Instinktives Schießen

Von Dipl.-Ing. Manfred Ertl, aus „Internationales Waffenmagazin“ 11-1996.

„Instinktives Schießen“ ist auf dem Gebiet des kampfmäßigen Schießens zu einem festen Begriff geworden. Sowohl der Begriff selbst als auch die entsprechende Schießtechnik sind nicht unproblematisch. Die Vorteile dieser Schießtechnik sind oft zu vordergründig und halten einer genaueren Überprüfung nicht stand.

Instinktives Schießen ist einer der Begriffe aus der Welt des kampfmäßigen Schießens, der nicht nur oft verklärt wurde, sondern zum Teil auch sehr mißverständlich gebraucht wird. Dies fängt schon mit der Wortschöpfung selbst an. Unterstellt doch der Begriff „instinktives Schießen“ bereits, daß der Mensch über so etwas wie einen Instinkt verfügt, der ihm sagt, wie und wann er die Schußwaffe gebrauchen sollte.

Denkt man darüber einmal nach und verwendet dabei den Begriff „Instinkt“ so, wie man ihn in der Biologie, der Verhaltensforschung oder der Psychologie benutzt, wird schnell klar, daß eine enge Anlehnung an die übliche Bedeutung des Instinktbegriffs nicht gemeint sein kann. Andernfalls müßte der Mensch wirklich über eine tief verwurzelte Anlage zum Schießen verfügen. Dies kann aber nicht sein, da Instinkte nicht erlernt werden können, sondern ererbte Verhaltensweisen sind, die oft unterbewußt angewendet werden und sich über einen langen Zeitraum im Rahmen der Evolution entwickelt haben. Dabei bedeutet ein langer Zeitraum natürlich keine Jahrzehnte oder Jahrhunderte, sondern Jahrtausende und mehr. Moderne Handfeuerwaffen existieren aber gerade einmal hundert Jahre, oder je nach Definition vielleicht einige Jahrzehnte länger. Auf jeden Fall erst seit so kurzer Zeit, daß eine evolutionäre Anpassung des Menschen an diese Entwicklung mit Sicherheit auszuschließen ist. Und selbst wenn man Luntenschloßgewehre und Pistolen mit Steinschloß mit einbezieht, bewegt man sich dennoch in Zeiträumen, die für eine Entwicklung von Instinkten bedeutungslos sind. Der Mensch hat einfach keine Instinkte, die für die Führung eines Feuerkampfes angelegt sind. Vielmehr ist der Instinktapparat des Menschen zu einer Zeit entstanden, als zum Überleben ganz andere Verhaltensweisen zweckmäßig waren als in heutigen Konfrontationen. Dies wird z. B. auch an den physiologischen Reaktionen des Menschen in Extremsituationen deutlich. Die Erhöhung der Körperkraft, bei gleichzeitiger Verminderung der Feinmotorik und der Fähigkeit zum komplexen Denken, mag in der Welt der Neandertaler zur Abwehr einer Bedrohung zweckmäßig gewesen sein, in einer bewaffneten Konfrontation heutzutage ist eine solche Anpassung zumindest unzweckmäßig, eventuell sogar tödlich. Eine gute Beherrschung des Abzugs und die Fähigkeit zur schnellen Entschlußfassung beeinflussen das Ergebnis eines modernen Feuergefechtes bei weitem mehr, als die Frage, wieviele Kilogramme die Kontrahenten stemmen können.

Der Mensch hat keinen Schießinstinkt

Schießtechniken für den Ernstfall können also nicht auf irgendwelche Instinkte aufbauen, sondern müssen sich daran orientieren, was taktisch sinnvoll ist, einfach erlernt werden kann und streßstabil ist. Meistens ist mit dem Begriff des instinktiven Schießens auch etwas anderes gemeint als das Anknüpfen an ererbtes, instinktives Verhalten. Beim Lesen der einschlägigen Literatur oder bei Diskussionen über dieses Thema fällt jedoch immer wieder auf, daß allein diese Begriffswahl schon bestimmte Assoziationen erweckt, die den Eindruck vermitteln, der Mensch hätte irgendein natürliches Verhaltenspotential, das man in der Ausbildung nur zu wecken bräuchte. Daß auch das, was man normalerweise als instinktives Schießen bezeichnet, eine erlernte Verhaltensweise ist, wird allein schon deswegen oft vergessen.

