Der Judaismus in der Welt der Antike

MORGENWACHT

Von Julius Evola. Das Original „L’ebraismo nel mondo antico“ erschien in der Juliausgabe 1938 von La Vita Italiana und wurde von Das Gletscherkreuz für Counter-Currents Publishing ins Englische übersetzt. Deutsche Übersetzung auf Basis dieser am 16. Januar 2018 auf Counter-Currents erschienenen englischen Fassung, Judaism in the Ancient World, von Lucifex.

Eines der taktischen Argumente, die am häufigsten gegen jene verwendet werden, die das jüdische Problem heute zur Sprache bringen, ist, daß der Antisemitismus eine bloße Modeerscheinung sei, eine importierte Ideologie, ein Versuch, den deutschen Rassismus und Nazismus nachzuahmen, etwas, das keinen wirklichen Platz in unserem Land [Italien; d. Ü.] hat.

Wir haben Behauptungen dieser Art bereits in der Juniausgabe des Vorjahres gekontert, indem wir gezeigt haben, daß das jüdische Problem in Italien unabhängig von rassistischen oder nazistischen Prämissen formuliert werden kann und sollte, und daß es nicht künstlich entsteht, sondern vielmehr in seiner höchsten Form in direkter Verbindung…

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Eine Antwort zu Der Judaismus in der Welt der Antike

  1. Lucifex schreibt:

    Wie viele „Morgenwacht“-Leser wissen werden, mag ich den Aristokratenschnösel Julius Evola an sich ja nicht, aber dieser Artikel von ihm ist wirklich wertvoll. Unter anderem widerlegt auch er hier die bei vielen Zeitgenossen immer noch gängige Legende, daß die Juden sich in der Welt zerstreuen „mußten“, weil die Römer sie nach dem Bar-Kochba-Aufstand von 132-135 n. Chr. aus Palästina vertrieben hätten.

    Immerhin gab es schon viel früher eine lebhafte jüdische Diaspora-Szene in der römisch dominierten Mittelmeerwelt, in die sich die Juden offenbar freiwillig ausgebreitet hatten. So stammte zum Beispiel der „Apostel“ Paulus, der Erfinder des Christentums, wie im gleichnamigen Artikel von Michael Zick nachzulesen ist, „aus Tarsus, der weltoffenen Hafenstadt an der südöstlichen Mittelmeerküste Kleinasiens [in der heutigen Türkei]. Er war griechisch sprechender Jude in der hellenistisch geprägten Region, der seine jüdische Tradition eifrig pflegte.“

    Zu einem nicht genau bestimmten Jahr um die Zeitenwende dort geboren (nach manchen Quellen 9 n. Chr.) hatte er 33 n. Chr. sein „christliches Erweckungserlebnis“ und unternahm von 48 – 62 n. Chr. vier Missionsreisen durch die antike Mittelmeerwelt. Und überall fand er blühende jüdische Gemeinden vor, auf die gestützt er christliche Gemeinden gründete:

    „Paulus’ Anlaufstelle in einer fremden Stadt war zunächst die Synagoge, wo er in der hellenistisch geprägten Welt des östlichen Mittelmeerraums stets weltoffene Juden als Ansprechpartner fand, die sich mehr an der örtlichen Synagoge als am strengen, aber fernen Tempel in Jerusalem orientierten. Daneben hatte jede jüdische Gemeinde einen Kreis von Sympathisanten, die „Gottesfürchtigen“. Sie gingen mit der Ethik und dem Monotheismus der Juden konform, akzeptierten aber nicht die strikte Abgrenzung gegen andere Völker und die strengen Gesetze der Thora. Und sie wichen vor dem letzten Schritt, der Beschneidung, zurück. Das war eine endgültige und – etwa im Bad – sichtbare Entscheidung, die einem städtischen Beamten oder Soldaten nur Scherereien einbrachte: Die Juden waren in römischen Augen Störenfriede und Aufwiegler. Ihnen war Paulus hochwillkommen mit seinem Versprechen, daß man sehr wohl den Einen Gott verehren könne, ohne sich beschneiden zu lassen.“

    Im Jahr 40 n. Chr. kamen auch fünf jüdische Emissäre aus Ägypten als Bittsteller zu Kaiser Gaius Caesar Augustus Germanicus, genannt „Caligula“. Eine Schilderung davon gibt es in GEO EPOCHE Nr. 54 „Rom – Die Geschichte des Kaiserreichs“:

