Die Schlacht von Trafalgar… im Jahr 2009

Nelson: „Lassen Sie das Signal setzen, Hardy.”

Hardy: „Aye, aye Sir.”

Nelson: „Halt, das ist nicht das, was ich dem Signaloffizier diktiert habe. Was bedeutet das?”

Hardy: „Tut mir leid, Sir, Sie werden das lesen müssen.”

Nelson: (liest laut) „England erwartet, daß jede Person seine oder ihre Pflicht tut, ungeachtet der Rasse, des Geschlechts, sexueller Orientierung, religiöser Überzeugung oder Behinderung. –

Was für ein Firlefanz ist das, Hardy?”

Hardy: „Admiralitätspolitik, Sir. Wir sind jetzt ein chancengleichheitsbedachter Arbeitgeber. Wir hatten die größten Schwierigkeiten, England an den Zensoren vorbeizukriegen, daß es nicht als rassistisch erachtet wird.”

Nelson: Gadzooks, reichen Sie mir meine Pfeife und Tabak.”

Hardy: „Tut mir leid, Sir. Alle Marinefahrzeuge sind jetzt als rauchfreies Arbeitsumfeld ausgewiesen.”

Nelson: „In dem Fall, öffnen Sie die Rumration. Spleißen wir die Großbrasse, um die Männer vor der Schlacht zu stählen.”

Hardy: „Die Rumration ist abgeschafft worden, Admiral. Das gehört zur Politik der Regierung gegen das Kübelsaufen.”

Nelson: „Gütiger Himmel, Hardy. Ich schätze, wir machen besser weiter ………………… Volle Geschwindigkeit voraus.”

Hardy: „Ich denke, Sie werden herausfinden, daß in diesen Gewässern ein Tempolimit von 4 Knoten gilt.”

Nelson: „Verdammt, Mann! Wir stehen vor der größten Seeschlacht der Geschichte. Wir müssen schnellstens vorrücken. Meldung aus dem Krähennest, bitte.”

Hardy: „Das wird leider nicht möglich sein, Sir.”

Nelson: „Was?”

Hardy: „Die Abteilung Gesundheit und Sicherheit hat das Krähennest gesperrt, Sir. Kein Sicherheitsgeschirr, und sie sagten, daß Strickleitern nicht den Vorschriften entsprechen. Sie lassen keinen da rauf, solange kein ordentliches Gerüst aufgestellt werden kann.”

Nelson: „Dann holen Sie mir unverzüglich den Schiffszimmermann.”

Hardy: „Der ist damit beschäftigt, eine Rollstuhlrampe aufs Vordeck zu errichten, Sir.”

Nelson: „Rollstuhlrampe? Ich habe noch nie so etwas Absurdes gehört.”

Hardy: „Wieder Gesundheit und Sicherheit, Sir. Wir müssen eine barrierefreie Umgebung für die Andersbegabten schaffen.”

Nelson: „Andersbegabt? Ich habe nur einen Arm und nur ein Auge und ich weigere mich, das Wort auch nur erwähnt zu hören. Ich bin nicht zum Admiral aufgestiegen, indem ich die Behindertenkarte ausgespielt habe.”

Hardy: „Doch, sind Sie, Sir. In der Royal Navy sind Sehbehinderte und Leute mit fehlenden Gliedmaßen unterrepräsentiert.”

Nelson: „Alle Segel setzen. Die Salzgischt lockt.”

Hardy: „Da gibt’s auch ein paar Probleme, Sir. ‘Gesundheit und Sicherheit’ läßt die Leute nicht ohne Schutzhelme in die Takelage klettern. Und sie wollen nicht, daß irgendjemand zuviel Salz einatmet – haben Sie die Warnhinweise nicht gesehen?”

Nelson: „Ich habe noch nie solchen Müll gehört. Lassen Sie die Kanonen ausrennen und sagen Sie den Männern, sie sollen sich bereithalten zum Gefecht gegen den Feind.”

Hardy: „Die Männer sind ein bißchen besorgt darüber, auf irgendjemand zu schießen, Admiral.”

Nelson: „Was? Das ist Meuterei!”

Hardy: „Das ist es nicht, Sir. Sie fürchten nur, wegen Mordes angeklagt zu werden, wenn sie tatsächlich jemand töten. Es sind ein paar Rechtshilfeanwälte an Bord, die jeden mit Adleraugen beobachten.”

Nelson: „Wie sollen wir dann die Frenchies und die Spanier versenken?”

Hardy: „In Wirklichkeit sollen wir das nicht Sir.”

Nelson: „Sollen wir nicht?”

Hardy: „Nein, Sir. Die Franzosen und die Spanier sind jetzt unsere europäischen Partner. Gemäß der Gemeinsamen Fischereipolitik sollten wir nicht mal in diesen Gewässern sein. Wir könnten es mit Kompensationsforderungen zu tun kriegen.”

Nelson: „Aber man muß einen Franzosen hassen, so wie man den Teufel hasst.”

Hardy: „Das würde ich den Diversitätskoordinator des Schiffes nicht hören lassen. Sie würden sonst zum Disziplinarrapport befohlen.”

Nelson: „Man muß jedermann als Feind betrachten, der schlecht über seinen König spricht.”

Hardy: „Nicht mehr, Sir. Wir müssen umfassend denken in diesem multikulturellen Zeitalter. Jetzt legen Sie Ihre Kevlarweste an; das ist Vorschrift. Es könnte Ihr Leben retten.”