Was üblicherweise als „instinktives Schießen“ bezeichnet wird, ist normalerweise nichts anderes als die Beschreibung einer Schießtechnik, bei der auf die Nutzung jeglicher Visiereinrichtungen verzichtet wird und bei der die Ausrichtung der Waffe nur nach Körpergefühl und Muskelgedächtnis erfolgt. Dies wäre an sich auch nicht unrichtig, da im kampfmäßigen Schießen ein Zielen wie beim Präzisionsschießen nur in den seltensten Fällen in Frage kommt und das Körpergefühl und Muskelgedächtnis wirklich eine große Rolle spielt. Das Problem liegt aber darin, daß die unglückliche Begriffswahl falsche Vorstellungen erzeugt, und daß die Betonung des Schießens nach Körpergefühl zu Techniken geführt hat, die unter realistische Betrachtung nicht sehr zweckmäßig sind. Der erste Teil dieses Problems ließe sich dadurch beheben, daß man einfach einen anderen Begriff benutzt. Die Begriffe „Schießen nach Körpergefühl“, „Point Shooting“ oder „Deutschuß“ wären hierzu geeignet und würden dazu beitragen, die Diskussion um das „instinktive Schießen“ zu versachlichen.

Der zweite Teil der Problematik ist schon etwas schwieriger und führte in der sachlichen Auseinandersetzung auf dem Gebiet des kampfmäßigen Gebrauchs der Schußwaffe zu einer Aufspaltung in zwei Lager. Das eine Lager wird dabei von den Anhängern des gezielten Schusses besetzt, die auch im Combatschießen den Gebrauch der Visierung für notwendig halten. Im anderen Lager befinden sich die Anhänger des Deutschusses.

Streitpunkt: Waffe in Augenhöhe

Die von ihnen befürwortete Technik sieht in der Regel so aus, daß die Waffe zum Schuß nicht bis in Augenhöhe angehoben wird, und eine Ausrichtung der Pistole oder des Revolvers auf das Ziel nur nach Körpergefühl erfolgt. Als Anhalt, wie weit sich die Waffe bei dieser Art des Schießens unterhalb der Verbindungslinie von Auge und Ziel befinden soll, werden in der Literatur verschiedene Werte angegeben. Die meisten Angaben hierzu bewegen sich dabei zwischen fünf und zwanzig Zentimetern unterhalb der Augenhöhe. Andere Beschreibungen dieser Technik verwenden keine Angaben in Zentimeter, sondern fordern, daß die Waffe in Kinn- oder Schulterhöhe gehalten wird. Aber ganz gleich, welche Höhe des Anschlags gefordert wird, ein funktionales Merkmal haben alle gängigen Beschreibungen der „instinktiven Schießtechnik“ gemeinsam. Die Waffe soll so gehalten werden, daß sie sich nicht in der Sichtlinie zwischen Schützen und Ziel befindet, aber dennoch am Rand des Gesichtskreises wahrgenommen werden kann.

An diesem funktionalen Kriterium wird auch unmittelbar deutlich, was die Philosophie dieser Schießtechnik ist und welche Argumente dafür ins Feld geführt werden. Zunächst einmal macht ein Anschlag unterhalb der Sichtlinie eine Benutzung der Visiereinrichtung unmöglich. Das scheint bei kurzen Kampfentfernungen auch durchaus sinnvoll, da das Scharfstellen des Auges auf die Visierung und das Ausrichten von Kimme und Korn Zeit kosten und auf kurze Kampfentfernungen gar nicht notwendig sind, um ein manngroßes Ziel zu treffen. Daraus wird gefolgert, daß das Schießen mit der Deutschußtechnik besonders schnell wäre und auf kurze Distanzen daher die zweckmäßigste Schießtechnik ist. Darüber hinaus wird angeführt, daß ein Anschlag der Waffe unterhalb der Sichtlinie den Vorteil hat, daß das Ziel so nicht verdeckt wird. Auch dies leuchtet grundsätzlich ein, da die Bedrohung ja vom Gegner ausgeht und man diesen daher nicht aus den Augen verlieren will.