    Die Männer um Philo sind von der jüdischen Gemeinde in Alexandria in einer ernsten Angelegenheit nach Rom geschickt worden. Sie sollen beim Kaiser das Bürgerrecht für die Juden in der Stadt an der Mittelmeerküste erwirken und somit den Schutz vor Verfolgungen.
    Denn zwei Jahre zuvor ist die Gemeinschaft Opfer eines Pogroms geworden. Häuser wurden geplündert, wohl Tausende Juden erschlagen, gekreuzigt, verbrannt. Frauen mussten im Amphitheater der Stadt unter dem Gejohle der fanatischen Menge Schweinefleisch essen. Und Roms Statthalter Aulus Avillius Flaccus hatte dem nicht nur tatenlos zugeschaut, sondern den Mob sogar zu den Übergriffen angestachelt.

    Zwar hat Caligula mittlerweile Flaccus abberufen. Aber die Lage ist nach wie vor bedrohlich. Der Einzige, der den Juden unter diesen Umständen künftig Sicherheit bieten könnte, wäre der Kaiser. Sein Machtwort würde alles verändern.

    Doch noch ehe die Emissäre ihre Argumente vollends vortragen können, unterbricht sie Caligula und entlässt sie abrupt. Ohne Bescheid.

    [….]

    Ein paar Monate später wird Kaiser Claudius die Entscheidung fällen, die sein Vorgänger und Neffe Caligula versäumt hat – oder nicht treffen wollte.

    [….]

    Auch die Juden aus Alexandria erhalten im Herbst 41 schließlich Nachricht. Der Kaiser, bei dem sie auf dem Esquilin vorgesprochen haben, mag tot sein. Doch der neue Herrscher kennt ihr Anliegen genau, aus den Akten und durch weitere Eingaben, die ihn zwischenzeitlich aus Ägypten erreicht haben.

    Claudius schickt einen ausführlichen Brief nach Alexandria (die Kopie auf Papyrus hat sich der Nachwelt erhalten). Darin fordert er beide Seiten zu friedlichem Zusammenleben auf. Während die griechischen Alexandriner sich ihren jüdischen Mitbürgern gegenüber künftig respektvoll verhalten sollen, wird den Juden zur Auflage gemacht, nicht mehr als die ihnen bisher zugestandenen Privilegien einzufordern und zudem keine weiteren Juden in die Stadt zu holen.
    Zugleich weist Claudius sie „ausdrücklich“ darauf hin, dass sie sich unterstehen sollen, wieder eine Delegation nach Rom zu schicken. Die Botschaft ist eindeutig: Mit dem Bescheid sollen Alexandrias Juden nun zufrieden sein – und den Kaiser fortan in Ruhe lassen.

    Schon wieder „Verfolgungen“ von Juden!
    Nachdem Caligula damals noch keine Möglichkeit hatte, schnell in Alexandria anzurufen, um die Behauptungen der Juden über das Ausmaß der „Pogrome“ nachzuprüfen, und es auch weder Film- noch Bildberichte gab, kann man schon argwöhnen, daß die Klagen der jüdischen Delegation aus Alexandria ähnlich übertrieben waren wie die jüdische Version zu den Pogromen im Osteuropa des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts – siehe dazu die dreiteilige Artikelserie von Andrew Joyce:

    Neubetrachtung der russischen Pogrome im 19. Jahrhundert, Teil 1: Rußlands Judenfrage
    Mythen und die russischen Pogrome, Teil 2: Erfindung von Greueltaten
    Mythen und die russischen Pogrome, Teil 3 – Die jüdische Rolle

    Auf jeden Fall ging es da um Tausende Juden, die da getötet worden sein sollten, was unabhängig davon, ob das mit den Tötungen stimmt oder nicht, auf eine jüdische Population von vielen Tausend in Alexandria schließen läßt. Und das war nur eine (wenn auch besonders bedeutende) der vielen jüdischen Gemeinden im gesamten Römischen Reich. Unter der Annahme, daß es in diesem Reich etwa hundert jüdische Gemeinden mit durchschnittlich etwa fünftausend Mitgliedern gegeben haben könnte, käme man schon auf eine halbe Million Juden unter den geschätzten 55 Millionen Einwohnern des Imperium Romanum, was einem ca. 1prozentigen Anteil an der Gesamtbevölkerung entsprechen würde. Das wäre etwa die Hälfte ihres Anteils an der heutigen US-Bevölkerung oder mehr als ihre prozentuale Repräsentation im heutigen Europa. Vielleicht waren es weniger, vielleicht auch mehr, aber das wäre ungefähr die Größenordnung ihrer Präsenz in der Welt der griechisch-römischen Antike. Und das zusätzlich zum in Palästina verbliebenen Teil ihres Volkes.

