Verteidigungsschießen: Konfrontationen mit mehreren Gegnern

Von Dipl.-Ing. Manfred Ertl, aus „Internationales Waffen-Magazin 6-7 1998“.

Feuergefechte mit mehreren Gegnern sind gefährlich und oft unkalkulierbar. Zur Erhöhung der eigenen Überlebenschance existiert jedoch eine ganze Reihe von Verhaltensregeln, die sich auf die Führung des Feuerkampfes und das taktische Gesamtverhalten in derartigen Situationen bezieht. Sie betreffen die Priorität bei der Auswahl der Ziele ebenso wie das Ergreifen der Initiative oder die Wahl von Deckungen.

Konfrontationen mit mehreren Gegnern sind in zivilisierten Ländern zwar nicht unbedingt die Standardsituation einer bewaffneten Auseinandersetzung, sie sind, wie die Auswertung realer Konfrontationsverläufe aber zeigt, auch nicht so selten, daß sie nicht Gegenstand grundsätzlicher taktischer Überlegungen sein sollten. Folglich wurde für solche Situationen auch eine Reihe von Verhaltensregeln bezüglich des taktischen Verhaltens und der Führung des Feuerkampfes entwickelt, welche die eigenen Überlebenschancen und Erfolgsaussichten erhöhen sollen.

Die erste Regel, die dazu ziemlich übereinstimmend vertreten wird, besteht darin, daß Konfrontationen mit mehreren Gegnern ein erhebliches und oft unkalkulierbares Gefährdungspotential beinhalten, und man sie daher – wenn immer möglich – vermeiden, bzw. die Flucht als primäre Alternative des Handelns wählen sollte. Dies gilt umso mehr, wenn man allein oder zu zweit mit einer zahlenmäßigen Übermacht an Gegnern konfrontiert ist.

Eine solche Behauptung erscheint auf den ersten Blick zwar als ziemlich triviale Binsenweisheit, hat aber durchaus ihre Berechtigung. Seriös dokumentierte Verläufe von realen Konfrontationen zeigen, daß einzelne Polizisten oder Privatleute immer wieder gegen diese Regel verstoßen und z. B. versucht haben, mehrere bewaffnete Kriminelle zu stellen. In einem Fall versuchte ein Passant sogar mit einer Tränengaswaffe zwei Bankräuber aufzuhalten, von denen einer offensichtlich mit einer Maschinenpistole bewaffnet war. Da für einen Privatmann in der beschriebenen Situation weder eine Pflicht noch eine Notwendigkeit bestanden hätte, die beiden fliehenden Bankräuber aufzuhalten oder zu stellen, wird recht deutlich, daß die oben zitierte Regel durchaus nicht so trivial ist, wie sie auf den ersten Blick erscheint.

Wenn Flucht oder Passivität nicht möglich sind

Könnte man sich allerdings jeder Konfrontation mit mehreren Gegnern immer durch Flucht oder Passivität entziehen, wäre das Thema recht einfach zu behandeln, und alle weiteren Regeln für das taktische und schießtechnische Verhalten in solchen Lagen wären überflüssig. Da es – wie die Realität zeigt – aber durchaus Situationen gibt, in denen eine Flucht nicht möglich ist oder in denen die Flucht die geringere Überlebenswahrscheinlichkeit verspricht, lohnt es sich zumindest, einige dieser Regeln für eine Konfrontation mit einem Gegner in Überzahl etwas genauer zu betrachten.

Wie bei allen anderen taktischen Fragestellungen existieren auch zu dieser Thematik nicht nur sinnvolle taktische Überlegungen, sondern man findet auch hier Ratschläge, die man getrost vergessen kann. Einer dieser abenteuerlichen Ratschläge besteht darin, eine überlegene Anzahl von Gegnern mit einer Abzugstechnik zu bekämpfen, die als „Fanning“ oder „Trigger-Fanning“ bezeichnet wird. Dabei soll eine Selbstladepistole mit der rechten Hand in gewohnter Weise gehalten und der Abzug mit dem gestreckten linken Zeigefinger durch ein schnelles Vor- und Zurückschlagen dieses Fingers betätigt werden. Die Waffe wird dazu im Hüftanschlag gehalten. Ziel dieser Art des Schießens soll es sein, ähnlich wie mit einer Maschinenpistole eine Art Feuerstoß in Richtung der Gegner zu schicken.