Ebenso ist die Forderung sinnvoll, die Waffe zumindest so weit anzuheben, daß sie sich innerhalb des Wahrnehmungsfeldes des Schützen befindet. Dadurch hat man wenigstens eine grobe optische Beziehung zur Lage der Waffe im Raum, was das Zielen nach Körpergefühl merklich erleichtert. Den Unterschied kann man selbst leicht nachvollziehen, wenn man die Technik des Deutschusses einmal mit den Formen des Hüftschusses vergleicht, bei denen die Waffe bei der Schußabgabe eng am Körper bzw. dicht am Hüftknochen gehalten wird.

Unumgänglich: optische Beziehung zur Waffenlage

Das völlige Fehlen einer optischen Beziehung zur Waffenlage bei einer derartigen Hüftschußtechnik und die damit verbundene schlechte Kontrollierbarkeit der Treffpunktlage zeigt anschaulich den Wert der oben beschriebenen Forderung, die Waffe zumindest am Rand des Sehfeldes wahrnehmen zu können.

Ein Vergleich mit einer auf Augenhöhe angeschlagenen Waffe zeigt aber auch, daß man im Anschlag mit tiefer Waffenhaltung (mehrere Zentimeter unter Augenhöhe) eigentlich nur eine optische Beziehung zur Seitenrichtung der Waffe hat und die Ausrichtung in der Höhe dadurch kaum erleichtert wird. Der Effekt wird umso spürbarer, je tiefer man die Waffe unterhalb der Augenhöhe hält. Man ist dann bei der Ausrichtung der Waffe in der Höhe immer mehr auf das Körpergefühl angewiesen. Dieses Gefühl ist aber auch bei entsprechender Übung nicht so genau wie ein gezielter Schuß. Das wird allerdings von den Anhängern des „instinktiven Schießens“ auch gar nicht bestritten. Die Argumentation zielt hier vielmehr in die Richtung, daß diese Ungenauigkeit auf kurze Entfernungen keine Rolle spielt und somit hingenommen werden kann, da diesem Nachteil ja andere, entscheidende Vorteile, wie die Schnelligkeit, gegenüberstehen. Empfohlen wird in diesem Zusammenhang auch oft, daß man nicht ein oder zwei Schuß auf den Gegner abgibt, sondern so lange auf ihn schießt, bis er mit Sicherheit kampfunfähig ist. Beschreibungen hierzu klingen oft wie die Aufforderung zu einer Art Dauerfeuer, bei dem die abgegebene Schußzahl die Trefferwahrscheinlichkeit erhöhen soll. Hier zeigen sich dann aber die Schwachstellen dieser Schießtechnik. Ganz abgesehen davon, daß man selbst bei Mitführung eines Reservemagazins nach mehreren solchen feuerstoßartigen Einsätzen der Waffe sehr schnell ohne Munition dastehen kann, führt eine solche Schießtechnik auch noch zu anderen Problemen. In einem modernen Rechtsstaat kann man die zivile Selbstverteidigung oder den behördlichen Schußwaffeneinsatz nicht nach den Regeln der Kriegsführung betreiben. Eine Umfeldgefährdung durch Fehlschüsse ist hier immer mit in Betracht zu ziehen. Dies wird aber in den meisten Beschreibungen des „instinktiven Schießens“ nicht einmal erwähnt. Ein anderes Problem ist die rechtliche Würdigung von Mehrfachtreffern. So sehr es auch rein taktisch betrachtet sinnvoll sein mag, so lange in die Richtung des Gegners zu schießen, bis er sicher kampfunfähig ist, rechtlich ist dies nicht unproblematisch. Gerichte interessieren sich weit weniger für Taktik und fragen mehr nach der Verhältnismäßigkeit einer bestimmten Notwehrhandlung.

