 Fuß durchs Wasser drang das Geschoß 4 Zoll (15 cm) tief in die Gelatine ein.

Auch das Geschoß der gewaltigen ÜSMG-Patrone .50 BMG (12,7 x 99 mm) wurde nach ca. 3-4 Fuß in kleine Splitter zerrissen und erreichte nicht den Gelatineblock.

Diese Erfahrungen decken sich mit Erkenntnissen der Wundballistik, daß schnelle Vollmantel-Spitzgeschosse sich in Weichgewebe nach kurzer Eindringstrecke querstellen und durch die auftretenden Kräfte entweder zerbrechen oder zersplittern. Möglicherweise wurde dieser Effekt bei den Schüssen in das Schwimmbecken durch den schrägen Auftreffwinkel von 23° auf die Wasseroberfläche verstärkt und wäre bei senkrechtem Einschuß nicht oder erst nach längerer Unterwasserstrecke eingetreten.

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