Nelson: „Sagen Sie’s mir nicht – Gesundheit und Sicherheit. Was ist nur passiert mit Rum, Sodomie und der Peitsche?”

Hardy: „Wie ich erklärt habe, Sir, Rum ist vom Menü gestrichen! Und Körperstrafen sind verboten.”

Nelson: „Was ist mit Sodomie?”…

Hardy: „Ich glaube, die ist jetzt legal.”

Nelson: „In dem Fall, küssen Sie mich, Hardy.”

° ° ° ° °

Von Gates of Vienna: http://gatesofvienna.blogspot.com/2009/02/battle-of-trafalgar-in-2009.html; dort übernommen von The Lambeth Walk: http://thelambethwalk.blogspot.com/2009/02/battle-of-trafalgar-in-2009.html

Über Cernunnos

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Eine Antwort zu Die Schlacht von Trafalgar… im Jahr 2009

  1. Lucifex schreibt:

    Diesen Beitrag habe ich anläßlich des heutigen 215. Jahrestages der Seeschlacht von Trafalgar auf „Morgenwacht“ rebloggt. In diesem Zusammenhang sei daran erinnert, daß die in Michael Hoffmans „They Were White & They Were Slaves“ geschilderten Praktiken der Menschenverschleppung in die Sklaverei unter der englischen „Aristokratie“ und Plutokratie eine Parallele darin hatten, wie Männer gewaltsam für den Dienst in der Royal Navy zwangsrekrutiert wurden.

    Nicht nur als Matrose, sondern auch als Landratte war man in englischen Hafenstädten und Küstenorten nie davor sicher, von einer Pressgang unter der Führung eines Leutnants überwältigt, zusammengeschlagen und auf ein Schiff Seiner „Majestät“ verschleppt zu werden und für Jahre oder vielleicht für immer aus seinem Umfeld zu verschwinden, ohne daß die Angehörigen auch nur erfuhren, was einem zugestoßen ist. Auf den Schiffen war man einer brutalen Disziplin unterworfen und gesundheitsschädlichen Lebensverhältnissen ausgesetzt, und wenn es zu einer Seeschlacht kam, konnte man nicht nur sterben, sondern es konnte einem auch passieren, daß Gliemaßen so schlimm verletzt wurden, daß sie vom Schiffsarzt mit einer Knochensäge amputiert werden mußten, ohne Narkose und nur mit etwas Betäubung durch Rum. Sogar Jungen im Alter von 10 – 14 Jahren mußten als sogenannte „powder monkeys“ mit einzelnen Pulverkartuschen für die Kanonen von der Pulverkammer unten im Schiff zu den Batteriedecks hinaufrennen.

    Auch in der Seeschlacht von Trafalgar mußten auf beiden Seiten viele solche Kriegssklaven und zwangsrekrutierte Kindersoldaten leiden und sterben, wobei man Horatio Nelson wenigstens zugute halten kann, daß er seine Leute (wie auch später der österreichische Vizeadmiral Wilhelm von Tegetthoff) für die Verhältnisse seiner Zeit relativ gut behandelte, ein Umstand, der zur Beliebtheit beider Männer bei ihren Besatzungen beitrug.

    Das Schicksal eines solchen zwangsrekrutierten Seemannes auf der Victory und den Kummer seiner Geliebten besingt Maddy Prior von der britischen Folkrock-Gruppe Steeleye Span im Lied „Victory“:

    I am a youthful lady
    My troubles they are great,
    My tongue is scarcely able
    My grievance to relate;
    Since I have lost my true love,
    That was ever dear to me,
    He’s gone to plough the ocean,
    On board the Victory.
    And many a pleasant evening,
    My love and I did meet,
    He clasped me round my slender waist,
    And gave me kisses sweet;
    I gave to him my hand and heart,
    And he vowed he’d marry me,
    But I did not know that my love,
    Would join the Victory.

    Mourn, England, mourn and complain;
    For the brave Lord Nelson’s men,
    That died upon the main*.

    My parents could not endure my love,
    Because he was so poor,
    Therefore he never did presume,
    To come within the door;
    But had he been some noble lord,
    Born a man of high degree,
    They’d ne’er have sent the lad I love,
    On board the Victory.
    There was thirteen on the press-gang,
    They did my love surround,
    And four of that accursed gang,
    Went bleeding to the ground;
    My love was overpowered,
    Though he fought most manfully,
    They dragged him through the dark, wet streets,
    Towards the Victory.

    Mour, England, mourn…

    Your ship she lay in harbour,
    Just ready to set sail,
    May Heaven be your guardian, love,
    Till you come home from sea,
    Just like an angel weeping,
    On the rock sighs every day,
    Awaiting for my own true love,
    Returning home from sea;
    It’s not for gold that glitters,
    Nor silver that will shine,
    If I marry to the man I love,
    I’ll be happy in my mind.

    Mourn, England, mourn…

    Here’s success unto the Victory,
    And crew of noble fame,
    And glory to the captain,
    Bold Nelson was his name;
    At the Battle of Trafalgar,
    The Victory cleared the way,
    But my love was slain with Nelson,
    Upon that very day.

    (* the main = das offene Meer)

    Hier sind Steeleye Span zu sehen, mit „All Around My Hat“:

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