Mehrere Treffer, auch wenn sie im Rahmen einer schnellen Serie von Schüssen erzielt werden, legen leicht den Verdacht eines unverhältnismäßigen Schußwaffengebrauchs oder einer Notwehrüberschreitung nahe. Dies mag man für bedauerlich und wirklichkeitsfremd halten, die Praxis zeigt aber, daß man mit so einer Entgegnung vor Gericht rechnen muß. Das Ziel, eine bewaffnete Konfrontation erfolgreich zu überstehen, beinhaltet eben nicht nur die Ausschaltung eines Gegners, sondern auch die Vermeidung negativer rechtlicher Folgen. In diesem Zusammenhang ist die „instinktive“ Abgabe von schnellen, größeren Schußserien aber wegen der Gefahr von zu vielen Fehlschüssen und unberechenbaren Mehrfachtreffern problematisch. Dies wird auch nicht dadurch entkräftet, daß oft argumentiert wird, daß sich die Genauigkeit des Schießens nach Körpergefühl durch Übung enorm steigern läßt.

Tiefer Anschlag behindert Kontrolle der Trefferlage

Es ist unbestritten, daß man auch mit einer tief gehaltenen Waffe unter sterilen Schießstandbedingungen Schußgruppen auf einer frontal aufgestellten Mannscheibe in drei Meter Entfernung recht genau plazieren kann. Es ist aber auch keine Frage, daß Deutschüsse unter realistischen Bedingungen nie so genau sein werden wie gezielte Schüsse. Das eigentliche Problem liegt hierbei nicht so sehr in der Fragestellung, ob man die Visierung nutzt oder nach Körpergefühl und Muskelgedächtnis schießt. Das wirkliche Problem liegt vielmehr darin, daß die Waffe nicht bis in Augenhöhe gehoben wird. Mit einer Waffe, die sich unterhalb der Sichtlinie befindet, läßt sich nach Körpergefühl einfach nicht so genau schießen, wie mit der ein paar Zentimeter höher angeschlagenen Waffe.

Ernstzunehmende Argumente gegen den Deutschuß richten sich daher auch nicht gegen die Forderung, auf kurze Entfernungen ohne bewußte und intensive Nutzung der Visierung zu schießen, sondern vor allem dagegen, daß man die Waffe bei dieser Schießtechnik nicht bis auf Augenhöhe anhebt. Bei einem Anschlag unterhalb der Sichtlinie geht einfach zuviel an Präzision und Beherrschung der Waffe verloren. Die Ratschläge, dieses Manko auszugleichen, reichen von der partiellen Ausrichtung des Oberkörpers zur Zielebene über das Zielen durch Veränderung der Beinstellung bis zu Ausführungsformen, die schon stark an den beidhändigen Hüftschuß erinnern. All dies ändert aber nichts am grundsätzlichen Problem, sondern kompliziert die Schießtechnik nur unnötig. Oder wie sollte man seine Beinstellung auf das Ziel hin optimieren, wenn man bei der Schußabgabe auf einer Treppe steht oder auf einem Stuhl sitzt?

Argumente, die für den Deutschuß sprechen, basieren darauf, daß man zum Treffen einer Mannscheibe auf drei bis fünf Meter Entfernung kein sehr hohes Maß an Präzision braucht. Dies ist zwar richtig, trifft aber das Problem nicht im Kern. Gegner präsentieren sich nicht immer wie Zielscheiben. Sie können Deckungen nutzen, sich bewegen, Schutzwesten tragen oder zwischen unbeteiligten Passanten stehen. Dann wird die nutzbare Ziel- und Trefffläche schon deutlich kleiner als bei einer frontal und offen stehenden Zielscheibe. Man braucht eben in vielen Lagen etwas mehr Genauigkeit, als es erfordert, eine relativ große Mannscheibe unter idealen Bedingungen zu treffen. Zudem stützen die neuesten Erkenntnisse über die Wirkung von Faustfeuerwaffentreffern die Aussage über die Bedeutung der Trefferlage, was eben auch ein Mindestmaß an Präzision verlangt.