Selbst bei oberflächlicher Betrachtung fällt es hier schwer, irgendeinen Sinn oder gar einen Vorteil gegenüber anderen Schießtechniken zu finden. Mit einer Waffe, die in dieser Art betätigt wird, läßt sich kaum eine höhere Schußfolge erzielen als mit einer guten Abzugstechnik im konventionellen Anschlag. Eine kontrollierte oder gar gezielte Schußabgabe ist auf diese Weise selbst mit einiger Übung kaum möglich. Darüber hinaus produziert eine solche Schießtechnik eine Umfeldgefährdung, die in den meisten realistischen Szenarien nicht vertretbar sein dürfte. Mehr als den Gegner zu erschrecken oder niederzuhalten wird sich mit einer derartigen Technik nicht erreichen lassen. Das kann man aber mit einer schnellen, konventionellen Schießtechnik auch, bloß mit dem Unterschied, daß man damit auch noch die Chance hat, einen wirksamen Treffer anzubringen.

Wenig überzeugende Ratschläge zur Kampfführung

Ein anderer, wenig überzeugender Ratschlag besagt, daß man bei Konfrontationen mit mehreren Gegnern immer versuchen sollte, sich so zu bewegen, daß die Gegner in die Schußlinie ihrer eigenen Genossen geraten. Ohne Frage wäre dies eine vorteilhafte Situation zur Führung des Feuerkampfes. Allerdings dürfte es in den meisten Lagen wenig realistisch sein, anzunehmen, daß die Gegner sich freiwillig so aufreihen und auch so stehen bleiben. Eine solche Situation durch Bewegung oder Stellungswechsel selbst zu schaffen, dürfte aber auch in den meisten Fällen kaum möglich sein. Abgesehen davon, daß man oft gar keine Zeit oder Gelegenheit hat, solche Bewegungen durchzuführen, werden die Gegner auch nicht untätig warten, bis man die entsprechende Position gefunden hat.

Auch diese taktische Regel ist also in der Praxis wenig hilfreich und somit zu verwerfen. Interessant dabei ist allerdings, daß beide Ratschläge aus einem Buch von Tony Lesce stammen, in dem man sonst durchaus brauchbare Überlegungen für das taktische Verhalten im Feuerkampf finden kann. Dies zeigt, daß man nicht so ohne weiteres zwischen guten und schlechten Büchern über das gebrauchsmäßige Schießen unterscheiden kann, sondern daß oft in solchen Büchern Sinnvolles und Unsinniges eng beieinander stehen kann und man beim Lesen eine gewisse kritische Distanz nie ganz vergessen sollte, auch wenn vieles, was darin steht, logisch klingt oder anderweitig bestätigt wurde.

Neben den absolut unsinnigen Regeln, wie oben in den beiden Beispielen beschrieben, gibt es aber auch durchaus sinnvolle Ratschläge, welche die eigenen Erfolgsaussichten in einer Konfrontation mit mehreren Gegnern signifikant erhöhen können.