    In meinem alten Lexikonwerk aus der Mitte der 1970er (Bertelsmann-Lexikothek Band 5, 1973, 1975, ISBN 3-570-06555-3) steht unter „Juden“ über die jüdische Geschichte zwischen dem Ende der „Babylonischen Gefangenschaft“ und der spätrömischen Antike:

    Ein Teil der Deportierten machte von der Heimkehrerlaubnis des Perserkönigs Kyros (538 v. Chr.) Gebrauch und begann mit einem Wiederaufbau des Jerusalemer Tempels (vollendet um 515 v. Chr.).

    Der Wiederaufbau Jerusalems und die Neukonstituierung der jüdischen Kultgemeinde unter persischer Herrschaft ist im Wesentlichen das Werk Nehemias und Esras (zwischen 445 und 430 v. Chr.); die politische und religiöse Führung des Judentums lag in den Händen des Hohenpriesters. Die in Babylonien verbliebenen Juden, z. T. durch Handel reich geworden, unterstützten den Wiederaufbau der Heimatgemeinde. Sie verbreiteten sich im Gefolge der Perserkönige sowie Alexanders des Großen und seiner Nachfolger über ganz Vorderasien und den Mittelmeerraum. Besonders große Bedeutung gewann die jüdische Diaspora in Ägypten (Alexandria, auch die Militärkolonie von Elephantine), über deren Entstehung wir jedoch sehr wenig wissen. Die Herrschaft über Palästina ging 198 v. Chr. von den ägyptischen Ptolemäern auf die syrischen Seleukiden über. Gegen sie richtete sich der Aufstand der Makkabäer (Beginn 166 v. Chr.), der zur Wiederherstellung der politischen Unabhängigkeit führte.

    63 v. Chr. kam Judäa endgültig unter die Herrschaft der Römer (Scheinkönigtum Herodes’ des Großen). Der Aufstand 66 – 70 n. Chr. endete mit der Zerstörung Jerusalems durch Titus und dem Verlust der letzten Reste politischer Autonomie; der Jerusalemer Tempel wurde seither nicht wiederaufgebaut.
    Die Erhebungen des Weltjudentums gegen Trajan 116-117 und der palästinensischen Juden unter Bar Kochba gegen Hadrian 132-135 führten zur Vertreibung des größten Teils der jüdischen Bevölkerung aus Jerusalem; doch blieben die Juden, sofern sie den römischen Gesetzen gehorchten, den anderen Untertanen gleichgestellt. Nach der Anerkennung des Christentums als Staatsreligion verschlechterte sich die Stellung der Juden im römischen Reich in mancher Hinsicht, doch wurden sie nicht verfolgt.

    Wohlgemerkt: aus Jerusalem vertrieben, nicht aus ganz Palästina! Und schon damals gab es ein Weltjudentum, das sich in den nichtjüdischen Ländern aufsässig verhielt, in das es freiwillig übersiedelt war. Die LEXIKOTHEK weiter:

    Nach dem Untergang des jüdischen Staatswesens begann die Massenzerstreuung der Juden über Vorderasien, Nordafrika und den Mittelmeerraum und damit trotz fortdauernder Einheitlichkeit des Rassischen und Religiösen eine vielfältige Sonderentwicklung der Juden unter ihren Gastvölkern; nach und nach bildeten sich die Unterschiede zwischen Sephardim und Aschkenasim heraus. Mit den römischen Legionen kamen sie bis nach Gallien, England und Deutschland, wo sie z. T. auch nach Abzug der römischen Truppen zurückblieben. Auch in den frühgermanischen Reichen der Völkerwanderungszeit, die die Juden als Händler im gesamten römischen Reich, vor allem auch in Gallien und am Rhein vorfanden, wurden sie nicht verfolgt. Stellenweise genossen die Juden sogar eine Privilegierung ihrer eigenen religiösen, handels- und familienrechtlichen Gesetze und Gewohnheiten.

    Wie ich schon früher erwähnt habe, kann ich mir durchaus vorstellen, daß die Juden nach einem Untergang des weißen Westens – falls es dazu käme – und ihrem Wirtswechsel nach Asien ihre Geschichte in Europa zu einer „Europäischen Gefangenschaft“ umlügen werden, die zweitausend Jahre gedauert habe und für die die Resteuropäer eine mindestens zweitausendjährige oder auch ewige Schuldknechtschaft verdienen würden.

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