Ein anderes Problem, das sich aus der Technik des „instinktiven Schießens“ ergibt, liegt darin, daß in vielen Lagen die Ziele nicht alle oder nicht konstant in kurzer Entfernung stehen. Dies kann daran liegen, daß sich ein Gegner bewegt, oder daß man es mit mehreren Gegnern in unterschiedlichen Entfernungen zu tun hat. Da in solchen Lagen irgendwann einmal die Grenzen der ungezielten Schußabgabe erreicht sind, muß ein Wechsel zu einer anderen Schießtechnik vollzogen werden. Schon bei der Simulation auf dem Schießstand zeigt sich, daß dies häufig nicht geschieht, und daß auch auf die kleinen und entfernteren Ziele mit Deutschußtechnik weitergeschossen wird. Oft kann man dabei beobachten, daß lieber immer schneller und ungezielter auf das gleiche, kleine Ziel geschossen wird, ohne es zu treffen, als daß sich der Schütze einige Zehntelsekunden mehr Zeit für einen gezielten Schuß nehmen würde.

Immer problematisch: Schnelle Umstellungen

Dieses Problem tritt natürlich auch bei anderen Schießtechniken auf, da die Umstellung im Timing des Schießens und in der Intensität der Visiernutzung immer schwierig ist. Beim Schießen nach Körpergefühl ist es aber besonders offensichtlich. Die Notwendigkeit, bei kleiner Zielfläche zu einer prinzipiell anderen Art des Schießens zu wechseln, einschließlich der Veränderung des Anschlags, macht den Deutschuß in solchen Situationen ausgesprochen unzweckmäßig. Man könnte dies alles aber eventuell noch hinnehmen, wenn durch die Anwendung des „instinktiven Schießens“ andere markante Vorteile gewonnen würden. Dies ist aber nicht der Fall. Das Argument, daß das Schießen nach Körpergefühl schneller ist als der normale Anschlag, ist einfach falsch. Es wird dabei immer davon ausgegangen, daß ein Anheben der Waffe auf Augenhöhe automatisch eine intensive Nutzung der Visierung zur Folge hat. Dies ist aber nicht erforderlich. Man kann mit einem hohen Anschlag auf kurze Entfernung genauso nach Körpergefühl und ohne Visierung schießen wie mit einem Anschlag mit niedrig gehaltener Waffe. Im Gegenteil, die in Augenhöhe gehaltene Waffe läßt sich ohne bewußte Visiernutzung einfacher, präziser und oft auch schneller auf das Ziel richten, als bei einem tiefen Anschlag. Die optisch klare Beziehung zur Raumlage der Waffe ist einfach hilfreich. Im übrigen wird bei einem augenhohen Anschlag der Wechsel vom extrem schnellen Schuß nach Körpergefühl zum gezielten Schießen wesentlich unproblematischer.

Auch das zweite Hauptargument für das „instinktive Schießen“, die freie Sicht zum Gegner, ist in der Praxis nicht sehr gewichtig. Sind die Augen auf den Gegner gerichtet, sind sie auch auf diesen scharfgestellt. Mit beiden geöffneten Augen nimmt man daher einen nahen Gegenstand, wie die eigene angeschlagene Waffe, nur als durchsichtiges Schema wahr, das eine Beobachtung des Gegners kaum behindert. Davon kann man sich leicht selber überzeugen, wenn man es einmal ausprobiert. Weit gravierender ist hier der sogenannte Tunneleffekt, der aber bei jeder Anschlagart auftritt. Außerdem wird man meist ohnehin nur zur Schußabgabe in den endgültigen Anschlag gehen, und sich nicht so durch ein ganzes Gebäude bewegen.

Im kurzen Moment der Schußabgabe gibt es aber nur noch eines, das wichtig ist, und zwar den sicheren und schnellen Treffer. Dafür braucht man die zweckmäßigste zur Verfügung stehende Schießtechnik, und das kann nicht immer der Deutschuß sein.

Fazit

Auf kurze Entfernungen ist es sicher am zweckmäßigsten, mit in Augenhöhe gehaltener Waffe ohne Nutzung des Visiers nach Körpergefühl zu schießen. Ob man dies als „Deutschuß“ oder als „adaptives Schießen im Nahbereich“ bezeichnet, ist zweitrangig. Man vermeidet so aber auf jeden Fall die Irritationen, die mit dem Begriff des „instinktiven Schießens“ verbunden sind.

Über Cernunnos

Mein Blog: "Cernunnos' Insel" https://cernunninsel.wordpress.com/
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