Regeln für den Kampf gegen mehrere Gegner

Im wesentlichen beziehen sich diese Verhaltensregeln auf zwei Bereiche. Der eine ist die Führung des unmittelbaren Feuerkampfes von einer Position aus, der andere ist das Gesamtverhalten und die Bewegungen im Verlauf der Konfrontation. Die zentrale Regel zur Führung des Feuerkampfes gegen mehrere Gegner ist relativ einfach zu formulieren, bringt aber in den Sekundenbruchteilen, die zur praktischen Umsetzung zur Verfügung stehen, doch einige Probleme mit sich. Sie besagt, daß in einer Konfrontation mit mehreren Gegnern diese immer in der Reihenfolge ihrer Gefährlichkeit bekämpft werden sollen. Die Schwierigkeit besteht dabei darin, daß die Gefährlichkeit eines Gegners diesem nicht als leicht sichtbares Zeichen auf die Stirn geschrieben ist, sondern daß die Gefährlichkeit eines Kontrahenten eine Gesamteigenschaft ist, die sich aus verschiedenen einzelnen Eigenschaften zusammensetzt. Manche dieser Eigenschaften – wie die Entfernung oder die Bewaffnung – sind dabei offensichtlich und leicht zu erkennen, andere hingegen – wie der Ausbildungsstand oder die Absicht – können bei unbekannten Gegnern kaum eingeschätzt werden. Erschwert wird diese Einschätzung im übrigen auch dadurch, daß all diese einzelnen Eigenschaften bewertet und zueinander in Beziehung gesetzt werden müssen. Würden drei Gegner, von denen einer mit einer Repetierflinte, einer mit einer Taschenpistole und einer mit einem Messer ausgerüstet ist, in gleicher Entfernung stehen und gleiches Verhalten zeigen, wäre es nicht sonderlich schwierig, sie ihrer Gefährlichkeit nach einzureihen. Zweifelsfrei stellt der Gegner mit der Flinte hier die größte Bedrohung dar, der Gegner mit der Taschenpistole die zweitgrößte Bedrohung und der Gegner mit dem Messer die geringste Bedrohung. In der Realität sind die Situationen aber meist nicht so einfach und übersichtlich. Allein unterschiedliche Distanzen zu den einzelnen Gegnern führen zu einer komplett anderen Einstufung der Situation. Steht der Flintenträger in einer Entfernung von dreißig Metern und der Gegner mit dem Messer in einer Entfernung von zwei Metern, kann sich die Reihenfolge der Gefährlichkeit schnell umkehren.

Berücksichtig man außer der Entfernung auch noch alle anderen Bedrohungsparameter und bedenkt dabei, daß die meisten numerisch gar nicht meßbar sind, so erkennt man unschwer, daß die Fragestellung nach der Reihenfolge der Gefährlichkeit von Gegnern gar nicht exakt lösbar ist. Zum Glück kommt es in der Praxis aber darauf auch gar nicht an. Ob ein bestimmter Gegner ein paar Prozent gefährlicher ist als ein anderer, ist in realen Konfrontationen ziemlich unerheblich. Entscheidend ist es überhaupt, eine Sensibilität dafür zu entwickeln, daß mehrere Gegner keine Anhäufung gleichwertiger Ziele sind, sondern daß jeder von ihnen eine sehr unterschiedliche Bedrohung darstellen kann, und daß man besonders gefährliche Gegner schnell erkennt und mit erster Priorität bekämpft. In der Ausbildung läßt sich dies besonders gut durch den Einsatz von Simulationswaffen wie Lasern und Markierungswaffen üben. Es kommt dabei aber darauf an, daß die Szenarien so gestaltet sind, daß sich eine klare Bedrohungsreihenfolge bzw. Zielpriorität wirklich erkennen läßt und daß sich eine falsche Bekämpfungsreihenfolge im Übungsverlauf auch niederschlägt.

Übung: Angreifer müssen in der Reihenfolge ihrer Gefährlichkeit bekämpft werden.

Im scharfen Schuß kann der Vorrang bei der Zielwahl vor allem in lagebezogenen Schießübungen trainiert werden. Im einfachsten Fall steht der Schütze dazu in einer Entfernung zu drei abgewandten Mannscheiben, auf denen Gegner mit unterschiedlicher Bewaffnung dargestellt sind. Beim Aufklappen der Scheiben beschießt er dann selbständig die Ziele in der Reihenfolge ihrer Gefährlichkeit. Bei dieser sehr einfachen Übung wird natürlich nur ein Parameter, nämlich die Bewaffnung, berücksichtigt. Dennoch haben auch solche Übungen durchaus ihren Wert, da sie der verbreiteten Tendenz entgegenwirken, mehrere Ziele einfach wie Falling Plates stur von links nach rechts zu beschießen, ohne auf die Eigenschaften des Zieles näher zu achten. Den Realitätsgrad solcher Übungen kann man im übrigen auch noch dadurch steigern, daß man Ziele in unterschiedlichen Entfernungen präsentiert und durch umfangreiche Lageschilderungen des Ausbilders definiert. Verfügt man nicht über mobile Klappscheibenanlagen, kann man sich z. B. dadurch behelfen, daß der Schütze mit dem Rücken zu einem statischen Zielaufbau steht und sich auf Kommando umdreht und das Feuer eröffnet.

Schnelle Beschießung aller vorhandenen Ziele

Eine andere sinnvolle Regel, die sich auf die Führung des unmittelbaren Feuerkampfes bezieht, besagt, daß man nicht ein Ziel solange bekämpft, bis es mit absoluter Sicherheit ausgeschaltet ist, sondern daß man in jedem Fall erst einmal eine Doublette in schneller Folge auf jedes Ziel abgibt und erst danach eine neue Lagebeurteilung anstellt, wie man den Feuerkampf weiterführt. Dadurch erhöht man die Bekämpfungswahrscheinlichkeit aller Ziele, kommt nicht so leicht in Gefahr, sich ausschließlich auf einen Gegner zu konzentrieren, und hält alle Gegner zumindest nieder. Auch dies läßt sich sowohl mit Simulationswaffen als auch mit geeigneten Übungen im lagebezogenen Schießen trainieren.

Da ein Feuerkampf aber nicht nur aus den kurzen Momenten besteht, in denen der eigentliche Schußwechsel stattfindet, sondern auch Phasen davor, dazwischen und danach aufweist, existieren auch dazu entsprechende Verhaltensregeln.

Ein Grundsatz in diesem Zusammenhang besteht darin, genau wie im Feuerkampf mit einem einzelnen Gegner so früh wie möglich eine geeignete Deckung zu nutzen und von dort aus den Feuerkampf zu führen. Im Gegensatz zu Schußwechseln mit einem Gegner ist hier aber die Deckungsnutzung noch entscheidender, da in Konfrontationen mit mehreren Gegnern nicht davon ausgegangen werden kann, daß man alle Gegner bekämpfen kann, bevor zumindest einer von ihnen das Feuer eröffnet. Steht man dann noch in einer aufrechten, offenen Stellung, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, daß man aufgrund der großen Zielfläche, die man bietet, auch getroffen wird.

Beim Kampf aus der Deckung ist aber immer zu beachten, daß viele Deckungen nur zu einer Seite hin Schutz bieten, und daß ein Gegner, der sich in die eigene Flanke bewegt oder deutlich abgesetzt von der Hauptkampfrichtung steht, unter Umständen freies Schußfeld hat. Bei der Deckungswahl ist darüber hinaus zu beachten, daß man sich durch das Beziehen einer Deckung nicht in eine Situation bringt, in der man die Deckung nicht mehr verlassen kann und untätig zusehen muß, wie man von den Gegnern eingekreist wird. Deckungen sollten – wenn möglich – immer so gewählt werden, daß zumindest in eine Richtung ein teilweise gedecktes Verlassen der Deckung möglich ist. Allerdings dürfte diese Maximalforderung in der Praxis nicht immer zu verwirklichen sein. Daher fordert ein anderer Grundsatz für den Kampf gegen mehrere Gegner, wann immer möglich die Initiative zu ergreifen und nicht in einer defensiven Position wie das Kaninchen vor der Schlange zu verharren. Wenn man selbst nur passiv agiert, haben mehrere Gegner immer die Möglichkeit, einen zu umgehen, auszumanövrieren oder einzukreisen.

Agiert man selbst im Team, ist es oft sinnvoll, daß einer der Partner aus einer starken, gedeckten Stellung heraus den Feuerkampf führt und ein anderes Teammitglied versucht, eine Position an der Flanke einzunehmen. Dies wird vor allem dann zweckmäßig sein, wenn die Gegner bereits ebenfalls Deckungen nutzen oder die Kampfentfernung relativ hoch ist. Ob man bei eigenen Bewegungen den Schwerpunkt auf möglichst schnelle Sprints legt, oder ob man die eigene Bewegung schießend durchführt, um den Gegner zumindest niederzuhalten, hängt von der jeweiligen Lage ab. Beim Kampf gegen mehrere Gegner wird es aber öfters als im Feuergefecht gegen einen einzigen Kontrahenten zweckmäßig sein, Bewegungen schießend auszuführen. Dies gilt allerdings nur, wenn man über einen ausreichenden Munitionsvorrat verfügt.

Überhaupt ist der bedachte Umgang mit dem eigenen Munitionsvorrat in Konfrontationen mit mehreren Gegnern meist ein kritischer Punkt. Kaum jemand im zivilen oder polizeilichen Bereich hat fünf oder sechs Reservemagazine bei sich, wenn er in eine bewaffnete Auseinandersetzung gerät. Auch ein doppelreihiges Magazin kann schnell leer sein, wenn man während einer Bewegung versucht, einen oder mehrere Gegner in ihrer Deckung über mehrere Sekunden niederzuhalten. Selbst wenn einem das gelingt und man so unversehrt die nächste Deckung erreicht, ist wenig gewonnen, wenn man dabei sein letztes Magazin leergeschossen hat und dann wehrlos in der Deckung sitzt. Das Achten auf den Munitionsvorrat gilt noch in viel stärkerem Maße für Revolverschützen. Mit einer Trommelfüllung und einem oder zwei Speedloadern kann man sich gegen mehrere Gegner kaum ein Niederhalten durch Feuer erlauben. Hier muß dann das gezielte Schießen im Vordergrund stehen.

Ein anderer kritischer Punkt ist die permanente Beobachtung des gesamten Umfeldes. In der Konfrontation mit mehreren Gegnern reicht es nicht aus, sich auf einen zu konzentrieren und dessen unmittelbares Umfeld zu beobachten. Vielmehr muß man sich hier zwingen, immer wieder das gesamte Umfeld im Auge zu behalten, um feststellen zu können, ob eventuell ein bisher noch nicht erkannter Gegner existiert oder ob einer der Gegner versucht, unsere eigene Stellung zu umgehen und eventuell in unseren Rücken gelangt. All diese Themen lassen sich durch den Einsatz von Simulationswaffen hervorragend üben.

Die schnelle Deckungssuche, das ständige Beobachten des Umfeldes oder das sofortige Ergreifen der Initiative vom Beginn des Feuerkampfes an läßt sich dabei sogar in gewissem Umfang drillmäßig üben und automatisieren. Wichtig ist dabei allerdings immer, daß man in solchen Situationen keine Zeit damit vergeudet, die beste Deckung zu suchen, die exakteste Zielpriorität zu bestimmen und den besten Plan für das weitere Vorgehen zu schmieden, sondern daß man schnell eine zweckmäßige Alternative auswählt und entschlossen handelt. Befindet man sich hingegen noch nicht im Feuerkampf, weil man zum Beispiel während eines Raubüberfalls von den Angreifern vorerst nur mit Waffen bedroht wird, treten andere Überlegungen in den Vordergrund. An erster Stelle steht hier die Frage, ob man sich in einer solchen Situation überhaupt wehren soll, oder ob nicht die größte Überlebenschance dadurch gegeben ist, daß man die Forderungen der Angreifer erfüllt.

Entschließt man sich zur bewaffneten Gegenwehr, ist die nächste Überlegung die Suche nach dem günstigsten Zeitpunkt dafür. Hat bis dahin noch keiner der Angreifer bemerkt, daß man selbst bewaffnet ist, besteht die Chance, die Initiative im günstigsten Moment zu ergreifen.

Günstig wird ein solcher Moment immer dann sein, wenn die Gegner sich räumlich trennen, ihre Waffen ablegen oder zumindest unaufmerksam sind. Solche Momente kann man passiv abwarten oder selbst herbeiführen. In jedem Fall kommt es aber darauf an, den Überraschungsmoment zu nutzen und – wenn man sich schon entschlossen hat anzugreifen – nicht halbherzig anzugreifen. In jedem Fall sollte man dazu einen Plan haben, der über den ersten Schußwechsel hinausgeht und auch das Verhalten nach der ersten Schußabgabe mit einschließt. Dies kann die Fortführung des Feuerkampfes sein oder aber die Flucht, zu der man sich durch den eigenen Angriff eine Gelegenheit geschaffen hat. In jedem Fall sollte man nicht zögernd und ratlos dastehen, wenn man erst einmal den Angriff gestartet hat.

Spontanes Verhalten bringt geringe Überlebenschancen

Insgesamt ist der Kampf gegen mehrere Gegner immer eine überaus riskante Situation, in der man nie alle Unbekannten erfassen kann Taktische Regeln sind hier vielleicht noch mehr als in anderen Situationen niemals Erfolgsgarantien, sondern immer nur Anleitungen zu einem Verhalten mit höherer Erfolgswahrscheinlichkeit als das spontane Verhalten.

Über Cernunnos

Mein Blog: "Cernunnos' Insel" https://cernunninsel.wordpress.com/
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